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"Armer Verbraucher"



Auf den „armen“ Verbraucher haben sie es abgesehen, die Leute vom Fraunhofer IAIS. Sie entwickeln ein System, das – und jetzt folgt Originalzitat – „... es in Zukunft möglich ist, lineare und non-lineare Werbung passend zum audiovisuellen Inhalt zu schalten. Dabei werden zum Beispiel Overlay- oder Companion-Ads genau an dem Zeitpunkt ausgeliefert, an dem ein strategisches oder produktrelevantes Keyword fällt. Die Werbemittelauslieferung an diesen »kontextsensitiven Ad-Insertion-Points« verspricht ein gesteigertes Interesse beim Nutzer. Durch die dynamische Verknüpfung von audiovisuellem Inhalt und kontextsensitiver Werbung sollen die Streuverluste bei der Werbeauslieferung reduziert und eine gesteigerte Akzeptanz beim Nutzer hervorgerufen werden.“ Das dürfte schlicht heißen, durch ausgefuchste audiovisuelle Bombardierung beim Endverbraucher noch mehr Wünsche nach einem bestimmten Produkt zu wecken und darüber hinaus, die Kaufentscheidung herbeiführen. Wieder Zitat „Aktuell arbeitet das Fraunhofer IAIS an der automatischen Ermittlung von geeigneten linearen Ad-Insertion-Points im audiovisuellen Inhalt. Diese ermöglichen zukünftig auch für »Mid-Rolls« eine automatische kontextsensitive Platzierung an der passenden Stelle. Der Bezug kann dabei nicht nur über die Thematik des Inhalts, sondern zusätzlich über audiovisuelle Ähnlichkeiten zwischen Werbung und Inhalt (z.B. Farben, Formen, Bewegung, etc.) in der Nähe der Ad-Insertion-Points erfolgen.“ Alles klar?

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Mehr Männer in die Grundschule?



Dem Grundschullehramt haftet das Image eines Frauenberufs an. Der geringe Anteil von Männern im frühkindlichen Bildungsbereich und in der Grundschule wird häufig in Politik und Medien problematisiert. Das Berufsfeld wird sehr auf die sogenannten Care-Aspekte, also die Erziehung und Betreuung der Kinder verengt, die didaktischen Anforderungen weniger wahrgenommen. Für Männer spielen die vermeintlich niedrigeren Aufstiegschancen und das geringere Einkommen eine Rolle.Im Schuljahr 2008/09 waren durchschnittlich 11,3 Prozent der Lehrkräfte an niedersächsischen Grundschulen männlich. Dieser Trend zeigt sich auch im Lehramtsstudium an der Stiftung Universität Hildesheim. Im Master-Studium mit Schwerpunkt Grundschule betrug der Anteil männlicher Studierender im Sommersemester 2010 12,3 Prozent.

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Kinder alkoholabhängiger Eltern: größte Risikogruppe



In Deutschland wachsen etwa 2,65 Millionen Kinder und Jugendliche mit mindestens einem alkoholabhängigen Elternteil auf. Für die meisten dieser Mädchen und Jungen bedeutet diese Lebenssituation eine große psychische und soziale Belastung. Auch deshalb stellen Kinder aus suchtbelasteten Familien die größte Risikogruppe für Suchtstörungen oder psychische Erkrankung dar: Mehr als ein Drittel entwickeln im Laufe ihres Lebens selbst eine Abhängigkeitserkrankung. Spezielle Präventionsprojekte sollen das verhindern. Die Gründe der „Vererbung“ von Suchtproblemen sind vielfältig. Einmal erblich bedingt, dann reagieren männliche Jugendliche aus alkoholbelasteten Familien körperlich oft weniger empfindlich auf Alkohol als Jungen normaler Familien. Diese verminderte Sensitivität erhöht das Risiko übermäßigen Trinkens. Sehr viel verheerender wirkt sich jedoch das Verhalten der Eltern infolge ihres Alkoholmissbrauchs aus. Stressige Ereignisse innerhalb der Familie – Streit, Gewalt, Desorganisation oder geringe familiäre Stabilität und Berechenbarkeit – beeinträchtigen die psychische Gesundheit der Kinder. Während einige wenige durch das negative Vorbild der Eltern abgeschreckt werden, führt die familiäre Erfahrung bei anderen Heranwachsenden oft dazu, dass sie später selbst zu Drogen greifen.

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Weit verbreitet: Soziale Phobien bei Jugendlichen



Soziale Ängste, wie Ängste vor Begegnungen mit Menschen oder vor Situationen sind bei Heranwachsenden zwischen 14 und 20 Jahren weit verbreitet. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie der Goethe-Universität, an der über 600 Jugendliche teilnahmen. Bei 13 Prozent fanden die Frankfurter Wissenschaftler Hinweise auf eine soziale Phobie.Mit 10,6 Prozent gegenüber 17 Prozent ist der Anteil „hoch-sozial-ängstlicher“ Schüler aus ländlichen Gebieten etwas geringer als in den städtischen Bezirken. In dieser Gruppe sind Mädchen mit 59 Prozent stärker vertreten als Jungen. Unterschiede zwischen den Schulformen stellten die Forscher nicht fest. „Diese psychische Störung ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter, wobei soziale Ängste mit einem hohen Risiko für einen vorzeitigen Schulabbruch einhergehen“, erläutert die wissenschaftliche Geschäftsführerin der Verhaltenstherapieambulanz, Dr. Regina Steil. Circa fünf bis zehn Prozent aller Jugendlichen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer sozialen Phobie. „Außerdem haben diese Jugendliche Schwierigkeiten, Freundschaften aufzubauen oder später beruflichen Erfolg zu haben“, ergänzt Diplom-Psychologin Franziska Schreiber

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Kreatives Verhalten fördert Studium



CHE Consult hat ein neuartiges Befragungsinstrument entwickelt, das das Maß der Anpassung von Studierenden an die Bedingungen des Studiums abbildet. Hochschulen können auf dieser Basis Maßnahmen entwickeln, die die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Studiums erhöhen. Obgleich die Lehrenden eine starre Vorstellung von einem normalen Studium haben, gibt es schon positive Ansätze für eine kreative Verschiedenheit des Studiums, zeigt eine Befragung von Studierenden und Professoren. Von 8.800 Studierenden entsprachen nur 13 Prozent dem Bild der "Wunschkandidaten". Der CHE-QUEST arbeitet mit einer Kombination aus soziometrischen und psychometrischen Daten. Als psychometrische Faktoren wurden zehn für den Studienerfolg wichtige Faktoren, wie Erwartungen, Identifikation mit der Hochschule, Zielstrebigkeit, Gemütsverfassung, Theorieaffinität zusammengefasst. Das Ergebnis sind Studententypen vom "Wunschkandidaten", über die "Lonesome Rider", die "Pragmatiker, die "Ernüchterten" und die "Pflichtbewussten" bis zu den "Nicht-Angekommenen", den "Mitschwimmer“ und den "Unterstützungsbedürftigen". Aus den Daten ergab sich auch, dass Migranten sich nicht schwerer tun als die deutschen Studierenden. Sie kennen allerdings andere Misserfolgsrisiken, beziehungsweise Anpassungsprobleme.

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Schlafstörungen schädigen Herzen



Neuesten Studien zufolge stehen Schlafstörungen im Verdacht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu begünstigen. Auch umgekehrt können Herzerkrankungen Schlafprobleme verursachen. Kürzlich entdeckte genetische Ursachen vieler Schlafstörungen gelten als Ansatzpunkte neuer Therapieformen. Etwa 5 Millionen Deutsche leiden an medizinisch relevanten Schlafstörungen: vom geschafften Schichtarbeiter, der nach getaner Arbeit am frühen Morgen einfach kein Auge zu machen kann, bis zum aufgedrehten Urlauber, den der Jetlag nach langem Flug durch die Zeitzonen einfach nicht zur Ruhe kommen lässt. Der Schlafmangel beeinträchtigt nicht nur die geistige Leistungsfähigkeit dieser Menschen – sondern schädigt auch ihr Herz. Dass Schädigungen der Blutgefäße durch Arteriosklerose sowohl einen Herz- als auch Hirnschlag auslösen können, ist hinlänglich bekannt. Dass diese „ Verkalkungen“ aber auch den Schlaf stören können, fanden Neurologen erst kürzlich heraus. Neurologische Schlafmedizin hat eine zentrale Rolle in der Prophylaxe und der Behandlung von Krankheiten des Herz-Kreislauf- und des Hirn-Kreislauf-Systems.

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Bildung rechnet sich für den Staat




Investitionen in das Bildungssystems und in Förderung der Benachteiligten rechnet sich für den Staat. Nach einer Studie liegt die fiskalische Rendite für die öffentlichen Haushalte bis zu 23 Prozent. Rund die Hälfte davon entfällt auf die Sozialversicherungen, der Rest verteilt sich auf Bund, Länder und Kommunen. Eine Reform des Bildungssystems ist damit nicht nur mit Blick auf den Fachkräftemangel sinnvoll, sondern auch mit beträchtlichen zusätzlichen Einnahmen und auch geringeren Ausgaben verbunden. Dies würde die Finanzlage der öffentlichen Haushalte langfristig und nachhaltig verbessern.
Nach dem bisherigen Stand beginnt jeder sechste junge Mensch sein Berufsleben ohne ausreichende Qualifikation. Da die Arbeitslosigkeit gerade bei dieser Gruppe besonders hoch ist, werden die öffentlichen Haushalte durch hohe Sozialausgaben langfristig stark belastet. Wenn es gelänge, zumindest einen Teil dieser jungen Menschen im Bildungssystem besser auf das Erwerbsleben vorzubereiten, würde sich das Qualifikationsniveau dieser Zielgruppe verbessern und damit deren Arbeitslosigkeit verringern. Statt Sozialleistungen zu beziehen, könnten diese Beschäftigten Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Die aus Minderausgaben und Mehreinnahmen resultierende Differenz liegt selbst bei wenig optimistischen Annahmen schnell bei 25.000 Euro und mehr pro Jahr und Person.
Jedes Jahr könnten durch entsprechende Reformmaßnahmen bis zu 150.000 junge Menschen besser qualifiziert werden, schätzen die Wissenschaftler.

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Werbung im Internet verstärkt Akzeptanz



Eine integrierte Video-Werbung im Internet wirkt sich positiv auf das Markenbild eines Produktes aus und hat eine starke Überzeugungskraft beim Betrachter, so das Ergebnis einer Studie der Hamburg Media School. Video-Werbung verbessert darüber hinaus die Einschätzung bei Glaubwürdigkeit, Loyalität und Kaufwahrscheinlichkeit.. Außerdem wird sie besser erinnert und als weniger störend empfunden im Vergleich zu herkömmlichen Formaten wie Bannern und Pre-Rolls.
Die Studie belegt weiter, dass die sogenannte unterschwellige Bannerwerbung um Produktinformationen erweitert werden kann.
Die Onlinewerbung wächst kontinuierlich Im Jahr 2010 entfielen durchschnittlich 16% der weltweiten Werbeetats auf Online-Werbung. Ein weiteres Wachstum von circa 5,7 Prozent p.a. ist für die Folgejahre bis 2015 prognostiziert.

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„Gemischte Demenz“


Neurologen gehen neue Wege gegen Alzheimer & Co


Über neue Strategien bei der Behandlung der Alzheimer-Krankheit und anderen neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diskutierten Ärzte auf dem Neurologenkongress in Wiesbaden. Eine Grunderkenntnis: Da es bisher keine wirksamen Therapien gibt, müssen erstens neue Behandlungsansätze entwickelt und zweitens die Möglichkeiten der Prävention voll ausgeschöpft werden. Viele Experten verfolgen heute das Konzept der „gemischten Demenz“, also die Vorstellung, dass sowohl krankhaft veränderte Blutgefäße als auch Amyloid-Plaques an der Entstehung einer Demenz teilhaben. Immer mehr Menschen leben immer länger. Die alternde Gesellschaft stellt die medizinische Wissenschaft vor große Herausforderungen: Bereits heute leiden etwa 1,3 Millionen Deutsche an einer Demenz – Tendenz stark steigend.
Unter den neurodegenerativen Erkrankungen ist die Alzheimer-Krankheit mit weltweit etwa 18 Millionen Betroffenen am häufigsten. Sie macht dem alternden Menschen am meisten Angst. Während Erkrankte zunächst noch kleine Fehlleistungen des Gedächtnisses als Unaufmerksamkeiten abtun, droht vielen in der Folge der schleichende Zerfall der eigenen Identität. Noch bis vor einigen Jahren machten Ärzte eine „Verkalkung“ des Gehirns dafür verantwortlich. Als Wissenschaftler dann in den Nervenzellen von Alzheimer-Patienten spezielle Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) vorfanden, glaubte man, dem Geheimnis der Demenz endgültig auf die Schliche gekommen zu sein. Aber viel wahrscheinlicher ist, dass Demenzen multifaktoriell, d.h. durch eine Kombination mehrerer Ursachen entsteht.

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Kompetenzentwicklung: Investition in die Zukunft



Jeder fünfte Erwerbstätige fühlt sich im Beruf entweder über- oder unterfordert. Das zeigt eine Umfrage unter 1.005 Berufstätigen im Rahmen der Studie „Kompetenz- und Talentmanagement“ der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW). „Unternehmen verschwenden Potenzial, wenn sie die Kompetenzen ihrer Mitarbeiterschaft nicht richtig nutzen“, sagt Prof. Ada Pellert, Präsidentin der DUW. „Personalverantwortliche müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Herausforderungen zutrauen. Sie müssen sie aber auch mit den Kompetenzen und Werkzeugen ausstatten, diese zu meistern.“ Wenn Unternehmen die Entwicklung der Kompetenzen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vernachlässigen, riskieren sie eine geringere Produktivität und schmälern ihre Wettbewerbsfähigkeit, so die befragten Experten.Neben Handlungskompetenz sind aus der Sicht der befragten Expert vor allem Flexibilität, Mut zur Veränderung, Kommunikations- und Teamfähigkeit notwendigImmer mehr Unternehmen legen in Jobprofilen detailliert fest, welche Kompetenzen für bestimmte Positionen und Tätigkeiten gefordert sind. Aus Sicht der Befragten werden Kompetenzprofile und -kataloge in den nächsten Jahren auch für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) an Bedeutung gewinnen. Weitere Human-Resources-Instrumente wie Gesprächsleitfäden und Verhaltensindikatoren zur Feststellung von Kompetenzen können zum Beispiel im jährlichen Personalgespräch zum Einsatz kommen. Weiterbildungen könnten die Stärken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt und „on the job“ gezielt trainieren.

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Feuerwehr wirbt um Frauen



Nur ein Prozent der Beschäftigten bei der Feuerwehr sind Frauen. Das soll anders werden. Die Sporthochschule Köln entwickelte einen neuen Eignungstest für die Berufsfeuerwehr . In Umfragen zum Image einzelner Berufsgruppen liegen Feuerwehrleute regelmäßig auf den ersten Plätzen. Trotzdem fürchtet man um Nachwuchs, erst recht in Zeiten eines Fachkräftemangels Tests für den Eintritt in die Wehr gab es immer schon. Aber sie berücksichtigten die unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen von Frauen und Männern nur unzureichend. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat die Deutsche Sporthochschule Köln gemeinsam mit Praktikern aus den Reihen der Berufsfeuerwehr – im Auftrag des Deutschen Städtetages und der Vereinigung der Förderung des Deutschen Brandschutzes – einen neuen Eignungstest entwickelt. Darin werden die Fähigkeiten der Frauen im Rettungs- , Brand- und Hilfseinsatz entsprechend stärker berücksichtigt und damit die Einstellungschancen für das schwache Geschlecht erhöht..

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Projekt für Fairness und Gerechtigkeit



An deutschen Schulen verwenden Lehrer immer mehr Zeit für die Bewältigung psychosozialer Probleme.
Dabei kommt die Vermittlung des Lernstoffs zu kurz. Abhilfe schaffen könnte eine verstärkte Einstellung von Sozialarbeitern und Kulturpädagogen. Davon sind die Professoren Hans-Joachim Schubert und Gunzelin Schmid Noerr überzeugt. Sie begleiten seit rund einem Jahr das Projekt des Schulamts Mönchengladbach „Schulkultur? Prima!“ auf wissenschaftlicher Basis. Ziel des Projekts ist es, das Miteinander von Schülern, Lehrern und Schulleitung zu verbessern Insgesamt werteten die Forscher 1792 Fragebögen aus, die sie an 21 Mönchengladbacher Schulen verteilt hatten. Ein Ergebnis: Die jeweilige Schulleitung spielt eine herausragende Rolle für das Klima der Schule. Wenn sie Druck auf das Kollegium ausübt, stehen die Lehrer zusätzlich unter Stress und geben diesen an ihre Schüler weiter. So entsteht ein Klima, bei dem die psychosozialen Probleme der Lehrer zunehmen und der Unterricht leidet.
Bei den Problemen stand nicht Thema Gewalt im Mittelpunkt der Kritik, sondern die alltäglichen Kommunikations- und Verständigungsprobleme. Was die Schulen nach Ansicht der Wissenschaftler brauchen, ist eine ausreichende finanzielle Ausstattung und Personal. Im Gegensatz zu Sozialarbeitern, die erst dann zum Zug kommen, wenn die Probleme eskalieren, arbeiten Kulturpädagogen präventiv.

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Ausweg vom Turbo-Abi



Die Einführung des sog. Turbo-Abi in NRW im Jahre 2005 wurde von Schülern, Eltern und Lehrern zum Teil heftig kritisiert. Doch noch bevor 2013 die ersten Schüler nach 12 – statt zuvor 13 – Jahren ihr Abitur machen, gibt es in NRW einen neuen Schulversuch: Gymnasien können freiwillig zum neunjährigen bzw. zu einem parallel geführten acht- und neunjährigen gymnasialen Bildungsgang zurückkehren. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von einem Forschungsverbund der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR).In Deutschland sind zwölf Jahre bis zum Abitur wieder zur Regel geworden. An die gemeinsam vierjährige Grundschulzeit schließen sich nur noch acht statt neun Jahre am Gymnasium an (kurz: G8). Zentrale Argumente für G8 waren eine im internationalen Vergleich lange Dauer der Schulzeit sowie ein früherer Eintritt in Ausbildung und Beruf. Die Kritik von Lehrern und Eltern am „Turbo-Abi“ ist jedoch groß. Viele sehen in der zeitlichen und stofflichen Verdichtung eine Überbürdung der Schüler. Unter den spezifischen Bedingungen von G8 werde die Lebenszeit von Jugendlichen zu stark verplant, und das in einer Phase, in der sie Zeit zur Orientierung und Selbsterprobung auch in außerschulischen Lebensbereichen benötigen. Die NRW-Landesregierung hat 13 Gymnasien die Möglichkeit gegeben, einen neunjährigen bzw. einen parallel geführten acht- und neunjährigen gymnasialen Bildungsgangs aufzustellen.

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Im Süden lernt es sich am besten



Bayern und Baden-Württemberg bieten in Deutschland die besten Lernbedingungen. Dahinter folgen etwa gleichauf Regionen in Sachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Mecklenburg-Vorpommern ist Schlusslicht der Flächenstaaten. Bei den Stadtstaaten liegt Hamburg vor Berlin und Bremen. Das sind die zentralen Ergebnisse des Deutschen Lernatlas von der Bertelsmann Stiftung. Es handelt sich um Bedingungen für lebenslanges Lernen in Deutschland in den 412 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten.Weil Menschen am Arbeitsplatz, als Mitglieder in Vereinen oder politischen Organisationen, in der Familie, in der Freizeit und im Gemeinwesen lernen, erfasst der Deutsche Lernatlas auch Kennzahlen für berufliches, soziales und persönliches Lernen. Er bietet so die einzigartige Möglichkeit, die Lernbedingungen in allen Lebensbereichen greifbar und vergleichbar zu machen.Unter den größten Städten Deutschlands bietet München die besten Lernbedingungen, bei den mittleren und kleineren kreisfreien Städten liegen Erlangen und Bamberg vorn. Unter den ländlichen Regionstypen schneiden die Kreise Würzburg, Main-Spessart und Miesbach am besten ab. 20 Jahre nach der deutschen Einheit zeigt sich bei den Lernbedingungen in Deutschland weniger ein Unterschied zwischen Ost und West, sondern vielmehr ein deutliches Süd-Nord-Gefälle: Deutschlands Lernhauptstädte und beste Lernregionen liegen vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen. Beim „Schulischen Lernen“ schneidet beispielsweise auch Thüringen sehr gut ab. Eine weitere Erkenntnis: Auf dem Land sind die Lernumfelder oft besser als in den Städten. Außer beim „Persönlichen Lernen“ erzielen ländlich geprägte Kreise im Durchschnitt deutlich bessere Ergebnisse als die deutschen Großstädte. Dass gute Lernumfelder nicht unbedingt von der ökonomischen Lage einer Region abhängen, zeigen die Überraschungssieger des Deutschen Lernatlas: Städte wie Dresden, Jena, Kaufbeuren und Rosenheim, aber auch die Landkreise Trier-Saarburg oder Amberg-Sulzbach.

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EU-Studieren im Osten auf Empfehlung



Eine klassische Studentenstadt mit kurzen Wegen, gemütlicher Atmosphäre und einer traditionsreichen Universität wünschen sich viele westdeutsche Abiturienten. Sie wählen deshalb Städte wie Heidelberg, Tübingen oder Freiburg. Doch immer mehr finden ihre „klassische Studentenstadt“ im Osten Deutschlands, in Jena. Fast vierzig Prozent der Studienanfänger im ersten Hochschulsemester an der Friedrich-Schiller-Universität Jena kommen mittlerweile aus den alten Bundesländern.
Das Dezernat für Akademische und Studentische Angelegenheiten hat die Gründe untersucht: Gebührenfreiheit, heimelige Atmosphäre und übersichtliche Verhältnisse an der Universität wie im Stadtbild. Der gute Ruf von Universität sowie deren Platzierungen in Hochschulrankings waren ebenfalls wichtige Kriterien für eine Entscheidung. Bei der Wahl der Hochschule, so bestätigt eine weitere aktuelle Erhebung, vertrauen die Studienanfänger auf die Empfehlung von Freunden und Gleichaltrigen: Über ein Drittel der westdeutschen Studierenden haben sich unter anderem für ein Studium in Jena entschieden, weil sie persönlich Kontakt zu Gleichaltrigen haben, die hier studieren oder studiert haben.

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Betablocker blocken Stress



Gestresste Personen verfallen in Gewohnheiten und verhalten sich nicht zielgerichtet, fanden Bochumer Wissenschaftler um Dr. Lars Schwabe (RUB-Fakultät für Psychologie) heraus. Dafür ist der Botenstoff Noradrenalin entscheidend. Stoppt man die Wirkung von Noradrenalin durch Betablocker, bleibt der Stresseffekt aus.
Außerdem erforschten die Wissenschaftler, wie diese negativen Effekte aufgehoben werden können. Dazu dienten Experimente am Computer. Gestresste Teilnehmer neigten wesentlich stärker zu süßen Ablenkungen als eine Vergleichsgruppe Nichtgestresster.

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EU-Parlamentarier gehen ins Netz



Viele der 736 EU-Parlamentarier setzen für ihre Öffentlichkeitsarbeit Facebook und andere soziale Medien aus dem Internet ein. Daraus hat sich bisher aber noch kein echter Dialog mit den Wählern entwickelt, beweist eine ländervergleichende Studie der TU Ilmenau. Die Studie von Karoline Schultz analysiert die persönlichen Websites, alle öffentlich zugänglichen Facebook-Seiten, Twitter-Profile, Youtube- und sowie Blogs der Abgeordneten. Am häufigsten nutzen EU-Parlamentarier klassische Online-Kanäle wie eine persönliche Website (74 Prozent). Der meistgenutzte Social Media-Kanal ist mit über 60 Prozent Facebook. Blogs und Microblogs wie Twitter werden aufgrund der geringeren Beliebtheit bei den Bürgern deutlich weniger eingesetzt (30 bzw. 40 Prozent). Aufwändigere Formen wie das Videoportal Youtube nutzen nur knapp 30 Prozent der EU-Abgeordneten.Spitzenreiter sind die Abgeordneten der grünen Fraktion (Grüne/EFA): 92 Prozent von ihnen nutzen soziale Netzwerke. Es gibt große Unterschiede zwischen den Ländern. 95 Prozent der Parlamentarier aus Schweden und Finnland nutzen mindestens einen Social Media-Kanal, west- und osteuropäische EU-Parlamentarier liegen mit 80 Prozent knapp und südeuropäische mit 52 Prozent weit abgeschlagen dahinter. Vor allem jüngere Abgeordnete besitzen Profile in Social Media (89 Prozent). Auf Nutzerkommentare reagieren nur 7 Prozent und es kommt selten vor, dass Politiker Nutzer durch Fragen oder Mitmachappelle zum Schreiben von Kommentaren auffordern.

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BASA entdeckt gefährliche Arbeitsplätze



Belastungen am Arbeitsplatz können vielfältiger Natur sein, wie Lärm oder Staub. Dann kommt es darauf an, wie die Mitarbeiter das psychologisch bewerten. Das ist messbar mit dem kostenlosen Screeningverfahren BASA von Gabriele Richter, . Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Mit dieser Software können Betriebe Gefahren erkennen und frühzeitig Schutzmaßnahmen ergreifen. Das Verfahren ist inzwischen bei 2.800 Beschäftigten an 150 verschiedenen Arbeitsplätzen angewandt worden. Neu bei BASA ist, dass nicht nur Negatives in die Bewertung einfließt, sondern auch positive Einflüsse berücksichtigt werden: anonyme schriftliche Mitarbeiterbefragung, Beobachtungsinterview oder Gruppendiskussionen. Das Programm erleichtert die Auswertung der Daten. BASA liefert außerdem Erkenntnisse, an welchen Stellen aus psychologischer Sicht eine bessere Gestaltung der Arbeitsbedingungen und der Aufbau von Ressourcen notwendig sind.

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Ingenieure stellen Technik gegen Klimawandel



Beim Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre sehen manche Wissenschaftler direkte Eingriffe mit großtechnischen Maßnahmen in den Strahlungshaushalt oder den Kohlenstoffkreislauf der Erde als Mittel gegen globale Erwärmung. Wegen möglicher und kaum kalkulierbarer Nebenwirkungen lehnen andere dagegen Climate Engineering strikt ab. Zusätzlich notwendig ist jedoch Forschung zu Climate Engineering. Erreichen die internationalen Verhandlungen nicht die erforderlichen Klimaschutzziele, stellt sich zunehmend die Frage einer Reparatur durch Climate Engineering. Um dieses komplexe Thema bewerten zu können, wird eine solide Wissensbasis gebraucht. Die Sondierungsstudien kommen zwar zu dem Ergebnis, dass einige der Konzepte für Climate Engineering zumindest auf dem Papier den Treibhauseffekt abschwächen bzw. die Erderwärmung mindern können. „Allerdings“, so Studienkoordinator Prof. Gernot Klepper vom Kiel Earth Institute, „sind vermutlich alle Vorschläge mit erheblichen ökologischen Risiken und Nebenwirkungen, ökonomischen Kosten und gesellschaftlichen Konfliktpotentialen verbunden.“

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Meiden reizen zum Fragen stellen



Medien verlocken dazu, Fragen an Redaktionen zu stellen, wie „Warum ist der Himmel blau? Warum klebt Sekundenkleber überall, nur nicht an der Tube? Warum haben Männer Brustwarzen?“ Bisher noch nicht untersucht ist der Schwerpunkt der Fragestellung. Antwort auf diese Frage aller Wissensfragen liefert eine Studie am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der Technischen Universität Dortmund. Bereits in einer ersten Übersicht kamen die Wissenschaftsjournalistin Kerstin Artz und Prof. Holger Wormer , TU Dortmund, auf 25 Formate in deutschen Medien, bei denen Leser, Hörer, Zuschauer und Online-Nutzer Wissensfragen an die Redaktion senden können. Untersuchte Frageformate waren „Stimmt’s?« (Die ZEIT), »Kopfball« (TV WDR) sowie die »allerbesten Fragen« an 1LIVE im WDR-Hörfunk. Insgesamt kamen bei der Studie 6428 Fragen in die Auswertung, wovon sich gut die Hälfte verschiedenen wissenschaftlichen Kategorien zuordnen ließ.
Insgesamt sind die bevorzugt gestellten Fragen je nach Medium und Zielgruppe unterschiedlich. So lagen bei den Fragen an die WDR-Kopfballredaktion Physikthemen klar vorn. Und sogar eine eher vernachlässigte Disziplin, wie Chemie, belegte dort einen der vordersten Plätze, während bei den Fragen an die ZEIT und an WDR-1LIVE am häufigsten Biologie-Fragen gestellt wurden. Fragen aus der Medizin – insbesondere dann, wenn es nicht um die Physiologie des menschlichen Körpers, sondern um konkrete Krankheiten oder Therapien ging – belegten lediglich bei der ZEIT einen der vordersten Plätze.

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Beweglich mit Gemeinschafts-Elektromobil



Autos nicht kaufen, sondern teilen – Car-Sharing gibt es in vielen Großstädten. In der elektromobilen Zukunft nutzen die Städter viele Fahrzeuge und die Infrastruktur gemeinschaftlich, so die Idee von Fraunhofer-Forschern. Im Übermorgen-Projekt »Gemeinschaftlich-e-Mobilität: Fahrzeuge, Daten und Infrastruktur«, arbeiten sie daran, diese Vision zu realisieren. Geht es nach der EU, fahren schon im Jahr 2050 in allen großen europäischen Städten nur noch elektrische Autos. Die wichtigste Voraussetzung ist ein gut ausgebautes Netz öffentlich zugänglicher Lade-Infrastruktur. Bequemer und schneller als über ein Kabel geht das über ein induktives Ladesystem. Projektkoordinator Florian Rothfuss vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und sein Team arbeiten an einem bidirektionalen induktiven Ladesystem, das Energie je nach Bedarf aufnehmen, aber auch wieder in das allgemeine Netz zurückspeisen kann. So dient jedes einzelne Auto als ein kleiner Stromspeicher, der das Netz bei hohen Schwankungen entlastet. Um die Fahrzeuge zügig zu laden und sie dem nächsten Nutzer mit einer möglichst großen Reichweite zur Verfügung zu stellen, soll das System auf 22 kW ausgelegt werden. Bei dieser Leistung dauert es nur rund eine Stunde, bis ein Fahrzeug wieder fahrbereit ist. Eine Gemeinschaftsnutzung erfordert eine raffinierte Datennutzung. In der Mobilitätsdaten-Cloud, einer offenen, internetbasierten Plattform, werden alle Daten gesammelt. Über ein Smartphone hat der Nutzer Zugriff auf verfügbare Fahrzeuge und Ladestationen, Mitfahrer-Datenbanken sowie Infos zum öffentlichen Nahverkehr. Über einen geschützten persönlichen Bereich wählt er dann ein Auto aus, bucht und bezahlt.

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Ein Team für den Ernstfall



Ob die Erde bebt oder ein Tsunami übers Land fegt – trotz aller Vorwarnsysteme kommen Naturkatastrophen häufig überraschend. Umso wichtiger ist es für die Rettungsmannschaften, die Situation schnell zu erfassen. Im Übermorgen-Projekt SENEKA arbeiten Fraunhofer-Forscher daran, Roboter und Sensorensysteme situationsabhängig zu vernetzen, um im Ernstfall effizienter nach Überlebenden suchen zu können. Weil jede Minute über Menschenleben entscheidet, werden immer mehr robotergestützte Systeme eingesetzt, die die Suche beschleunigen sollen. Laut dem Weltroboterverband IFR wird die Wachstumsrate solcher Helfer bis 2013 auf 17 Prozent steigen.
Nach einer Katastrophe sind Karten nur bedingt hilfreich, wenn keine Gebäude mehr stehen und Straßen blockiert oder zerstört sind. Zur Neuorientierung tragen Bodeneinheiten, Luftroboter und autonome Sensoren in kurzer Zeit eine große Menge an relevanten Daten zusammentragen. Speziell entwickelte Multi-Source-SLAM-Algorithmen sind in der Lage, aus diesen eine aktuelle 2D/3D-Kartenlandschaft zu erstellen. Sie kombinieren grob aufgelöste Bilder aus der Luft mit Nahaufnahmen der zerstörten Bereiche am Boden. Anhand dieser Bilder können die Rettungskräfte schneller Schadensquellen und gefährliche Bereiche erkennen. Die Forscher entwickeln aber auch autonome Sensoren und Multisensorsonden, die nicht visuell arbeiten, sondern auf Gerüche oder Geräusche reagieren. Sie führen die Retter zum Beispiel schneller zu Verschütteten, die mit Klopfzeichen auf sich aufmerksam machen. Chemische Sensoren sind für die Sicherheit der Retter besonders wichtig, da sie Gase anzeigen.

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Erst verstehen – dann interpretieren



Einen Tipp für den Deutschunterricht gibt eine Professorin aus Jena. Sie empfiehlt, das Verstehen des Textes abzusichern, ehe zur Interpretation aufgefordert wird, denn die Schüler fühlen sich in den meisten Fällen überfordert, einen Text im Deutschunterricht zu analysieren oder zu interpretieren. Die Deutschlehrer verlangten "zu früh zu viel". Sie hält es für sinnvoller, den Schülern Thesen vorzugeben, die sie abprüfen können, statt selbst formulieren zu müssen. Ihre Erkenntnis: das schrittweise Vorgehen – erst lesen, dann verstehen, dann vorgegebene Thesen untersuchen, gibt dem Lehrer die Möglich zu erkennen, wie weit die Schüler den Text überhaupt verstanden haben.

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Karate-Sport stärkt Senioren.



Dass Karate im hohen Erwachsenenalter körperlich fit hält und gleichzeitig optimales Gehirnjogging ist, belegt jetzt eine Untersuchung der Universität Regensburg in Kooperation mit dem Bayerischen Karatebund und einem Regensburger Facharzt für Allgemeinmedizin. Das Forscherteam um Prof. Dr. Petra Jansen vom Institut für Sportwissenschaft und Dr. Katharina Dahmen-Zimmer vom Institut für Psychologie der Universität Regensburg führte dazu eine Studie durch, an der 48 Seniorinnen und Senioren im Alter von 67 bis 93 Jahren teilnahmen. Im Zentrum stand die Frage, ob durch Karate neben einer Verbesserung der körperlichen Gesundheit auch positive Veränderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit und der individuellen Befindlichkeit feststellbar sind.
Im Rahmen der Studie wurden die Probanden auf in mehrere Versuchsgruppen aufgeteilt. In der Tendenz führten alle Trainingsangebote zur Verbesserungen der kognitiven Leistungsfähigkeit. Die Merkleistung sowie die visuelle Merkfähigkeit verbesserten sich allerdings am stärksten bei der Karate-Gruppe. Ein Grund mit ist, dass im Zusammenhang mit dem Karate-Training komplizierte Bewegungsabläufe im Gedächtnis behalten werden mussten. Karate-Training trägt im besonderem Maße auch zur Stimulation der inneren Organe bei, verbessert Kreislauf, Atmung und Verdauung.

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Gestalten ohne Grenzen



Die Hochschule Rhein-Waal bildet Kommunikationsdesigner nach einem ganz eigenständigen Konzept aus: die Gestalter arbeiten hier eng verzahnt mit IT-Experten, Psychologen, Naturwissenschaftlern, Ingenieuren und Wirtschaftswissenschaftlern. Damit stellt man sich konsequent dem derzeitigen Wandel des Berufsbildes, denn die Aufgaben eines Designers beschränken sich immer seltener darauf, in Szene zu setzen, was andere sich ausgedacht haben – zunehmend geht es vor allem darum, als Teil eines fachübergreifenden Teams Inhalte, Produkte und Services selbst zu entwickeln. Die Studenten arbeiten derzeit an ungewöhnlichen Projekten: ein Team versucht das Kochfeld eines Herdes als ein Interface zu gestalten, mit dessen Hilfe auch ungeübte Köche komplexe Menüs zubereiten können. Eine andere Gruppe dachte sich das Projekt »Lokalheld« aus, das den Konsum regionaler Lebensmittel fördern soll: den oftmals irreführenden »Regional«-Etikettierungen der Supermärkte wird ein Verpackungskonzept entgegengesetzt, bei dem automatisch generierte Google-Maps-Karten keine Fragen bezüglich der Herkunft offen lassen. Möglich wird dieses Konzept, weil der Designstudiengang in die Fakultät »Kommunikation und Umwelt« eingebettet ist, die zukunftsweisende Denkansätze aus unterschiedlichen Fachrichtungen vereint.

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NRW kippt Studiengebühren



Die Abschaffung der Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen hat das Ende der Studiengebühren in ganz Deutschland eingeläutet. In Nordrhein-Westfalen wird das Wintersemester 2011/2012 das erste gebührenfreie Semester sein. Hamburg und Baden-Württemberg haben ebenfalls angekündigt, die Studiengebühren abzuschaffen. Nur noch Bayern und Niedersachsen werden dann Studiengebühren erheben. Aber selbst in Bayern, einem der „Stammländer“ der Studiengebühren, wird jetzt offen über deren Abschaffung diskutiert. Einer der Gründe: Studiengebühren widersprechen den Zielsetzungen einer modernen, sozial gerechten Bildungspolitik. Bildung dürfe nicht von der finanziellen Leistungsfähigkeit des Elternhauses abhängen. Nicht nur der Einzelne, sondern die gesamte Gesellschaft profitiert von vielen gut ausgebildeten Akademikern. Diese Erkenntnis setzt sich über alle Parteigrenzen hinweg immer mehr durch.

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Viadrina richtet Schreibzentren ein



Die Universität Viadrina (Frankfurt/Oder) unterstützt Hochschulen bei der Einrichtung von Schreibzentren. Nicht erst seit dem Guttenberg-Skandal wächst an deutschen Hochschulen die Erkenntnis, dass wissenschaftliches Schreiben der Schlüssel für eine erfolgreiche Karriere sein kann. Doch mehr als 200 Jahre nach der Einführung schriftlicher Arbeiten als Lern- und Prüfungsinstrument an deutschen Universitäten gibt es noch immer kaum Bemühungen, Studierenden Schreiben gezielt zu vermitteln. Dabei können Schreib-Lern-Angebote viel dazu beitragen, die Studienqualität langfristig zu verbessern, wie Studien aus den USA zeigen. Aus den USA kommt auch die Idee, Schreibzentren an Hochschulen einzurichten. An 90 Pozent aller US-amerikanischen Hochschulen gehören sie zum selbstverständlichen Angebot, nicht zuletzt an Elite-Universitäten wie Stanford oder Harvard. In Deutschland gibt es erst ein Dutzend. Eines davon ist das inzwischen international bekannte Schreibzentrum der Europa-Universität Viadrina.

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Therapien gegen Binge-Eating



Angeleitete Selbsthilfe mit Internetunterstützung oder Einzelsitzungen mit Therapeuten: Welche Form der Therapie gegen Essstörungen besser wirkt, untersuchen Forscher der Ruhr-Universität Bochum in einer groß angelegten Studie, die im November 2010 angelaufen ist. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die sog. Binge-Eating-Störung, die sich durch unkontrollierbare Essattacken auszeichnet. Der Begriff „to binge” kommt aus dem Amerikanischen und heißt übersetzt „ein Fressgelage abhalten”. Hauptmerkmal der Binge-Eating-Störung sind regelmäßige Essanfälle, bei denen die Betroffenen große Nahrungsmengen verzehren und dabei das Gefühl haben, die Kontrolle über ihr Essverhalten zu verlieren. Die Binge-Eating-Störung ist heute die am meisten verbreitete Essstörung – zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung sind betroffen – und tritt bei Frauen und Männern etwa gleich häufig auf. In der deutschlandweit angelegten Studie „INTERBED“ erforschen Wissenschaftler der RUB die Wirksamkeit eines internet-basierten, von Therapeuten unterstützten Selbsthilfeprogramms im Vergleich mit der Standardtherapie. Die Inhalte beider Therapieformen sind ähnlich. Patienten der konventionellen Behandlungsmethode erhalten eine viermonatige Psychotherapie mit insgesamt 20 Einzelsitzungen. Die Internettherapie beinhaltet zwei Gespräche mit einem Therapeuten. Während der Internet-Behandlung stehen die Patienten per E-Mail mit den Therapeuten in Kontakt.

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UNESCO zeichnet Umweltprojekt aus



Eine Kooperation zwischen der Universität Bremen und dem Goethe-Institut in Indien ermöglicht Schülerinnen und Schülern ein Umweltprojekt „vor der eigenen Haustür“. Die Begeisterung für Umweltschutz ist der Ansatz des Projekts „Greening with Goethe“. Das Zentrum für Umweltforschung und nachhaltige Umwelttechnologien der Universität Bremen hat zusammen mit dem Goethe-Institut Bangalore (Indien) diese Initiative gestartet, an der 36 Schulen beteiligt sind. Die internationale Initiative verfolgt das Ziel, die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweit in der Bildung zu verankern. Deshalb haben sie die Jahre 2005 bis 2014 zur Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung" erklärt.
Schülerinnen und Schüler von indischen und deutschen Schulen übernehmen eine wissenschaftlich begleitete Patenschaft über ein bestimmtes Gebiet ihrer Stadt. Mit Hilfe der Bremer und Indischen Wissenschaftler erforschen sie den Umweltzustand in ihrem Areal - und übernehmen damit zum ersten Mal bewusst Verantwortung für das Leben in ihrem Stadtteil und ihrer Stadt. Im Dezember 2011 werden die jungen Forscher und Forscherinnen zu einer internationalen Umweltjugendkonferenz in Bangalore eingeladen. Dort werden sie ihre Projekte vorstellen und einen Ideenkatalog zum Klima- und Umweltschutz der beteiligten Gebiete entwickelten.

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Kinder kritzeln, zeichnen und malen – Warum eigentlich?



Das kindliche Schmieren steht am Beginn der sensomotorischen Ausdrucksbewegung und fällt meist in die letzten Monate des ersten Lebensjahres, wenn die Kinder Brei essen und versuchen, den Brei auf dem Tisch zu „verteilen“. Dabei beobachten sie sehr genau die die Bewegungsspuren. Wenn Erwachsene Kinder beim Kritzeln und Zeichnen korrigieren, stößt dies bei den Experten auf wenig Gegenliebe. Der Frankfurter Kunstpädagoge Prof. Georg Peez: „Das ist pädagogisch unangemessen. Denn Fünf- bis Sechsjährige wollen kein naturalistisches Abbild der Umgebung zeichnen. In dieser Phase erfinden Kinder Sinnzeichen und setzen sie in Beziehung zueinander und diesen wichtigen Entwicklungsprozess unterbinden wir mit Kritik.“
Kleinkinder zwischen neun und zwölf Monaten verschmieren mit Vorliebe Brei oder Spucke auf dem Tisch; das sind die Ursprünge des Malens und Zeichnens, so der Frankfurter Kunstpädagoge. Sinnlich, interessiert und durchaus lustvoll erkundet das Kind zunächst mit den Fingerspitzen, später mit der ganzen Hand die Beschaffenheit des Materials. Wenn die sensomotorische Dynamik zunimmt, gewinnt das Kleinkind an Sicherheit: Es erkennt seine Schmierspuren. „Dies ist ein fundamentaler, erster bildnerischer Akt. Das Hinterlassen von Spuren setzt sich dann nach dem ersten Geburtstag immer häufiger im Kritzeln mit dem Stift fort . Das Kritzeln entwickelt sich: von Schwingkritzel zu Kreis- und Kreuzkritzel. In dieser Phase entdeckt das Kind grundlegende Prinzipien der Raumordnung. Übrigens bewegen Erwachsene, die erstmalig ein Malprogramm am Computer nutzen, die Maus oder den drucksensitiven Stift ganz ähnlich, hat Peez beobachtet. Am Ende dieser Phase – etwa mit zweieinhalb Jahren – beginnt das Kind mit seinen Kritzeleien etwas zu assoziieren. So wird ein Kreis plötzlich als Teller benannt oder als Mond, als Hamburger oder auch als Autoreifen. In der Pubertät verliert sich die Unvoreingenommenheit und wächst der Anspruch, etwas naturalistisch, visuell ‚richtig’ abzeichnen zu können. Die Ansprüche sind oft höher als das eigene Können, die Unzufriedenheit mit der eigenen Zeichnung wächst. Viele Jugendliche geben das Zeichnen auf, andere eignen sich eine andere bildnerische Sprache an, sie erschaffen Sinnzeichen beziehungsweise Symbole mit Graffiti.

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Mehr Mädchen für Fußball gewinnen



Aus Sicht der Sportvereine interessieren und begeistern sich Mädchen für Fußball. Sie wollen auch Fußball spielen, erwarten allerdings mehr Unterstützung durch Schule und Elternhaus. Zu diesem Ergebnis kam Professor Heinz Reinders von der Universität Würzburg, der in Kooperation mit dem Bayerischen Fußball-Verband 888 bayerische Vereine befragt hat. Lediglich 12 Prozent der Vereine geben an, dass sich Mädchen aus ihrer Sicht nicht für Fußball interessieren würden, nur ein Prozent findet, dass Mädchen körperlich zu schwach seien, Zwei Drittel der Vereinsvertreter beklagen, dass Mädchen über den Schulsport nicht für Fußball begeistert werden, 55 Prozent haben den Eindruck, dass die Eltern noch Vorbehalte gegenüber dem Frauen-und Mädchenfußball hegen.
Aber auch die Vereine sehen sich in der Pflicht. Über 50 Prozent geben an, dass es an Mädchenfußball-Angeboten in den Vereinen mangelt und mehr Werbung für Mädchenfußball gemacht werden müsse. 60 Prozent der Jugendleitungen halten den Mangel an Trainerinnen für eine unnötige Hürde beim Zugang von Mädchen zum Fußball. Nachdem der Bayerische Fußball-Verband die Zahl der Frauen-und Mädchenmannschaften von 1089 (2005) auf 2011 im Jahr 2011 annähernd verdoppeln konnte, spielen aktuell im Durchschnitt pro Verein 17 Mädchen Fußball.

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Bei Ehrenamt macht Bildung den Unterschied



Fast die Hälfte der 14- bis 15-Jährigen Jugendlichen in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr ehrenamtlich engagiert. Dies belegt eine repräsentative Studie der Universität Würzburg. Sie organisieren Kindergottesdienste, gehen zur Jugendfeuerwehr oder leiten Pfadfindergruppen: Das sind deutlich mehr, als bislang angenommen wurde. Im Durchschnitt war jeder von ihnen 22 Stunden im Monat aktiv – und das in der Regel über einen längeren Zeitraum. Allerdings ist ehrenamtliches Engagement nicht gleich verteilt: Während sich bei Gymnasiasten jeder Zweite engagiert (50,5 Prozent), ist unter Hauptschülern nur jeder dritte Befragte sozial aktiv. 2.408 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 15 Jahren haben die Bildungsforscher im Zeitraum von Oktober 2010 bis Januar 2011 für ihre Studie befragt. 84,6 Prozent von ihnen sind deutscher Herkunft. Die Stichprobe umfasst Mädchen und Jungen zu fast gleichen Teilen. Ein Großteil der Befragten sind Schüler an Gymnasien (48,1 Prozent); die Realschule besuchen 26,3 Prozent; Hauptschüler stellen einen Anteil von 20,4 Prozent. I
m Vergleich zu Jugendlichen, die keinem Ehrenamt nachgehen, berichten ehrenamtlich Engagierte sehr viel häufiger, dass sie als Erwachsene bei Landtags- oder Bundestagswahlen ihre Stimme abgeben werden. Drei Viertel von ihnen haben das Gefühl, durch ihre Freizeitbeschäftigung etwas Sinnvolles zu machen, wohingegen nur etwa ein Viertel der Nicht-Engagierten ihrer Freizeit sinnvolle Seiten abgewinnen können.

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Das Berufsinteresse mit in die Wiege gelegt



Psychologen der Universität Konstanz haben nachgewiesen, dass ein Zusammenhang zwischen dem Hormonspiegel eines Ungeborenen und späteren beruflichen Interessen besteht. In einer Studie mit über 8.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnte aufgezeigt werden, dass der pränatale Testosteronspiegel signifikant mit der Ausbildung eines eher technisch beziehungsweise eher sozial orientierten Berufsinteresses einhergeht. Außerdem bestätigten die Ergebnisse von Dr. Benedikt Hell und Katja Päßler die Geschlechterrolle von technisch ausgerichteten Männern und sozial engagierten Frauen. Deshalb warnen sie vor einer propagierten Gleichverteilung der Geschlechter in Studiengängen oder Berufen. Ein hoher vorgeburtlicher Testosteronspiegel ist mit einem erhöhten Interesse an technischen Gegenständen und Fragestellungen verbunden. Umgekehrt zeigte sich ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen vorgeburtlichen Testosteronspiegel und einem erhöhten Interesse am Umgang mit anderen Menschen und sozialen Fragestellungen.

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Eltern entscheiden – Lehrer beraten


Beim Schulübertritt für Viertklässler


Wenn Eltern und nicht Lehrer entscheiden, welche weiterführende Schule der Viertklässler besuchen soll, spielt die schulische Leistung weniger ein Rolle. Für viele Eltern aus bildungsfernen Schichten stellt das Gymnasium keine realistische Option dar, so der Mannheimer Sozialwissenschaftler Jörg Dollmann In Sachen Bildungsgerechtigkeit wäre dies ein Rückschritt, Der Wissenschaftler hat 708 Kölner Grundschulkinder untersucht – just vor und nach der Einführung einer verbindlichen Übertrittsempfehlung durch das Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 2006. Für Kinder aus weniger gebildeten Familien bedeutet das, dass der Besuch des Gymnasiums auch bei guten Leistungen unwahrscheinlich blei Nach Einführung der verbindlichen Empfehlung fanden deutlich mehr leistungsstarke Kinder aus bildungsfernen Familien den Weg auf das Gymnasium. Entgegengesetzte Ergebnisse lieferten Familien aus dem höheren Bildungsumfeld: Auch bei eher unterdurchschnittlichen Leistungen meldeten viele dieser Eltern ihr Kind auf einem Gymnasium an. In der Bildungspolitik ist die verbindliche Übertrittsempfehlung derzeit auf dem Rückzug- Auch Nordrhein-Westfalen hat die 2006 eingeführte verbindliche Übertrittsempfehlung im vergangenen Jahr wieder abgeschafft Jetzt bleibt allerdings eine Möglichkeit, dass Lehrer als Berater der Eltern fungieren.

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Wohnungskontrolle auf dem Display



Im internationalen Wettbewerb holten deutsche Forscher gute Preise. Eine Arbeit beschäftigt sich mit der ferngesteuerten Überwachung einer Wohnung. Intelligente Benutzerschnittstellen ermöglichen eine Steuerung der der gesamten Haustechnologie und helfen nachhaltig den Energieverbrauch zu senken. Ein Smartphone dient als Steuerkonsole. Durch den universell einsetzbaren Standard URC (Universal Remote Control) können Geräte egal welchen Herstellers an die Hausanlage angeschlossen, miteinander verbunden und ferngesteuert werden. Der Wohnungsbesitzer behält auf seinem mobilen Endgerät alles im Überblick.Auf die gleiche Weise wird behinderten Menschen das Wohnen erleichtert. Das Ziel des Forschungsprojektes SmartSenior ist es, älteren Menschen mit Hilfe von technologischen Innovationen ein möglichst ein langes und selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Intelligente Lebenswelten sollen sie unterstützen, ihre Lebensqualität aus ökonomischer, gesundheitlicher und sozialer Sicht möglichst lange zu erhalten. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt arbeiten 28 Partner gemeinsam an der Realisierung dieses Zieles; dazu zählen Großunternehmen und Forschungsinstitute sowie kleine und mittelständische Betriebe.

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Meinung mit 140 Zeichen verbreiten



Pünktlich zum Start der Bundesligasaison begann an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf eine Untersuchung über die Twitter-Beiträge deutscher, englischer und australischer Fußballvereine und -fans. In einer vergleichenden Studie wollen Dr. Katrin Weller (Informationswissenschaft) und Dr. Cornelius Puschmann (Anglistik) gemeinsam mit Kollegen von der Universität in Brisbane (Australien) analysieren, wie die Fußball-Erstligisten Twitter – auch im Vergleich mit anderen sozialen Netzwerken – nutzen.„Was twittern die Vereine? Berichten sie vom Training, von Vorbereitungsspielen, interagieren sie mit den Fans, kurz: gibt es eine Strategie für die Nutzung von Twitter“, beschreibt Dr. Weller das Forschungsprojekt. Beim Web-Dienst Twitter können Nutzer kurze Nachrichten von 140 Zeichen veröffentlichen. Diese Statusmeldungen von einer wachsenden weltweiten Nutzergemeinschaft ermöglichen Einblicke in die Aktivitäten und Kommunikationsformen der Twitter-Nutzer. Untersucht werden kann beispielsweise, wie Twitter-Nutzer auf konkrete Ereignisse (z.B. Wahlen, Naturkatastrophen oder Medienereignisse wie die königliche Hochzeit in Großbritannien) reagieren oder wie sie über Twitter mit öffentlichen Accounts z.B. von Politikern oder Marken kommunizieren. Daneben interessieren auch Fragen nach dem Nutzen von Twitter für die Soforthilfe während Naturkatastrophen wie Erdbeben und Großbränden.

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Forscher der TU Dresden entlarven Vorurteile



Etwa 70 Prozent der Deutschen sprechen Mundart mit Lokalkolorit. Ob ein regionaler Dialekt ein Nachteil oder Vorteil für Mitarbeiter im Kundenkontakt ist, untersuchten Dr. Robert Mai und Dr. Stefan Hoffmann (Uni Dresden). Die Autoren untersuchten die Wirkung regionaler Dialekte jeweils in industriellen und privaten Verkaufsgesprächen. Sie befragten deutschlandweit Geschäftskunden im Anschluss an ein Beratungsgespräch mit einem Vertreter einer größeren Verlagskette. Zudem erhoben sie die Kundenmeinung nach Beratungsgesprächen am Bahnschalter. Beide Studien entlarven die gängige Meinung, dass regionale Dialekte per se von Nachteil sind als Vorurteil. Kunden sind mit dialektsprechenden Mitarbeitern genauso zufrieden wie mit ihren Kollegen, die die Hochsprache beherrschen. Vielmehr zeigen die Untersuchungen, dass ein regionaler Dialekt sogar von Vorteil in Verkaufsgesprächen sein kann. Je besser der Mitarbeiter zu verstehen ist, je wohlklingender seine Aussprache ist und je positiver der Kunde zu der Region eingestellt ist, in der der Dialekt gewöhnlich gesprochen wird, desto zufriedener ist er mit seinem Gegenüber. Kommen Mitarbeiter und Kunde gar aus einem Sprachraum mit gleichem Dialekt steigert die gemeinsame Herkunft die soziale Nähe zwischen beiden. Kunden bevorzugen in vielen Fällen sogar Verkäufern mit ähnlichem Dialekt.

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Starke Gefühle abhängig von Neuron



Forscher der Ruhr-Uni Bochum vermuten einen Zusammenhang zwischen einem bestimmten Nervenzelltyp im Gehirn und sehr starken Emotionen, die letztlich sogar zu Selbstmord führen können. Im Fokus steht eine wichtige Schnittstelle bei der Verarbeitung komplexer Emotionen wie Scham, Schuld oder Unfairness, bei der Entscheidungsfindung und bei der Einfühlung (Empathie) und Verarbeitung körperlicher und seelischer Schmerzen. Anatomische und Untersuchungen mit Kernspintomografie haben gezeigt, dass diese Schnittstelle bei psychotischen Erkrankungen wie etwa Schizophrenien und bipolaren Erkrankungen betroffen ist. Der Zelltyp heißt Economo Neuron. Diese Zellen haben im Laufe der menschlichen Evolution an Größe und Zahl zugenommen. Interessanterweise finden sich die Zellen auch bei Walen und Elefanten – Tierarten, die ebenfalls in hoch komplexen Sozialstrukturen leben. Untersuchungen an Gehirnen von Patienten mit psychischen Erkrankungen wie Autismus, Schizophrenien und Demenz haben gezeigt, dass diese Zellen in Größe und Dichte verändert sein können. So konnten die Bochumer Forscher nachweisen, dass bei Menschen mit psychischen Erkrankungen, die an Suizid verstarben, die Dichte der Economo Neuronen erhöht war.

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Männliche Aufklärer über weibliche Imagination



Für Monstergeburten, Wahnsinn oder gar Tod erklärten Forscher der
französischen Aufklärung die weibliche Einbildungskraft verantwortlich.
Mit vermeintlich objektiven wissenschaftlichen Methoden wiesen sie den
Frauen neben körperlicher Schwäche auch eine überbordende Phantasie zu.
Letztlich sorgten sie so dafür, dass die Frauen vom öffentlichen Leben
ausgeschlossen wurden. Bochumer Romanisten verfolgen die hartnäckigen
Geschlechterkonstruktionen zurück und kamen zu dem Schluss, dass sie un haltbar sind. Trotzdem hat sich manches in der Vorstellung erhalten.
Wer kennt sie nicht, die Redensarten über den "bösen Blick" Fremder, den schwangere Frauen meiden sollen, um ihr Kind vor Missbildungen zu schützen? Oder die "weibliche Intuition", die lebhaftere Phantasie der Frau? Heute mag das angestaubt wirken, wissenschaftlich begründbar sind diese Dinge nicht. In der Vergangenheit jedoch, besonders während der französischen Aufklärung, beschäftigten sich Wissenschaftler durchaus ernsthaft damit. Sie definierten die Frau über ihre höhere "sensibilité" und ihre angeblich mangelhafte körperliche und seelische Konstitution.
Gerieten Schamhaftigkeit und Koketterie der Frau aus dem Gleichgewicht, wurde die Frau zur Gefahr: Ihre nun entfesselte Sexualität brachte das "Monströse" in ihr ans Licht. Krankhafte Einbildungen bis hin zum Wahn drohten als Folge. Verlor eine Frau während der Schwangerschaft die Kontrolle über ihre Imagination, brachte sie womöglich ein Monster zur Welt - etwa zusammengewachsene Zwillinge. Schon Pigmentflecken galten Einprägungen der Imaginationskraft der Mutter, wie der Begriff "Muttermal" noch heute beweist.

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Essprobleme gefährden Schülerinnen




Jede dritte Schülerin in Deutschland leidet an Frühformen von Essstörungenstellt eine Untersuchung des Instituts für Medizinische Psychologie der
Friedrich-Schiller-Universität Jena. 736 Personen im Alter von 12 bis 32
Jahren aus Ost- und Westdeutschland wurden auf Frühsymptome einer Essstörung untersucht. Hauptgrund dafür sei eine ständige Sorge um Gewicht und Figur. Bei 14 Prozent der Betroffenen sei das Risiko sehr hoch, an Magersucht (Anorexie) oder und Essbrechsucht (Bulimie) zu erkranken.. Im Ergebnis wiesen 29 Prozent der weiblichen und 13 Prozent der männlichen Befragten solche Anzeichen auf. Bei den Schülerinnen waren es sogar 35 Prozent. Auch regionale Differenzen wurden ermittelt. So sind danach 56 Prozent der westdeutschen Schülerinnen gefährdet, im Osten nur 30 Prozent. Durch Diäten, Fastentage, Erbrechen und übermäßigen Sport solle das Gewicht gering gehalten werden, hieß es. Auch Medikamente wie Appetitzügler, Abführ- oder Entwässerungsmittel würden eingenommen. 43 Prozent der weiblichen und 21 Prozent der männlichen Befragten entschieden sich in den vergangenen 12 Monaten für eine Diät. 42 Prozent der Schülerinnen schätzten sich selbst als übergewichtig ein, obwohl es nur bei 8 Prozent zutraf. Andererseits waren 33 Prozent der Probanden untergewichtig; es schätzten sich aber nur 6 Prozent so ein.

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Optimale Lösung: Schloss-Schlüssel-Prinzip



Personalauswahlgespräche besser zu strukturieren würde den mittelständischen Unternehmen viel Geld sparen, weisen Psychologen der TU Dresden nach.
Ist ein Unternehmen auf der Suche nach Führungskräften, wählt es diese
nach wie vor fast immer mit Hilfe von Einstellungsgesprächen aus. Im
Gespräch soll der geeignete Bewerber herausgefunden werden. So auch bei der Suche nach Führungskräften. Trotz dieser intensiven Gespräche erfüllen die letztendlich ausgewählten Bewerber oft nicht die in sie gesetzten Erwartungen. Den Grund sehen die Psychologen in mangelnder Vorbereitung der Gespräche und im fehlenden Anforderungsprofil. Nach einem Schlüssel-Schloss-Prinzip könnte der Bewerber besser herausgefunden werden.

Genau so ungenau erfolgt dann natürlich auch die Auswertung der Gespräche. Ein objektiver Vergleich der Kandidaten untereinander und hinsichtlich der Anforderungen ist somit nicht möglich.

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Hilfe für die Rückkehr ins normale Leben



Etwa 800.000 Menschen in Deutschland erkranken mindestens einmal im Leben, an einer Schizophrenie, meist zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr. Die Betroffenen verlieren den Bezug zur Realität und zur eigenen Identität, entwickeln Wahnideen und Halluzinationen und ziehen sich aus ihrem sozialen Umfeld zurück. Die Krankheit tritt in Schüben auf. Oft sind die Patienten lange Zeit beeinträchtigt und haben Mühe, ins normale Leben zurückzukehren. Doch häufiger als gemeinhin bekannt, gelingt es Patienten, ihre Krankheit zu überwinden. Neben der Behandlung mit Psychopharmaka ist die Psychotherapie ein essentieller Bestandteil, der wesentlich zur Gesundung beitragen kann.

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Burn-out: Vergleich lässt eigene Stärken erkennen



Personen mit Burn-out-Syndrom werden etwas zufriedener, wenn sie sich mit
anderen, die unter dem gleichen Phänomen leben, vergleichen. Das zeigt sich in einer Groninger Untersuchung, die von der niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO) subventioniert wurde. Wichtig ist, dass der Burnout-Patient sich die Vergleichspersonen selbst aussuchen kann. Dabei wird er sich seiner Stärken, die der andere nicht hat, bewusst. Die Groninger Wissenschaftler befragten sechshundert Lehrer weiterführender Schulen. Burn-out kommt in dieser Gruppe oft vor. Außerdem bietet das Lehrerzimmer dem Lehrer viel Gelegenheit, sich mit Kollegen zu vergleichen. Die Versuchspersonen beantworteten Fragebogen auf Papier und am Computer. Bei den Computerantworten werteten die Forscher neben dem Inhalt der Antworten auch die Reaktionszeit. Ausgelaugte Lehrer zeigten sich noch ziemlich gut imstande, ein positives Bild von sich selbst zu bewahren. Vor allem das Gefühl weniger schlecht zu sein als andere, war noch vorhanden. Darin unterscheidet sich der Burn-out-Patient von einer depressiven Person. Depressive Leute können weniger gut ein günstiges Selbstbild bewahren.
Personen mit Burn-out hatten gemischte Gefühle beim Anblick gut funktionierender Kollegen. Die Forscher raten Therapeuten, bei Patienten mit Burn-out die günstigen Effekte sozialen Vergleichs zu nutzen. Auf diese Weise lernt der Burn-out-Patient, sich gegen die negativen Gedanken zu wappnen.

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Ermüdete schalten auf Selbststeuerung



Psychisch ermüdete Versuchspersonen suchen weniger systematisch nach
Lösungen als fitte Kollegen. Das erweist sich aus einer Amsterdamer
Untersuchung von der niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung. Psychisch ermüdete Personen fallen auf eine Art Selbststeuerung zurück, auch, wenn dies immer zu denselben Fehlern führt. In Tests erwies sich, dass ermüdete Personen Schwierigkeiten haben, Ziele in die dazugehörigen Handlungen umzusetzen. Die geistig ermüdete Person war weniger flexibel, beharrte in ihrem Verhalten und es fehlte ihr an Selbstregulierung. Beim Lösen einer Aufgabe mussten die Versuchspersonen laut denken. Ihre Worte und Handlungen wurden vom Computer registriert und auf Video aufgenommen. Es zeigte sich, dass ermüdete Personen weniger systematisch vorgehen, sie wiederholt dieselben Lösungswege versuchen, auch wenn sie nicht zum Ziel geführt hatten.

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Adgames vermitteln Werbebotschaften



Ein neues Massenmedium schafft den Spagat zwischen der weitläufig
akzeptierten Printwerbung und den eher ungeliebten TV-Spots: so genannte
"Adgames", die sich jeder kostenlos aus dem Internet herunterladen kann.
Sie transportieren Werbebotschaften und Brandings (Markennamen) zu den
Kunden, ohne dass diese sich belästigt fühlen.Das Bochumer Institut für angewandte Kommunikationsforschung (BIFAK) hat die Nutzung, Akzeptanz und Verbreitung von Werbespielen untersucht, 9.745 Nutzer wurden online befragt. Das zentrale Ergebnis der Studie: Die Konsumenten glauben, sie könnten die Werbebotschaften ignorieren. De facto erinnern sich jedoch bis zu 82 Prozent der Befragten an die Namen der Werbepartner dieser Spiele und an die Marken. Generell zeigen die User solcher Spiele eine hohe Bereitschaft, im Internet nach zusätzlichen Informationen zum Spiel und neuen Levels zu suchen. Die Bochumer Kommunikationsforscher fanden außerdem heraus, dass Adgames am Arbeitsplatz sehr beliebt sind. 42 Prozent der
Befragten haben ein Adgame installiert, auch die älteren Semester. Bei den Adgames nimmt die Frequenz mit steigendem Bildungsgrad sogar geringfügig zu. Und das Übliche: Männer sind häufiger vertreten als Frauen.
Werbung in Zeitungen und Zeitschriften sowie Adgames stellen demnach ein
„populäres Duo“ dar, so die Forscher: Sie sind am wenigsten störend,
wecken am meisten Sympathie, erlangen die höchsten Akzeptanzwerte und
werden von den Befragten am häufigsten als adäquate Werbeform für
Großunternehmen empfohlen.

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Neues Lernen mit WebQuests



Spätestens seit den internationalen Vergleichsuntersuchungen im
Schulbereich wie PISA oder TIMSS ist bekannt, dass deutsche Schülerinnen
und Schüler häufiger als ihre Altersgenossen in vielen anderen Ländern
bei komplexen Aufgaben scheitern, vor allem dann, wenn die Aufgaben
mathematisches Modellieren oder die Fähigkeit zur Lösung von Problemen
fordern. Neues Lernen soll dem abhelfen, und zwar Lernen mit neuen Medien wie Computer. Dazu braucht die Schule natürlich Programme. Sie heißen WebQuest und sind Bausteine, die einerseits neue Inhalte vermitteln und den Wissenshorizont bereichern, andererseits stellen sie Werkzeuge zu einer komplexen Fragestellung über einen längeren Zeitraum (u.U. über ein Schulhalbjahr) hinweg, dar. Die Schüler lernen zu analysieren und transformieren und ein Wissensgebiet tiefgründig und umfassend zu bearbeiten. Daneben können WebQuests auch in Form eines Rollenspiels konzipiert werden. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten ein Problem aus unterschiedlichen Rollen heraus und kommen so zu unterschiedlichen Lösungen und Sichtweisen.

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Noch reden können, wenn es brennt



In rund 70 Prozent der Flugunfälle spielen menschliche Fehler eine ausschlaggebende Rolle. Um dem entgegenzuwirken, werden von den Fluggesellschaften bei der Ausbildung der Piloten neue Wege beschritten. Die Kommunikation der Piloten untereinander erhält dabei ein stärkeres Gewicht; denn "menschliche Fehler" heißt zumeist: schlechte oder fehlerhafte Interaktion zwischen den Crew-Mitgliedern. Mittlerweile finden die Erkenntnisse aus der Luftfahrt auch bei Rettungseinsätzen und in der medizinischen Notversorgung Anwendung. Trainiert wird Kooperation von Teams unter hoch-riskanten Bedingungen . Hierzu zählen unter anderem unvorhergesehene Situationen wie auf der Raumstation "MIR", bei der Bergung des russischen U-Boots "Kursk" oder Polizei-Einsätze bei Castor-Transporten.

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Natürliche Farben unterstützen Erkennen



Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - nach dieser Regel wäre ein Farbbild mit natürlichen Farben sogar noch mehr wert, zumindest wenn man die menschliche Gedächtnisleistung für Bilder als Maß nimmt. Denn die Bilder in ihren natürlichen Farben werden am schnellsten erkannt. Aus vorangegangenen neurophysiologischen Arbeiten zur visuellen Wahrnehmung war schon seit langem bekannt, dass im Gehirn von Primaten Nervenzellen des visuellen Kortex auf Licht verschiedener Wellenlängen unterschiedlich reagieren. In einer Serie von Experimenten belegten Tübinger Wissenschaftler, dass Farbe einen nachweisbaren Einfluss auf das menschliche Gedächtnis für natürliche Szenen hat. Im ersten Experiment bekamen die Versuchspersonen Bilder, die entweder farbig oder schwarz-weiß waren. An die farbigen Bilder konnten sich die Versuchspersonen deutlich besser erinnern. Um nachzuweisen, dass die Farbe, die mit dem Objekt normalerweise verbunden ist, den Ausschlag gibt, verfälschten die Wissenschaftler die Farben. Die Falschfarben-Bilder behandelt unser Gehirn - zumindest in Bezug auf die Gedächtnisleistung - genauso wie schwarz-weiße Bilder. Das heißt, nur die echten Farben zählen.

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Motorische Aufgaben erfordern im Alter mehr Konzentration



Studien aus dem sensomotorischen Labor am Max-Planck-Institut für
Bildungsforschung in Berlin zeigen: Mit zunehmendem Alter erfordert das
körperliche Gleichgewicht mehr Aufmerksamkeit und kognitiven Einsatz als in jungen Jahren. Ältere Menschen, die dies rechtzeitig erkennen, können nicht nur Stürze besser vermeiden, sondern auch sicherstellen, dass ihr "Intelligenzkonto" für andere Denkleistungen möglichst groß bleibt. Im Forschungsbereich "Entwicklungspsychologie der Lebensspanne" am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB) in Berlin untersuchten Wissenschaftler, wie Menschen ihre Aufmerksamkeit verteilen, wenn sie gleichzeitig mehrere Aufgaben bewältigen müssen. Diese Aufmerksamkeitsverteilung verändert sich im Lauf des Lebens. Mit dem Alter schrumpft das Guthaben auf diesem geistigen Konto insgesamt, doch außerdem beanspruchen motorische Aufgaben zunehmend mehr kognitive Kapazitäten. Das Alter ist gewöhnlich von deutlichem Nachlassen der Sehschärfe, des Gehörs und des Gleichgewichtssinns begleitet und zwischen diesen sensomotorischen Funktionen und der Intelligenz besteht in der Regel auch ein enger Zusammenhang. Bei Versuchspersonen wurde die Gedächtnisleistung im Sitzen und beim Laufen oder Balancieren gemessen. Wie erwartet fiel es jüngeren Personen deutlich leichter als den Älteren, beide Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen, denn bei dieser Altersgruppe ist die Motorik hochgradig automatisiert und beansprucht das Intelligenzkonto kaum. Sowohl die jüngeren als auch die älteren Teilnehmer liefen den Weg um etwa 15 Prozent langsamer, wenn sie mit Gedächtnisaufgaben beschäftigt wurden. Beim Gehen trugen die Versuchspersonen speziell entwickelte Sensorhandschuhe, die bei jedem stützenden Griff zum Geländer ein Signal gaben, auch die Zahl der Fehltritte wurde genau gemessen.
Die Ergebnisse zeigen, dass ältere Menschen ihr Intelligenzkonto tatsächlich vorwiegend mit der motorischen Aufgabe belasten und dadurch schlechtere Leistungen bei der Gedächtnisaufgabe erzielen. Wie die neuesten Studien aus dem Labor belegen, können Menschen auch gezielt entweder der motorischen Aufgabe oder der mentalen Aufgabe mehr Aufmerksamkeit widmen. Viele ältere Menschen wählen für geistige Aufgaben eine stabile, ruhende Position, damit ihnen genügend Ressourcen ihres Intelligenzkontos zur Verfügung stehen. Bei Doppelanforderungen sind ältere Menschen jedoch weniger flexibel in der Verteilung ihrer Intelligenzressourcen als jüngere.

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Zehn Prozent ermüden innerhalb eines Jahres



Über zehn Prozent der gesunden Arbeitnehmer zeigen innerhalb von
einem Jahr eine länger andauernde Ermüdung. Wenig Möglichkeiten, selbst
die Arbeit zu regeln und wenig Unterstützung von Kollegen sind die
wichtigsten Ursachen. Das geht aus einem Projekt der
niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO) hervor,
durchgeführt an der Universität Maastricht. Die Forscher folgten drei Jahre lang gut achttausend anfangs gesunde und fitte Arbeitnehmern verschiedener Unternehmen. Ein Jahr nach Beginn der Erhebung war fast zehn Prozent der ursprünglich gesunden Männer langzeitig ermüdet. Bei den anfangs gesunden Frauen war dies sogar vierzehn Prozent. Außerdem zeigte sich, dass vor allem bei Männern eine hohe emotionelle Belastung, körperliche Belastung und wenig Unterstützung von Vorgesetzten, ursachliche Faktoren von Ermüdung sind. Bei Frauen hingegen ergeben hohe Aufgabenansprüche und Konflikte mit Kollegen ein erhöhtes Risiko auf Ermüdung. Die Untersuchung weist auch nach, dass nicht nur die Arbeit, sondern auch die Lebensweise der Arbeitnehmer eine wichtige Rolle spielt. Männer mit Übergewicht ermüden 1,3 Mal schneller als Kollegen mit Normalgewicht. Für Männer, die sich außer der Arbeit nur wenig bewegen, gilt derselbe Faktor. Bei Frauen scheint gerade Untergewicht das Risiko auf Ermüdung zu vergrößern und zwar mit einem Faktor 3.

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Angst verhindert Prüfungserfolg



Gedanken, die Angst machen, blockieren Kinder in Prüfungssituationen,
dass sie ihre Aufgaben nicht mehr sorgfältig und korrekt bearbeiten können. Die Angst resultiert aus einem Mangel an Selbstvertrauen und aus Furcht vor einer schlechten Note. Dagegen helfen "Angst-Killergedanken", die etwa so lauten: Ich kann es schaffen. Ich habe es doch schon mal geschafft. Statt wie gelähmt dazu sitzen, fange ich mit dem an, was ich kann. Neben den positiven Gedanken, ist die Mitarbeit der Eltern für eine erfolgreiche Therapie unverzichtbar.

Prüfungsängste können darin ihre Ursache haben, dass Eltern Noten überbewerten, zu hohe Erwartungen haben, oder ihrem Kind überkritisch gegenüberstehen. Eltern können die Ängste ihres Kindes abbauen, indem sie ihm zu einer positiveren Bewertung der eigenen Person verhelfen. Im Kampf gegen die Prüfungsangst sollten die Eltern einige Regeln beachten. Beispielsweise ist es für das Kind hilfreich, wenn die Prüfungstage so "normal" wie möglich gestaltet werden. Auch sollten sich die Eltern auf keinen Fall von der Angst und Nervosität ihres Kindes "anstecken" lassen, sondern Ruhe und Gelassenheit bewahren.
Ein weiterer Beitrag zur Angstbewältigung ist eine gezielte Prüfungsvorbereitung. durch Tages- und Wochenlernpläne. Leistungsdefizite können die Folge von intellektueller Überforderung oder von Aufmerksamkeitsstörungen sein

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Kleinkinder sind klüger als wir denken



Ein Internationales Psychologen-Team zeigt, dass Kleinkinder bei der
Imitation von Gesten nicht den Bewegungsablauf, sondern das Ziel der
Bewegung anstreben.

Die Imitation ist eine wichtige Form des Lernens. Sie erlaubt, sich
innerhalb kurzer Zeit komplexe Verhaltensmuster anzueignen. Bisher bestand in der Psychologie die Tendenz, den Begriff der Imitation für jedes Verhalten zu gebrauchen, das sich als Kopie eines zuvor beobachteten Vorbilds erkennen lässt.
Wissenschaftler vom Münchner Max-Planck-Institut für psychologische Forschung haben gemeinsam mit ungarischen Kollegen nachgewiesen, dass Kleinkinder zielgerichtete Aktionen nur dann nachahmen, wenn ihnen diese Nachahmung als die rationalste Alternative erscheint, um das anvisierte Ziel zu erreichen. Damit wird eine in der Entwicklungspsychologie bestehende Theorie widerlegt, wonach Kleinkinder sich beim Nachahmen lediglich darum bemühen, die eigene Mimik und Gestik mit der visuellen Vorlage einer Modellperson zur Deckung zu bringen.


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Das Unerwartete aktiviert das Gehirn



Mathematiker sind weltfremd, Biologen tierlieb, Frauen sensibel und
Männer durchsetzungsstark: Klischees bestimmen unsere Vorstellung, oft
sogar mehr, als uns lieb ist. Was aber, wenn ein junges Mädchen einen
Banküberfall verübt, oder ein gefährlich aussehender Punk, einer alten Dame über die Straße hilft? Solche "unerwarteten" Informationen merken wir uns besonders gut, hat eine Psychologin in einer Studie festgestellt. Die Überraschung scheint notwendig, um unser Gehirn auf die neue Informationen vorzubereiten. Dieser Effekt verstärkt sich, wenn die Probanden während des Experiments abgelenkt waren. Die nebenbei "mit einem Ohr" aufgeschnappte Informationen prägt man sich vor allem dann ein, wenn sie überraschend sind. Die Quintessenz der Untersuchung: Alles, was nicht zu unseren Erfahrungen passt, merken wir uns, und ansonsten orientieren wir uns an den Stereotypen. Ohne diese Strategie wären wir angesichts der Informationsfülle, die täglich auf uns herein prasselt, völlig überfordert. Die Klischeebilder dienen uns sozusagen als Schablone, zu der wir nur noch die Abweichungen registrieren. So kann unser Gehirn die zu verarbeitende Datenmenge auf ein erträgliches Maß reduzieren, indem es alles, was uns nicht überrascht, „vergisst“ und bei Bedarf aus dem Klischeebild rekonstruiert.

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Vom Wohnzimmer ins Internet



Virtuelle Studiengänge erobern gegenwärtig Deutschlands Universitäten.
Besonderer Vorteil: Man kann vom heimischen Sessel aus lernen und sich neben seiner beruflichen Tätigkeit qualifizieren. An der Technischen Universität Chemnitz fand, Informations- und Kommunikationssysteme". Schnell wurde der Kurs zu einem der erfolgreichsten Studiengänge an der sächsischen High-Tech-Uni. Damals begaben sich die Chemnitzer Wissenschaftler mit ihrem Angebot auf Neuland. Weil die Kommunikation zwischen Studenten und Betreuern ausschließlich über das Internet stattfindet, musste man völlig neue Wege bei der Vermittlung des Wissens beschreiten. Neben den Unterlagen für die Lehre wurden ein „virtuelles Seminar" und ein Testsystem zur Vorbereitung auf die Prüfungen entwickelt.

Um die Ausbildung möglichst praxisnah zu gestalten, stehen den Fernstudenten verschiedene Labors zur Verfügung, die sie von ihrem heimischen PC aus nutzen können. Dadurch wird es möglich, an modernster Technik, wie etwa der ATM-Übertragung und dem Gigabit-Ethernet, zu experimentieren. Mit diesen beiden Verfahren lassen sich riesige Datenmengen in besonders kurzer Zeit auch über große Entfernungen transportieren. Außerdem können die Studenten im Internet-Labor die Rolle eines Verwalters von Computernetzwerken lernen und erproben - Kenntnisse, die schon heute vielen einen beruflichen Aufstieg beschert haben.

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Fremdenfeindliche Täter: Prävention muss früh, individuell und an Emotionen ansetzen



Fremdenfeindliche Gewalttäter sind das Ergebnis typischer Entwicklungsprozesse. Das zeigen Studien des Deutschen Jugendinstituts und verschiedener Universitäten. Vielfach wuchsen diese Gewalttäter in zerbrochenen Familien mit einem kalten, gewalttätigen Erziehungsklima und in Heimen auf, wo sie Gewalt als Hauptmittel zur Regulierung alltäglicher Situationen erfuhren. Auffällig sind die starken Emotionen der Angst, Ohnmacht, Wut und Trauer, die sie als Kinder erlebten und in Aggressivität umsetzten. Rechtsextreme Einstellungen werden in dieser Phase noch kaum angenommen. Die schulische Sozialisation war durch zunehmendes Leistungsversagen, Aggressivität, Schulabbruch und Delinquenz gekennzeichnet (neun von zehn Gewalttäter fielen bereits in der Grundschule durch Gewaltanwendung auf). Im Jugendalter kam der Gruppensozialisation in fremdenfeindlichen und rechtsextremen Cliquen die stärkste Bedeutung zu. Die meist schon seit der Kindheit vorhandene Aggressivität richtete sich jetzt nicht mehr nur gegen Mitschüler und Lehrer, sondern zunehmend gegen Minderheiten (ethnisch Fremde, Punks, "Linke" usw.).Immer noch ist der größte Teil der Gewalttäter männlich, ledig und zwischen 15 und 24 Jahren alt. Zugenommen hat allerdings der Anteil der weiblichen Tatverdächtigen. Wenn junge Frauen wegen entsprechender Delikte verurteilt wurden, waren deren Gewalttaten so brutal wie die der männlichen Täter. Die große Mehrzahl der Tatverdächtigen waren Schüler, Auszubildende oder Erwerbstätige und Arbeitslose. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um Gruppentaten. Sie sind nach Ansicht der Polizei relativ selten von außen organisiert, sondern eher spontan. Starker Alkoholkonsum ist immer noch eine erhebliche Vorbedingung oder Begleiterscheinung fremdenfeindlicher und rechtsextremistischer Taten.
Will man den Teufelskreis der Gewalt durchbrechen, brauchen emotional auffällige Kindern (solche, die zu Wutanfällen neigen oder ängstlich oder traurig sind) individuell differenzierte und frühe Hilfe. Hierzu sind Familienhilfen und Maßnahmen im Kindergarten und in der Grundschule notwendig. Die Schulen haben die breiteste Möglichkeit, nicht nur auf die kognitive, sondern auch auf die soziale und emotionale Entwicklung der Kinder einzuwirken - weil die Schule die einzige Einrichtung ist, die alle Kinder durchlaufen müssen., Offenbar werden - siehe auch die Ergebnisse der PISA-Studie - in weiten Bereichen nicht nur die kognitiven Kompetenzen der Schüler zu wenig gefördert. Für die Förderung der emotionalen und sozialen Kompetenzen sind die Lehrer nach ihren eigenen Aussagen zu wenig ausgebildet, und sie haben zu wenig Unterrichtszeit dafür.
Jugendhilfeangebote kommen oft viel zu spät, wenn sie auf die 16-18jährigen konzentriert sind. Dagegen mangelt es an attraktiven Offerten für die Zeit der Pubertät. In dieser Phase schlossen sich die meisten Täter fremdenfeindlichen Cliquen an.. Gefährdete Jugendliche rüsten gerne zu gegenseitigen Kämpfen. Bei ihnen ist - möglichst schon in der Kindheit - auf emotionale Persönlichkeitsdefizite, Alkoholismus und Aggressionsneigung einzugehen. Die Möglichkeiten der Polizei zur frühen Vorbeugung sind begrenzt. Aber sie kann Kindern und Jugendlichen, die Delikte begehen, die von ihnen überschrittenen Grenzen zum Strafrecht deutlich machen.

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Gründliche Auswertung schafft Wissen



Weinkenner identifizieren bereits beim ersten Schluck Lage und Jahrgang des köstlichen Getränks. Künstler sehen winzige Farbabweichungen und Blinde unterscheiden feinste Oberflächenstrukturen. Mit den Raffinessen der Wahrnehmung haben sich Wissenschaftler der Charité Berlin, des Bernstein Zentrums und der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg befasst und herausgefunden, welche Hirnregion diese Arbeit leistet. Sie maßen Änderungen der Nervenzellaktivität im Gehirn mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT). Sie stellten fest, dass der Lerneffekt weniger auf eine detaillierte Darstellung der Reize zurück zu führen ist als auf eine gründliche Auswertung der Informationen. Und dafür sind die Entscheidungsbereiche im Gehirn zuständig. Dabei handelt es sich um eine Region im Präfrontalen Kortex.. Daraus schlossen die Forsche: Wenn sich unsere Wahrnehmung beim Lernen schärft, dann liegt dies nicht so sehr daran, dass mehr Information das Gehirn erreichen, sondern dass die empfangenen Informationen besser verarbeitet werden.

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Geistige Fitness im Beruf erhalten



Da geistige Fitness zu den wichtigen Fähigkeiten in der komplexen Arbeitswelt gehört, beschäftigt sich die Wissenschaft häufig damit, sie lange zu erhalten und sogar noch zu verbessern. Ein erfreuliches Ergebnis vorweg, eine anspruchsvolle Tätigkeit sorgt dafür, dass geistige Leistungsfähigkeit mit steigendem Alter sogar zunimmt. Komplexe Umweltbedingungen, die das Lernen unterstützen und Problemlösefertigkeiten abverlangen, wirken sich sogar positiv auf die intellektuellen Funktionen älterer Menschen aus. Das Programm PFIFF, geschaffen von Wissenschaftler der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und der Initiative Neue Qualität der Arbeit, soll dafür sorgen, dass dieses Ziel auf breiter Basis erreicht wird. PFIFF liefert Ansätze zur modernen Arbeitsgestaltung. Auch Sport und Bewegung verbessern die geistige Fitness. Außerdem bleiben Mitarbeiter, die häufiger innerhalb ihres Betriebes den Arbeitsplatz verschont vor nervtötender Monotonie oder Routinefehlern.

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Mehr Sport – weniger Gewalt



Nach Schlägereien in U-Bahnen, exzessivem Alkoholkonsum oder übermäßiger Mediennutzung haben Jugendliche in der öffentlichen Wahrnehmung nicht den besten Ruf. Umso überraschender ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Lehrstuhls Empirische Bildungsforschung an der Uni Würzburg. Die Analyse von 145 Zeitungsberichten über einen Zeitraum von zwei Wochen zeichnet ein unerwartet positives Bild. „Im vergangenen Jahr hatte nach unserer Medienanalyse 49 Prozent aller Berichte Jugendliche negativ dargestellt. Dieser Anteil ist in diesem Jahr auf rund 30 Prozent gesunken“, so Professor Heinz Reinders, Empirische Bildungsforschung.
Mehr als ein Viertel aller Zeitungsartikel hatten im Vergleichszeitraum 2010 das Gewaltverhalten von Jugendlichen zum Gegenstand. In diesem Jahr sank dieser Wert deutlich auf nur knapp zehn Prozent. Auch das Thema Raub hat stark an Präsenz verloren: Während sich 2010 noch 15 Prozent aller Berichte mit diesem Thema beschäftigten, beträgt der Anteil in 2011 gerade mal 7,6 Prozent.
Im Gegenzug dafür seien die Themen Beruf (16,6 Prozent), Sport (13,8 Prozent) und Politik (11,7 Prozent) deutlich in den Vordergrund gerückt, so Reinders. Vor allem Artikel über die Berufsaussichten und Ausbildungsmöglichkeiten von Jugendlichen hätten deutlich zugenommen. Besonders markant sei auch der Anstieg bei den Berichten über sportliche Aktivitäten Jugendlicher. Hier stieg der Anteil an allen Zeitungsartikeln von 2,1 Prozent im Jahr 2010 auf knapp 14 Prozent im Jahr 2011.
Natürlich erkennen die Forscher, dass es sich auch um eine (zufällige) Momentaufnahme handelt. Wären die Analysen etwa direkt nach dem 12. September 2009 erfolgt, als an einem Münchner S-Bahnhof Dominik Brunner durch eine tödliche Attacke zweier Jugendlicher starb, wäre vermutlich überproportional über jugendliche Gewalt berichtet worden.

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Missbrauch erzeugt Schmutzgefühle



Zahlreiche Opfer von sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter leiden noch als Erwachsene unter dem Gefühl, beschmutzt zu sein. Um dies zu behandeln, haben Dr. Regina Steil und Diplom-Psychologin Kerstin Jung in der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie der Goethe-Universität eine Interventionstherapie entwickelt, die lediglich drei Sitzungen umfasst. Eine Pilotstudie mit neun Patientinnen war ein voller Erfolg.
Weil sich eine 33-Jährige dreckig und besudelt vorkommt, als würde eine dicke Kruste aus Schmutz ihren Körper bedecken, duscht sie oft mehrmals am Tag. Das Gefühl, beschmutzt zu sein, geht zurück auf einen sexuellen Missbrauch durch den eigenen Vater vom achten bis zum 14. Lebensjahr. Oftmals sei nach einem Missbrauch das Selbstwertgefühl der Opfer massiv beeinträchtigt, aber auch die Beziehungen zu anderen Menschen, so Jung. So befürchtet die 33-Jährige man könne den Dreck an ihr sehen oder riechen. Bisweilen setzen die Betroffenen harte Reiniger oder Desinfektionsmittel ein, um sich von dem belastenden Gefühl zu befreien.
Gegen die Vorstellung hilft einmal die Erkenntnis, dass sich die Hautzellen alle vier Wochen komplett erneuern und die „missbrauchte“ Haut längst ausgewechselt ist. Andererseits gaben zahlreiche Frauen an, dass sie das rational zwar wissen, sich aber anders fühlen. Das hat die Psychologinnen angeregt, die Information in stärkerem Maß gefühlsmäßig aufzuarbeiten. Unter Anleitung der Therapeutin entwickeln die Patientinnen ein Vorstellungsbild, das die Idee eines „erneuerten Körpers“ illustriert, Sauberkeit und Reinheit symbolisiert.
Die Pilot-Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Methode nicht nur das Symptom des Beschmutzt-Seins erfolgreich reduziert, sondern auch eine positive Rückwirkung auf die Bewältigung des Traumas insgesamt hat.

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Wissenschaftspark im Koffer macht Schulbesuche



Das Fraunhofer FIT schickt sein "Science Center To Go", einen Experimentierkoffer, der das spielerische Lernen überall möglich macht, auf Europa-Testtour. Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 4-12 aus Finnland, Griechenland, Rumänien, Spanien, Schweden und Großbritannien evaluieren aktuell das tragbare Versuchslabor. Wissenschaftsparks sind ein beliebtes Exkursionsziel für Schulklassen. Sie bieten ein breites Spektrum faszinierender Exponate zum Anfassen, Mitmachen und spielerischen Lernen.
Ein Experimentierkoffer gefüllt mit miniaturisierten Exponaten, die durch Augmented Reality-Technik (AR) angereichert werden, macht das spielerische Experimentieren und Lernen überall möglich – sogar zu Hause. Die Exponate sind so gestaltet, dass sie durch spielerische Interaktion neue Erkenntnisse vermitteln. Benötigt wird lediglich ein Standardcomputer.
"Wir haben nun eine erste Serie von Experimentierkoffern mit fünf Versuchen fertig gestellt. Aktuell werden diese europaweit an Schulen in Finnland, Griechenland, Rumänien, Spanien, Schweden und Großbritannien getestet.", so Hagen Buchholz, der beim Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT das von der EU geförderte Projekt "Science Center To Go" betreut.

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Wenn der Taxifahrer zu viel berechnet



Wer in einer fremden Stadt ins Taxi steigt, kennt meist weder den kürzesten Weg zum Ziel noch den angemessenen Fahrpreis. Inwieweit die Unwissenheit des Kunden den Fahrer zum Betrug verleitet, untersucht eine aktuelle Studie, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlicht hat. Darin belegt ein Forscherteam der Universität Innsbruck anhand eines Feldversuchs auf den Straßen Athens, dass jeder zweite Taxikunde zu viel bezahlt. Für ortsfremde Fahrgäste liegt der ungerechtfertigte Mehrpreis besonders hoch.
Ökonomen sprechen von "Vertrauensgütern", wenn der Markt für ein Gut oder eine Dienstleistung durch ein Informationsgefälle zwischen Anbieter und Käufer gekennzeichnet ist. Dies trifft beispielsweise auf das Verhältnis zwischen Ärzten und Patienten oder Automechanikern und Werkstattkunden zu. Bei Vertrauensgütern ist der Kunde auch im Nachhinein nicht in der Lage, die Qualität der Leistung zu beurteilen. Dadurch entsteht für den Anbieter ein Anreiz zu opportunistischem Verhalten, indem er falsch abrechnet oder eine unnötige Mehrleistung erbringt.
Die resultierenden wirtschaftlichen Schäden sind immens. Das US-Verkehrsministerium etwa geht davon aus, dass über die Hälfte der in Rechnung gestellten Autoreparaturen unnötig sind. Studien aus der Schweiz zeigen, dass der durchschnittliche Patient um ein Drittel häufiger operiert wird als Ärzte und deren Angehörige.
Für das Experiment schickten die Forscher drei Versuchspersonen auf insgesamt 174 Testfahrten im Stadtgebiet von Athen. Die Probanden verbrachten rund 63 Stunden in Taxis und legten dabei 2236 Kilometer zurück. Um die tatsächlich gefahrene Strecke mit der optimalen Route und dem dafür angemessenen Preis vergleichen zu können, war jede Testperson mit einem GPS-Gerät ausgestattet.
Das Ergebnis: Fast jeden zweiten Passagier brachten die Taxifahrer über einen Umweg zum Ziel, der mindestens fünf Prozent über der optimalen Fahrstrecke lag. Erwartungsgemäß fiel die Fahrt bei ortsfremden Kunden deutlich weiter und länger aus als bei einheimischen Athenern.
Im Durchschnitt bezahlten einheimische Athener lediglich vier Prozent mehr als für eine optimale Fahrt. Für ortsfremde Griechen lag der Aufschlag bei neun Prozent, während Ausländer mit 19 Prozent zusätzlich zur Kasse gebeten wurden. Der gefühlte Informationsvorsprung gegenüber dem Kunden hat demnach einen entscheidenden Einfluss auf das Ausmaß des Betrugs. Die Finanzkraft der Kunden fiel im Feldversuch dagegen kaum ins Gewicht, auch wenn Fahrgäste mit teurer Kleidung und exklusivem Fahrtziel tendenziell einen höheren Preis entrichten mussten.

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Starthilfe für Kinder aus bildungsfernen Elternhäuser



Der Anteil der Schüler, die von der Grundschule aufs Gymnasium wechseln
richtet sich stark nach sozialen Schichten und ethnischer Herkunft. Kinder aus Familien mit hohem sozioökonomischem Status gehen fast fünfmal so häufig aufs Gymnasium wie Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen. Schüler mit Migrationshintergrund sind auch bei gleichem Status der Eltern weniger erfolgreich im deutschen Bildungssystem. Zu diesem Ergebnis kommt ein Discussion Paper des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, das sich mit Stipendienprogrammen beschäftigt.
Hinzu kommt noch, dass die Kinder aus bildungsfernen Elternhäuser ihre Erfolgsaussichten selbst als schlechter einschätzen. Neben einer Stärkung des Selbstbewusstseins soll eine finanzielle Förderung dazu beitragen, die subjektive Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Dieses Problem ist seit einem Jahrzehnt auch im öffentlichen Bewusstsein angekommen – und es gewinnt mit dem demografischen Wandel zusätzlich an Brisanz. Denn es ist nicht nur ungerecht, dass die betroffenen Kinder ihre Begabung wegen des geringen Einkommens und der fehlenden Bildung ihrer Eltern nicht entfalten können, sondern auch – aus ökonomischer Sicht – Verschwendung. Denn bei einem knapper werdenden Arbeitskräfteangebot im nächsten Jahrzehnt droht auch ein flächendeckender Fachkräftemangel und letztlich ein gesellschaftlicher Wohlstandsverlust. Stipendienprogramme fördern diese unentdeckten Potenziale. Sie bieten finanzielle Förderung für die Beschaffung von Computer und Lern- und Lehrmaterialien. Genau so wichtig ist bei den meisten Stipendien die ideelle Förderung. Sie besteht aus Kursen oder Workshops, in denen die Teilnehmer Schlüsselkompetenzen wie Zeitmanagement und Arbeitstechniken erwerben. Auch die Eltern werden häufig in diese Bemühungen einbezogen.

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Gemeinsames Sorgerecht auch ohne Ehering



Das gemeinsame Sorgerecht für unverheiratete Eltern soll zur Regel werden, wenn dies dem Kindeswohl nicht entgegensteht, lautet ein Kompromissvorschlag des Bundesjustizministeriums (BMJ) vom Februar 2011. Bislang erhielten unverheiratete Mütter automatisch das alleinige Sorgerecht. Die Väter hatten keine Möglichkeit, gegen den Willen der Mutter ein gemeinsames Sorgerecht durchzusetzen. Diesen Zustand haben der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und das Bundesverfassungsgericht beanstandet. Etwa bei jedem dritten Kind, das in Deutschland geboren wird, sind die Eltern nicht miteinander verheiratet. In den ostdeutschen Bundesländern ist dies noch wesentlich häufiger der Fall.
Pro Jahr kommen insgesamt rund 220.000 neue Fälle hinzu, die von einer Novellierung des Sorgerechts betroffen sind.
Derzeit machen zwischen 50 und 60 Prozent der unverheirateten Eltern von der Möglichkeit Gebrauch, vor dem Jugendamt oder einem Notar die gemeinsame elterliche Sorge zu erklären. Für das Gros der zusammenlebenden Eltern ist die übereinstimmende Sorgeerklärung ein völlig selbstverständlicher Akt, der ihre momentane Lebenssituation als Familie abbildet, so das Ergebnis des interdisziplinären Forschungsprojekts "Gemeinsames Sorgerecht nicht miteinander verheirateter Eltern" vom Deutschen Jugendinstitut (DJI), der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF). Die Studie kommt weiterhin zu dem Ergebnis, dass ein gemeinsames Sorgerecht für Paare, die ab Geburt des Kindes zusammenleben, angemessen erscheint. Die generelle Zuweisung des gemeinsamen Sorgerechts dürfte nach Einschätzung des Forschungsteams für diese Elternpaare sogar zu einer Entlastung führen, da Paare insbesondere direkt nach der Geburt eines Kindes ohnehin mit vielfältigen Aufgaben konfrontiert seien und so zusätzlicher bürokratischer Aufwand entfiele. Problematischer sei die generelle Zuweisung des gemeinsamen Sorgerechts für getrennt lebende Elternpaare oder Eltern ohne gemeinsame Partnerschaft. Denn hier könne das gemeinsame Sorgerecht auch zum Konfliktherd werden.
Viele Mütter vermissen eine gleichberechtigte Verteilung und tatsächliche Wahrnehmung der alltäglichen elterlichen Sorge und Pflichten und sähen diese gern an die Vergabe des Sorgerechts geknüpft. Doch damit würde man das Sorgerecht überfordern, denn es soll und kann nicht den Alltag zerstrittener Eltern regeln, so die Juristen. Ähnlich wie sie plädiert auch die Familienrechtsexpertin und ehemalige Justizsenatorin von Hamburg und Berlin, Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit. für die vom BMJ vorgeschlagene unbürokratische Erlangung der „gemeinsamen Sorge“, wenn die Mutter dem nicht innerhalb einer Frist widerspricht. Denn einige Mütter lehnten das gemeinsame Sorgerecht nicht nur ab, wenn das Kindeswohl in Gefahr sei, sondern beispielsweise auch, weil sie in Konfliktfällen lieber alleine entscheiden, nicht ausreichend über die gemeinsame Sorge informiert seien oder Bürokratie vermeiden wollten. Das vom BMJ vorgelegte Kompromissmodell, so Peschel-Gutzeit weiter, fördere eine frühe gemeinsame Sorge und die damit verbundene gleichberechtigte Aufgabenwahrnehmung beider Eltern.

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Nach Unfall höheres Kündigungsrisiko



Aus Angst um ihren Job neigen Arbeitnehmer in wirtschaftlich schlechten Zeiten dazu, Arbeitsunfälle zu verschweigen. In der Folge investieren Unternehmen zu wenig in den Arbeitsschutz. Darauf weist eine Studie hin, die beim Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn erschienen ist. Die Autoren fordern einen besseren Kündigungsschutz für Unfallopfer. Nach Angaben der Europäischen Kommission verursachen Arbeitsunfälle allein in den Staaten der EU jährlich rund 140 Millionen Fehltage. Daraus ergibt sich ein wirtschaftlicher Schaden von 55 Milliarden Euro. Auffällig ist, dass die Unfallzahlen in konjunkturellen Schwächephasen deutlich zurückgehen. Die Ursachen analysierte jetzt ein Forscherteam aus den Niederlanden und der Schweiz anhand von detaillierten Daten der österreichischen sozialen Unfallversicherung.
Dass die Unfallzahlen in Krisenzeiten schlicht deshalb sinken, weil die Arbeitsauslastung geringer ist, schließen die Autoren als Erklärung aus. Denn die Zahl der in jedem Fall meldepflichtigen tödlichen Arbeitsunfälle ist keinen nennenswerten Schwankungen unterworfen. Die Ökonomen vermuten daher, dass schwere Unfälle bei schlechter Konjunktur seltener gemeldet werden, weil die Betroffenen um ihren Arbeitsplatz fürchten. Tatsächlich zeigt die Analyse, dass sich das persönliche Entlassungsrisiko durch die Meldung eines Arbeitsunfalls um 20 Prozent erhöht.
Aufgrund der vermeintlich sinkenden Unfallhäufigkeit investieren die Unternehmen laut Studie zu wenig in Arbeitsschutzmaßnahmen, wodurch auf lange Sicht das Unfallrisiko steigt. "Der Gesetzgeber könnte hier sinnvoll gegensteuern, indem er Betroffene von Arbeitsunfällen unter besonderen Kündigungsschutz stellt", sagt Jan van Ours von der Universität Tilburg.

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Welterbe erlebbar und begreifbar machen



Zum ersten interdisziplinären Arbeitskreis „World Heritage Education“ (Welterbepädagogik) trafen sich Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Fachbereichen mit verantwortlichen Akteuren von UNESCO-Welterbestätten. Die Tagung fand im Beisein des stellvertretenden Generalsekretärs der Deutschen UNESCO-Kommission, Dieter Offenhäußer, an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg statt. Initiatoren und Organisatoren des Arbeitskreises waren das Fach Kunst der Universität Paderborn, vertreten durch Frau Prof. Dr. Ströter-Bender, sowie das Fach Geographie der PH Heidelberg unter Leitung von Prof. Dr. Alexander Siegmund. „Ein Schwerpunkt lag auf der Vorstellung unterschiedlicher Forschungsprojekte im Kontext einer „World Heritage Education“: Prof. Dr. Ströter-Bender zeigte beispielsweise die unterschiedlichen Forschungsperspektiven für die Welterbepädagogik auf. Durch die Präsentation aktueller Qualifikationsarbeiten von Nachwuchswissenschaftlern wurde das Programm zusätzlich bereichert und zeigte die große Spanne der Forschungsaktivitäten.
Neben den theoretischen Betrachtungen gab es auch zahlreiche Modelle aus der Praxis: So stellten Dr. Hermann Schefers und Claudia Götz vom Kloster Lorsch sowie Petra Becker von der Stiftung Zollverein in Essen ihre jeweiligen Projekte vor, die Welterbestätte erfolgreich für Schülerinnen und Schüler erlebbar und damit begreifbar machen.

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Jüngere laufen schneller, Ältere kennen Abkürzungen



In Zukunft wird der größere Teil der Beschäftigten über 50 Jahre alt sein. Ihre individuelle Arbeitsfähigkeit zu sichern und das verlängerte Arbeitsleben auch in ihrem Sinne zu gestalten, erfordert ein weitreichendes Umdenken aller Beteiligten. Die jetzt erschienene Veröffentlichung „Ältere Beschäftigte: Zu jung, um alt zu sein“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) stellt aktuelle Forschungsergebnisse, konkrete Konzepte und Instrumente aus wissenschaftlicher und unternehmerischer Sicht zum Thema ältere Beschäftigte vor. Die Autorinnen und Autoren fordern in ihren Beiträgen insbesondere betriebliche Gesamtkonzepte, um den Wissenstransfer zwischen Älteren und Jüngeren zu sichern, mahnen eine Verabschiedung von altersselektiver Personalentwicklung an und stellen motivierende Arbeitszeitmodelle vor, die auch einen flexiblen Übergang von der beruflichen in die nachberufliche Phase mit einbeziehen.
Die Berufsbildungsfachleute zeigen Wege auf, um Arbeitsfähigkeit, Qualifikation und Motivation der Beschäftigten, aber auch die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Betriebe und Unternehmen zu erhalten und zu fördern. So belegen Studien, dass ein Teil der Personalverantwortlichen immer noch das Defizitmodell älterer Mitarbeiter/-innen im Kopf hat – eine Pauschalierung, die der Heterogenität der Beschäftigten über 50 nicht entspricht. Andererseits gibt es Unternehmen, die sich der demografischen Herausforderung stellen und Lösungen erarbeiten, wie sie ihre älteren Beschäftigten gesund, motiviert, qualifiziert und leistungsfähig im Betrieb einbinden können.
Umfrageergebnisse unter Beschäftigten und Betrieben zeigen, wie und warum es sinnvoll ist, wenn die Arbeitnehmer/-innen in die Gestaltung des demografischen Wandels in Unternehmen einbezogen werden. Hintergrund: Vor rund 100 Jahren wurden die Menschen in Deutschland im Durchschnitt etwa 45 Jahre alt. Dagegen liegt die durchschnittliche Lebenserwartung neugeborener Mädchen heute bei über 82, die neugeborener Jungen bei über 77 Jahren. Zugleich sinkt die Geburtenrate. Die Zahl der Erwerbspersonen wird ab 2020 deutlich sinken, der Anteil der Älteren unter ihnen steigt. Liegt der Anteil der Personen, die erwerbstätig sind und sein können, bei den 50- bis 64-Jährigen derzeit bei 31 Prozent, so wird er im Jahr 2020 bereits bei 42 Prozent liegen und bis zum Jahr 2035 weiter auf rund 46 Prozent ansteigen

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Perfekte Akustik für hörgeschädigte Schüler



Für Menschen mit eingeschränktem Gehör ist die Akustik eines Raumes von entscheidender Bedeutung. Den hörgeschädigten Schülern der Münchner Samuel-Heinicke-Realschule machte die Beschaffenheit ihrer Schulkapelle bislang den Besuch des Gottesdienstes schwer. Studierende der Technischen Universität München (TUM) haben nun Vorschläge für die Umgestaltung der Kapelle erarbeitet. Mit geschicktem Materialeinsatz, kluger Möblierung und auch visuellen Reizen stimmen sie den Raum optimal auf die besonderen Bedürfnisse seiner Nutzer ab.
Harte Materialien dominieren die Kapelle aus den 60er Jahren: der Boden aus Marmor, die Decke aus Sichtbeton, Wände aus Ziegeln. „Von allen Seiten wird Schall reflektiert und damit ein starker Nachhall erzeugt“, sagt der Architekt und TUM-Dozent Ludwig Steiger. Ein großes Problem für die hörgeschädigten Schüler der Samuel-Heinicke-Realschule in München-Nymphenburg. Doch nicht nur der Hall macht es den Mädchen und Jungen schwer, dem Gottesdienst zu folgen. Studierende des Lehramts Bautechnik haben auf Wunsch der Schule 14 Modelle zur Umgestaltung der Kapelle entworfen. Dabei ging es zunächst darum, ganz konkret die Situation der Nutzer nachvollziehen zu können. Mit einem Raumakustiker der Schule analysierten die Studierenden Audiobeispiele, welche die Wahrnehmung der Hörgeschädigten simulieren. „Man hört manchmal nur die Spitzen, ganze Silben verschwinden, Nebengeräusche entwickeln eine viel größere Bedeutung“, sagt Student Martin Bauer. Schon der übliche Geräuschpegel in einer Schulklasse von rund 60 Dezibel kann Schülern mit einer Hörschädigung bei schlechter Akustik Probleme bereiten – die durchschnittliche Lautstärke eines Vortragenden beträgt lediglich 65 Dezibel.

Martin Bauer legt deshalb in seinem Entwurf größten Wert auf schallabsorbierende Materialien, die störende Hintergrundgeräusche schlucken. Unter dem Motto „Die Welle“ verkleidet er die Wände mit Gipsplatten, in die er ein wellenförmiges Relief fräst. Den Boden legt er statt mit Marmor mit Linoleum aus. Ganz auf die wohltuende Wirkung farbiger Textilien hinsichtlich Akustik und Optik setzt Martina Höchstetter. Nadelfilz dämpft die Schritte, violetter Velours schmiegt sich über das Altar-Podest, weiße und orange Stoffbahnen gliedern die Glaswand, die Decke wird vollständig abgehängt. „Farbe ins Dunkel“ heißt der Entwurf.
Neben diesen Umbauten erzielen die Studierenden mit kleinen Veränderungen große Wirkung: Beispielsweise bevorzugen einige Modelle Stuhl-Halbkreise statt hintereinander angeordneter Bänke, damit allen Schülern das Lippenlesen leichter fällt. Die Vorschläge der TUM-Studierenden bilden nun die Grundlage für die Umgestaltung der Kapelle.







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Studienkurs „Medien- und Computerspielpädagogik



Das Zentrum für Weiterbildung der Fachhochschule Erfurt bietet an der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften und in Kooperation mit dem Institut Spawnpoint (Institut für Computerspiel im Plattform e. V.) zum Wintersemester 2011/12 den Studienkurs „Medien- und Computerspielpädagogik (FH)“ an.
Die berufsbegleitende Weiterbildung möchte die Medien und insbesondere Computerspiele in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit etablieren. Der Studienkurs umfasst 378 Stunden, wird über 3 Semester angeboten und schließt mit einem qualifizierten Zertifikat "Medien- und Computerspielpädagogik (FH)" ab.
Der Kurs wendet sich an interessierte Personen mit Hochschulabschluss aus den Bereichen Erziehungs- und Kommunikationswissenschaften, Sozialwissenschaften / Sozialpädagogik, Lehramtsstudiengänge, Erzieher/-innen sowie Berufstätige ohne Hochschulabschluss mit mindestens einjähriger Berufserfahrung im medienpädagogischen Bereich sowie sonstige Berufstätige ohne Hochschulabschluss, die die erforderliche Eignung im Beruf oder auf andere Weise erworben haben.
In der Weiterbildung werden die Grundlagen für die Auseinandersetzung mit dem Computerspiel vermittelt. Spieltheorien, Genres, Transferprozesse, Spielanalysen und -ökonomie, Gewalt- und Suchtwirkungsmechanismen sind dabei Lehrinhalte. Kern der Weiterbildung stellen die Vorstellungen und Entwicklungen neuer computerspielpädagogischer Projekte dar. Hierzu werden beispielhafte Ansätze von ihren jeweiligen Initiator/-innen präsentiert und mit den Teilnehmer/-innen erprobt.

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Hoffnung für die vier Prozent


Lernprogramm für Legastheniker


Die moderne Welt verlangt mehr denn je eine gewisse Lesefertigkeit, um zurecht zu kommen. Wenn ein Satz orthografisch richtig geschrieben ist, können die meisten Menschen seinen Sinn erfassen. Doch rund vier Prozent aller Schulkinder haben Schwierigkeiten, ihn zu lesen. Die Diagnose: Legasthenie. Die Ursachen sind vielfältig. Gegen die Lesestörungen ist ein Lernprogramm für Schulkinder entwickelt, mit dem sie am Computer individuell therapiert werden können. Ursprünglich wurden mit der Methode Kinder behandelt, die aufgrund von Hirnstörungen Probleme beim Sehen hatten. Was aber war die Ursache für Leseschwäche? Lesen ist ein komplexer Vorgang, bei dem verschiedene Leistungen vom Gehirn erbracht werden müssen: die Fixierung eines Wortteils, das Erkennen von Buchstaben, Worten und Wortsegmenten und dann der Blicksprung zum nächsten Wortteil. In all diesen Vorgängen kann es zu Fehlern einer Hirnfunktion kommen, die dann zu Lesestörungen führen. Mit einem computergestützten Lern- und Diagnoseprogramm wird als erstes der individuelle Grund für die Leseschwäche eines Kindes festgestellt. Eine häufige Ursache für Legasthenie sind beispielsweise zu große Blicksprünge über zehn Buchstaben hinweg. Dabei werden manche Buchstaben übersehen. Das Programm kann diese Störung abtrainieren. Andere Kinder müssen ein Wortsegment sehr lange anschauen, um es zu erkennen - wobei sich diese Zeiteinheiten im Bereich von 100 bis 500 Millisekunden bewegen. Auch dagegen hilft Training.

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Erst verstehen – dann interpretieren



Einen Tipp für den Deutschunterricht gibt eine Professorin aus Jena. Sie empfiehlt, das Verstehen des Textes abzusichern, ehe zur Interpretation aufgefordert wird, denn die Schüler fühlen sich in den meisten Fällen überfordert, einen Text im Deutschunterricht zu analysieren oder zu interpretieren. Die Deutschlehrer verlangten "zu früh zu viel". Sie hält es für sinnvoller, den Schülern Thesen vorzugeben, die sie abprüfen können, statt selbst formulieren zu müssen. Ihre Erkenntnis: das schrittweise Vorgehen – erst lesen, dann verstehen, dann vorgegebene Thesen untersuchen, gibt dem Lehrer die Möglich zu erkennen, wie weit die Schüler den Text überhaupt verstanden haben.

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Eltern auf dem Laufband - Kinder vorm Bildschirm



Während sich die Eltern auf dem Laufband oder gar an der frischen Luft ihre Fitness holen, versumpfen die Kids zuhause mit dem Joy Stick in der Rechten vor dem Bildschirm und bedienen sich mit der Linken aus der Chips-Tüte. So die Erkenntnis von Wissenschaftlern. Sie fordern die Kinder zu Bewegung und Spiel zurück zu führen. In einer gegenüber noch vor wenigen Jahren massiv veränderten Lebenswelt bleiben Kinder in ihrer Freizeit buchstäblich viel zu oft sitzen. Gründe hierfür sind Computer und Videospiele. Aber auch die Anregungen zu Spiel, Sport und Bewegung sind gegenüber früher erheblich beschnitten. Zumal wo Bewegung im Kindesalter keine Selbstverständlichkeit mehr ist, müsste sie gezielt gefördert werden. Das legen besonders neurophysiologische Erkenntnisse nahe. In der Ausbildung der Erzieherinnen fänden jedoch motorische Entwicklungsförderung, Bewegungserziehung, Psychomotorik und Sportförderunterricht noch keinen Niederschlag. Das läge nicht zuletzt an der Ausbildung. Während in Deutschland die Mittlere Reife zur Aufnahme einer 5-jährigen Ausbildung genüge, sind die Studium-Voraussetzung in anderen Ländern wesentlich höher. Zusätzlich werde die deutsche Ausbildung von Experten längst wegen ihrer hohen Ineffektivität kritisiert. Die Erfahrung lehre, dass Bewegung gerade den Vorschulkindern emotionales Wohlbefinden und Lebensfreude schenke. In dem Alter seien motorisches Verhalten, emotionales Erleben und kognitive Prozesse untrennbar miteinander verknüpft.

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Mit Krafttraining gegen Depressionen



Viele Patienten mit chronischen Bronchialkrankheiten leiden aufgrund von Atemnot auch unter Depressionen. Durch Muskelaufbautraining können sie ihren psychischen Zustand deutlich verbessern. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Diplomarbeit "Ausprägung von Stress- und Depressionssymptomen bei Patienten vor und nach hypertrophierendem Krafttraining." Ständig verstopfte Bronchien, oftmals erweiterte Lungenbläschen, ein niedrigerer Testeronspiegel, weshalb sie schneller ermüden, sind typische Kennzeichen. Die Patienten klagen über Schlafstörungen, Depressionen, Entschluss- und Arbeitsunfähigkeit sowie Libidoverlust. Ärzte behandeln bislang hauptsächlich die körperlichen Beschwerden der Patienten und empfehlen Ausdauertraining; ihre amerikanischen Kollegen verabreichen gezielt Testosteron. Ein Bochumer Diplom-Sportlehrer hat darüber hinaus festgestellt, dass ein dreimonatiges Muskelaufbautraining eine Alternative zum Ausdauertraining sein kann. Durch gezieltes Aufbautraining verbessern die Patienten ihren Stoffwechsel und steigern dadurch ihr Wohlbefinden. Das kommt auch ihrer Psyche zugute. Frauen leiden mehr unter den Störungen. Ein weiterer Erfolg: Die Patienten gaben sich nach dem Training nicht mehr die Schuld an ihrer Krankheit und setzten sich intensiver mit ihr auseinander.

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Medien beschleunigen Arbeitsabläufe



Neue Medien verändern die Arbeitswelt: Informationsaustausch findet per E-Mail statt, Telefonkonferenzen ersetzen Geschäftsbesprechungen.. Mitarbeiter, die sich noch nie persönlich getroffen haben, kooperieren temporär in virtuellen Projektgruppen, die sich nach Abschluss des Projekts wieder auflösen.
Die Anforderungen an die Flexibilität steigen, gleichzeitig werden langfristige Bindungen an das Unternehmen seltener. Das ist das Ergebnis einer Langzeituntersuchung.

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Introvertierte Person ermüden schneller



Die Niederländische Organisation für wissenschaftliche Forschung hat Menschen am Arbeitsplatz untersucht und dabei festgestellt, dass introvertierte – ruhige, in sich gekehrte – Menschen bei der Arbeit eher ermüden als extrovertierte. Tilburger Wissenschaftler führten die von
der niederländischen Organisation subventionierte Forschung durch.

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Religionsunterricht im Mittelfeld vorn



Dem Religions- und Ethikunterricht gaben 1.500 Schüler der 9 bis 12, Klassen bei einer repräsentativen Befragung in Thüringen auf der Beliebtheitsskala Rang 3 und 4 von zehn Rängen (1 = sehr gut) Die Befragung führten Jenaer Theologen und Psychologen der Friedrich-Schiller-Universität durch. Die Einstufung auf der Beliebtheitsskala hat die Erkenntnis gebracht, das Religion- und Ethikunterricht mehr geachtet werden als bisher vermutet.


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Elektrogeräte gehorchen (bald) aufs Wort



Videorekorder zu programmieren oder Computer einzustellen, bringt viele Nutzer früher oder später in Rage. Die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine zu vereinfachen, ist das Ziel von EMBASSI, wobei der Mensch in seiner Unzulänglichkeit die Zielrichtung angibt.. Daher sollen Bedienschnittstellen für Geräte im privaten (Heim, Auto) und öffentlichen Umfeld (Terminalsysteme) durch intelligente Assistenzsysteme leichter bedienbar gemacht werden. Die Arbeitsgruppe "Bedienassistenz für Terminalsysteme" (Fraunhofer Gesellschaft) hat es sich zur Aufgabe gemacht, gerade Menschen mit physischen oder psychischen Einschränkungen, die oft spezielle Bedienhilfen und -geräte benötigen (wie z.B. eine Braille-Zeile, einen Joystick oder Spracheingabe), den Zugang auch zu öffentlichen Terminals zu ermöglichen. Der Benutzer soll nicht für jedes Gerät eine völlig neue Bedienlogik erlernen müssen, sondern über einfache und einheitliche Bedienelemente an das Ziel geführt werden. Häufige Bedienaufgaben sollten vom System übernommen werden können. Um Geld am Automaten abzuheben, kann der Benutzer über einen persönlichen Assistenten und über Sprachsteuerung, Touchscreen oder Joystick agieren.

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Neue Medien verlangen mehr Bildung



Viele Menschen brauchen für die Technik von heute einen Dolmetscher. Das erste Problem stellt die Gebrauchsanweisung dar. Sie ist in einer nicht mehr lesbaren Kleinschrift gedruckt, enthält eine maschinelle Übersetzung aus irgendeiner Sprache von Fernost ins Deutsche. Automaten ersetzen menschliche Serviceleistungen. So beim Fahrscheinkauf, beim Geldautomaten, beim Parkautomaten, Auch im Berufsleben müssen komplexe Anweisungen in Handlungen umgesetzt werden. Dafür werden schriftsprachliche als auch spezifische problemlösende Fähigkeiten vorausgesetzt: Menschen mit
Leseschwierigkeiten und unzureichender Bildung sind davon doppelt
betroffen. Die klassischen "Kulturtechniken" Lesen, Schreiben und
Rechnen haben nämlich noch eine Erweiterung erfahren: die neuen Medien.


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Impulsivität bremst Intelligenz



Impulsivität bremst Intelligenz, stellten Wissenschaftler der Uni Jena fest, die sich mit der Persönlichkeit beschäftigten. Hätte Einstein dauernd Wutanfälle gehabt, wäre er vielleicht nie auf die Relativitätstheorie gekommen. Stark ausgeprägte Impulsivität steht nämlich hohen Intelligenzleistungen im Weg, ist auch das Forschungsergebnis eines Frankfurter Wissenschaftlers.
Untersucht wurden auch die Wirkmechanismen bei Erfolg im Beruf. Erfolg ist zum großen Teil auf eine Kombination bestimmter Persönlichkeitsmerkmale zurückzuführen und nicht allein von Bildung oder Wissen abhängig. Wissenschaftler gehen noch einen Schritt weiter. Sie suchen nach einem Instrumentarium, das es ihnen erlaubt, die Gedanken des Menschen festzuhalten und einzusehen. Beispielsweise um herauszufinden, wie viele Deutsche als antisemitisch anzusehen sind. Im Rahmen eines Symposiums über soziale Faktoren und Gesundheit wurde festgestellt, dass Angst, aber auch ein Macho-Gebaren die Gesundheit gefährden kann.



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Psychologen erforschen Handlungssteuerung



Auf einen wechselnden Reiz zu regieren, fällt dem Menschen schwerer als auf einen immer wiederkehrenden Reiz, der die gleiche (angelernte) Reaktion verlangt, wie das Verhaltens eines Kraftfahrers an der Ampel. Schwierig wird es für ihn, wenn er gleichzeitig entscheiden müsste, ob eine Zahl größer oder kleiner als fünf oder/ und ob sie außerdem eine gerade oder ungerade Zahl ist. Diese beiden Aufgaben stören sich gegenseitig, Als Ausweg wird er die Aufgaben nacheinander lösen. Psychologen der Uni Würzburg erforschen solche und andere Aspekte der Handlungssteuerung. Soviel ist bekannt: die Reaktionssteuerung erfolgt in der über der Stirn liegenden Region der Hirnrinde. Weiter ist bekannt und auch einsehbar, dass jede Wiederholung der gleichen Aufgabe Zeitgewinn bringt, aber jede Überraschungsaufgabe zusätzliche Zeit kostet.


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Nach der Geburt Ängste statt Mutterglück



Das Mutterglück wird nach der Geburt bei 11 Prozent aller Frauen von Angststörungen getrübt. Der Zustand kann bis zu drei Monate anhalten. Unter ausgesprochenen Depressionen leiden 6 Prozent. Im Gegensatz zu den häufigen Stimmungstiefs innerhalb der ersten Woche nach der Geburt ("Baby-Blues“ oder Heultage genannt) können Angststörungen oder Depressionen unbehandelt über Monate oder Jahre anhalten. Von Müttern wird nach der Geburt erwartet, glücklich zu sein. Betroffene Frauen wollen sich daher häufig niemandem anvertrauen, dadurch verlängert sich ihr Leidensweg. In der Peripartal-Station des Universitätsklinikums Heidelberg werden Frauen mit Ängsten und Depressionen mit ihren Kindern betreut. Besonders gefährdet sind Frauen, die bereits vor der Geburt unter psychischen Problemen litten. Gynäkologen und Hebammen sprechen ihre Patientinnen auch bei leichten Auffälligkeiten, wie Niedergeschlagenheit oder geäußerter Besorgnis, gezielt an und stellen bei Bedarf den Kontakt zur Mutter-Kind-Einheit her, einer Anlaufstelle für alle schwangeren Frauen und Mütter, die sich bei psychischen Problemen und bei Schwierigkeiten mit ihrem Kind Unterstützung wünschen. Besonders bei Risikoschwangerschaften greift die Rundum-Versorgung auf der Peripartal-Station. Das Heidelberger Therapiemodell konzentriert sich neben der seelischen Gesundheit der Mutter auch auf die gesunde Entwicklung des Kindes. Ein eingespieltes Team aus Psychologen, Ärzten, Fachpflegekräften für Psychiatrie und Kinderheilkunde, Sozialarbeitern, Musik-, Ergo-, Gestaltungs- und Bewegungstherapeuten gewährleistet eine umfangreiche Betreuung von Mutter und Kind sowie auf die Bedürfnisse der Frauen abgestimmte Behandlungsangebote. Für Schwangere gibt es spezielle Angebote, wie die Körpertherapie, die ihnen hilft eine positive Einstellung zu sich und ihrem ungeborenen Kind zu gewinnen. Die Aktion will die Frauen in ihrem Mutter-Sein bekräftigen. Neben den Psychotherapien gibt es Mutter-Kind-Therapien, wie verhaltens- und musiktherapeutische Müttergruppen, Interaktionstherapie, Anleitung zur Baby-Massage und eine Spielgruppe für ältere Kinder. Die Beteiligung der Väter oder anderer Familienmitglieder an der Therapie ist erwünscht. Nach dem Klinikaufenthalt kann eine Weiterbetreuung erfolgen, die den Müttern und Familien hilft, den Alltag mit Kind zu meistern.



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Geldmangel führt zum Komatrinken



Eine Entwicklungspsychologin der Universität Jena untersuchte Alkoholkonsum bei Jugendlichen und fand heraus, dass die Jugend im Osten stärker unter den Koma-Trinkern vertreten ist als die in Westdeutschland. Der Grund: nach der Wende fehlte ihr das Geld, um von den neuen Freizeitmöglichkeiten Gebrauch zu machen. Ungefähr ein Drittel der Jugendlichen sind zu "Problemtrinkern" geworden, weil ihnen auch das Geld fehlte, um als vollwertige Mitglieder in ihrer Umwelt akzeptiert zu werden. Die Psychologin sieht das Konsumieren von Alkohol von Jugendlichen als einen natürlichen Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Anders bei den Problemtrinkern. Sie bildeten Cliquen, die gemeinsam trinken, um Probleme - etwa in der Schule - zu vergessen. Damit ist das Verhalten geprägt, denn andauernder Kontakt zu Cliquen und Schulprobleme führen zu Anpassungsproblemen bis ins Erwachsenenalter, so die Erfahrung von Delinquenzuntersuchungen. Die Psychologin fordert Fördermaßnahmen vom Staat, um einen Ausgleich für die benachteiligte Generation zu schaffen.


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Schon Kindergarten für Umwelt begeistern



Junge Menschen vom Kindergarten bis hin zur Hochschule für GreenTech-Themen begeistern will die Bundesstiftung Umwelt. „Grüne Umwelttechnik ist Wachstumsmarkt und Jobmotor zugleich. Schon jetzt werden hier weltweit 1,4 Billionen Euro umgesetzt. GreenTech gehört zu den globalen Schlüsselindustrien wie die Elektronikbranche oder der Maschinenbau“, erklärte Dr.-Ing. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen BundesstiftungMit einem neuen Förderschwerpunkt „Naturwissenschaftlich-technische Umweltbildung und Kommunikation“ wolle die Stiftung begeistern. Deutschland gehört zu den Top-GreenTech-Nationen: „Um die internationale Vorreiterrolle zu bewahren, brauchen wir auch in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte mit Umweltbewusstsein. Hier droht ein Engpass“, erläuterte Brickwedde. Die DBU will durch das Fördern von Umweltbildungsprojekten schon frühzeitig junge Menschen für die Umweltbranche interessieren. Zudem hätten die jungen Menschen viele Fragen und auch Ängste in Bezug auf Umweltprobleme wie Klimawandel oder Energieversorgung. Themen wie nachhaltige Chemie, Biotechnologie, Produkt- und produktionsintegrierter Umweltschutz, erneuerbare Energien, Energie- und Ressourceneffizienz und Recycling könnten berücksichtigt werden. Als Träger der neuen Bildungskonzepte können zum Beispiel Schülerlabore, Schülerforschungszentren, Zentren für Lehrerfortbildung, so genannte ‚Science Center’ und ähnliche außerschulische Lernorte sein“, umriss Brickwedde das Arbeitsfeld. Auch das Erproben neuer Kooperationsformen – zum Beispiel zwischen mittelständischen Unternehmen, Forschungsinstituten und Schulen – sei erwünscht.

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Computer erkennt Unterschiede beim Affen



Um vom Aussterben bedrohte Menschenaffen besser schützen zu können, erforschen Wildhüter die Gewohnheiten der verbliebenen Bestände. Das ist mühevolle Puzzlearbeit, denn die Tiere sind schwer auseinanderzuhalten. Eine neue Software könnte den Wildhütern die Arbeit bald erleichtern: Sie durchsucht Fotos oder Videos nach Sequenzen, auf denen die Tiere zu sehen sind und ordnet die Bilder einzelnen Exemplaren zu. Wissenschaftler der Fraunhofer-Institute für Integrierte Schaltungen IIS und Digitale Medientechnologie IDMT sowie des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie entwickeln das Verfahren im Projekt SAISBECO gemeinsam. Die Software analysiert mittels spezieller Algorithmen die Gesichter der Affen. Bislang setzen die Wissenschaftler dazu Erkennungsalgorithmen ein, die zur Analyse das gesamte Gesicht nutzen. Bei den 24 Schimpansen des Leipziger Zoos lag die Erkennungsrate bereits bei 83 Prozent. Voraussetzung für eine gute Trefferquote ist die Bildqualität. Da es in freier Wildbahn schwer ist, gute Aufnahmen zu bekommen, wollen die Ilmenauer Forscher jetzt noch weitere Algorithmen einfügen. Diese analysieren nicht das gesamte Gesicht, sondern gezielt bestimmte biometrische Merkmale – etwa Augen, Nase oder Mund. Die neue Software wertet auch Audiosignale aus und ordnet sie unterschiedlichen Laut-Typen zu.

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Nicht alle Versuche führen zum Kind



Der Wunsch nach einem Kind hält viele Paare davon ab, den Versuch einer künstlichen Befruchtung abzubrechen, auch wenn der Arzt dazu rät. Der Grund – so ergab eine Studie der Ruhruniversität Bochum - sei mangelnde Aufklärung durch die behandelnden Ärzte. Die Befragung von über 1.500 Patienten, 230 Reproduktionsmedizinern sowie 66 Psychosozialen Beratern durch Mitarbeiter des Instituts für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin ergab, dass Reproduktionsmedizinern ihre Patienten besser über die Erfolgschancen und über die unmittelbaren körperlichen Risiken künstlicher Befruchtungen aufklären sollten , als über die Risiken und Belastungen aus möglichen Mehrlingsschwangerschaften oder emotionale Risiken künstlicher Befruchtungen. Obwohl die Paare die Behandlung vor allem emotional als sehr belastend erleben, fällt es ihnen schwer, sie zu beenden, wenn der Erfolg ausbleibt. Dreiviertel der Befragten gaben einen überwältigenden Kinderwunsch an, der andere Lebensziele in den Hintergrund treten lässt. Jeder zweite hatte das Gefühl, die Kontrolle über die Situation zu verlieren. Nach Angaben der Experten ist die Fähigkeit der Patienten, selbstbestimmt über die Beendigung einer Behandlung zu entscheiden, häufig eingeschränkt. Allerdings würden die Reproduktionsmediziner von sich aus die Behandlung auch nicht beenden. Als Lösung wurde eine rechtzeitige Ausstiegstrategie empfohlen. So sollten von vorne herein feste Kriterien für Kontraindikationen, Auszeiten und Beendigungen der Behandlung vereinbart werden. Nur so könne vermieden werden, dass stark belastende und mit Risiken behaftete Behandlungen trotz geringer Erfolgsaussicht durchgeführt und alternative Bewältigungsstrategien der Kinderlosigkeit verzögert werden. Alle Paare sollten die Möglichkeit haben, auf Kosten der Kassen eine unabhängige psychosoziale Beratung in Anspruch zu nehmen.

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Mittelstand: Konkurrenz für Studium



Eine Pisa L-Untersuchung hat ergeben, dass Länder mit den meisten Abiturienten im Verhältnis zu den Einwohnern nicht automatisch die meisten Studienanfänger haben. Demnach scheint kein echter Zusammenhang zwischen den beiden Größen zu bestehen. Länder mit einem ausgeprägten Mittelstand bilden eher Konkurrenz für die Universitäten. So finden sich Länder mit unterdurchschnittlichem Abiturleistungsstand, also niedrigen Abiturientenzahlen, in der Spitzengruppe der Länder mit den meisten Studienanfängern. Am ausgewogensten dürfte dem Land Baden-Württemberg, das hinsichtlich der Abiturientenquoten im Mittelfeld liegt, bei den Studienbeginnern aber zur Spitze zählt, am besten gelungen sein, eine Balance zwischen den beiden Zielen, Leistung und Breitenwirkung, zu erreichen. In dieser Sicht ist Baden-Württemberg das einzige Land, das an die Vorbilder Finnland und Kanada heranreicht.

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Erfolg hängt von Einstellung ab



Welcher Spieler seiner Mannschaft von größerem Nutzen ist, versuchte eine Sport-Professorin in Clausthal mit einer Untersuchung herauszufinden. Sie kategorisierte die Spieler in zwei Klassen: der "Handlungsorientierte“ versucht mit aller Dynamik, seine Vorstellungen beim Spiel durchzusetzen, der abwägende, lageorientierte Spieler bezieht die äußeren Umständen mehr in seine Pläne ein. Sie unterzog 64 Sportstudenten einer Spielsituation mit Computer- und Videotests und sportmotorischen Tests. Grunderkenntnis der Charakter oder die Veranlagung eines Menschen spielen eine wichtige Rolle. Sie fand heraus: Handlungsorientierte Personen agierten in Entscheidungssituationen ohne zusätzliche Belastung durchschnittlicher schneller, aber mit mehr Fehlern als lageorientierte. Körperlicher Stress beeinträchtigte die Leistungen handlungsorientierter Sportler in geringerem Maße als die lageorientierter. In Situationen mit psychischem Stress steigerten lageorientierte Spieler ihre Leistungen und erreichten gleich gute, ja sogar bessere Resultate als handlungsorientierte. Das ist auch für den Erfolg im Leben auf andere Gebiete übertragbar.

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Gene verdrängen Erziehungseinfluss



Dass wichtige menschliche Merkmale, darunter Persönlichkeit und Intelligenz, genetischen Einflüssen unterliegen, ist
unbestritten. Herauszufinden war, wie sich Gene und Erziehung auswirken. Das Ergebnis: In der frühesten Kindheit sind es insbesondere Einflüsse der Familie und nicht die Gene, die dafür sorgen, dass sich gemeinsam aufwachsende Kinder in ihren geistigen Fähigkeiten ähneln. Mit zunehmendem Lebensalter steigt jedoch die Bedeutung genetischer Faktoren, während der Einfluss der Familienumwelt oder Erziehung immer mehr abnimmt, fanden die Forscher heraus. Der verstärkte Gen-Einfluss ist bereits im Vorschulalter messbar. Kein Hinweis fand sich darauf, dass besonders hohe Begabungen stärker mit Anlagefaktoren zusammenhängen als durchschnittliche Leistungen. Jedoch ergab sich, dass Leistungsschwächen eher auf genetische Faktoren zurückzuführen sind. Die Forscher konnten aufzeigen, dass ein Zusammenhang zwischen allgemeiner Intelligenz und Leseleistung auf genetischen Einflüssen beruht.
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Männer suchen Hilfen in Scheidungsphasen



Scheiden tut weh - manchmal im wortwörtlichen Sinne. Bei Scheidungen und Trennungen von Paaren kommt es auf dem Höhepunkt der Zerrüttungsphase sehr häufig zu Handgreiflichkeiten. Diese Gewalttätigkeiten gehen keineswegs vorrangig von den Männern aus, Beide Partner sind zu gleichen Teilen daran beteiligt.
Neu die Erkenntnis: Scheidungsväter suchen im Verlauf der Scheidung oder Trennung in überraschend großer Zahl Hilfe. Die Erfahrungen, die Väter im Verlauf einer Trennung oder Scheidung machen, werden von 71 Prozent als so überwältigend empfunden, dass sie sich sowohl im privaten als auch im professionellen Bereich nach Hilfsangeboten umsehen. Dies ist ein weiteres Ergebnis der explorativen Internetbefragung über Scheidungsväter: Während der Trennungsphase suchen 90 Prozent der insgesamt 2100 befragten Männer Gespräche im Freundes- und Bekanntenkreis, um die Probleme ihrer Trennungskrise zu besprechen. Zwei Drittel der Befragten suchen während der Trennungsphase professionelle Hilfe auf. Es ist anzunehmen, dass viele Männer wegen der Trennungskrise zum ersten Mal in ihrem Leben Erfahrungen mit Hilfeangeboten im psychosozialen Bereich machen. Fast 30 Prozent suchten einen Psychotherapeuten oder Psychologen auf, 25 Prozent suchten juristischen Rat. Ein interessantes Detailergebnis der Bremer Studie: Die Frage nach einer Mitgliedschaft in einem Väterverein bejahten 18 Prozent der Befragten. Vätervereine sind eine neue Form von Selbsthilfeorganisation.


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Flotter Tanzstil – abenteuerlustig



Männer, die eine kesse Sohle aufs Parkett legen, werden von Frauen als abenteuerlustig und damit auch als attraktiv eingestuft. Kesse Sohle bedeutet in dem Fall, einen möglichst ausdrucksvollen Tanzstil mit vielen Bewegungen zu demonstrieren. Zu dieser Erkenntnis kam eine Forschergruppe „Evolutionäre Psychologie“ an der Universität Göttingen. Die Wissenschaftler ließen in 50 Fällen die Puppen tanzen. Alle Männer trugen dieselbe Kleidung. Anschließend wurden die Bilder noch soweit verfremdet, dass die Körpereigenschaften verschwanden und nur die Bewegung übrig blieb. Jetzt durften 60 Frauen den Kurzfilm eines jeden Tänzers 15 Sekunden betrachten und anschließend die Beurteilung abenteuerlustig oder nicht, abgeben. Es kam heraus, dass die flotten Tänzer abenteuerlustig eingestuft wurden. Das Ergebnis deckte sich weitgehend mit dem Selbsturteil der Tänzer, die ihre Eigenschaft – abenteuerlustig – in ihren Tanzbewegungen zeigten. Es handelte sich um Männer, die Abwechslung und neue Erlebnisse suchten und auch bereit waren, dafür körperlich riskante Aktivitäten einzugehen.

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Chemiker identifizieren mit der Nase



Was wir wahrnehmen, aber nicht sehen können, sind Gerüche. Alles riecht. Bevorzugt nehmen wir die angenehmen Gerüche, lies Düfte, wahr. Verursacher sind Obst, Blumen, Backwaren, Küchendünste, Parfüme. Sie führen zum Teil soweit, dass sie sich als Geschmack auf der Zunge niederschlagen. Aber auch ein neues Auto riecht, Lederwaren, Kleider und sogar ein U-Bahn-Abteil. Es gibt Gerüche, die für alle Menschen gleich zu identifizieren sind. Wir haben die Gerüche in der Nase. Dabei nehmen wir viele Gerüche unseres täglichen Lebens nicht bewusst wahr und können oft nicht sagen, ob wir sie als angenehm oder störend empfinden. Zumindest solange nicht, bis sie uns in einem ungewohnten Zusammenhang begegnen, wenn beispielsweise Gips nach Zwiebeln riecht oder Mineralwasser nach Plastik.
Dass bei Lebensmitteln der Geruch eine entscheidende Rolle spielt, ist naheliegend. Doch auch für Möbel, Baumaterialien oder elektronische Geräte ist der Geruchsaspekt relevant. Plastik- oder Kartonprodukte mit meist nur schwachem Eigengeruch, können aber während der Produktion starke Störnoten entwickeln. Bei manchen Mischgerüchen können Sie bisweilen nicht den Verursacher eindeutig erkennen. Riecht zum Beispiel ein Pizzakarton nach der Pizza oder umgekehrt? Nun haben sich die Chemiker daran gemacht, neue Methoden wie die Gaschromatographie-Olfaktometrie zu entwickeln, die Aufschluss geben über die molekulare Zusammensetzung von Alltagsgerüchen: Eine geschulte Nase dient dabei als Detektor, der die einzelnen Komponenten eines Geruchs jeweils getrennt identifiziert. So ermitteln Geruchsforscher, woher Störgerüche kommen, wie sie entstehen und wie sie auszuschalten sind.

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Bestäubende Insekten im Dilemma


Duft oder Farbe


Biologen der Universitäten Bern und Neuenburg haben herausgefunden, dass der Duft zur Anlockung von bestäubenden Insekten eine ebenso wichtige Rolle spielt wie die Farbe der Blüten. Die Mechanismen der Bestäubung zu verstehen, ist wichtig für die Landwirtschaft, denn eine große Anzahl Nutzpflanzen ist auf diese Pollenübertragung angewiesen. Petunien begnügen sich nicht damit, Balkone und Gärten zu schmücken – sie haben auch einen besonderen Stellenwert in den Laboratorien für Pflanzenbiologie. Denn diese Blume ist wandelbar: Es existieren mehrere Arten, wovon jede spezielle Merkmale in der Morphologie, beim Duft oder in der Farbe der Blütenblätter hat. Aufgrund dieser Eigenschaften locken sie sehr unterschiedliche Gruppen von Bestäubern an. Um zu bestimmen, wie groß die Anteile von Farbe und Duft für die Attraktivität der Blüten auf die Bestäuber sind, haben die Forscher den Flug von Tabakschwärmern Manduca sexta beobachtet, wenn gleichzeitig verschiedene Petuniensorten im Raum vorhanden waren. Im Flugtunnel, wo die Tabakschwärmer die Wahl hatten zwischen zwei Petunien, die zwar beide weiss blühen, eine hingegen duftet, die andere jedoch nicht, zeigten diese Insekten erwartungsgemäß eine deutliche Vorliebe für Pflanzen mit Duft – für solche Petunien also, wie sie in der Natur vorkommen. Die Verwirrung der Bestäuber war gross, wenn sie vor eine andere Situation gestellt wurden: Sie sollten entweder auf eine weissblühende Pflanze zufliegen, die entgegen ihrer Erwartung keinen Duft verströmte – oder sie sollten sich vom wohlbekannten Duft leiten lassen, der allerdings von einer Pflanze mit roten Blüten stammte.

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Pflegeoase erleichtert Altwerden



Die Pflegewissenschaftliche Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) unter Prof. Hermann Brandenburg, Inhaber des Lehrstuhls für Gerontologische Pflege hat jetzt die Ergebnisse einer Studie zu Pflegeoasen veröffentlicht. Im Schwerpunkt geht es dabei um eine Versorgungsform, bei der drei bis sieben Menschen mit schwerer Demenz in einem Raum gepflegt werden. Der Endbericht umfasst neben den Ergebnissen auch Empfehlungen für Einrichtungen einer Pflegeoase.
Ziel der Studie „(K)Ein Lebensraum für Menschen im Alter mit schwerer Demenz!?“, oder kurz POLA-SD, war es, mögliche Auswirkungen der Pflegeoase auf die Lebensqualität der betroffenen alten Menschen und die Belastung der Pflegenden zu untersuchen. Darüber hinaus wurden Einschätzungen weiterer beteiligter Berufsgruppen und der Angehörigen erfasst.
Zentrale Ergebnisse: Für die Messung von Lebensqualität der Bewohner mit schwerer Demenz wurde das QUA-LID Instrument (Quality of Life in late stage Dementia) eingesetzt. Es handelte sich um ein Beobachtungsinstrument, welches von den Pflegenden ausgefüllt wurde. Das Ergebnis: die Lebensqualität der Bewohner in der Pflegeoase wurde (geringfügig) erhöht. Aber die Pflegenden waren weniger gestresst. Für die Angehörigen gilt die ständige Anwesenheit und Ansprechbarkeit der Pflegenden als wichtigstes Qualitätsmerkmal. Die Privatsphäre für Menschen mit Demenz wurde als weniger bedeutsam beurteilt. Entscheidend ist das Gefühl, dass die Bewohner gut versorgt und nicht alleine sind.
Für die Pflegenden ergab sich mit der Pflegeoase ein Freiraum, der es ihnen erlaubt, ihre Arbeit weitgehend nach eigenen Prioritäten zu gestalten.

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Solarenergie effizienter nutzen



Die Erschließung und Nutzung neuer Energiequellen zählt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Solarenergie spielt dabei eine zentrale Rolle. Eine interessante Variante ist die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in chemische Energie, beispielsweise die Erzeugung von Wasserstoff durch Spaltung von Wasser. Der momentan effizienteste, aber noch wenig verstandene Prozess ist die Titanoxid-basierte Photo-katalyse. Wissenschaftler des KIT-Instituts für Funktionelle Grenzflächen (IFG) haben in Zusammenarbeit mit Kollegen aus dem In- und Ausland die fundamentalen Mechanismen der Photochemie an Titanoxid untersucht und liefern neue detaillierte Erkenntnisse.Obwohl die Wasserstoffgewinnung aus Wasser und Sonnenlicht mittels Oxidpulvern schon seit mehreren Jahrzehnten intensiv untersucht wird, gibt es noch immer keine befriedigende Beschreibung der zugrunde liegenden physikalischen und chemischen Mechanismen. Unter der Leitung von Professor Christof Wöll ist es Wissenschaftlern des KIT-Instituts für Funktionelle Grenzflächen (IFG) nun in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universitäten St. Andrews (Schottland) und Bochum sowie des Helmholtz-Forschungszentrums Berlin gelungen, neue Erkenntnisse zu fundamentalen Mechanismen der Photochemie an Titandioxid (TiO2) zu gewinnen.
Titandioxid ist ein photoaktives Material und kommt in der Natur in den zwei Modifikationen Rutil und Anatase vor, wobei die Anatase-Form eine zehnfach höhere photochemische Aktivität besitzt. Fällt Licht auf dieses weiße Pulver, das auch als Pigment in der Malerei und als Sonnenschutzmittel eingesetzt wird, werden Elektronen in angeregte Zustände versetzt und können dann beispielsweise Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff spalten. Der auf diese Weise gewonnene Wasserstoff ist ein „sauberer“ Energieträger, da bei seiner Verbrennung kein klimaschädliches Treibhausgas, sondern lediglich Wasser entsteht. Titandioxid wird auch zur Herstellung selbstreinigender Oberflächen verwendet. Dabei entfernt einfallendes Sonnenlicht durch photochemische Prozesse unerwünschte Beläge. In Krankenhäusern wird dieser Effekt zur Sterilisierung speziell beschichteter Instrumente durch Bestrahlen mit UV-Licht genutzt.

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Menschliche Stimme braucht Pflege



Mit dem Menschen altert auch die Stimme. Regelmäßig melden sich Patienten mit altersbedingten Stimmstörungen in der Spezialsprechstunde von Prof. Michael Fuchs, Leiter der Sektion für Phoniatrie und Audiologie an der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Leipzig.
Zuerst muss geklärt werden, ob die stimmlichen Veränderungen krankheitsbedingt oder altersbedingt sind, fordert Fuchs. Jede Heiserkeit, die länger als drei Wochen bestehe, könne auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten. Für eine Stimmalterung typisch ist eine langsam zunehmende Heiserkeit. Diese so genannte Presbyphonie tritt meist nach dem Ende der Berufstätigkeit auf, also etwa im Alter von 65 bis 70 Jahren. Ursache der Presbyphonie ist wie bei der Gesichtshaut eine nachlassende Elastizität: Die Stimmlippen schließen nicht vollständig. Auch gehen Feinmotorik und Feinsteuerung mit dem Lebensalter zurück. Dazu kommen mit dem Alter Schwerhörigkeit, Kurzatmigkeit, so dass es an Stütze für die Stimme mangeln kann. Auch trockene Schleimhäute sind ein Thema. Ein logopädisches oder gesangspädagogisches Training kann nicht unbedingt Wunder, aber doch eine ganze Menge bewirken. Medikamentös gibt es wenig Möglichkeiten. Im Gegensatz zum Besuch einer Saline sieht der HNO-Arzt eine Dampf-Inhalation oder einen Saunagang skeptisch. Die Inhalation bringt zwar etwas bei Schnupfen, weil sie die Schleimhäute abschwellen lässt, aber nichts für den Kehlkopf. Sauna-Aufgüsse können im Kehlkopf sogar regelrechte Verbrühungen bewirken.
Wenn die Übungsbehandlung und Pflege des Stimmapparates nicht ausreichen, kann chirurgisch mit zwei Eingriffsarten geholfen werden: Einerseits mit einem "Lifting der Stimmbänder", bei dem körpereigenes oder auch Fremdmaterial in die Stimmlippen gespritzt werde. Alternativ kommt die Kehlkopfgerüstchirurgie in Betracht. Hierbei werde zum Beispiel bei einer Thyroplastik der Stimmlippenschluss verbessert, indem die Stimmlippe von außen in die Mittellinie verlagert wird. Beide Operationen werden von der Krankenkasse bezahlt, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht.

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„Virtuelle Akademie“ sorgt für Erfolg




Gesucht werden neue Lehr- und Lernformen, um Nachhaltigkeit in alle Fachbereiche und Studienrichtungen zu integrieren, erklärte Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) an der Universität Bremen: Rund 400.000 Euro stellt die DBU bereit, damit die Hochschule über ein interaktives Medienportal eine bundesweite „Virtuelle Akademie“ aufbauen kann. . Für dieses so genannte „E-Learning“ – das elektronische Lernen – seien unter anderem die Themen Klimawandel, Ressourceneffizienz, Nachhaltige Entwicklung und ökosozialer Konsum geplant.Zunächst werden Bildungsmodule für die Fachrichtungen Wirtschaftswissenschaft, Ingenieurwesen, Lehramt und Sozialwissenschaften entwickelt. Das interaktive Medienportal baue auf die so genannten Web 2.0-Technologien. In enger Zusammenarbeit mit dem Wuppertal Institut für Umwelt, Klima und Energie würden zudem besonders anwendungsnahe Forschungsergebnisse unmittelbar in die Hochschulbildung eingebracht. Die erste Ausbaustufe der „Virtuellen Akademie“ soll zunächst im Raum Nordwestdeutschland umgesetzt werden.

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Maßnahmen gegen Lärm im Büro




Lärm ist der am meisten beklagte Missstand im Großraumbüro. Hörexperten erforschen Ursachen und Auswirkungen von Bürolärm und entwickeln innovative Lösungen für eine bessere Raumakustik. Störfaktoren sind laute Mitarbeitergespräche , häufiges Telefonklingeln, Papiergeraschel, Druckergeräusche und permanentes Klappern auf Tastaturen. Mannigfaltige Störgeräusche behindern ein konzentriertes Arbeiten und schaffen Stress. Rund 17 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten im Büro. Dabei spielt der Trend zum Großraumbüro eine wachsende Rolle. Sprechen wird als Störquelle Nr. 1 wahrgenommen, mit besonders negativen Auswirkungen auf die kognitiven Leistungen. Neben Gesprächen sind es vor allem Telefonklingeln, Druckergeräusche, Tastaturklappern sowie die mangelnde akustische Privatsphäre, die sich störend auf den Arbeitsprozess auswirken und die Mitarbeiterzufriedenheit deutlich minimieren. Das so belastete Arbeitsklima führt nach einer Einschätzung von befragten Büroarbeitern täglich zu einer zeitlichen Leistungseinbuße von durchschnittlich bis zu 34 Minuten.
Um störenden Lärm im Büro „einzudämmen“, gibt es sehr unterschiedliche Maßnahmen. Das beginnt beim Verhalten der Mitarbeiter selbst: leise Kollegengespräche oder Telefonate. Nicht zu unterschätzen ist auch das Klingeln von Handys. Diese sollten im Büro immer auf lautlos gestellt werden, Zweitens trägt eine raumakustische Gestaltung von Büroräumen ausschlaggebend zur Lärmminderung bei. Hierzu gehört zum Beispiel die Entwicklung von schallabsorbierenden Materialien, die in Decken, Wänden und Fußböden ebenso eingearbeitet werden können wie in Schränken und sogar Leuchten.
Eine weitere Maßnahme ist die sogenannte Sound-Maskierung. Dabei wird Bürolärm unterschiedlicher Art mit einem informationslosen Geräusch „überdeckt“. Dies kann ein gleichmäßiges Rauschen sein, aber auch verschiedene Arten von Musik werden diskutiert. In unserer modernen und globalisierten Arbeitswelt nimmt der Einsatz von multimedialen Kommunikationsmitteln immer stärker zu. Telefon- und Videokonferenzen gehören vielerorts zum Standard.

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Natur garantiert Energieversorgung



Eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien hält Prof. Jürgen Schmid für machbar. Mit dem richtigen Energiemix, den richtigen Konversionspfaden, intelligenten Netzen und neuen Speichertechnologien ist dies für den Institutsleiter des Fraunhofer IWES auch zu vertretbaren Kosten möglich.
Wegweisende Basis für die vorgestellten technologischen Neuerungen ist eine Studie des FVEE mit dem Titel "Vision für ein 100% erneuerbares Energiesystem", die zeigt wie sich bis zum Jahr 2050 eine zuverlässige, kostengünstige und robuste Energieversorgung mit erneuerbaren Quellen in Deutschland erreichen lässt. Sie beschreibt den künftigen Energiebedarf in den Nutzungsbereichen Strom, Wärme und Kraftstoff sowie die Funktionsweise des nachhaltigen Energiesystems, die dafür notwendigen Technologien und den Transformationsprozess.
"Für die Transformation des Energiesystems fallen zunächst erhöhte Investitionen an, die jedoch langfristig vor allem durch eingesparte Kosten bei Energieträgern deutlich überkompensiert werden, so der Wissenschaftler . Gerade für den Strombereich ist dabei ein ausgewogener Mix aus vor allem der Windenergie, Photovoltaik und der energetischen Nutzung der Bioenergie wichtig. Energieeffizienz, intelligente Netze und Speicherung als Schlüsselelemente.
Weitere Ergebnisse der Studie: Bei der vernetzten Betrachtung aller wichtigen Elemente des nachhaltigen Energiesystems, von der Bereitstellung über den Transport und die Verteilung bis zur Energiedienstleistung, lässt sich die Energieeffizienz erheblich erhöhen. Die gesamte Palette der Erneuerbaren hat ein Potenzial, das um ein Vielfaches höher ist als der durch umfangreiche Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung deutlich gesenkte Gesamtenergiebedarf.
Die Vielfalt der Erneuerbaren in Verbindung mit Speichertechnologien gewährleistet dabei, dass die Versorgung jederzeit sichergestellt werden kann. Dazu muss auch der Stromverbrauch über intelligente Stromnetze (smart grids) stärker an das jeweilige Angebot von Wind und Sonne angepasst werden. Für die Überbrückung längerer Phasen mit geringem Angebot erneuerbarer Energien kann in Zeiten mit hohem Angebot der Strom aus Wind und Sonne in chemischen Energieträgern gespeichert und bei Bedarf ins Netz zurückgespeist werden

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Senioren fühlen sich 13 Jahre jünger



Menschen über 70 Jahre fühlen sich durchschnittlich 13 Jahre jünger als es ihren Lebensjahren entspricht. Zu diesem Ergebnis kommt eine jüngst im Journal of Gerontology: Psychological Sciences veröffentlichte Studie, die von Forscherinnen des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Universität Michigan durchgeführt wurde. Die Studie untersucht Veränderungen der Selbstwahrnehmung des Alters und der Alterszufriedenheit über die Zeit an Daten der Berliner Altersstudie. Während sich das Gefühl, 13 Jahre jünger zu sein, im Laufe der Studie nicht veränderte, nahm die Selbstzufriedenheit der Studienteilnehmer im Laufe des sechsjährigen Beobachtungszeitraums ab.
Psychologinnen vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung untersuchten sechs Jahre lang 516 Berliner Frauen und Männer im Alter von 70 bis 104 Jahren, die an der Berliner Altersstudie teilnahmen und fanden eine starke Übereinstimmung mit den amerikanischen Ergebnissen.Eine nähere Untersuchung zeigte allerdings Unterschiede zwischen Personen unterschiedlichen Alters: So wurde beobachtet, dass ältere Teilnehmerinnen und Teilnehmer sogar ein vergleichsweise noch jüngeres gefühltes Alter berichteten als die Jüngeren. Die Veränderung des gefühlten Alters war aber außerdem vom Gesundheitsstatus der Seniorinnen und Senioren abhängig.
Beim Blick in den Spiegel fühlten sich die Teilnehmer zu Beginn der Studie noch 10 Jahre jünger, am Ende der Studie allerdings nur noch sieben Jahre. Allerdings gab es einen deutlichen Geschlechtsunterschied Frauen fühlten sich im Vergleich vier Jahre älter als die männlichen Teilnehmer. Allerdings zeigten die Männer im Laufe des sechsjährigen Beobachtungszeitraums eine stärkere Abnahme der Zufriedenheit als die Frauen.

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Farben geben Auskunft über Leben und Tod




Für Mediziner oder Nahrungsmittelkontrolleure ist es von höchster Bedeutung, die Mikroorganismen exakt zu bestimmen. Eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Jürgen Popp (Friedrich-Schiller-Universität Jena) hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sie zuverlässig identifiziert werden können.
Die Jenaer Arbeitsgruppe vom Institut für Physikalische Chemie verwendet die sogenannte Raman-Spektroskopie, bei der die Probe über einen Laser mit monochromatischem Licht bestrahlt wird. Anschließend können anhand des austretenden Frequenzspektrums, dem "Fingerabdruck" der Zellen, Aussagen über die Zusammensetzung der Probe gemacht werden. Potenzielle Krankheitserreger können bereits vor einer explosionsartigen Vermehrung einzeln identifiziert und frühzeitig bekämpft werden. Dabei sind für Mediziner vornehmlich die lebenden Zellen von Bedeutung. "Eine tote Zelle stellt in der Regel keine unmittelbare Gefahr für den Organismus mehr dar", erläutert Prof. Popp, das untergeordnete Interesse daran. "Wir haben eine Methode entwickelt, mit der die toten Zellen direkt als solche identifiziert werden können", so der Jenaer Chemiker. Die Wissenschaftler nutzen den grün fluoreszierenden Farbstoff SYTO 9 und das rot fluoreszierende Propidium-Iodid (PI), die beide in einem sogenannten Färbe-Kit vorhanden sind. Mit ihm werden die Proben behandelt. Das positiv geladene PI kann nur in tote Zellen eindringen, da es die Zellmembranen lebender Zellen wegen ihres positiven Zellpotenzials nicht passieren kann. Das neutrale SYTO 9, das in beide Zelltypen eindringen kann, wird durch das PI in den toten Zellen unterdrückt. Das hat zur Folge, dass die toten Zellen rot fluoreszieren, während die lebenden Bakterien grün leuchten. Da beide Farben nur in Verbindung mit DNA wirken, leuchten abiotische Partikel nicht.
Neben der Reduzierung der Messzeiten, die besonders in der Nahrungsmittelanalyse oder bei Blutuntersuchungen von Bedeutung ist, nutzen die Jenaer Wissenschaftler ihre Entwicklung zur Identifikation unbekannter Bakterienstämme. Dafür haben sie die Raman-Spektren verschiedener Arten untersucht und eine Datensammlung angelegt, die unter anderem wichtige Hinweise auf Alter, Nährmedium und Wachstumstemperatur enthält.

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Gen regt Regeneration von Fischflossen an



Das Gen smp liefert wichtige Antworten zur Neubildung von Körpergewebe.
Den molekularen Geheimnissen der Regeneration etwas mehr auf die Spur gekommen sind jetzt Forscher am DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) und am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen. In der Fachzeitschrift Developmental Biology beschreiben sie die neu entdeckte Funktion des Zebrafisch-Gens fam53b /simplet (smp) in Bezug auf den Regenerationsprozess von Geweben.
Während der Neubildung von Schwanzflossen beim Zebrafisch reguliert smp zum einen die Vermehrung von Zellen und zum anderen die Aktivierung von Genen. In vorangegangenen Studien ist bereits die Rolle von smp im Prozess der Zellvermehrung identifiziert worden. In der nun vorliegenden Studie haben die Dresdner und Tübinger Forscher erkannt, dass smp während der frühen Regeneration der Schwanzflosse und des Herzens aktiv wird und die Struktur (Patterning) des neu entstehenden Gewebes maßgeblich beeinflusst. "Die starke Vermehrung von Zellen und die Regulierung von Genen nach dem Verlust von Körperteilen ist Teil des natürlichen Regenerationsprozesses bei Organismen, die die Fähigkeit besitzen, ganze Körperteile wiederherzustellen", so Christopher Antos. "Der Zebrafisch kann verschiedene Gewebe, wie beispielsweise Flossen und Herz nach Teilverlust vollständig regenerieren." Dabei spielt smp eine wichtige Rolle: "Im Zebrafisch wird smp bei der Neubildung der Flossen und des Herzens angeschaltet.
Die Frage der Wissenschaftler: Lässt diese Entdeckung auch Rückschlüsse auf den Menschen zu? Es gibt in der Tat ein menschliches Gen, das dem Zebrafisch Gen smp sehr ähnlich ist. Durch die Identifikation weiterer molekularer Zusammenhänge bei der Regenerierung sind therapeutische Ansätze für die Neubildung von menschlichem Gewebe zukünftig durchaus denkbar.

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Ältere brauchen mehr Gehirn zum Fühlen



Können junge Versuchspersonen zwei nah beieinander liegende Reize, z.B. Zirkelspitzen, gut als getrennte Reize wahrnehmen, so nehmen Ältere dieselben Spitzen als eine wahr. Überraschend fanden die Bochumer Forscher bei Älteren eine größere Repräsentation der Hand im Gehirn als bei Jüngeren - man hätte erwartet, dass dies mit besseren Leistungen einhergehen würde.
Im Alter funktioniert vieles nicht mehr so gut wie in jungen Jahren. Neben der Hör- und Sehkraft nimmt auch die Leistung des Tastsinns ab. Alltägliches wie das Zuknöpfen eines Hemdes entwickeln sich dann zu einer Herausforderung. Es liegen bei altersbedingten Veränderungen also andere Mechanismen zugrunde als beim Lernen, wo größere Repräsentation mit besserer Leistung einhergeht.
Die funktionelle Organisation des menschlichen Gehirns folgt speziellen Ordnungsprinzipien. Beispielsweise werden taktile Sinneseindrücke, die über benachbarte Hautbereiche wahrgenommen werden, im entsprechenden Teil unseres Gehirns ebenfalls in benachbarten Repräsentationen verarbeitet. So entsteht im menschlichen Gehirn eine vollständige Abbildung des menschlichen Körpers, der "Homunkulus". Sowohl im Bereich der rechten als auch der linken Hand ist der Tastsinn älterer Menschen schlechter als der junger Menschen. Bei jungen Versuchspersonen geht typischerweise eine lernbedingte Verbesserung des Tastsinns mit vergrößerten Repräsentationsarealen einher. Daher hatten die Bochumer Forscher bei ihren Versuchspersonen hohen Alters erwartet, kleinere Repräsentationen der Hand-/Fingerareale im Gehirn vorzufinden. Das Gegenteil war aber der Fall: Ältere Menschen aktivieren somit für eine sensorische Aufgabe, auch wenn sie schlechter ausgeführt wird, größere Teile ihres Gehirns. Dies deutet drauf hin, dass die beobachteten kortikalen Veränderungen im Gehirn des älteren Menschen anderen Mechanismen unterliegen, als dies für lernbedingte Veränderungen gilt.

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Frühe Planung erleichtert Transport




Wie durch kluge Logistik die Straßen entlastet und Waren zuverlässiger transportiert werden, untersuchten Wissenschaftler. Im Jahr 2007 wurde bereits die Menge an Waren transportiert, die erst für das Jahr 2015 prognostiziert worden ist. Und bis zum Jahre 2015 wird sich der Containerumschlag in den deutschen Nordseehäfen nach Schätzungen vieler Experten noch verdoppelt haben.
"Mit der stetig wachsenden Arbeitsteilung geht einher, dass ein Computer heutzutage rein rechnerisch zweimal die Erde umrundet hat, bevor er den Verbraucher erreicht", beschreibt Frank Straube die Begleitumstände der Globalisierung. Vor dem Hintergrund, dass die Weltbevölkerung schon bald neun Milliarden Menschen - also neun Milliarden Konsumenten - zählen wird, ginge es darum, weltweite interkontinentale Transportnetzwerke für die verlässliche Beförderung von Waren zu gestalten.Ein vielversprechender Ansatz, um Kapazitätsengpässe zu vermeiden, ist ein früherer Austausch von Informationen entlang der gesamten Transportkette. Dieser Ansatz ist jedoch wegen der Komplexität der Wege und der Vielzahl der Akteure mit ihren unterschiedlichen Interessen nicht immer leicht zu vermitteln. Erste Untersuchungen zeigen allerdings: Je früher die Informationen ausgetauscht werden - also noch vor Ankunft des Schiffes - desto verlässlicher kann die Transportkette organisiert werden.
Oftmals entscheidet ein Händler erst nach Ankunft des Schiffes im Hafen - also sehr spät - in welche Region die Ware verschickt werden soll. "In Zukunft wird die Bedeutung von Binnenhäfen wachsen, vor allem wird die trimodale Anbindung eines Binnenhafens - also sowohl an Binnenwasserstraßen als auch an das Straßennetz und die Schiene - an Bedeutung gewinnen", prognostizieren Frank Straube und Roman Grig.

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Forscher untersuchen Ozeanzirkulation



Ein Projekt der Europäischen Union an der Universität Hamburg untersucht die Frage: Stirbt der Golfstrom? Kommt die nächste Eiszeit? Diese konkreten Fragen haben Meeres- und Klimaforschern häufig mit Nein beantwortet. Dennoch kann es in Folge des globalen Klimawandels zu Veränderungen im europäischen Raum kommen. Ein Konsortium aus 20 wissenschaftlichen Forschungsinstitutionen in neun europäischen Ländern hat sich jetzt im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes THOR (Thermohaline Overturning - at Risk?) zum Ziel gesetzt, die Rolle des Ozeans für die zukünftige Klimaentwicklung zu erforschen. Das Projekt, von der Europäischen Kommission bis 2012 mit einem Betrag von 9,3 Mio Euro gefördert, wird an der Universität Hamburg am Institut für Meereskunde koordiniert. Die Arbeitsgruppen in THOR gehen ihre Fragen mit unterschiedlichsten Methoden an: Ozean-Atmosphäre-Modellsimulationen mit Hochleistungscomputern erzeugen 1000 Jahre lange Zeitserien der Ozeanzirkulation, die auf natürliche Klimaschwankungen hin untersucht werden, um die Kopplungsmechanismen der Sphären zu verstehen. Regionale Untersuchungen beschäftigen sich mit dem Effekt zunehmender Süßwasserflüsse der abschmelzenden grönländischen Festeismassen und ihrer Auswirkungen auf den Ozean. Ein Netz von im Meer verankerten Messgeräten, das von Kanada bis zum europäischen Festlandssockel reicht, liefert direkte Angaben über den ozeanischen Wärmeaustausch vom Nordatlantik in das Nordmeer.

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Gehirn verändert sich bei Übergewicht



Bei Menschen mit starkem Übergewicht schrumpft das Gehirnvolumen und sie haben eine verringerte Gewebedichte in der grauen Substanz, fanden Forscher des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften heraus. Dazu gibt es noch Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Die Forscher vom Leipziger Max-Planck-Institut haben zusammen mit der Abteilung für Endokrinologie des Universitätsklinikums Leipzig und dem University College London erstmals außerdem noch geschlechtsspezifische Unterschiede festgestellt.
Die Forscher untersuchten die Gehirne von normalgewichtigen bis stark übergewichtigen Frauen und Männern mithilfe diffusionsgewichteter Magnetresonanztomographie (MRT). Mit dieser Methode lassen sich Bewegungen der Wassermoleküle im Gehirn erfassen, die von Barrieren im Gewebe – wie etwa den Nervenfasern – beeinflusst werden. Dabei stellten die Forscher bei beiden Geschlechtern eine verlangsamte Diffusion in Faserrichtung fest. Nur bei den Frauen zeigte sich zudem auch eine erhöhte Beweglichkeit senkrecht zur Faserrichtung. Beide Befunde könnten auf unterschiedliche Degenerationsprozesse hinweisen.
Die Diffusionsunterschiede, die ähnlich auch im Zusammenhang mit vorzeitiger Alterung des Gewebes zu beobachten sind, waren bei den weiblichen Versuchspersonen ausgeprägter und betrafen größere Teile des Corpus callosum. Es ist das erste Mal, dass bei der Wirkung von Übergewicht auf das Gehirn systematische Unterschiede zwischen den Geschlechtern nachgewiesen werden konnten.

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Cyber-Mobbing an Schulen: Ein Fünftel betroffen



Neben persönlichen Gründen spielen oft die Klassen- und Schulstruktur eine wichtige Rolle beim Mobbingverhalten der Schüler. Dies deutet eine Pilotstudie der Universität Hohenheim an zwei Schulen im Raum Stuttgart an. Mehr als ein Fünftel der befragten 409 Schüler (insgesamt 22,1 Prozent) haben demnach schon persönliche Erfahrungen mit dem Phänomen. Vor allem Schülerinnen und Jüngere werden zur Zielscheibe der virtuellen Angriffe. So hatten die weiblichen Befragten ein 6fach erhöhtes Risiko, Opfer von Cyber-Mobbing zu werden. Täter sind häufig gut integrierte Kinder aus der Mitte der Klasse. Das Spektrum der Taten reicht von persönlichen Angriffen auf Soziale Netzwerkseiten und Communities über die Veröffentlichung verletzender Bilder bis hin zum Einstellen peinlicher Videos ins Netz, so die Erkenntnis am Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft, Die Hohenheimer Studie zeigt, dass insbesondere Vielnutzer von Internet und sozialen Netzwerken häufiger zu den Tätern gehören.

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Das ist ja sowas von peinlich!



Wenn man sich für andere schämt, sind vergleichbare Gehirnareale aktiv, als ob man den Schmerz anderer nachempfindet. Das ist das Resultat einer aktuellen Studie zu den neuronalen Grundlagen des Fremdschämens, die Wissenschaftler der Philipps-Universität in der aktuellen Ausgabe des Online-Wissenschaftsmagazins „PLoS One“ veröffentlichten. Unterhaltungssendungen wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Stromberg“ erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie liefern Fremdscham dank peinlicher Situationen frei Haus. In sozialen Interaktionen ist es von großer Bedeutung, das Gesicht nicht zu verlieren und dass man sich schämt, wenn man sich im Geiste in die Lage eines anderen versetzt, so die Wissenschaftler.
Mitleid, das man bei der Beobachtung körperlicher Verletzungen anderer empfindet: wird in der anterioren Insula und dem anterioren cingulären Cortex verarbeitet. Die gleiche Feststellung machten die Forscher jetzt beim Ersatzschämen.
Sie konfrontierten in einer Fragebogenstudie 600 Freiwillige mit dargestellten, peinlichen Szenen und registrierten die Reaktion. Das erste Ergebnis: Es stellte sich ein Gefühl der Scham ein, das der Betrachter empfand, wenn der Beobachtete ins Fettnäppchen trat..
In einer weiteren Untersuchung identifizierten die Studienautoren mittels Messung, welche Gehirnareale aktiv sind, wenn andere absichtlich oder unabsichtlich soziale Normen verletzen. Die Forscher maßen die Gehirntätigkeit von 32 Probanden, die Darstellungen peinlicher Situationen betrachteten. Hierbei fanden sie ebenfalls robuste Aktivierungen der anterioren Insula und im anterioren cingulären Cortex, dem Hirnstamm und dem Kleinhirn. Eine starke neuronale Aktivität zeigte sich selbst dann, wenn die beobachtete Person selbst ihre Lage nicht peinlich fand.





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Armut verhindert Bildung und macht krank



Der Kochtopf entscheidet mit beim sozialen Aufstieg, stellt ein Ernährungsmediziner der Universität Hohenheim fest. Viele Kinder seien blass und übergewichtig, ihr Immunsystem sei geschwächt und ihre Entwicklungschancen schlecht: Jedem sechsten Kind in Deutschland beschert der Hartz IV-Regelsatz eine ungenügende Ernährung. Oft fallen die benachteiligten Kinder schon in der Schule aus oder leiden nach schlechtem Berufsstart doppelt so häufig an chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes „Der soziale Aufstieg wird so bereits am Küchentisch erstaunlich effektiv blockiert“, beklagt Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski, Sprecher des Sachverständigenbeirates der Ernährungsinformation der Universität Hohenheim. Auf den ersten Blick scheint alles im Lot in Deutschland – auch auf den Kindertellern. „Von den Verantwortlichen der Nationalen Verzehrstudie hört man, ab dem 14. Lebensjahr gebe es keinen Vitaminmangel mehr, Wenn man damit schwere Mangelzustände mit klassischen Krankheitsbildern meint, ist das korrekt. Damit geht man jedoch ganz offensichtlich darüber hinweg, dass laut Ergebnis derselben Studie ein Großteil der Bevölkerung die empfohlene Menge wichtiger Nährstoffe – zum Beispiel Folsäure, Vitamin D, Calcium, Vitamin E und andere – nicht erhält“, so Prof. Dr. Biesalski. In armen Familien zwinge der Kostendruck zu preiswertem, einseitigem Essen. Das seien fast automatisch die billigeren Lebensmittel mit höherem Energiegehalt – vor allem Fett, aber ansonsten ernährungsphysiologisch nicht ausreichend „Selbst bei Lebensmitteldiscountern sind Ausgaben von mindestens 5 € pro Tag und Kind notwendig, um eine Ernährung zusammenzustellen, die ohne jeden Bioanspruch das Prädikat ‚Gesund’ auch nur annähernd verdient“, so Prof. Dr. Biesalski. Der Hartz-IV-Regelsatz sehe für Kinder zwischen 2. und 6. Lebensjahr dagegen nur 2.62 € und zwischen dem 7. und 14. Lebensjahr 3.22 € pro Tag vor – gerade die Hälfte des Minimums.
„Kinder aus armen Familien sind doppelt so häufig krank und übergewichtig – auch das ist ein Ergebnis aus deutschen Erhebungen. Langfristig begünstigt das Fehlen der zitierten Mikronährstoffe die Entwicklung chronischer Erkrankungen: Arteriosklerose, Diabetes und andere. Aus 2,5 Millionen Kindern, die sich aufgrund Armut fehlernähren, werden Erwachsene mit einem doppelt so hohen Risiko für Bluthochdruck und Diabetes, wie schwedische und US-amerikanische Studien kürzlich eindrucksvoll gezeigt haben.“

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Nur ein Viertel erreicht Hauptschulabschluss



Rund 500.000 deutsche Schülerinnen und Schüler haben einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Gut 80 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen mit einem Handicap oder einer Behinderung besuchen in Deutschland eine der zahlreichen Sonder- und Förderschulen. Drei Viertel, also rund 300.000 dieser jungen Menschen, haben am Ende ihrer Schulzeit keinen Hauptschul-Abschluss und finden nur schwer einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.
Nach Einschätzung von DJI-Direktor Prof. Dr. Thomas Rauschenbach richten Bildungs- und Sozialpolitik ihr Augenmerk noch zu wenig auf diese Gruppe der Förderschüler und Förderschülerinnen, die Gefahr laufe, aufgrund fehlender Abschlüsse und Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft ohne Perspektive zu bleiben. Denn die Mehrheit der jungen Menschen ohne Schulabschluss komme inzwischen nicht mehr aus den Hauptschulen, sondern aus den Förderschulen.
Zum ersten gelingt es den Förderschulen nicht hinreichend, diese jungen Menschen mit einer Lernschwäche trotz einer günstigen Schüler-Lehrer-Relation von durchschnittlich 1:11 so zu fördern, dass sie an den Hauptschulabschluss herangeführt werden können, und nur ein Bruchteil der Schülern und Schülerinnen wechselt nach einer Zeit der gezielten Förderung zurück auf die Regelschule.
Warum die intensive Förderung oftmals nicht zum gewünschten Erfolg führt, erklären viele der Lehrkräfte damit, dass bei den Schülern und Schülerinnen mit einer Lernschwäche ein ganzes Bündel an Ursachen für den Übertritt in die Förderschule maßgeblich sei. Neben gravierenden Leistungsrückständen, Defiziten in der Sprachentwicklung sind dies problematische Familienverhältnisse, anregungsarme Herkunftsfamilien oder schwere traumatische Erlebnisse, die bei den Kindern zu Lernbehinderungen oder -blockaden führen.
Auch für die Jugendlichen selbst ist der Wechsel auf eine Förderschule zum Teil mit dem Gefühl verbunden, versagt zu haben. Einige berichten von demütigenden Stigmatisierungserfahrungen. Andere hingegen sprechen aber auch von einem Gefühl der Erleichterung, aus einem für sie schwierigen Lernklima in ein positiveres Lernumfeld wechseln zu können.

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Lärm in kleinen Betrieben wirksam bekämpfen



Lärm belastet laut BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung über die Hälfte der Beschäftigten im gewerblichen Bereich. Mit knapp 5.600 anerkannten Fällen war die Lärmschwerhörigkeit auch 2009 die häufigste Berufskrankheit. Lärmminderung ist damit nach wie vor eine dringende Aufgabe des Arbeitsschutzes. Doch insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) benötigen überbetriebliche Unterstützung. Sägen, Hämmern oder Bohren - die Lärmquellen in KMU sind ebenso vielfältig wie die Art der Betriebe im gewerblichen Bereich. Doch Lärm schädigt nicht nur das Gehör, sondern stresst auch. Den besten Schutz vor Lärm bietet die Auswahl und Beschaffung leiser Maschinen, denn Lärm muss an der Quelle bekämpft werden. Bemühungen, den Arbeits- und Lärmschutz in die Investitionsplanung zu integrieren, beschränken sich jedoch weitgehend auf mittlere und größere Unternehmen, so der Bericht der BAuA. Hingegen findet in kleineren Betrieben praktisch keine Beratung statt. Investitionen in Maschinen und Gebäude sind seltene Ereignisse mit eigener Dynamik. Doch eröffnen diese Anlässe Chancen für einen vorbeugenden Lärmschutz, vorausgesetzt fachkundige Beratung steht zur Verfügung.
Dies scheitert aber an Qualifizierungsdefiziten der Berater, bemängeln die Autoren der Studie. Auch fuschen manche Hersteller bei der Angabe der Geräuschbelästigung durch ihre Maschinen.




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Kleine Forscher ganz groß



Forscher-Ferien regen das naturwissenschaftliche Interesse von Kindern im Grundschulalter überdurchschnittlich an und fördern zudem noch ihre sozialen Kompetenzen - ganz besonders dann, wenn die Kinder durch soziale Benachteiligung oder Sprachbarrieren Lernschwächen aufweisen. Das ist ein Ergebnis eines Projektes der Deutsche Telekom Stiftung 2006, benachteiligte Grundschulkinder für Naturwissenschaften zu begeistern. Zwischen 2006 und 2010 gingen rund 250 Grundschulkinder an den Universitäten Bochum und Kiel während der Sommerferien auf naturwissenschaftliche Entdeckungstouren.
Die kurz- und langfristigen Effekte der Forscher-Ferien untersuchte Professorin Cornelia Gräsel von der Universität Wuppertal. Wesentliche Ergebnisse sind: Die Teilnehmer der Forscher Ferien beschäftigen sich auch in ihrer Freizeit eher mit Naturwissenschaften als andere Kinder.. Besonders Mädchen profitieren bei der Entwicklung ihrer naturwissenschaftlichen Kompetenzen von den Forscher-Ferien.
In den Sommerferien experimentierten die Kinder an der Ruhr-Universität Bochum und an der Christian-Albrechts-Universität Kiel in den Hochschullaboren zu alltagsbezogenen Themen wie zum Beispiel „Die Milch macht`s“, „Vom Feld auf den Frühstückstisch“ oder „Der Traum vom Fliegen“. Außerdem unternahmen sie Ausflüge zu Museen oder Forschungseinrichtungen. Nach den Ferien vertieften die Schüler das Erlebte in einer Naturwissenschafts-AG an ihrer Grundschule.

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Einwanderer machen sich häufig selbstständig



Einwanderer machen sich häufig selbstständig - junge Leute dagegen immer seltener: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Migranten sind gründungsfreudiger als die einheimische Bevölkerung. In den vergangenen drei Jahren haben rund sieben Prozent der Migranten ein Unternehmen gegründet. Unter den Deutschen ohne Migrationshintergrund waren es nur 4,2 Prozent. Die höhere Gründungsbereitschaft von Migranten scheint häufig eine Reaktion auf ihre schlechteren Chancen am Arbeitsmarkt zu sein. Auffällig ist zudem, dass die von Migranten gegründeten Unternehmen im Durchschnitt größer sind als die von anderen Selbstständigen. Mehr als 70 Prozent beschäftigen bereits bei der Gründung Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter. Bei den einheimischen Gründerinnen und Gründern sind es nur 50 Prozent. Die Studie zeigt auch das die Gründungslust der 18- bis 24-Jährigen stark nachgelassen hat. Im Jahr 2002 entfielen auf diese Altersgruppe noch 14 Prozent aller Firmengründungen, 2010 nur noch 3,5 Prozent.
Deutschland besetzt in der Statistik der Unternehmensgründungen einen Mittelplatz. Die deutschen Gründer sind pessimistischer und eher risikoscheu. Bei den Rahmenbedingungen für erfolgreiche Gründungen erhält Deutschland auch vergleichsweise schlechte Noten. Vor allem bei der schulischen und außerschulischen Vorbereitung auf unternehmerische Selbstständigkeit, gebe es großen Nachholbedarf, sagen die Wissenschaftler. Die Studie beruht auf den Daten des Global Entrepreneurship Monitors, einem Forschungskonsortium, das jährlich weltweit vergleichbare Daten zu unternehmerischen Aktivitäten erhebt.

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Schalter für mehr Nervenzellen



Dresdner Regenerationsforscher haben ein Versuchsmodell geschaffen, mit dem im erwachsenen Gehirn von Säugetieren Nervenzellen gezielt vermehrt werden können. Mit dem neuen Modell werden Versuche möglich, Einfluss auf die neuronalen Stammzellen sowie auf die kognitiven Funktionen des Gehirns zu nehmen, auf Lernen, Gedächtnis und Gemütszustand. Stammzellen sind die Zellen, von denen andere Zellen abstammen. Sie sorgen dafür, dass unter anderem Säugetiere sich entwickeln und lebenslang anpassen können. Die regenerative Medizin birgt große Hoffnungen für neue Therapieansätze. Sicher ist, dass nicht nur im embryonalen, sondern auch im adulten (erwachsenen) Gehirn von Säugetieren die neuronalen Stammzellen die gesamte Lebenszeit hindurch Nervenzellen (Neuronen) und Gliazellen (Stützzellen) produzieren, die das Nervensystem bilden. Fest steht: die neuronalen Stammzellen sind entscheidend für die Kontrolle der kognitiven Gehirnfunktionen wie Lernen, Gedächtnis und Gemütszustand. Bei alternden Säugetieren nehme die Bildung von Nervenzellen ab und Lernfähigkeit und Gedächtnis verschlechtern sich. Ein Versuchsmodell, um die Hypothesen zu untersuchen, haben die Dresdner Wissenschaftler Dr. Federico Calegari und Benedetta Artegiani vom DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) mit ihrer Arbeitsgruppe entwickelt. Die Forschungsergebnisse sind gemeinsam mit Prof. Dr. phil. Dirk Lindemann vom Institut für Virologie der Technischen Universität Dresden entstanden.
In einer 2009 publizierten Studie konnten die Dresdner Wissenschaftler in embryonalen Mausgehirnen nachweisen, dass eine verkürzte Zeitspanne zwischen zwei Zellteilungen die Vermehrung der Stamm- und reifen Nervenzellen ermöglicht und dadurch das Gehirn vergrößern kann. Calegari hat sich bei seinen Versuchen für den Hippocampus erwachsener Mäuse entschieden, eine Hirnregion, die enorm wichtig für die Gedächtniskonsolidierung, also die Überführung von Gedächtnisinhalten aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis, sowie das Lernen ist. Mit Hilfe genetisch programmierter Viren (virale Vektoren) führt er im Maus-Hippocampus eine Überexpression eines Proteinkomplexes herbei, die eine erhöhte Produktion von Stammzellen in Gang setzt.
Das Modell der Dresdner Wissenschaftler, das nach Belieben das An- und Ausschalten des Proteinkomplexes, einer cdk4- und cyclinD1-Überexpression erlaubt, um zusätzliche neuronale Stammzellen oder Neuronen zu gewinnen, ist ein bedeutender Fortschritt für die Stammzellforschung und die Entwicklung neuer Therapien für neurodegenerative Erkrankungen oder Verletzungen des zentralen Nervensystems.

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Technikverständnis beginnt im Sandkasten




Ohne einen flächendeckenden Technikunterricht an Deutschlands Schulen können Projekte zur Förderung des Technikinteresses dem Nachwuchsmangel in den technisch-naturwissenschaftlichen Berufen nicht abhelfen. Zu diesem Ergebnis kommt acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften. Technik sollte als eigenes Unterrichtsfach oder als integraler Bestandteil verwandter Disziplinen im Lehrplan fest verankert werden. Die Studie widerlegt, dass Schülerinnen und Schüler sich erst in den höheren Klassen für Technik interessieren. In der frühen Jugend müsse das Interesse geweckt werden.
Schülerinnen und Schülern im Hochtechnologieland Deutschland stehen nach wie vor zu wenig attraktive Technikangebote im Unterricht zur Verfügung. Verbände, „Der zentrale Ort der Technikvermittlung muss die Schule sein“, sagt Studienleiter und acatech Präsidiumsmitglied Ortwin Renn. „Nur dort können Kinder entsprechend ihrer Begabung frühzeitig und kontinuierlich bis in die Oberstufe an Technik herangeführt werden. Die Einführung von Technikunterricht an Schulen ist daher längst überfällig.“ Für den Unterricht müssten Fachkräfte ausgebildet werden und die Schulen eine entsprechende technische Ausstattung erhalten.
Außerschulische zusätzliche Lernangebote spielten eine positive Rolle Der Studie „Monitoring von Motivationskonzepten für den Techniknachwuchs“ (MoMoTech) zufolge sollte die Technikförderung schon im Kindergarten beginnen und, je nach Bildungskarriere, bis zum Hochschulabschluss fortgeführt werden. Eine technische Früherziehung müsse sprichwörtlich im Sandkasten beginnen.
Schlecht ist es in Deutschland nach wie vor um die Berufsperspektiven von Frauen in den technischen Berufen bestellt. Bereits im Kindesalter werde den Mädchen eine geringe Technikkompetenz zugeschrieben. Im Elternhaus werden die meisten von ihnen weniger gefördert als Jungen. Dadurch entwickeln Mädchen bis zur Pubertät eine ablehnende Haltung und schätzen sich selbst bei besseren Noten in Technik, Physik oder Mathematik als weniger technikbegabt ein.

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Stoppt die Mobber-Website



Mobiltelefone und das Internet werden häufig missbraucht, Menschen körperlichen oder psychischen Schaden zuzufügen. Beim „Happy Slapping“ (Fröhliches Schlagen) werden zum Beispiel Gewalttaten mit dem Handy gefilmt, Stalker nutzen das Internet, um ihre Opfer zu denunzieren. Wissenschaftlich fundierte Hintergrundinformationen zu Ursachen, Verlauf und Prävention dieser Gewaltphänomene gibt die Website „Stoppt die Mobber“.
Studierende aus dem Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit der Hochschule Darmstadt untersuchten die Hintergründe und Zusammenhänge psychosozialer Belastungen. Schwerpunkt waren zunächst Problematiken wie Mobbing, Burnout oder Stress im Allgemeinen – also kritische Situationen im Arbeitsalltag. Dann rückte der Fokus auf den Freizeitbereich: Happy Slapping, Cyberstalking und Stalking sowie Dating Violence, Gewaltakte in Beziehungen Jugendlicher, sind neue Schwerpunkte auf der Seite.
Ein weiterer neuer „Stoppt die Mobber“-Schwerpunkt befasst sich mit den rechtlichen Dimensionen von Gewalttaten So sind etwa Opfer von Cyberstalkern diesen meist hilflos ausgeliefert, wenn die Täter Bestellungen unter einem fremden Namen im Internet tätigen oder manipulierte Webpages veröffentlichen.

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„Digital Natives“, wollen mitreden



Die Reaktorkatastrophe in Fukushima und die Plagiatsaffäre um Ex-Minister zu Guttenberg haben gezeigt: Im Zeitalter der Onlinemedien steigt der Meinungsaustausch in öffentlichen Internetforen stark. Allerdings bieten soziale Netzwerke wie Facebook den Nutzern nur wenige Möglichkeiten, um öffentlich zu diskutieren, da meist nur innerhalb von geschlossenen Gruppen kommuniziert wird. Zwei Doktoranden der Universität des Saarlandes haben sich mit diesem Problem auseinandergesetzt und ein Internetportal für Themendebatten gegründet: „Bebbl.com“ wird zum Sommersemester kostenfrei zugänglich sein. Dort können News erörtert und die Kommentare anderer Nutzer bewertet werden.
Atomkraft: ja oder nein? Nur eines von vielen heiklen Themen, genannt Channels - die um die ganze Welt wandern. Besonders die Generation der „Digital Natives“, der jungen Internetnutzer, möchte bei solchen Diskussionen mitmischen. Die Teilnehmer nennen sich „Follower“. Jedem Nutzer steht es frei, anonym zu bleiben und quasi inkognito Kommentare zu verfassen, ohne seine Identität dabei einzubüßen.
Ein sogenanntes Gutes-Karma-Konzept ermöglicht es, alle bereits verfassten Meldungen, auf- oder abzuwerten. Hat ein Kommentar zu viele negative Bewertungen, verschwindet er von der Webseite.

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Orientierung für Berufswahl:


Praktische Erfahrungen und Internet


Wenn es um die Berufsorientierung junger Menschen geht, stehen praktische Erfahrungen und das Internet an erster Stelle. Für mehr als drei Viertel der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) befragten Auszubildenden ist das Betriebspraktikum der beste Weg gewesen, sich über einen Beruf zu informieren – gefolgt vom Internet und Betriebsbesichtigungen. Obwohl das Internet insgesamt bei den Jugendlichen sehr gut abschneidet, erzielen spezielle Webseiten zur Berufsorientierung eher schwache Ergebnisse.
Junge Frauen wissen früher, was sie werden wollen und ihre tatsächliche Berufswahl treffen sie häufiger aufgrund praktischer Erfahrungen als junge Männer.
Geht es um Rat und Unterstützung, zählen Jugendliche an erster Stelle auf ihre Eltern.. Aber auch Freunde/Freundinnen (32 Prozent) sowie Lehrer/Lehrerinnen (30) spielen eine bedeutende Rolle.

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Online-Test korrigiert Vorstellungen



Schülerinnen und Schüler können sich bei der Suche nach dem passenden Studienfach im Internet testen. Die Universität des Saarlandes bietet Erwartungschecks zu verschiedenen Studienfächern an.
Die Tests wurden von Psychologen um Professor Frank Spinath gemeinsam mit der Studienberatung und Dozenten aus den einzelnen Studienfächern entwickelt.
Schon seit zwei Jahren geht es mit einem Interessenstest der Universität des Saarlandes. Mit diesem Online-Fragebogen erkennen die Schüler ihre Stärken und Schwächen. Am Ende des Tests werden den Studieninteressierten einzelne Fachrichtungen aufgezeigt, die zu ihren Interessen und Neigungen am besten passen In weiteren Online-Tests, den Erwartungschecks, können die Abiturienten dann überprüfen, ob ihr gewünschtes Studienfach auch inhaltlich das bietet, was sie sich darunter vorstellen. Das ist bereits für zwölf Studienfächer möglich. Weitere fünf folgen: Biologie, Bioinformatik, Altertumswissenschaften, vergleichende Sprachwissenschaften und Zahnmedizin.
Im Test werden für jeden Studiengang etwa 30 bis 35 Aussagen präsentiert zu denen der Benutzer angeben soll, ob er sie für richtig oder falsch hält. Zusätzlich lässt sich zu jeder Aussage ein Textblock mit weiteren Infos aufrufen. Auch die Universität Bonn stellt einen kostenlosen Studienberater zur Verfügung: den
„Studienscout Academicus“. Hier ist ein Abgleich mit 18 Studiengängen möglich

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Wörterbuch macht Heim-Wohnen leicht



Das Bielefelder „Illustrierte mehrsprachige Wohnheimwörterbuch“, erscheint jetzt in einer bundesweiten Ausgabe, herausgegeben durch das Deutsche Studentenwerk (DSW). Das Wörterbuch soll internationalen Studierenden helfen, sich in Deutsch, Englisch oder Chinesisch in den Wohnheimalltag hineinzufinden. Das DSW, der Dachverband der Studentenwerke in Deutschland, legte das Büchlein in einer zweiten Auflage auf und stellt es den 58 deutschen Studentenwerken mit insgesamt 14.000 Exemplaren zur Verfügung. Auch über die Grenzen Deutschlands hinaus ist man auf die Bielefelder Idee aufmerksam geworden: Eine der wichtigsten deutschen Einrichtungen bei der internationalen Zusammenarbeit im Hochschulwesen, die „Chinesisch-Deutsche Hochschule für Angewandte Wissenschaften (CDHAW)“ in Shanghai nutzt das Wörterbuch flächendeckend für die interkulturelle Vorbereitung aller Studierenden für einen Deutschlandaufenthalt.

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Smartphones zu Powerpoint-Fernbedienungen



Präsentationen mit Powerpoint gehören zum Alltag, genauso wie die Powerpoint-Fernsteuerungen. Medieninformatiker der Universität Regensburg haben eine spezielle Software-Anwendung (eine App) entwickelt, die aus einem gängigen Smartphone eine preisgünstige Powerpoint-Fernbedienung macht.
Im Gegensatz zu eher spaßig gemeinten Apps, die aus einem Handy eine Parkscheibe oder einen Adventskranz machen, sollte die neue App nützlich und auf die konkreten Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet sein. Zudem stand die Anwendbarkeit bzw. die „Usability“ im Vordergrund. Bei der Entwicklung legten die Regensburger Medieninformatiker daher besonderen Wert darauf, dass die Nutzeroberfläche der App einfach gestaltet und intuitiv bedienbar ist. Die Oberfläche wurde auf wenige Bedienelemente reduziert, um es dem Vortragenden zu erlauben, sein Smartphone „blind“ zu steuern, ohne seinen Blick ständig auf das Display seines Handys richten zu müssen. Während der Präsentation wischt er mit dem Daumen über die Mitte des Displays seines Mobiltelefons, worauf die Präsentation zur nächsten Folie springt. Ein Wischer in die entgegen gesetzte Richtung öffnet die vorhergehende Folie. Am oberen Bildschirmrand zeigt eine Digitaluhr die bereits verstrichene Zeit an, so dass der Nutzer immer weiß, wie lange er schon spricht. Am unteren Bildschirmrand setzt eine Schaltfläche auf der rechten Seite die Stoppuhr zurück und mit der linken Schaltfläche lässt sich die Präsentation pausieren. Beide Aktionen werden aber erst ausgelöst, wenn der Nutzer die Schaltflächen mindestens drei Sekunden lang berührt.

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Ortszellen in Lauerstellung



Forscher des Bernstein Zentrums Berlin und der Humboldt-Universität fanden heraus, dass sich Zellen unseres Ortsgedächtnisses frühzeitig auf ihre Aufgabe vorbereiten. In unserem Gehirn werden Erinnerungen, Orte und Handlungen gespeichert. Sie untersuchten, durch welche Mechanismus festgelegt wird, welche der Milliarden Nervenzellen einen Beitrag zu einer ganz bestimmten Erinnerung leisten. Lange schon diskutieren Wissenschaftler, ob es Zufall ist, welche Zelle einer bestimmten Region im Einzelfall aktiv ist und welche nicht. Jèrôme Epsztein, Michael Brecht und Albert K. Lee vom Bernstein Zentrum Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin konnten nun am Beispiel des Ortsgedächtnisses bei Ratten eindeutig nachweisen, dass sogenannte aktive Zellen sich früh von ihren „stillen“ Nachbarn unterscheiden. Bewegen wir uns in einer unbekannten Umgebung, wird in unserem Gehirn eine Art neuronale Landkarte angelegt. Besonders gut ist diese Gedächtnisfunktion bei Ratten ausgelegt. Dort sind Zellen des Hippocampus dafür verantwortlich, dass das Tier immer weiß, wo es sich befindet. Jeder Ort programmiert seine spezifischen Zellen.
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass zellinterne Eigenschaften für diese Unterschiede verantwortlich sind. Beim Menschen ist der Hippocampus zentral für die Überführung von Inhalten des Kurz- in das Langzeitgedächtnis verantwortlich. Bei Störungen in dieser Hirnregion tritt anterograde Amnesie auf. In solchen Fällen bleiben Erinnerungen bestehen, neue Informationen können aber nicht mehr dauerhaft gespeichert werden. Mit ihren Ergebnissen tragen die Wissenschaftler dazu bei, unser Gedächtnis besser zu verstehen.


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Dem Gehirn beim Hören zusehen



Mannheimer Forscher zeigen: Wichtige Geräusche werden vom Gehirn schon auf sehr frühen Verarbeitungsstufen erkannt und verstärkt verarbeitet. Zum ersten Mal gelang es Wissenschaftlern, dem Gehirn beim Hören emotional bedeutsamer Geräusche zuzusehen. Psychologen der Universität Mannheim entdeckten mit der neuen Methode, dass das Gehirn schon auf sehr frühen Verarbeitungsstufen wichtige Geräusche verstärkt verarbeitet. Dafür nutzten sie eine neue Methode, die Nah-Infrarot Spektroskopie (NIRS). Es handelt sich dabei um eine Bildgebungsmethode, die im Gegensatz zur Magnetresonanztomographie (MRT) keinen Lärm verursacht und sich deshalb besonders gut eignet, die Gehirnaktivität bei der Wahrnehmung von Geräuschen zu untersuchen.
Dauernd strömen unzählige Geräusche und Bilder aus der Umgebung über die Sinnesorgane in das menschliche Gehirn. Damit der Mensch nicht hoffnungslos überfordert ist, muss das Gehirn die relevanten Reize herausfiltern. Das Gehirn konzentriert sich deshalb auf Reize, die besonders bedeutsam für das Überleben und Funktionieren sind und bearbeitet diese Eindrücke bevorzugt. Diese emotional bedeutsamen Reize, beispielsweise ein Kinderlachen oder ein bedrohlich knurrender Hund, führen dazu, dass sich der Mensch entweder annähern oder distanzieren möchte. Prof. Dr. Georg W. Alpers, Professor für Klinische und Biologische Psychologie an der Universität Mannheim und Geschäftsführender Direktor des Otto-Selz-Instituts für Angewandte Psychologie. Messen lässt sich die bevorzugte Verarbeitung der Reize an der Gehirnaktivität im Bereich des Sehens. Bisher ging man davon aus, dass im Hörzentrum zunächst nur analysiert wird, ob das Geräusch laut oder leise, eine hohe oder niedrige Frequenz hat und das Gehirn erst auf höheren Verarbeitungsstufen, etwa im Emotionsverarbeitungszentrum (Amygdala), dem Reiz positive oder negative Eigenschaften zuordnet.
Die Forscher untersuchten das Phänomen, an 17 Probanden, denen sie sechzig unterschiedliche Geräusche vorspielten, zwanzig Geräusche von positiver emotionale Bedeutung, etwa ein ausgelassenes Lachen. Zwanzig Geräusche hatten eine negative Bedeutung, wie ein Schmerzschrei, und zwanzig Geräusche waren neutral, wie beispielsweise ein fahrender Zug in der Ferne.

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Stadt wirbt mit Babybauch und Möwe



Hamburg will sich mit einem neuen Logo als Wissenschafts- und Medienstandort präsentieren. Zu diesem Zweck entwarfen Studierende des Marketings der HAW Hamburg zwei Plakate, die die Hamburg weit an 400 Stellen präsentiert wurden.
Ein Motiv zeigte einen mit Fingerfarben bemalten Babybauch mit Hamburg-Wappen. Der andere Entwurf präsentierte eine Möwe mit einem schwarzen Akademikerhut. Nun befragten die Studierenden 200 Passanten, um die Resonanz und Kommunikationswirkung zu ermitteln.
Die Resonanz zu den Plakaten war insgesamt positiv: Das Motiv des Babybauchs drücke eine starke emotionale Symbolik von Zukunft, Entwicklung einer wachsenden Stadt, Geborgenheit, Zuhause sowie Kreativität aus. 90 Prozent der befragten Frauen und 75 Prozent der Männer bewerteten das Plakat als sympathisch, 80 Prozent gefiel das Motiv.
Die Ergebnisse der offenen Passanten-Befragung zeigen, dass 52 Prozent der Bürgerinnen und Bürger mit Hamburg den Hafen verknüpfen, 26 Prozent den Kiez und lediglich 15 Prozent mit Wissenschaft beziehungsweise Medien (12 Prozent). Bei der Frage nach Hamburg als Medienstandort verknüpfen 56 Prozent der Befragten Verlage, 41 Prozent TV- und Rundfunkanstalten, 25 Prozent Agenturen und lediglich 2 Prozent Medienausbildung – obwohl es rund 150 Bildungseinrichtungen mit 1500 Ausbildungsgängen in Hamburg gibt.
93 Prozent der Befragten gefiel aber auch das Motiv mit der Möwe, 81 Prozent empfanden es sympathisch und sogar 87 Prozent hielten es für informativ.
Das Motiv mit der Möwe vermittle ein Gespür für Humor und Ironie.

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Neues Internet macht’s möglich



Vernetzte Wohnungen, in denen Hausgeräte, Kameras, Spiele-Konsolen und die komplette Unterhaltungselektronik leicht übers Internet zu steuern sind, Hundehalsbänder im Web, die dem Besitzer melden, ob das Tier hungrig ist oder Gassi gehen muss, Golfbälle, die online ihrem Spieler den Punkt zeigen, an dem sie gelandet sind oder internetfähige Skihelme, der im Getümmel der Skipiste signalisieren, wo die Familie oder Freunde des Trägers zu finden sind. Sind das Zukunftsphantasien oder kann das Internet solche komfortablen Dienste leisten? Ja, es kann. Und zwar das Internet der neuen Generation mit dem Kürzel IPv6. IP steht für Internetprotokoll und v6 für die sechste Version. Die allerletzten Internetanschlussadressen des alten Standards werden in Kürze zunächst in Asien, dann in Europa und danach in den USA an die Endkunden verteilt sein.
Das alte Internet werde zwar noch existieren, aber nicht mehr wachsen, erklärte der deutsche IPv6-Rat. Hingegen werde das neue Protokoll wachsende Möglichkeiten sogar noch für künftige Generationen gewährleisten. Der Umstieg gelte nicht nur für das öffentliche Internet, sondern auch für private Büro-, Heim- oder Mobil-Kommunikation. Diese vor zehn Jahren entwickelten Datenverkehrsregeln fürs Netz kommen in den USA und in Asien bereits zum Einsatz. Der neue IPv6-Standard ist nicht nur Voraussetzung für intelligente Lösungen bei der Heimvernetzung, sondern auch bei der Gebäudesteuerung, in der Telemedizin und generell im so genannten "Internet der Dinge", etwa bei der Kommunikation mit und zwischen Autos.



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Mehr Mitsprache im Unternehmen steigert Produktivität



Wenn Arbeitnehmer an wichtigen Unternehmensentscheidungen beteiligt werden, arbeiten sie motivierter und zugleich produktiver. Diesen Zusammenhang weist eine aktuelle Studie nach, die beim Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) erschienen ist. Im Verhaltensexperiment erhöhte sich die Arbeitsleistung um neun Prozent, nachdem die Beteiligten über das für sie geltende Entlohnungsmodell abstimmen konnten. Neu untersucht wurde der damit verbundene Produktivitätseffekt in der realen Arbeitswelt. Wissenschaftler an der University of Massachusetts und dem Middlebury College im US-Bundesstaat Vermont entwickelten deshalb ein Verhaltensexperiment, in dem 180 Probanden durch das Lösen von Rechenaufgaben Geld verdienen konnten. Das Experiment führte zu einem eindeutigen Resultat: Konnten die Teilnehmer mitbestimmen, waren sie leistungsbereiter und bearbeiteten im Schnitt sieben Prozent mehr Aufgaben. Zudem stieg die Produktivität, gemessen an der Zahl der richtig gelösten Aufgaben, um neun Prozent.
"Auch wenn sich die betriebliche Praxis unter Laborbedingungen nicht vollständig abbilden lässt, liefern diese Beobachtungen ein starkes ökonomisches Argument für mehr Demokratie am Arbeitsplatz", sagt der Verhaltensökonom Jeffrey Carpenter.

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Bevölkerung urteilt skeptisch über Finanzkrise



Trotz wirtschaftlichen Aufschwungs stuft die Bevölkerung die Lösungskompetenz der Politiker sowie das Verantwortungsbewusstsein der Manager als gering ein.
Über die Hälfte der befragten Bürger glaubt nicht, dass die Politik die Finanzkrise in den Griff bekommt. Sogar zwei Drittel sind der Meinung, der Politik fehle es an fachlicher Kompetenz, um die Strategien der Finanzunternehmen zu durchschauen. Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage im Rahmen einer Gemeinschaftsstudie des Fachgebiets Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim und der ING-DiBa AG (Frankfurt).
Die Entwicklungen in den EU-Staaten, auf den Finanzmärkten und die politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Krise sind für die Befragten nur schlecht nachvollziehbar. Fast drei Viertel der Bevölkerung gehen davon aus, dass die Banken und Versicherungen nichts aus der Krise gelernt haben.
Die Ergebnisse belegen die tiefe Skepsis und das Misstrauen der Bürger in den Finanzsektor, der massive Hilfen von der Politik erhalten hat und jetzt zum Teil wieder Rekordgewinne erzielt. Die Hälfte der Interviewten sieht die Politik neben der Finanzbranche als Mitverursacher der Krise.
Diese Skepsis wird von nahezu allen Bevölkerungsgruppen geäußert, relativ wenig beeinflusst vom Alter, Beruf oder Wohnort der Befragten. Im Osten Deutschlands ist die Skepsis gegenüber der Politik noch größer als im Westen

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Guter Eindruck schlägt Google-Infos



Nutzen Personalmanager soziale Netzwerke im Internet, um Näheres über ihre Bewerber herauszufinden? Und wenn ja: Welche nutzen sie und wie? Diese Frage haben sich acht Studierende der Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt gestellt und sich auf die Suche nach Antworten gemacht. Das Ergebnis ihrer Studie, die sie in Kooperation mit dem Online-Karriereportal „monster.de“ gemacht haben, fördert Erstaunliches zutage. Im Rahmen ihrer Bachelor-Abschlussarbeiten haben die Studierenden Recruiting-Messen besucht, Bewerber, aber vor allem auch die Personalverantwortlichen großer Unternehmen befragt – über die tatsächliche Nutzung von Xing, Facebook und Co. im Bereich der Rekrutierung und über die Effizienz der Informationssuche im Netz. Dabei wurde schnell deutlich: Personaler spähen Bewerber nur selten mithilfe von Suchmaschinen aus. Google oder soziale Netzwerke spielen also bei der Bewerberauswahl kaum eine Rolle. Vielen Personalabteilungen sei der Zeitaufwand für einen vorherigen Check der Bewerber im Internet zu hoch, so Heiner Stahl, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Vergleichende Literaturwissenschaft, Kultur- und Medientheorie, Mediengeschichte an der Universität Erfurt. Der „schnüffelnde“ bzw. googlende Personaler sei ein Mythos. „Vom gläsernen Bewerber sind wir weit entfernt. Die Untersuchung unserer Studierenden hat zeigt, dass zwischen Unternehmensrealität und medialer Präsenz eine große Lücke klafft.“ Das klassische Bewerbungsverfahren verlaufe nach wie vor „analog“. Geeignete Kandidaten würden, wenn überhaupt, erst zum Ende einer Bewerbungsphase digital „durchleuchtet“. So sei es beispielsweise denkbar, dass es im Fall von mehreren gleich qualifizierten Bewerbern eine Recherche im Internet gebe. Am Ende sei jedoch für die Anstellung immer noch der persönliche Eindruck ausschlaggebend.

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Gleichstellung von Frauen und Männern in weiter Ferne



Bis zur echten Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern ist es noch ein weiter Weg, zu diesem Ergebnis kommt eine Sachverständigenkommission, die mit ihrem Gutachten zum ersten Mal eine umfassende Bestandsaufnahme der Gleichstellung in Deutschland untersucht hat.. Die Analyse umfasst die Schwerpunkte Lebensverläufe, rechtlich verankerte Rollenbilder, Bildung, Erwerbsarbeit, Zeitverwendung und soziale Sicherung von Frauen und Männern im Alter. Die Kommission gibt darüber hinaus zahlreiche konkrete Empfehlungen für eine zukunftsweisende Gleichstellungspolitik. Das Bundesfamilienministerium hatte die interdisziplinär zusammengesetzte Kommission beauftragt, Gleichstellung in Deutschland zu analysieren, Zukunftsfelder für eine innovative Gleichstellungspolitik zu identifizieren und Handlungsempfehlungen zu formulieren.
Der Weg zu echter Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern ist in Deutschland noch weit , so Prof. Dr. Ute Klammer, Vorsitzende der Sachverständigenkommission: „Gleichstellung muss Ziel und Bestandteil moderner Innovationspolitik sein, denn sie bedeutet nicht nur Kosten, sondern birgt auch erhebliches wirtschaftliches Potenzial. Die Nutzung aller Talente und die Erwerbstätigkeit von Frauen macht unsere Gesellschaft leistungsfähiger und stabilisiert so das Sozial- und Steuersystem. Politik und Wirtschaft müssen die Rahmenbedingungen dafür setzen, dass Frauen und Männer ihre Potenziale gemäß ihrer unterschiedlichen Präferenzen und Möglichkeiten in einzelnen Lebensphasen auf dem Arbeitsmarkt einbringen können.“
Die Kommission fordert unter anderem, Minijobs abzuschaffen, die Situation von privat pflegenden Frauen und Männern zu verbessern und eine Geschlechterquote für Aufsichtsräte einzuführen.

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Handy bringt Bauwerke an ihren Platz



Der Kölner Dom steht plötzlich auf der falschen Rheinseite, allerdings nur im Spiel. . Schnell ist er „eingepackt“ und wieder an den richtigen Ort transportiert. So stellt sich die Welt mit Tidy City dar, einem neuen ortsbasierten Mixed Reality Spiel. Fraunhofer FIT hat die digitale Schnitzeljagd für moderne Smartphones entwickelt.
Tidy City ist kostenlos verfügbar. Mit einem leicht handhabbaren Autorensystem kann man eigene Spiele für seinen Wohnort erstellen. Symbole auf einer Karte steuern ihn zu Objekten, die "aufgeräumt" werden müssen, weil sie sich am falschen Platz befinden. Dies können Gebäude, Marktplätze, Bäume, Brücken, Statuen aber auch historische Ereignisse sein.
Fraunhofer FIT entwickelt die digitale Schnitzeljagd zusammen mit dem französischen Carnot-Institut Telecom & Management SudParis im Rahmen des vom BMBF und ANR geförderten Forschungsprojekts "TOTEM – Theorien und Werkzeuge zum Gestalten mobiler Mixed Reality Spiele". So können Besucher einer Stadt auf spielerische Weise an Sehenswürdigkeiten herangeführt. Auch für Großereignisse wie Messen sind speziell angepasste Szenarien denkbar.
Tidy City läuft auf allen Android-Mobiltelefonen ab Version 2.1 und kann kostenlos von der Projektwebseite (www.totem-games.org) heruntergeladen werden.

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Treffen im Internet obligatorisch



Ein eigenes Profil im Internet zu haben, ist für viele Jugendliche heutzutage ein Muss, die digitalen Freunde im Internet zu treffen, gehört zum Alltag. Private Daten und Informationen werden ins Netz verlagert, wodurch die Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit verschwimmen. Neben Gefahren wie Cybermobbing entstehen durch soziale Online-Netzwerke aber auch Chancen, z.B. zur Nutzung für politische Kommunikation.
Ein Forschungsprojekt der Universität Siegen fand in einer Online-Befragung heraus, dass das Soziale Netzwerk, sprich internet, in erster Linie zur Pflege von Freundschaften genutzt wird. Politische Informationen hingegen holen sich die User über externe Nachrichtenseiten. Mehr als die Hälfte der Befragten redet in Netzwerken nicht über politische Inhalte.
In einer Querschnittsstudie befragten Studenten 428 Schüler von je drei Haupt-, Realschulen und Gymnasien aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein und dem Oberbergischen Kreis im Alter von 12 bis 16 Jahre. 92,8 v.H. der Schüler hat regelmäßigen Zugang zum Internet. 92,3 v. H. haben oder hatten ein Profil in Sozialen Netzwerken. Die meisten nutzen mehrmals die Woche ihre Netzwerke, 45 v. H. sogar täglich. Von den täglichen Nutzern sind fast 60 v.H. bis zu zwei Stunden täglich in den Netzwerken, 13 Prozent sogar über vier Stunden.
Die Schüler haben teilweise sehr viele persönliche Daten in ihren Profilen angegeben. Dabei sind ein Drittel aller Profile öffentlich sichtbar und damit ungeschützt. Auf die Frage, wie sie es fänden, wenn sie ihr Profil zu Hause und/oder in der Schule ausgestellt wüssten, wäre fast 30 v.H. der Jugendlichen die eigene Präsentation peinlich. Insgesamt gaben 37 v. H. der Befragten an, dass sie bereits schlechte Erfahrungen im Internet gemacht haben. Zumeist handelte es sich dabei um Beleidigungen, 8 v. H. berichteten von sexueller Belästigung.

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Vermutete Eigenschaften führen zur Bewertung



Wie Produkte auf den Menschen wirken, wollen Wissenschaftler der Universität Bamberg und der Technischen Universität Delft mit einer neuen Mssmethode herausfinden. Sie wissen, dass die Antworten von Vorlieben oder Gewohnheiten abhängen. Außerdem ist es schwierig die Gründe für eine Kaufentscheidung herauszufinden. Deswegen entwickelte Carbon, Kognitionspsychologe der Universität Bamberg, zusammen mit Valentin Gattol und Maria Sääksjärvi von der Fakultät für Industriedesign der Technischen Universität Delft (Niederlande) in einer umfangreichen Forschungsarbeit den sogenannten Multidimensionalen Impliziten Assoziationstest, kurz md-IAT. Es handelt sich um eine Messmethode, um an die insgeheimen Einstellungen und Stereotype einer Person zu gelangen.
Für Marketingfachleute sowie für Konsumenten- und Trendforscher sind solche Angaben ausgesprochen wichtig. Zurzeit werden solche Informationen üblicherweise durch Experteninterviews erfragt. Allerdings gab es bisher keine valide Methode, sie standardisiert abzufragen. Die md-IAT Technik soll das nun ändern. Zu Hilfe genommen werden Adjektive von Wert, Macht und Erregung, die den Produkten zugeteilt werden müssen.

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Kognitive Roboter lernen aus Erfahrung



Roboter, die sich wie Menschen mühelos in ihrem Umfeld zurechtfinden – diese Vision verfolgen Forscher aus Bochum, Skövde (Schweden), Faro (Portugal) und Lugano (Schweiz) im gemeinsamen EU-Projekt „Neural Dynamics“. Die Koordination liegt bei Prof. Dr. Gregor Schöner, Institut für Neuroinformatik der RUB.
Tests haben gezeigt, dass Menschen auch auf solche Information über längere Zeit hinweg zugreifen können, auch wenn sie ursprünglich nur kurz zur Verfügung standen. Im Projekt „Neural Dynamics“ wollen die Forscher ein robotisches System bauen, das diese menschlichen kognitiven Fähigkeiten nachahmt. Diese sogenannten „kognitiven Roboter“ sollen in der Lage sein, Objekte verlässlich zu erfassen, selbstständig damit umzugehen und dabei noch mit Menschen zu interagieren Kurzum, der Roboter muss ebenso wie der Mensch aus der Erfahrung lernen. Die Lösung dieser Aufgabe erfordert die enge Verbindung von Ansätzen der Mathematik, der Neurobiologie, der Physik und der Informatik.
Dann wird es soweit kommen, dass die Roboter gewissermaßen aus Sensorinformationen, etwa Stereokamerabildern, die dort enthaltenen Objekte erfassen.

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Medienkompetenz in der KiTa fördern



In der Mediengesellschaft hängen gesellschaftlicher und beruflicher Erfolg maßgeblich von den Fähigkeiten jedes einzelnen ab, sich in, mit und durch Medien zu artikulieren. Doch bereits vor dem Eintritt in die Grundschule zeigt sich auch hinsichtlich der Medienkompetenz die Bildungsschere. Obwohl es viele Ansätze für eine Medienerziehung im vorschulischen Bereich gibt, mangelt es vor allem an der breiten, qualifizierten Umsetzung.. An diesem Missstand setzt das Projekt »KidSmart« an, eines der größten interventiven Forschungsprojekte in Deutschland.
Koordiniert durch Prof. Gudrun Marci-Boehncke, Inhaberin des Lehrstuhls Neuere Deutsche Literatur/Elementare Vermittlungs- und Anwendungsaspekte der Technischen Universität Dortmund will »KidSmart« Konzepte für die Vermittlung von Medienkompetenzen entwickeln. Außerdem soll das KiTa-Personal für diese Vermittlung professionalisiert werden. Die Kinder sollen lernen, ein breites Medienangebot von Buch bis PC kreativ zu nutzen. Langfristiges pädagogisches Ziel sei es, die Kinder zu befähigen, Medien sowohl als Lernangebot als auch als Mittel kreativer Unterhaltung zu begreifen. .
Die Praxis sieht so aus: Studierende der TU Dortmund beraten als Tandempartner die Erzieherinnen und Erzieher in der medienpädagogischen Arbeit. Zum anderen werden die Kompetenzen der Kinder, der Erzieherinnen und Erzieher und das familiäre Umfeld erfasst. Das methodisch breite Vorgehen - neben Fragebögen kommen auch Beobachtungsverfahren und Tiefeninterviews zum Einsatz - sichert die Forschungsergebnisse. Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei den Migrationshintergründen der Kinder. Die Erhebung des familiären Umfelds erfolgt in sieben Sprachen: Türkisch, Arabisch, Russisch, Serbokroatisch, Polnisch, Französisch und Deutsch. Allerdings zeigen sich bei näherem Hinsehen auch Probleme. Die medienpädagogische Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher wurde in früheren Jahren vernachlässigt. Nur 23 Prozent der 51 bis 60-jährigen wurden in ihrer Ausbildung überhaupt mit medienpädagogischen Fragestellungen konfrontiert. Bei den 21 bis 30-jährigen sind dies doch immerhin schon 66,7 Prozent. Unabhängig vom Alter der Erzieherinnen und Erzieher sind Bücher (42 Prozent) und Hörkassetten (22,4 Prozent) die meistgenutzten Medien.

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Wissenschaft in drei Minuten auf den Punkt bringen



Unerbittlich tickt die Zeit: drei Minuten um das eigene Forschungsthema verständlich, auf den Punkt, faszinierend „rüberzubringen“. Technische Spielereien, Computeranimationen? Sind nicht erlaubt. Beim internationalen Wettbewerb für Wissenschaftskommunikation, FameLab, stellen sich Studierende, Doktoranden, junge Wissenschaftler dieser Herausforderung vor einer Jury und Publikum. Mindestens 21 Jahre müssen die Kandidatinnen und Kandidaten sein, die durch ihr Forschungsthema mit naturwissenschaftlichem oder technischem Fokus in wenigen Minuten ihre Zuschauer zu begeistern suchen. Als Hilfsmittel darf nur verwendet werden, was am Körper getragen werden kann – zum Beispiel ein abgekochtes Ei, ein Luftballon oder eine Petrischale. Teilnehmer aus allen Disziplinen, allen Forschungseinrichtungen und Hochschulen im süddeutschen Raum sind eingeladen und können sich über ein Onlineformular für das FameLab Baden-Württemberg anmelden. 2005 fand der Wettbewerb FameLab zum ersten Mal auf dem Cheltenham Science Festival statt – mit dem Ziel, wissenschaftlichem Nachwuchs ein Forum in der Öffentlichkeit zu geben und junge Talente zu vernetzen. Mittlerweile hat sich der Wettbewerb in 16 Staaten weltweit etabliert. 2011 kam er zum ersten Mal nach Deutschland.

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Schüler forschen am Bildschirm



Zum zehnten Mal zeichnet die Klaus Tschira Stiftung am 29. Januar Schülerinnen und Schüler mit dem Jugendsoftwarepreis aus. Sie erhalten den Preis für herausragende Lernsoftware und multimediale Präsentationen, die lebendig und spannend Erkenntnisse und Experimente aus den Naturwissenschaften an Gleichaltrige vermitteln.
Johannes Frohnhofen (19) und Lena Westermann (19) vom Gymnasium Petrinum in Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) zeigen mit dem interaktiven Lernspiel „Operation Körper - Die Welt der Organe“, was es über die menschlichen Organe zu wissen gibt. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Forschers, der mit einem „Blutmobil“ durch die Adern des menschlichen Körpers fährt. Seine Mission: Die Reparatur der Organe. Auf dem Weg dahin sammelt er Wissen und muss Aufgaben meistern, bei denen die neuen Kenntnisse auch abgefragt werden. Wendet der Spieler das Erlernte erfolgreich an, kann er seine Mission erfüllen.
Henrik Dransfeld (19) und Kevin Röhl (19) vom Theodor-Heuss-Gymnasium in Essen (Nordrhein-Westfalen) vermitteln mit ihrer interaktiven Lernsoftware „Energenius - das Geheimprojekt Stadt“ Wissen über Energie und Energieressourcen. Als Bauunternehmer und Bürgermeister einer virtuellen Stadt kann der Spieler eine Menge zum Thema Energie erfahren und das Wissen für den Aufbau einer zukunftsfähigen Stadt nutzen. Ziel ist es, ein umweltfreundliches und energiesparendes Lebensumfeld zu schaffen. Bei Energenius gehen Spaß und Wissensvermittlung Hand in Hand. Eine wichtige Rolle spielt in dem Programm ein virtuelles Smartphone, über das anschaulich und abwechslungsreich per Mail, Film, Newsletter und Bild Informationen vermittelt werden.
Martin Lurz (19) vom Gymnasium Herzogenaurach (Bayern) wird für „Ein Lernprogramm zum Thema Immunbiologie“ ausgezeichnet. Verständliche Lerntexte und Grafiken vermitteln Wissen, das dann in Übungen abgefragt und vertieft wird. Als besonders ansprechend hat die Jury des Jugendsoftwarepreises das klare Design und den übersichtlichen Aufbau der Software bewertet.
Manuel Belke (17) vom Rivius-Gymnasium in Attendorn (Nordrhein-Westfalen) vermittelt mit „Reise in unser Sonnensystem“ durch animierte Schaubilder und Lerntexte ein solides Basiswissen über unser Sonnensystem. Pluspunkte der Jury gab es für das ansprechende Design der Software. Das Modell des Sonnensystems ist beweglich, Darstellungen und Perspektiven lassen sich leicht variieren.
Einen Sonderpreis bekommt die Kolumbus-Youth der Universität Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) für „Neobiota in Deutschland“. In dieser Projektarbeit ist eine zwölfköpfige Gruppe 17jähriger Schüler aus Ostwestfalen ihrem naturwissenschaftlichen Interesse nachgegangen. Mit der Webseite http://www.kolumbus-youth.biologie.uni-bielefeld.de hat die Kolumbus-Youth eine interessante und lehrreiche Plattform über fremde Arten erstellt, die bei uns heimisch geworden sind. Lehrvideos und Texte verdeutlichen Vorkommen und Ausbreitung der Tiere und Pflanzen.
20 Mädchen und Jungen der Volksschule Oberlaa in Wien (Österreich) werden für ihren Blog „Klimakids“ ausgezeichnet: http://coolkids2b.blogspot.com. Die mit acht bzw. neun Jahren jüngsten Teilnehmer haben sich mit dem Thema Klima auseinandergesetzt. Sie erklären auf ihrer Website mit selbstgemachten Texten, Bildern, Videos und Animationen, was sie zum Thema Klimawandel und Umwelt gelernt haben und was sie bewegt. „Ein Grundschulprojekt mit Vorbildcharakter“ befand die Jury.

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Glücksgefühl steigert Erfolg



Subjektiv empfundenes Wohlergehen und Faktoren wie Einkommen, Familienstand, Gesundheit und beruflicher Erfolg hängen voreinander ab, fanden Martin Binder und Alex Coad vom Jenaer Max-Planck-Institut für Ökonomik heraus. Gesteigertes Wohlergehen führt auch zu besserer Gesundheit. Die Max-Planck-Forscher untersuchten einen britischen Längsschnitt-Datensatz, in dem Personen über einen Zeitraum von 15 Jahren hinweg regelmäßig ihr subjektives (psychologisches) Wohlergehen anhand einer detaillierten psychometrischen Skala berichteten. Sie stuften ihr Glücksgefühl auf einer Skala ein und schilderten ihren jeweiligen Stress, ihre Depression oder Ängste. Zudem gaben die Befragten Auskunft über Einkommen, Familienstand, Gesundheit oder beruflichen Erfolg.
An dem komplexen Netz von Zusammenhängen erkannten die Forscher, dass die Faktoren nicht einzeln und unabhängig voneinander wirken, sondern dass sie sich gegenseitig beeinflussen, und zwar langfristig. Gesteigertes Wohlergehen heute beinhaltet die Wahrscheinlichkeit, später einen guten Arbeitsplatz zu finden und sein Einkommen zu steigern. Die Forscher beobachteten außerdem, dass nach einer Steigerung des eigenen Wohlergehens auch positive Veränderungen der anderen Faktoren auftraten. wie Einkommenssteigerung und bessere Gesundheit.
Allerdings lässt das gesteigerte Wohlempfinden nach, wenn der Mensch sich an den Erfolg gewöhnt hat.

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Forschung kümmert sich um pflegende Jugendliche



Die Universität Witten/Herdecke hat Dr. Sabine Metzing-Blau zur ersten Juniorprofessorin Deutschlands in der Pflegewissenschaft berufen, die im Themenfeld "Kinder und Jugendliche" forscht und lehrt. Zentrales Anliegen von Metzing-Blau ist das Thema der "Pflegenden Kinder". Krebs, Multiple Sklerose, Depression – wenn Eltem chronisch krank sind, können sie oft vieles nicht mehr selbst erledigen. Hier springen dann häufig die Kinder ein und schließen notdürftig die entstandenen Lücken. Sie helfen im Haushalt, kaufen ein, kümmem sich um jüngere Geschwister und sind auch in die Pflege der Eltern eingebunden. „Viele Familien sind mit dieser Situation total überfordert und wünschen sich Hilfe und Unterstützung, vor allem für die Kinder. Eine zentrale familienorientierte Anlaufstelle, die die vielfältigen Bedürfnisse aller Betroffenen aufgreift und koordiniert, gab es in Deutschland bislang aber nicht“, schildert Jun.-Prof. Dr. Sabine Metzing-Blau vom Department für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke. Für diese Kinder und ihre Familien ist in Hamburg-Altona das bundesweit erste Projekt "SupaKids" entstanden, das von der DRK-Schwesternschaft Hamburg e. V. getragen und von Aktion Mensch gefördert wird.

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Technik wirkt bei Gesetzentwurf mit


Die Universität Witten/Herdecke erforscht Einflüsse auf die innere Sicherheit


Videoüberwachung, Telekommunikation und biometrische Kontrolle – drei Themenfelder, die wegen ihrer Datenschutzproblematik im Zentrum der (medialen) Wahrnehmung stehen und von den Sicherheitsbehörden unter anderem gegen Terrorismus, Extremismus und Organisierte Kriminalität eingesetzt werden. Am Beispiel dieser drei Themen wird am Lehrstuhl von Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange untersucht, wie Gesetze wirklich entstehen: „Formal ist es so, dass Gesetze im Bundestag, in den Ministerien, jedenfalls vom Staat gemacht werden. Sieht man sich die Praxis an, stellt man fest, dass es so einfach nicht ist“, beschreibt Lange den Anlass zu seiner Forschung. Lange und seine Mitarbeiter untersuchen drei Bereiche der Gesetzgebung, die Videoüberwachung, die Telekommunikationsüberwachung und die Einführung biometrischer Kontrollsysteme. Die Forscher arbeiten dabei mit einer juristischen Forschungsgruppe aus Bielefeld unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Gusy vom Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Staatslehre und Verfassungsgeschichte der Universität Bielefeld zusammen. Untersucht wird der theoretische Zusammenhang zwischen Sicherheitsproduzenten und der Sicherheitsgesetzgebung. Dabei werden die Probleme herausgearbeitet, die sich aus dem Einfluss dieser Sicherheitsproduzenten auf die Gesetzgebung ergeben.

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Kreativitätstraining im Studium hilft später beim Problemlösen



Berufsorientiert ausgebildet werden die MBA-Studierenden von Open University-Professoren gleich von Anfang an. So wird das Kreativitätstraining „Creativity, Innovation and Change“ beim Studienstart eingeführt, was sie später in ihrem Beruf nutzen können. Das Erlernen kreativer, innovativer und nachhaltiger Problemlösungstechniken und deren Anwendung war schon immer ein wichtiger Bestandteil des OU-MBAs. ln vielen MBA-Programmen wird Kreativität oft im Kontext der Innovation abgehandelt. In jüngster Zeit entwickeln einige Unternehmen auch in Deutschland eine höhere Sensibilität für kreative Techniken. Um Lösungen für ein Unternehmensproblem zu entwickeln, müssen die OU-Studenten zuerst das eigentliche Problem erkennen und erfassen. In einem ersten Schritt sollen die MBA-Studenten reflektieren, wie sie sich als kreative Führungskraft sehen. In einem zweiten Schritt erlernen sie die wissenschaftlichen Techniken und deren praktische Anwendung. Im dritten Schritt trainieren die MBA-Studenten, wie sie die erlernten Theorien einsetzen.

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Spätere Studiengebühren - bessere Erträge



In der Debatte um Studienbeiträge stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber: Während die einen sie für unverzichtbar für ein qualitativ hochwertiges Studium und eine langfristige Hochschulfinanzierung halten, befürchten die anderen eine soziale Selektionswirkung und plädieren für die Abschaffung. Dass Studienbeiträge aber auch ohne den unerwünschten Nebeneffekt der sozialen Selektion möglich sind, legt Prof. Dr. Stefan Winter dar. Er hat ein Modell für nachgelagerte Studienbeiträge entwickelt, das sich am australischen Erfolgsmodell orientiert.
Bessere Betreuungsverhältnisse, ein größeres Lehrangebot, kleine Seminargruppen, eine moderne Lernumgebung, mehr Beratung: Die Studienbeiträge haben in den letzten Jahren viel dazu beigetragen, die Studienbedingungen zu verbessern. Mit ihrer Abschaffung sehen viele nicht nur diese Errungenschaften gefährdet. „Der komplette Verzicht auf Studienbeiträge ist auch hochgradig sozial ungerecht“, argumentiert Winter, da in dem Fall die gesamte Bevölkerung für das Privileg des Studiums von Wenigen aufkommt und die Nutznießer selbst bei höheren Einkommen und somit höheren Steuern die Kosten ihres Studiums nie ganz zurückzahlen. Für bestimmte, teils sehr gut verdiende Berufsgruppen zeigt sich sogar, dass diese sich auch nachträglich überhaupt nicht an der Finanzierung ihrer Studienkosten beteiligen. Sein Vorschlag: Nachgelagerte Studienbeiträge, die sich an der Höhe des Einkommens bemessen. Studienzeit sowie Zeiten der Arbeitslosigkeit und Kindererziehung sollen beitragsfrei sein. Zahlungen werden nur dann fällig, wenn das jährliche Einkommen eine bestimmte Mindestsumme übersteigt, in Winters Beispiel 32.000 Euro. Zehn Prozent der Summe, um die das Einkommen diesen Wert übersteigt, würden im Jahr als Studienbeitrag gezahlt, z. B. bei einem Einkommen von 39.000 Euro (= 7.000 Euro mehr als das Mindesteinkommen) 700 Euro pro Jahr. Ist eine festgelegte Höchstsumme gezahlt, die je nach Kosten von einem Studienfach zu anderen unterschiedlich sein kann, endet die Zahlungspflicht. Anhand der Verhältnisse in NRW rechnet er vor, dass sich durch das am australischen System orientierte Modell langfristig rund 650 Mio. Euro Studienbeiträge p.a. einnehmen ließen - mehr als doppelt so viel wie derzeit durch die Studienbeiträge in die Kassen der Hochschulen fließt. Die langjährigen Erfahrungen aus Australien seit 1989 haben gezeigt, dass der Anteil der studierenden Kinder aus einkommensschwachen Familien nicht gesunken ist. Tatsächlich konnte mit den eingenommenen Studienbeiträgen die Anzahl verfügbarer Studienplätze sogar um 50 % erhöht werden, wovon in vollem Umfang auch Kinder aus wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungsschichten profitiert haben.

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Europäische Geschichte geht online



Seit Dezember letzten Jahres kann auf Europäische Geschichte Online im Rahmen einer Videokonferenzschaltung zwischen zehn europäischen Wissenschaftsstandorten zugegriffen werden. Künftig sind die Länder Europas durch ein großes europäisches Publikationsprojekt: „EGO | Europäische Geschichte Online“ verbunden. EGO erschließt 500 Jahre europäischer Geschichte der Neuzeit über Länder-, Fach- und Methodengrenzen hinweg. Zehn Themenstränge bündeln Prozesse interkulturellen Austauschs, die über staatliche, nationale und kulturelle Grenzen hinaus wirkten. Sie reichen von Religion, Politik, Wissenschaft und Recht über Kunst und Musik bis zu Wirtschaft, Technik und Militär. Die Beiträge vernetzen Abbildungen, Quellentexte, Statistiken, animierte und interaktive Karten sowie Ton- und Filmdokumente (www.ieg-eo.eu). (Bis 2013 sollen über 200 Beiträge publiziert werden. Die Freischaltung erfolgt mit etwa 75 Beiträgen. Publikationssprachen sind Deutsch und Englisch.

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Deutsche Babys „verstehen“ Italienisch



Dass die erste und letzte Sinnestätigkeit des Menschen das Hören ist, war lange bekannt. Weniger bekannt allerdings dürfte es gewesen sein, dass der kleine Mensch ab vier Monaten schon sehr genau sinnvolle Sätze von sinnfreien Wortfolgen unterscheiden kann. Den Beweis hat jetzt die Wissenschaftlerin Angela Friederici vom Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften erbracht. Dabei hat sie noch etwas festgestellt, nämlich dass das deutsche Baby bereits auch schon „Verständnis“ für – beispielswiese Italienisch – aufbrachte. Babys erkennen syntaktische Regularitäten in einer fremden Sprache viel früher als gedacht und sind dabei extrem schnell. Wie Messungen mit dem EEG zeigten, speicherte ihr Gehirn innerhalb von einer knappen Viertelstunde syntaktische Abhängigkeiten, die zwischen den sprachlichen Elementen bestehen, und reagiert auf Abweichungen von den so erlernten Mustern. Bisher hatte man geglaubt, diese Fähigkeit entwickelt sich erst um den 18. Lebensmonat herum.
Die Geschwindigkeit, mit der Kinder Sprachen lernen, verblüfft Eltern und Sprachforscher immer wieder. In Windeseile speichern sie neue Wörter und erkennen sogar grammatische Regeln. Es ist bekannt, dass schon sehr junge Kinder Beziehungen zwischen benachbarten Silben erkennen können, wenn diese wiederholt zusammen auftauchen.
„In diesem Alter werden natürlich keine inhaltlichen Fehler registriert,“ sagt Friederici. „Aber lange vor dem semantischen Verständnis erkennen und generalisieren Babys aber schon Regelmäßigkeiten an der Lautoberfläche. Das Gehirn filtert aus gehörten Sätzen offenbar automatisch die syntaktischen Beziehungen heraus und ist so innerhalb kürzester Zeit in der Lage, Abweichungen von den gelernten Mustern zu erkennen.
(Weitere Informationen verfügbar)

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Stifterverband: Hochschulen bieten zu wenig Teilzeitstudiengänge an


Studienangebot in Deutschland ignoriert die Lebenswirklichkeit der Studierenden


Mehr als ein Viertel der zwei Millionen Studierenden in Deutschland absolviert sein Studium faktisch in Teilzeit. Das Studienangebot der Hochschulen trägt dem allerdings kaum Rechnung. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft fordert Politik und Hochschulen auf, die heterogene Lebenswirklichkeit der Studierenden ernst zu nehmen und entsprechende Angebote zu formulieren. So arbeiten 27 Prozent aller Studierenden im Erststudium nebenher mehr als 17 Stunden pro Woche (Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks für 2009). Aber die Zahl der Teilzeitstudiengänge liegt unter fünf Prozent. Nur 355 der insgesamt 8517 grundständigen Studiengänge sind laut HRK-Hochschulkompass für ein Teilzeitstudium geeignet. Bei den weiterführenden Studiengängen, die in der Regel für Berufstätige angeboten werden, liegt die Anzahl mit knapp sieben Prozent nur unwesentlich höher (398 von insgesamt 6019 Studiengängen). Der Mangel führt zu bekannten Problemen: Weil das Studium mit Kindern oder die Verbindung von Studium und Beruf schwierig ist, verlängern sich die Studienzeiten und es erhöhen sich die Abbrecherquoten. Auch die Finanzierung ist schwierig, denn ein Teilzeitstudium ist nach dem BAföG-Gesetz nicht förderfähig. Die Lösung: Studienmodule sollten einzeln buchbar sein. Studiengebühren sollten nach den tatsächlich in Anspruch genommenen Studienleistungen berechnet werden.

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Software überwacht persönliche Daten



ln einer zunehmend vernetzten Welt wird es immer wichtiger zu kontrollieren, was mit den eigenen Daten geschieht. Eine Forschungsgruppe „Zertifizierbare vertrauenswürdige lnformatiksysteme" um Professor Alexander Pretschner entwickelt Lösungen zur Datennutzungskontrolle. Mit Anweisungen wie „innerhalb von 30 Tagen Iöschen“, „nicht kopieren“ oder „Datenbesitzer muss bei Weitergabe informiert werden“ versucht der Herausgeber die Kontrolle über die Daten zu behalten, ohne die Wirkung bisher kontrollieren zu können. Das Thema ist sowohl für das Management intellektuellen Eigentums als auch für den Schutz persönlicher und geschäftlicher Daten relevant. Betroffen sind beispielsweise die Rechte an digitalen lnhalten wie Filmen oder Musik, Kreditkartenzahlungen im lntemet, Online-Shops, E-Mail-Services sowie soziale Netzwerke wie Facebook, XING oder studiVZ. Es geht darum, Anforderungen zu definieren und zu spezifizieren, ihre Einhaltung zu überprüfen und sicherzustellen. Die Wissenschaftler haben bereits die Basis einer DatennutzungskontrolI-Software for soziale Netzwerke entwickelt: Ob und inwieweit ein Nutzer persönliche Daten herunterladen oder per Screenshot festhalten kann, hängt davon ab, welchen Status – „Freund“ oder „Bekannter“ – er im Netzwerk des betreffenden Nutzers besitzt.

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High-Tech Textilien machen Soldat unsichtbar



Wissenschaftler der Hohenstein Institute in Bönnigheim entwickelten in Kooperation mit dem ITCF Denkendorf die weltweit ersten Textilien, die sowohl elektromagnetische (EM) wie auch lnfrarotstrahlung (IR) effektiv abschirmen. Bisher boten textile Materialien immer nur wahlweise Schutz vor den von elektrischen Geräten verursachten sogenannten Elektrosmog oder Wärmestrahlung, wie sie z. B. an Brandherden oder auch durch intensive Sonneneinstrahlung auftritt. Ihre abschirmende Wirkung erhalten die Chemiefasem entweder durch Dotierung
(Einbindung) oder durch Beschichtung mit Indiumzinnoxid (ITO), einer transparenten Oxid-Verbindung, die z. B. auch in Touchscreens von Smartphones verwendet wird. Die textile Ausrüstung erwies sich in den Untersuchungen als beständig gegenüber Waschen, Scheuern und Witterung. Auch die biologische Unbedenklichkeit konnte nachgewiesen werden. Der Tragekomfort wurde ebenfalls nicht beeinträchtigt. Die Materialien sind ideal für die Herstellung persönlicher Schutzausrüstung (PSA) für Feuerwehrleute, Mitarbeiter in Gießereien und Schweißereien, in der Halbleiterindustrie oder für das Wartungspersonal von Telekommunikationsanlagen geeignet. Auch für das Militär dürften die multifunktionalen Materialien interessant sein: Uniformen aus dem Stoff machen den Soldat für lnfrarotkameras „unsichtbar“ und schützen gleichzeitig vor elektromagnetischer Strahlung.

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ldeologisch betrachtet: "Feindliches Femsehen"



Für das Staatsfernsehen der DDR war die Konkurrenz aus dem Westen mehr als ein Wettbewerber um die Gunst der Zuschauer. Stigmatisiert als „Feindliches Fernsehen“ setzten die Sender der Bundesrepublik mit ihrem Programmangebot Maßstäbe und waren immer wieder die Messlatte für die eigenen Leistungen der DDR-Fernsehmacher. Zu dieser Erkenntnis kam in einer wissenschaftlichen Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) die Medienwissenschaftlerin Dr. Claudia Dittmar. Die Programme von ARD und ZDF strahlten über die deutsch-deutsche Grenze hinweg in die DDR ein und waren in weiten Teilen Ostdeutschlands zu empfangen. Nur das „Tal der Ahnungslosen“ im Raum Dresden und der äußerste Norden der Republik blieben außen vor. Es sei zu einfach zu sagen, die Bürger der DDR hätten Abend für Abend per Bildschirm Republikflucht begangen. Und die DDR-Bürger wären jeden Abend „virtuell“ ausgereist und darum hätte das Ostfernsehen am Ende nur noch ARD und ZDF kopiert. Tatsächlich war auch das eigene Programm in der DDR erfolgreich und die Westsender wurden selten nachgeahmt. Dafür wurden die Konkurrenten aber umso intensiver beobachtet und permanent in einer als ideologischen Ätherkrieg interpretiert. Das Fernsehen der DDR war bei den eigenen Zuschauern vor allem im Unterhaltungsbereich erfolgreich - und weniger bei ideologischen Sendungen. Dittmar kommt zu dem Schluss: „Während zu Beginn sogar noch intensiv um die westdeutschen Zuschauer geworben wurde, blieb den DDR-Machern am Ende nur noch übrig, sich resigniert auf unterhaltende Formate einzulassen und Filme aus dem westlichen Ausland zu importieren. Das ostdeutsche Publikum sollte so um nahezu jeden Preis auf den eigenen Kanälen gehalten werden. Damit mussten sich die großen Hoffnungen, das Fernsehen als, ideologische Waffe im Klassenkampf und als lndoktrinationsinstrument für die Bevölkerung einsetzen zu können, Ietztendlich doch zerschlagen.“

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Gegen Metall in den Taschen – vom Ende des Kleingelds



Das Kleingeld ruiniert die Geldbörse, ist lästig und wird von vielen Staaten entweder abgeschafft oder einfach vernachlässigt. Gegen den Haufen Metall in den Taschen wehren sich die Griechen. ln Finnland gibt es kein Kleingeld mehr; die Holländer mögen es auch nicht. Und an den Supermarktkassen wird durch die unsägliche Zählerei die ganze Schlange aufgehalten. Der Ökonom Prof. Dr. Birger P. Priddat Universität Witten/Herdecke beschreibt in einem Buch das Alltagsphänomen, das Ieidenschaftlich gesammelt wird und dann doch immer fehlt: „Kleingeld. Die verborgende Seite des Geldes.“ Er vertritt die Auffassung, dass das Kleingeld verschwinden wird, zumal man auf modernen Handys schon Geld speichern und als Zahlungsmittel einsetzen kann. Priddat würdigt aber auch die Rolle des Kleingelds in der deutschen Geschichte als Ersatz- und Notgeld: Im Ersten Weltkrieg 1914 -18 als Kriegsnotgeld, in der lnflation und nach dem zweiten Weltkrieg, wo Städte bis 1949 Notgeld herausgaben. Als Geldersatz gelten heute noch Coupons, Kaugummis oder Bonbons oder Flaschenpfandquittungen.

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Toolbox erfasst psychische Belastungen



Eine Toolbox verhindert, dass Mitarbeiter psychisch überlastet werden. Sie ist eine Sammlung von Instrumenten (Fragebogen, Interviews oder Protokolle), die einzelne Faktoren der Belastung erfassen. Das gilt von der Arbeit im Haushalt, wie auf sozialen Sektoren oder in der Schwerindustrie. Die Toolbox ist maßgerecht auf den Bereich zugeschnitten. Herausgeber ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Beispielhaft ist die Toolbox der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, mit der psychische Belastungen bei der Arbeit in verschiedenen Bereichen der Pflege erfasst werden können. Für jedes Instrument sind wenigstens ein Ansprechpartner und die Zugangswege aufgeführt. Nach einer neutralen Begriffsbestimmung fur psychische Belastung und Beanspruchung in der „ISO 10075 - Tell 1“ sind in der Toolbox Instrumente enthalten, mit denen einerseits ungünstige Arbeitsmerkmale wie Zeitdruck oder lnformationsdefizite erfasst aber andererseits auch positive Merkmale wie soziale Unterstützung, Mitsprachemöglichkeit sowie Vertrauen zu Vorgesetzten und Kollegen bewertet werden.

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Bildung in Betriebe tragen



Die wirtschaftliche Stimmung in der Weiterbildungsbranche ist nach wie vor positiv, aber der Trend zeigt nach unten. Im Vergleich zu 2009 ist der wbmonitor Klimaindex, der die wirtschaftliche Stimmung in der Branche misst, in diesem Jahr um zehn Punkte auf +23 gefallen (auf einer Skala von -100 bis +100). Auch wenn die Weiterbildungsanbieter ihre derzeitige aktuelle Lage noch mit einem Wert von +32 beurteilen, so zeigt der Ausblick mit nur noch +14 die deutlich gedämpften Erwartungen. Der wbmonitor Klimaindex wird seit 2007 jährlich vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) ermittelt. An der diesjährigen repräsentativen wbmonitor-Umfrage beteiligten sich rund 1.700 Weiterbildungsanbieter. Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich dagegen bei Weiterbildungsanbietern, die mindestens die Hälfte ihrer Einnahmen von Betrieben erhalten. Hintergrund ist, dass die Betriebe aufgrund der positiven Entwicklung der Gesamtwirtschaft wieder starker in die Weiterbildung investieren. Anders sieht es jedoch bei überwiegend öffentlich finanzierten Anbietern – wie etwa Volkshochschulen – aus. Hier ist der Wert mit +5 nur noch knapp positiv. Erheblich verschlechtert hat sich das Klima auch bei den Anbietern, die in ihrer Finanzierung stark von den Arbeitsagenturen abhängig sind.

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Jünger aussehen ohne Facelifting



Wer jünger aussehen möchte ohne Facelifting, sollte sich mit Älteren umgeben. Das raten Psychologen der Universität Jena. Sie stellten auch fest, dass ein 30-Jähriger deutlich jünger aussieht, wenn die Testpersonen vorher konzentriert die Gesichter älterer Menschen betrachten haben. Grundsätzlich seien Menschen gut darin, das Alter ihres Gegenübers zu schätzen, so Dipl.-Psych. Dr. Holger Wiese (Universität Jena) mitverantwortlich für das Forschungsprojekt "Wahrnehmung von Personen". Im Experiment konnten die Jenaer Psychologen nachweisen, dass die Probanden nach intensiven Betrachtens von Gesichtern einer bestimmten Altersgruppe beim Schätzen des Alters anderer Personen regelmäßig danebenlagen. Wurden am Computer zunächst Gesichter alter Menschen gezeigt und war das Testgesicht danach ein „mittelalter“ Mensch, dann schätzten ihn die Probanden als deutlich jünger ein. Nach dem Betrachten jüngerer Gesichter wurde das mittelalte Testgesicht deutlich älter geschätzt. Die Jenaer Forscher nutzten für ihre Experimente moderne Verfahren der digitalen Bildbearbeitung und eine Datenbank mit Gesichtern, die völlig ungeschminkt und bei denen störende Elemente wegretuschiert worden waren. Das Ergebnis der Forschung: Die subjektive Wahrnehmung eines Gesichtes kann beeinflusst werden. Allerdings sei noch unklar, wie lange ein solcher Effekt anhält.

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Fernsehen vermittelt Wissenschaft



Dass Fernsehen bildet, trifft auf die meisten TV-Wissenschaftssendungen zu. Allerdings: „Information allein reicht nicht aus, damit Wissenschaft verständlich wird“, sagt Prof. Dr. Georg Ruhrmann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Kommunikationswissenschaftler und sein Team haben in mehreren Forschungsprojekten untersucht, wie Fernsehen und andere Medien über Wissenschaft berichten und wie das bei Zuschauern und Lesern ankommt. In ihrer Studie beleuchten die Jenaer Kommunikationswissenschaftler die mediale Berichterstattung zu medizinisch-technischen lnnovationen im Zeitraum zwischen 1995 und 2004. „Die Mediendarstellung ist in dieser Zeit deutlich ausgewogener und hintergründiger geworden“, unterstreicht Prof. Ruhrmann. So dominierten bis weit in die 1990er Jahre hinein Berichte über die möglichen Risiken etwa der Gentechnik, betont Ruhrmann und erinnert an die Debatte, die das Klonschaf „DoIly“ im Jahr 1997 weltweit ausgelöst hat. Diese Risiko-Orientierung sei inzwischen einer eher nutzenorientierten Berichterstattung gewichen, so der Inhaber des Lehrstuhls für Grundlagen der medialen Kommunikation und der Medienwirkung der Uni Jena. „Außerdem ist ein deutlicher Trend zur Versachlichung der Diskussion unverkennbar.“
„Vor allem der T/-Wissenschaftsjournalismus hat sich in den letzten Jahren weiter differenziert“, so Prof. Ruhrmann. Inhaltlich sei der Service orientierter und unterhaltsamer geworden. Außerdem gebe es mehr und bessere Bilder, die umfassender und journalistischer eingeordnet und erklärt werden. Dies sei ein Gewinn für die Zuschauer.

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Geburt in Boom-Zeiten - fit im Alter



Wissenschaftler haben einen Zusammenhang nachgewiesen zwischen der Wirtschaftslage bei der Geburt eines Menschen und seinen kognitiven Fähigkeiten im Alter. Demnach wirken sich bei Menschen, die während einer Rezession geboren sind, in späteren Jahren schwere Rückschläge stärker auf die geistige Erkenntnisfähigkeit aus als bei Kindem aus Boom-Zeiten. Die Ergebnisse sind in der jüngsten Ausgabe des „Economic JoumaI“ veröffentlicht. Die Forschung Professor van den Bergs und seiner Kollegen zeigt: Menschen, die eine schwere Krise wie den Tod eines Elternteils, eines Geschwisters oder eines Enkelkindes erlebt oder die eine schwere Krankheit, wie einen Schlaganfall, erlitten haben, leiden in der Folge unter einem deutlichen Rückgang ihrer kognitiven Fähigkeiten. Die Auswirkungen sind dabei noch stärker, wenn die Betroffenen in einer schwierigen Konjunkturlage geboren wurden. Besonders stark ist dieser Effekt den Arbeiten van den Bergs zu Folge bei Frauen.
Auch wenn man aufgrund physiologischer Prozesse generell von einer Abnahme der Gehirnleistung mit zunehmendem Alter ausgeht, so gibt es doch enorme Unterschiede zwischen älteren Menschen. Manche bleiben ihr ganzes Leben lang geistig hoch leistungsfähig, während andere einen deutlichen Abbau ihrer geistigen Fähigkeiten erleiden. Die bisherige Forschung gibt Hinweise, dass schwierige Lebensbedingungen während der Entwicklung des Gehirns in den ersten Lebensjahren sich auf kognitive Fähigkeiten im späteren Leben auswirken und unter Umständen zu neurologischen Erkrankungen führen, wie Demenz, Alzheimer und Parkinson. Zu den am meisten untersuchten Faktoren in den ersten Lebensjahren zählen Ernährung, Stress, Krankheiten oder die Belastung mit chemischen Schadstoffen.
Die Studie fußt auf niederländischen Langzeitdaten. Sie verfolgt die Entwicklung von mehr als 3.000 Menschen, die zwischen 1908 und 1937 geboren wurden, über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren.

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Tausend Wörter helfen beam Sinn-Erkennen



Wenn Computer Texte oder gesprochene Sprache verarbeiten, analysieren sie meist nur einzelne Wörter und Sätze. Suchmaschinen oder Sprachdialogsysteme könnten aber viel besser funktionieren, wenn der Rechner die Bedeutung und Zusammenhänge von längeren Texten erfassen würde. Der Saarbrücker Wissenschaftler Dietrich Klakow will daher bei der automatischen Spracherkennung stärker berücksichtigen, was in den letzten tausend Wörtern gesagt oder geschrieben wurde. Dietrich Klakow, Professor für Sprachsignalverarbeitung der Universität des Saarlandes, setzt statistische Verfahren ein, um Sprachen automatisch zu verarbeiten. Sein Ziel ist es, dass der Computer automatisch den Sinn von Texten erkennt und auf eine Frage selbstständig die passende Antwort findet. Die dabei eingesetzten maschinellen Lernverfahren könnten auch dazu beitragen, gesprochene Sprache etwa in Übersetzungsprogrammen oder Diktiergeräten besser zu verarbeiten. Klakow: „Wir gehen davon aus, dass die zuletzt gesprochenen oder geschriebenen tausend Wörter viel über den gesamten Text aussagen.“ Diese Textmenge müsse der Computer daher genauer unter die Lupe nehmen und automatisch einordnen können. Dabei könne der Computer dann beispielsweise selbst erkennen, ob von einer Zimmerdecke oder eine Bettdecke gesprochen werde.

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Forschungsteam Überprüft Thesen Sarrazins



Das an der Humboldt-Universitat zu Berlin am Institut für Sozialwissenschaften angesiedelte Forschungsprojekt „Hybride Europäisch-Muslimische Identitätsmodelle“ (HEyMAT), das von der Volkswagen-Stiftung finanziert wird, hat ein Dossier veröffentlicht, das sich mit den Thesen von Thilo Sarrazin beschäftigt. lm Dossier mit dem Titel „Sarrazins Thesen auf dem Prüfstand“ werden zentrale Thesen Thilo Sarrazins zu Muslimen in Deutschland auf der Basis von empirischem Datenmaterial und wissenschaftlichen Studien kritisch überprüft. Insbesondere das 7. Kapitel „Zuwanderung und Integration“ in Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ wird aufgearbeitet. Einzelne Textpassagen und Zitate aus anderen Kapiteln seines Buches sowie explizite Aussagen zu „Muslimen“ in Interviews fanden hierbei ebenfalls Berücksichtigung. ln der knapp 70 Seiten umfassenden Veröffentlichung wurden sowohl die Daten des Mikrozensus 2008 und 2009 im Hinblick auf die Thesen Thilo Sarrazins untersucht als auch 20 repräsentative Studien der renommiertesten deutschen Forschungseinrichtungen berücksichtigt und analysiert. Dabei erfolgte die Interpretation des Datenmaterials überwiegend in enger Absprache mit den Autoren der jeweiligen Studien. Die Veröffentlichung „Sarrazins Thesen auf dem Prüfstand“ (Hg. Naika Foroutan, Korinna Schäfer, Coskun Canan, Benjamin Schwarze, unter Mitarbeit von Damian Ghamlouche, Monika Roth und Sina Arnold) kann über die Homepage www.heymat.hu-berlin.de abgerufen werden.

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Politiker verzichten auf den Facebook-Dialog



An den Umwälzungen im Nahen Osten ist Facebook nicht unerheblich beteiligt. Aufrufe in diesem Medium haben Hunderttausende auf die Beine gebracht. Aber in Deutschland nutzen nur wenige Bundes- und Landtagsabgeordnete Facebook zur Kommunikation mit ihren Wählern. Die meisten setzen auf klassische Informationsvermittlung statt auf den Dialog.
Angela Merkel tut es aber, Gregor Gysi tut es und Claudia Roth sowieso – sie alle nutzen Facebook, um ihre Wähler zu erreichen. Inspiriert vom Online-Wahlkampf Barack Obamas zog es auch deutsche Politiker im „Superwahljahr“ 2009 in die sozialen Netzwerke mit der Hoffnung, gerade bei der jungen Netz-Generation zu punkten. Eine Untersuchung von Linette Heimrich am Fachgebiet für Public Relations & Technikkommunikation der TU Ilmenau belegt nun aber: Nach der Wahl blieb das mobilisierende Potenzial der sozialen Netzwerke größtenteils ungenutzt. Das war das Ergebnis einer Analyse aller offiziellen Facebook-Seiten der Mitglieder des Deutschen Bundestags sowie der Abgeordneten des Bayerischen, des Schleswig-Holsteinischen und des Thüringer Landtags. Mit 146 von 622 Mitgliedern des Bundestags hat immerhin knapp ein Viertel (23%) der Bundestagsabgeordneten ein offizielles Facebook-Profil. Landtagsmitglieder nutzen Facebook dagegen seltener, wobei der Bayerische Landtag mit 21 Parlamentariern (11%) im Vergleich zum Thüringer (7 Abgeordnete, 8%) und Schleswig-Holsteinischen Parlament (6 Abgeordnete, 6%) am stärksten vertreten ist. In Facebook aktiv sind vor allem Mitglieder der Grünen und der FDP.
Insgesamt zeigen sich die Politiker bei der Kommunikation in Facebook aber zurückhaltend. Nur gut ein Drittel (36%) der in Facebook vertretenen Bundes- und Landtagsmitglieder kommuniziert aktuell und mehrmals pro Woche mit seinen Facebook-Anhängern. Dabei sind wieder, wenn es um das Veröffentlichen von Meldungen geht, grüne und liberale Politiker am aktivsten.
Ein gutes Drittel der Abgeordneten (36%) hat das Netzwerk nach einer kurzen Probephase wieder verlassen. Die letzte Aktualisierung dieser Seiten liegt im Schnitt 250 Tage zurück. Jede zehnte der untersuchten Politiker-Seiten (11%) enthielt keine Meldungen.
Zum Dialog zwischen Politikern und Bürgern kommt es auf den Facebook-Seiten selten. Zwar sind Besucher-Beiträge in Form von Texten, Fotos, Videos und Verlinkungen in den meisten Fällen willkommen, eine Antwort erhalten die Nutzer von ihren demokratischen Vertretern aber kaum. Gerade einmal ein Fünftel (22%) der Politiker reagiert auf Beiträge von Besuchern. Demnach konzentriert sich der Einsatz von Facebook-Seiten überwiegend auf die klassische einseitige Vermittlung von Informationen und weniger auf den Austausch mit den Wählern.


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Mehr Sicherheit durch Dienst-Handys



Dienstliche Mobiltelefone tragen zur Datensicherheit bei, ergab eine
Studie der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik . Ist die Beschaffung am Bedarf orientiert, halten sich Einführungskosten und Verwaltungsaufwand sogar in Grenzen. Über 1500 Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft wurden für die Studie „Mobiles Arbeiten mit Smartphone und Handy“ befragt. Ein Ergebnis sticht hervor: Ca. 70 Prozent der Befragten verwenden regelmäßig ihr privates Handy für dienstliche Belange. Diese derzeit sehr verbreitete Praxis verursacht nicht nur großen Verwaltungsaufwand bei der Kostenerstattung, sondern birgt in vielen Fällen zusätzlich ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Denn die sichere Speicherung und Nutzung geschäftlicher Daten auf den privaten Smartphones kann nicht vom Arbeitgeber gesteuert werden. Dienst-Handys beugen diesen Risiken vor, da bei ihnen die Auswahl der Hard- und Software sowie die Freigabe von Diensten in der Hand des IT-Administrators liegt. E-Mails, persönliche Daten und Navigation sind – neben dem Telefonieren – die am häufigsten genutzten Anwendungen auf mobilen Endgeräten. Auch das Abrufen von Reiseinformation steht hoch im Kurs. Stehen den Mitarbeitern umfangreiche Funktionen eines Smartphones zu Verfügung, werden diese auch genutzt.
Die Studie ergab außerdem, dass sich 60 v. H. der Mitarbeiter vorstellen können, gänzlich auf ein Festnetz-Telefon am Arbeitsplatz zu verzichten. Die Auswertung der Studie zeigt jedoch auch, dass Mitarbeiter über 45 weniger Interesse für
mobiles Arbeiten zeigen.

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Blackbox im Kofferraum vermeidet Unfälle



Unterhaltungen, Essen und Trinken lenken einen Autofahrer weniger ab, als das Tippen auf einem Handy oder das Abwenden des Blickes - das haben US-amerikanische Wissenschaftler in einer "Naturalistic Driving"-Studie herausgefunden.
"Naturalistic Driving"-Studien erlauben eine repräsentative Untersuchung und Bewertung von kritischen Situationen und Unfällen im Straßenverkehr. Bei diesen Studien werden mehrere tausend Fahrzeuge mit Messgeräten ausgestattet, um das Verhalten von Autofahrern im Alltag über einen längeren Zeitraum zu beobachten. und daraus Hinweise abzuleiten, das Unfallrisiko zu senken. Die Versuchsfahrzeuge werden mit Kameras, Sensoren, eye and head tracker, GPS, CAN-Bus-Zugang und Beschleunigungsmessern ausgestattet. Prof. Dr. Josef Krems, Inhaber der am I-FAS beteiligten Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie an der TU Chemnitz: "Der Fahrer stimmt der Aufrüstung seines Fahrzeuges zwar zu, vergisst die kontinuierliche Beobachtung aber mit der Zeit und verhält sich natürlich."
Das Ergebnis, das in enger Zusammenarbeit zwischen dem DLR und der ebenfalls am I-FAS beteiligten Professur Nachrichtentechnik (Prof. Dr. Gerd Wanielik) entstand, steckt in einer kleinen, schwarzen Kiste, die unauffällig im Kofferraum untergebracht wird. Schon während der Fahrt kann eine Auswahl von Daten online vom Kontrollzentrum aus beobachtet werden.

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Musiktherapie wirkt bei Tinnitus



Eine Befragung von Tinnituspatienten belegt die Wirksamkeit des Heidelberger Musiktherapiemanuals. Die Patienten erlernen während der nur fünf Tage andauernden Kompakttherapie verschiedene aktive Möglichkeiten, ihren Tinnitus direkt zu beeinflussen. Rund 80 Prozent der Patienten verspürt nach der Therapie eine deutliche Linderung ihrer Beschwerden, bis hin zum völligen Verstummen der „Ohrgeräusche“.
Die Heidelberger Forscher befragten 189 Patienten, deren Behandlung im Durchschnitt etwa 3 Jahre zurücklag. Die Auswertung ergab eine Verbesserung der Tinnitussymptomatik. Drei Jahre nach der Therapie verringerte sich diese um 20 Prozent Bei den stark belasteten Patienten ergab sich eine nachhaltige Verbesserung im Tinnitus-Schweregrad von 12 Prozent. Die Tinnitus-Ambulanz bietet laufend Kompakttherapien an. Informationen 06221 – 79 63 101 oder per E-Mail unter tinnitusambulanz@dzm-heidelberg.de.

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Online-Ersatz für Anprobieren



Shop-Logo, Suche, Navigation, Warenkorb, Kontaktmöglichkeit, Produktabbildung und Preis sind Standardelemente von deutschen Online-Shops. Nur ein kleiner Anteil der Shops in der Consumer-Electronics-Branche nutzt derzeit Bewegt-Bilder auf ihren Produktseiten. Neben dieser Methode gibt es noch andere Kommunikationselemente wie Gütesiegel (31 Prozent Verbreitung) und Tag Clouds (ca. 9 Prozent) sowie Miniaturvorschaubilder (ca. 17 Prozent), Empfehlungsfunktionen (39 v.H.), Listen mit ähnlichen oder ergänzenden Produkten (sowie Produktvergleiche, Testberichte und Kundenrezensionen.
Der Online-Handel in Deutschland erfreut sich zunehmender Beliebtheit und erzielt Steigerungsraten in zweistelliger Höhe. Das große Manko des E-Commerce - die Produkte können vor der Kaufhandlung nicht betrachtet oder anprobiert werden. Multimediale Zusatzinformationen bietet einen Lösungsansatz. In verschiedenen Branchen (z.B. Mode und Tourismus) wird derzeit intensiv mit multimedialen Darstellungsformen experimentiert.

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Ältere kaufen häufiger ein



Mit den Vorurteilen, dass ältere Menschen nicht gern einkaufen und besonders markentreu sind, außerdem Probleme haben, sich im Kaufhaus zurecht zu finden, hat Andrea Gröppel-Klein, BWL-Professorin an der Saar-Universität aufgeräumt. Im Sechsten Altenbericht der Bundesregierung stellt sie fest, Senioren gehen häufiger einkaufen als junge Leute und wechseln bei Produkten des täglichen Bedarfs besonders oft die Marke. Allerdings haben sich Hersteller und Handel noch nicht auf die Bedürfnisse und Wünsche dieser Zielgruppe eingestellt. Außerdem sei keine Altersgruppe im Kaufverhalten so heterogen wie Menschen ab 60.
Am Institut für Konsum- und Verhaltensforschung wurde die Werbung für ältere Menschen untersucht. Es zeige sich, dass viele Marken noch eine schizophrene Beziehung zum Alter haben, so Andrea Gröppel-Klein. Die Unternehmen rühmten sich zwar ihrer langen Tradition schreckten aber davor zurück, in der Werbung ältere Menschen zu zeigen. Dass diese in der Werbung nicht nur unterrepräsentiert sind, sondern oft mit klischeehaften Rollen belegt werden, ist ein weiterer Punkt, den die Wissenschaftlerin kritisiert. Zwar seien hin und wieder ältere Männer in der Werbung als kompetente und erfahrene Fachleute vertreten, ältere Frauen dagegen würden oft auf die Rolle einer Kuchen backende Großmutter reduziert.
Generell setzten sich zu wenige Unternehmen mit der Zielgruppe der älteren Konsumenten auseinander. So gebe es beispielsweise für die ältere Kundin viel zu wenig Angebote für qualitativ hochwertige und gleichzeitig attraktive Mode.
Durch negative Altersbilder, die älteren Konsumenten von vorneherein geringere geistige und körperliche Fähigkeit zuordneten, fühlten sich alte Menschen oft diskriminiert. Das reiche von oberflächlichen Produktbeschreibungen bis hin zu Einschränkungen bei der Kreditvergabe oder der Autovermietung.
Speziell untersucht wurde die Orientierungsfähigkeit im Alter, die nicht zwangsläufig abnehme, zeigten Tests des Instituts für Konsum- und Verhaltensforschung. Dass ältere Menschen mehr Zeit, um bestimmte Produkte im Verkaufsraum zu finden, sei auf das war langsamere Gehtempo zurückzuführen. Meist legten sie sogar eine kürzere Wegstrecke bis zum Produkt zurück.

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Käufer nutzen Vor-Information im Internet



Einen Leitfaden zum regionalen Internet-Marketing für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) um die Chancen neuer regionaler Wege der Online-Kundenansprache zu finden, hat das Fraunhofer Institut zusammen gestellt. Denn nur 21 Prozent der Unternehmen nutzen das regional-spezifisches Website-Marketing und 34 versuchen, sich optimal im Internet darzustellen.
Dabei ist der direkte Kundenkontakt gerade für kleinere Betriebe enorm wichtig, um vor Ort präsent zu sein. Der Leitfaden »Regionales Internet-Marketing – Neue Wege der Kundenansprache« zeigt auf, wie die Unternehmen in sieben Schritten ihre Präsenz im Internet verbessern können. Innovative Marketinginstrumente wie Social-Media-Kanäle und Mobiles Marketing ergänzen die Basisaktivitäten. Weiteres Ergebnis der Untersuchung: 51 Prozent aller Einkäufe im stationären Handel werden mit Hilfe des Internets vorbereitet. Der Kunde informiert sich im Internet, wobei auch die Meinungen und Erfahrungen anderer Kunden eine wichtige Rolle spielen.
Der Leitfaden steht allen Interessenten im Internet unter www.ec-net.de kostenlos zur Verfügung. Unternehmen, die konkrete Handlungsempfehlungen suchen, können den Online-Ratgeber unter http://rim.ecc-ratgeber.de nutzen.

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Aktion gegen Schulden machen



Mit der Schulung von ehrenamtlichen Helfern ist das Schuldnerfachberatungszentrum (SFZ) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz an einem neuen Förderprogramm des Landes Rheinland-Pfalz zur Stärkung der Finanzkompetenz von Familien und Jugendlichen beteiligt. Das Programm „finanziell fit“ zielt darauf ab, der zunehmenden Verschuldung von Familien und Jugendlichen durch Prävention zu begegnen. In Rheinland-Pfalz sind schätzungsweise 150.000 Haushalte überschuldet. Die Tendenz ist auch bei jungen Menschen steigend. Das Schuldnerfachberatungszentrum an der Universität Mainz ist eine Einrichtung, die sowohl die Schuldnerberatungsstellen des Landes unterstützt, als auch universitäre Forschung betreibt. Im Rahmen von „finanziell fit“ werden ehrenamtliche Helfer in finanziellen Fragen ausgebildet.

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Lernen durch Zuschauen oder Selber-machen



Die Wissenschaft ist sich nicht ganz sicher, ob bei einem Lernprozess das Selbstmachen oder das genaue Beobachten besser zum Erfolg führt. Das Phänomen wollen Psychologen der Uni Jena untersuchen. Ob beim Besuch im Naturkundemuseum oder im Physikunterricht in der Schule: Wo Wissen vermittelt oder Fähigkeiten erlernt werden sollen, lautet die Devise heute oft „Selbermachen“. Denn interaktives Lernen gilt als besonders effizient. Allerdings sei das nur die halbe Wahrheit, so Prof. Steffens und ihr Team.
Manchmal sei der Beobachter sogar im Vorteil gegenüber dem selbst Handelnden.
Jetzt wollen die Wissenschaftler herausfinden, welche Fähigkeiten sich eher durch Handeln erlernen lassen und welche besser durch Beobachten.
Dazu stellen die Jenaer Psychologen den Testpersonen kleine Lernaufgaben: Papierfiguren falten, Flugzeuge aus Legosteinen bauen oder Seemannsknoten binden. Während eine Gruppe der Probanden die Aufgabe nach Anleitung selbst erledigen muss, gilt es für eine andere Gruppe, sich den Handlungsablauf allein durch Beobachten anzueignen. Der Vergleich zeigt, dass die Beobachtung des Handlungsablaufs zu genau so guten Lernleistungen führt wie das Lernen durch Doing-yourself. Die Ergebnisse könnten langfristig dazu dienen, durch eine optimale Unterrichtsgestaltung gezielt Lernprozesse zu unterstützen.

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Präzise Aufgabe fördert Kinder



Präzise gestellte Aufgaben sind ein entscheidender Faktor für den Lernerfolg von Kindern: Das legen Untersuchungen zur Schuleingangsphase und im Kindergarten nahe. Unstrittig ist außerdem, dass mit guten Aufgaben expansive Lernprozesse unterstützt werden, die sie als Persönlichkeiten stärken und zugleich Bildungszielen und Sachbezügen gerecht werden. Aufgaben definieren Spielräume für Lösungen – und das für alle kreativen Dimensionen menschlicher Tätigkeit. Sie provozieren expansives oder defensives Lernverhalten und werden damit zu einem prägenden Moment in der Entwicklung des Kindes. Aufgaben orientieren auf verschiedenen Wegen zum Ziel, helfen persönliche und soziale Ressourcen zu aktivieren, Inhalte zu erschließen, kognitive Strukturen zu bilden und systematisches Wissen aufzubauen. Aufgaben können geeignet sein, Kompetenzen herauszufordern und ihre Entwicklung zu fördern. Menschen wachsen mit ihren Aufgaben. Die Aufgabenqualität spielt deshalb von Geburt an eine bedeutsame Rolle.

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Lehr-Lern-Garten für Lehramtsstudierende am Start



Lernen an einem ungewöhnlichen Ort gestattet der Schulgarten, der einen
spannenden Unterricht ermöglicht. Die Chance haben Studierende der Uni Würzburg. Hier können Lehramtsstudierende praxisnah mit Schülern arbeiten.
Der Lehr-Lern-Garten ist ein neues Projekt des Botanischen Gartens. Er soll die Lehramtsausbildung an der Universität Würzburg noch attraktiver gestalten: Studierende schlüpfen in die Rolle von Lehrern und bieten Schulklassen grüne Praxis statt grauer Theorie. Das macht die Studierenden frühzeitig mit dem Berufsalltag in Schulen vertraut. Sie lernen unter anderem, Unterrichtseinheiten zu konzipieren, vorzubereiten und mit Schülern umzusetzen. Orchideen, Kakao und Cola: Solche Stichworte führen die Schüler direkt zum Thema Nutzpflanzen. Aber der Lehr-Lern-Garten hat noch viel mehr Spannendes auf Lager: fleischfressende Pflanzen, Kräuter des Mittelmeers oder Heilpflanzen zum Beispiel. Bei der Unterrichtseinheit „Radieschen von unten“ geht es um den Boden, während hinter „Ich bin dann mal weg“ das Thema Ausbreitungsbiologie steht. Das neue Angebot ist für alle Schularten konzipiert. Es beschränkt sich nicht auf das Fach Biologie, sondern eignet sich auch für Erdkunde, Chemie, Physik oder Sachkunde. Denn schließlich lassen sich im Lehr-Lern-Garten auch Themen wie Handel und Wirtschaft oder Klima- und Vegetationszonen anschaulich aufbereiten. Für die Chemie pflanzlicher Inhaltsstoffe oder für technische Entwicklungen, die sich am Vorbild der Natur orientieren, bietet der Garten ebenfalls gute didaktische Möglichkeiten.
„Im Lehr-Lern-Garten können Schüler selber aktiv Erfahrungen sammeln, auch auf spielerische Weise, etwa an Lern-Stationen im Freien oder in den Gewächshäusern.

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Beim Telefonieren „Liebe“ schreiben



Die Zahlen von 1 bis 6 empfinden wir angenehmer als die 7,8 und 9, und das nicht nur bei Rechenoperationen. Vielleicht liegt es daran, dass man sich die kleineren Mengen besser vorstellen kann in Dreier- oder Vierergruppen. Das wäre noch ein einsehbarer Grund. Jetzt aber kommt ein Psychologe in Würzburg auf eine weit kompliziertere Vorstellung. Wenn der Mensch eine Telefonnummer eintippt, „sieht“
er als SMS-Kunde gleichzeitig die Buchstaben, die unter der Taste liegen. Achtung, Schuld ist die Nutzung der Ziffern als Buchstaben. Sie wissen schon, wenn Sie simsen, unter der zwei liegen die Buchstaben A, B, und C. (A gleich einmal drücken, B zweimal und so weiter). Auch wenn sich hinter jeder Ziffer drei bis vier Buchstaben verstecken, entsteht bei richtiger Buchstabenauswahl ein Wort. Beispiel: 6673 ergibt bei richtiger Auswahl „Mord“ oder 6637337 ergibt Moerder. Wenn Sie jetzt eine Telefonnummer wählen, so die Folgerung des Psychologen, „denken“ Sie automatisch die Buchstaben mit und bilden unbewusst das Wort. Das sei der Grund, warum man sich manche Telefonnummern nicht merkt oder speichert. Also der Grund: das entstehende Wort ist gewissermaßen ein Tabuwort. Wer viel zu selten angerufen wird, sollte vielleicht einmal seine Telefonnummer genauer betrachten. Ergibt die Ziffernfolge als SMS-Text geschrieben nämlich ein Wort mit unangenehmem Beigeschmack, fühlen sich potenzielle Anrufer beim Wählen möglicherweise unwohl – selbst wenn sie gar nichts von der wörtlichen Bedeutung wissen. Also, das Simsen ist Schuld und SMS werden häufiger versandt als vermutet, nämlich 34,4 Milliarden im Jahr 2009. Allein in Deutschland. Das wiederum lässt ernsthaft vermuten, dass wir die Buchstaben vor Augen haben, wenn wir die Telefonnummer eintippen und unser Gehirn die möglichen Wörter zusammensetzt.
Natürlich hat der Psychologe auch Versuche durchgeführt, zwar nur mit 189 Personen, die aber ausnahmslos seine Hypothese bestätigten. Wie ernst zu nehmen das Ganze ist? Die Fachzeitschrift Psychological Science hat seine Erkenntnisse veröffentlicht. Übrigens Ihre Nummer würde gern gewählt, wenn sie aus den Ziffern 54323 bestehen würde. Was sie bedeuten? Liebe.

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Kommentar: Vorschule heute - PISA von morgen



Die Ergebnisse der nächsten PISA–Tests bestimmen die Kindergärten. Die Kleinen von heute werden dann in der Schule sein und sollten dazu beitragen, Deutschland aus dem Mittelmaß zu erlösen, in dem wir schon einen Traditionsplatz haben. Auch auf der didacta 2011 verlangt man bestmöglichste Förderung der Vorschüler. Das ist die Forderung. Aber wie sieht die Realität aus? Die Philosophie der Kindergärten lässt so viel unterschiedliche Meinungen zu, wie es Erzieherinnen oder Erzieher gibt. Vor Jahrzehnten gab es schon mal eine Welle von bunten schönen Vorschulprogrammen, die wissenschaftlich bewiesen alle wirkungslos waren. Damit gerieten die Anregungen von „draußen“ ins Aus. Die Verlage wagten höchstens noch die Herstellung von „Spielen“, deren Einsatz allerdings den Erzieherinnen und Erziehern überlassen bleibt. Dabei kann nur eine systematische Förderung – nach Plan also – wirken. Deshalb verlangen die Wissenschaftler den Nachweis von der Wirksamkeit der Programme, eine Prüfung wie bei Einführung eines Medikaments, klinisch getestet und für gut befunden. Aber wer kann das schon nachweisen?

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Didacta-Schwerpunkt: Vorschule fördern Zahlreiche Anregungen auf Messeständen



Einer der Schwerpunkt auf der didacta, Bildungsmesse in Stuttgart vom 22. – 26. Februar (Di – Sa.) ist die Förderung der Vorschüler und Schüler der unteren Klassen. Dieses Bestreben ist im Laufe der Jahre immer weiter in den Vordergrund gerückt. Auf der Bildungsmesse 2011 gibt es zahlreiche Beispiele und Anregungen dafür.
Männer, die sich für Bildung eingesetzt haben, werden am Freitag 26. Februar, auf der didacta geehrt: Dr. Klaus Kinkel und Samy Deluxe. Kinkel steht der Förderstiftung der Telekom vor, die Bildung finanziert und Deluxe motiviert in Crossover-Projekten Kinder Ängste zu überwinden, Kommunikation zu lernen und füreinander Verständnis aufzubringen.
Hier ein Blick in die Messe-Darbietungen: Weil Kindern das „Spiel (in) der Technik“ in Kindergarten und Schule nicht nahe gebracht wird, gehen viele Ingenieure, trotz Eignung dem Arbeitsmarkt verloren. Dem will die Autostadt Wolfsburg jetzt einen Riegel vorschieben. Bereits Kinder im Vorschulalter können an Original-Bauteilen die Funktionsweise der Getriebetechnik und ihrer physikalischen Grundlagen erleben. Zu sehen auf der didacta 2011 in Stuttgart. Die Erfahrung lehrt, wer frühzeitig und auf altersgerechte Weise mit Technik vertraut gemacht wird, wird sich ihr auch eher in der lernintensiven Phase der Schule einem Technikerberuf zuwenden.
Vorschulkindern die Zusammenhänge zwischen Energie und Umwelt nahe zu bringen, hat sich Projektgesellschaft Leuchtpol zur Aufgabe gemacht. Dazu bieten acht Regionalbüros berufsbegleitende kostenlose Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte an. Seit der ersten Fortbildung im März 2009 haben bundesweit bereits mehr als 1.700 Erzieherinnen und Erzieher ihre eigenen Erfahrungen und ihr Wissen zu Bildung für nachhaltige Entwicklung erweitert.
Das Ziel der Messe ist es die Begeisterung für das Lernen und Entdecken zu wecken und zu fördern. Auf der didacta 2011 werden die aktuellen Aspekte der Bildung von Anfang an ebenso diskutiert und vorgestellt wie spezielle Konzepte für die sprachliche oder die mathematisch-naturwissenschaftliche Förderung und neue Modelle des Übergangs zur Grundschule. Schwerpunkte sind: Sprachförderung, Gestaltung von Bildungsprozessen, Bewegungserziehung und Medienerziehung.
Die Montessori-Pädagogik will Kinder nicht nur in die Welt der Zahlen einführen, will Mathematik nicht als isoliertes Einzelwissen unterrichten, sondern Zusammenhänge herstellen. Sie will nicht durch Einzelheiten Verwirrung stiften, sondern ganzheitlich die Persönlichkeit des Kindes fördern. Wie das geht, stellt der Montessori Dachverband Deutschland auf einer Sonderschau auf der Didacta 2011 in Stuttgart vor. Hier können die MessebesucherInnen morgens im „gläserne Klassenzimmer“, Kindern bei der Arbeit mit Montessori-Materialien zuschauen.
Mit BIBER – Netzwerk frühkindliche Bildung fördert Schulen ans Netz e. V. die aktive Medienarbeit in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen. BIBER bietet praxisbezogene medienpädagogische Informationen, Projekte und Qualifizierungsangebote für pädagogische Fachkräfte. Das Projekt unterstützt bei der Umsetzung medienpädagogischer und medienpraktischer Aktivitäten das ganzheitliche Lernen. Dabei werden alle Beteiligten einbezogen: Kinder, Eltern, das soziale Umfeld, die pädagogischen Fachkräfte, Kita und Schule als Institution. Fachkräfte aus dem frühkindlichen Bereich sind eingeladen, sich in „Sandkastengesprächen“ mit Experten und Kolleginnen und Kollegen über die aktuellen Themen der frühkindlichen Bildung auszutauschen.
Beim Forum Bildung diskutieren Bildungsverantwortliche mit Wissenschaftlern und Bischöfen über das Thema: "Bildung ganz: Mit Religion. Kompetent und zuversichtlich leben können". In einer Sonderschau „Religion - Werte – Bildung: Leben menschlich gestalten“, die von den ev. Landeskirchen in Baden und Württemberg, der EKD sowie der Erzdiözese Freiburg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart getragen wird, erhalten Messebesucher Tipps zum Thema Religionsunterricht in den verschiedenen Bildungseinrichtungen. In einem Kirchencafé sind Austausch und Begegnungen möglich. Außerdem werden vier Beratungsbereiche angeboten: Schule und Religionsunterricht, Kirchliche Schulen, neue Medien und online-Lernen.
Das „Bündnis frühkindliche Bildung“ bietet die Plattform für eine Diskussion über Frühkindliche Bildung, dem Fundament für die Entwicklung und kindliche Bildungsbiografien. Dieses Fundament kann nur gestärkt werden, wenn alle Akteure – Eltern, Fachkräfte, die Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt – ihren Beitrag leisten. Verantwortliche aus Bund, Ländern, Spitzenverbänden, Trägern und Kommunen werden aufgerufen, gemeinsam diese Verantwortung wahrzunehmen. Damit unsere Kinder in den besten Händen, benötigen wir eine Reform der Qualifizierung der Fachkräfte.
„Schulen ans Netz“ bringt die modernen Medien Fernsehen, Internet, You Tube, Google und Facebook an die Schulen. Es zeigt die Bedeutung für die Erziehung und Bildung der Kinder. klärt die Bedeutung der digitalen Medien in der Kita und fordert Medienkompetenz für die Fachkräfte. Rund um diese Themen diskutieren Fachleute aus Politik und Wissenschaft gemeinsam mit Eltern und Pädagogen.
Um die Startphase in den Schulbetrieb geht es bei der Diskussion um längere gemeinsame Lernzeit, um die Auswirkung auf Spätstarter und Schnell-Lerner. Angeregt werden großzügige Rahmenbedingungen für Schulen, die sich für längere Lernzeiten entscheiden.
Mit der kindlichen Neugier die Phänomen des Alltags entdecken, Phänomene auf ihre Ursachen und natürlichen Zusammenhänge untersuchen, begreifen, erforschen und den ästhetischen Aspekt sichtbar werden lassen. Es gilt den Alltags- , Umwelt- und Berufsbezug herzustellen. Einfache und schnell verständliche Experimente, Hintergründe und die Praxis miteinander zu verknüpfen – Kind gerecht aufbereitet!

Mit bettermarks kann jeder Schüler seine Mathenoten verbessern. Lehrkräfte können bettermarks einsetzen, um ihren Unterricht mit Hilfe des Online-Lernsystems effizienter und zeitsparender vorzubereiten. Bettermarks unterstützt die Lehrerinnen und Lehrer vor allem bei der Erstellung, Organisation und Auswertung von Übungsserien für das Lernen zu Hause und in der Schule. Mit der schnellen Bereitstellung von Übungsserien bei bettermarks, gewinnt der Lehrer Zeit bei der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und kann sich gezielt auf die individuellen Bedürfnisse aller Schüler konzentrieren.
PRAXIS ENGLISCH sorgt als Zeitschrift mit frischen Ideen für einen lebendigen Englischunterricht in der Sekundarstufe. Praxiserprobte Beiträge sowie zahlreiche Arbeitsblätter und Materialien unterstützen den Pädagogen bei der Gestaltung eines handlungsorientierten Unterrichts.
Unterricht interaktiv gestalten - mit Hilfe von Legamaster eBeam ist das ganz einfach. Der Lehrer kann einfach digitale Inhalte wie Office Anwendungen, Weblinks, Fotos oder Inhalte von einer Dokumentenkamera in den Unterricht integrieren.
Das Lernspiel Triovision ist eine Herausforderung für jedes Alter. Als Großspiel ist es darüber hinaus ein magischer Anziehungspunkt. Es eignet sich für Kinder ab 7 Jahren, für Jugendliche und Erwachsene in der fetzigen Runde und für das Hirnleistungstraining im Alter. Gefördert werden Konzentration und konstruktive Räumlichkeit, die Basisvoraussetzung für logisch-abstraktes Denken, Handlungs-Planung und Lese-Textverständnis ist.
In den letzten 15 Jahren hat der Anteil der Schüler, der erhebliche Probleme in den Grundrechenarten hat, stark zugenommen. Aber es gibt Beschäftigungsmaterial, das gegen die Rechenschwäche einzusetzen ist. Dazu zählt eine Kindergarten-Ausstattung mit dem Programm „Im Land der Zahlenzwerge“, Förderung für erfolgreiche frühkindliche mathematische Bildung mit Märchenbuch, Zwergenmützen, Zahlen-Struktur-Körpern und Stundenvorbereitungen für Erzieherinnen usw.

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Durch Männerfreundschaft zum Erfolg



An Ansehen gewinnt ein Affenmännchen von der Gattung der Assam-Makaken, wenn es einen guten männlichen Freund hat, der ihn gegen die Konkurrenz unterstützt. Gleichzeitig steigen seine Chancen bei den weiblichen Mitgliedern der Rasse, erkennbar an der Zahl seiner Nachkommen. Das fanden Wissenschaftler aus Göttingen und Leipzig heraus, die über mehrere Jahre die Evolution sozialer Beziehungen in Thailand untersuchten. Im thailändischen Naturschutzgebiet Phu Khieo Wildlife Sanctuary beobachten die Wissenschaftler seit 2005 eine Gruppe von ca. 60 Assam-Makaken. Bei der Untersuchung des Sozialverhaltens der Männchen entdeckten sie strategisches Handeln. Während es bei den Weibchen um den Kampf um die Nahrung geht, dreht es sich bei den männlichen Artgenossen um Manipulation, also eine Art Politik. In ihrer Langzeitstudie wiesen die Wissenschaftler auch nach, dass nicht die Anzahl, sondern die Stärke des Bündnisses für den Aufstieg entscheidend ist. Gleichzeitig haben Männchen, die nicht in Freundschaften investierten, stetig an Status verloren. Von ihren Ergebnissen erhoffen sich die Forscher auch Erkenntnisse über das menschliche Sozialverhalten. Ihre Studien lassen darauf schließen, dass die engen Sozialkontakte von Menschen ihre Wurzeln außerhalb von verwandtschaftlichen Beziehungen haben. Dies könne erklären, warum der Verlust von Freundschaften beim Menschen ernsthafte gesundheitliche Probleme zur Folge haben.

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Wismarer Studenten erschließen neue Märkte



Die Pflege der Stammkunden, die Gewinnung von neuen Abnehmern und die Marktforschung auf Fachmessen sind elementare Grundlagen für Klein- und Mittelbetriebe von zehn bis 30 Mitarbeitern. Das fehlende Knowhow haben acht Teams aus angehenden Betriebswirten, Designern und Innenarchitekten der Hochschule Wismar beschafft. Sie haben die Lage in kleineren mittelständischen Firmen analysiert und maßgeschneiderte Ausstellungskonzepte entwickelt. Ziel ist es, eine stärkere Beteiligung von Unternehmen auf in- und ausländischen Messen . die Exportquote liegt in Deutschland bei 46 Prozent, Neue Länder und Berlin: 34 Prozent.
Die Wismarer Studenten sind in Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handwerkskammern in die Betriebe gegangen und haben das bisherige Messeverhalten sowie die aktuelle Bedarfssituation untersucht. Es wurden geeignete Fachmessen herausgefiltert und ein komplettes Begleitkonzept mit einem individuellen Präsentationsstand erarbeitet. Das Projekt hat bereits Nachahmer gefunden: Die Marmara Universität in Istanbul und weitere Hochschulen in Österreich und Frankreich.

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Interessante Webseiten speichern



Internetseiten sind wie Sterne am Himmel: Es gibt unendlich viele, und jeden Tag kommen neue dazu – mit Texten, Informationen und Bildern. Bibliotheken und Archive stehen der gigantischen Datenmenge bislang relativ machtlos gegenüber. Die Kapazitäten, das gesamte Material zu sichten und zu bewerten, sind nicht vorhanden. Das soll sich jetzt ändern.
Zwei Europäische Projekte sollen helfen, das digitale Kulturerbe des World Wide Web zu sichern. Das Vorhaben „Archive Community Memories“ fokussiert sich auf die automatische Auswahl von gesellschaftlich relevanten Web-Inhalten. Eine neue Archivierungsmethode soll gezielt nach Themen und Ereignissen im Web suchen und deren Bedeutung erkennen. Dabei sind auch private Einträge wie offen zugängliche Blogs oder soziale Netzwerke wie Facebook interessant. Die Gesamtleitung haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der University of Sheffield übernommen. Daneben sind zahlreiche weitere Partner wie Yahoo!, der Südwestrundfunk und die Deutsche Welle beteiligt.

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Babyklappe schafft psychische Probleme



Babyklappe und anonyme Geburt werden kontrovers und emotional diskutiert. Seit 1999 wird in Deutschland von kirchlichen und anderen freien Trägern und Krankenhäusern die Möglichkeit angeboten, ein Kind in einer Babyklappe anonym abzugeben oder nach medizinisch betreuter Geburt anonym zurückzulassen. Anonyme Kindesabgaben sollen verhindern, dass Neugeborene getötet oder ausgesetzt werden.
Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass dies gelingt. Eine anonyme Geburt soll darüber hinaus Frauen, die ihre Mutterschaft geheim halten wollen, eine medizinisch begleitete Entbindung ermöglichen. Die Angebote sind allerdings ethisch und rechtlich sehr problematisch und haben schwerwiegende Folgen für die Kinder, die an der Anonymität ihrer Herkunft lebenslang zu tragen haben, sowie für Mütter und manchmal auch Väter, denen der Kontakt zu ihren leiblichen Kindern lebenslang verschlossen ist.
Im November 2009 hat der Deutsche Ethikrat daher empfohlen, die vorhandenen Babyklappen und bisherigen Angebote zur anonymen Geburt aufzugeben, die öffentlichen Informationen über die bestehenden legalen Hilfsangebote zu verstärken und Schwangeren/Müttern durch Gesetz eine „vertrauliche Kindesabgabe mit vorübergehend anonymer Meldung“ zu ermöglichen.

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Telemedizin hilft Patienten mit Herzschwäche



Die Technik macht’s möglich. Patienten mit Herzschwäche werden per Telefon überwacht. Die dazu notwendige Apparatur sind ein Blutdruckmessgerät, eine Waage und ein Zwölf-Kanal-EKG. Alle Geräte sind zu Hause an das Telefon angeschlossen. Über die Telefonleitung werden so Vitalparameter wie Blutdruck, Puls und Körpergewicht über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten automatisiert in einem telemedizinischen Zentrum dokumentiert. Durch dieses System werden Komplikationen erkannt, bevor sie zur Gefahr werden. Wenn die Vitalwerte von den individuellen Grenzwerten abweichen, nimmt das medizinische Team mit dem Patienten und dem betreuenden Haus- und Facharzt direkt Kontakt auf. Die Erfahrungen zeigen, dass auf diese Weise betreute herzkranke Patienten weniger häufig ins Krankenhaus müssen, sich sicherer fühlen und zuverlässiger ihre Medikamente einnehmen. Die Leitung erfolgt vom Universitätsklinikum Heidelberg, das sich um die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten kümmert.

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Liebe zur Technik wecken



Die Liebe zur Technik muss schon bei Kleinkindern geweckt werden. Darum kooperieren die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ bei der frühkindlichen Förderung im Bereich Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften (MINT). Die Akademie und die Stiftung wollen gemeinsam die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirkung und Funktion der frühen MINT-Bildung stärken. Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ baut gemeinsam mit Trägern von Kindertageseinrichtungen und Partnern aus Städten, Landkreisen und Ländern ein Netzwerk auf, um die technische und naturwissenschaftliche Bildung im Alltag der Kitas zu verankern. Sie bildet Trainerinnen und Trainer in Workshops aus, die wiederum die Erzieherinnen und Erzieher vor Ort weiterbilden, und stellt Kitas kostenfrei Materialien zur Verfügung.

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Berufswahl früher anstoßen



Das Übergangssystem zwischen Schule und Berufsausbildung ist reformbedürftig. Zu diesem Schluss gelangten rund 500 Berufsbildungsexpertinnen und -experten, die im Rahmen einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Bertelsmann Stiftung die gegenwärtigen Bedingungen beim Übergang Schule - Berufsausbildung bewerteten. Eine große Mehrheit (89 Prozent) gibt an, dass es beim Einsatz von finanziellen Mitteln und Personal im Übergangssystem an Effektivität mangelt. Mehr als drei Viertel der Fachleute kritisieren, dass die zahlreichen unterschiedlichen Maßnahmen und Bildungsgänge inzwischen kaum noch zu überblicken sind. Trotzdem zeigen sich 81 Prozent der Berufsbildungsfachleute überzeugt, dass auch in Zukunft Maßnahmen und Aktivitäten erforderlich sind, um Jugendliche beim Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung zu unterstützen. Im Jahr 2009 begannen immer noch rund 347.000 Jugendliche mit einer Übergangsmaßnahme zwischen Schule und Berufsausbildung. Meist sind es Jugendliche aus weniger privilegierten Familien, die Probleme bei der Berufswahl und Ausbildungssuche haben. Deshalb fordern Expertinnen und Experten, bereits in den allgemeinbildenden Schulen mehr für die Berufsfindung zu tun: Mehr als 80 Prozent wünschen sich ein eigenständiges Fach "Berufsorientierung". Zudem sollte für alle gefährdeten Jugendlichen eine individuelle Übergangsbegleitung von der Schule in die Ausbildung mit einer festen Vertrauensperson erfolgen.

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Lösung für Streit in Familienunternehmen



Konflikte in Familienunternehmen können massiv eskalieren und bis hin zu den oft zitierten Familienkriegen reichen. Dabei stehen häufig enorme Werte auf dem Spiel, die oft genug durch Familienstreit vernichtet werden. In einer aktuellen Studie zeigt die Wittener Familienunternehmensforscherin Nicola Neuvians neue Wege der Konfliktbearbeitung in Familienunternehmen auf und macht deutlich, dass die systemische Konfliktmediation ein geeignetes Instrument zur Konfliktbearbeitung zur Verfügung stellt.
Die Konfliktmediation setzt auf eine Vermittlung durch unparteiische Dritte und strebt konstruktive Konfliktlösungen an, die von allen Seiten akzeptiert werden. Dabei ist es weniger Aufgabe der Mediatoren, ein abschließendes Urteil zu fällen, als vielmehr eine konstruktive Konfliktbearbeitung zu ermöglichen, bei der die Konfliktparteien in die Lage versetzt werden, selbst eine konsensfähige Problemlösung zu erarbeiten.

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Hirnforscher fordert Härtetest für Vorhersagen



Welches Kind wird später in der Schule Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben? Um das voraussagen zu können, wurde seit den 90er Jahren ein bestimmtes Testverfahren angewendet, das auch Grundlage von Förderzuweisungen für Kindergarten- und Schulkinder war. Das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) an der Universität Ulm hat dieses Testverfahren, genannt Differenzierungsprobe, in einer Studie mit 1.441 Grundschülern überprüft. Das Ergebnis: Der Test hat kaum Vorhersagekraft. Nach Ansicht von Hirn- und Bildungsforscher Prof. Dr. Manfred Spitzer, Leiter des ZNL, ist diese unzureichende wissenschaftliche Fundierung ein Grund für mangelnden Erfolg im Bildungswesen. Die Differenzierungsprobe prüft in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, ob Kinder z. B. unterschiedliche grafische Elemente, Wörter, Rhythmen oder Melodien unterscheiden können, da diese Unterscheidungsfähigkeit als eine Voraussetzung für das Lesen- und Schreiben lernen gilt. Hirn- und Bildungsforscher Prof. Dr. Manfred Spitzer fordert nach dem Beispiel der Medizin mehr wissenschaftliche Evidenz im Bildungsbereich: „Wenn es um Medizin geht, vom Zahnweh bis zur Krebstherapie, gelten klare Richtlinien für das, was zu tun ist. Wer eine neue Therapie einführen will, kann dies nur tun, wenn er den wasserdichten Nachweis erbringt, dass sie tatsächlich besser ist als die alte. Wenn es dagegen darum geht, wie wir unsere Kinder unterrichten sollten, dann bemühen wir nicht die wissenschaftliche Methode des systematischen Fragens und Forschens.“ Ausführlich Stellung nimmt er zu dem Problem in seinem Buch „Medizin für die Bildung“ (Spektrum Verlag).

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Kombinationsbehandlung hilft Alkoholabhängigen



Individuelle Therapien erhöhen Behandlungserfolg bei Alkoholabhängigen. Zu diesem Ergebnis kommt Kerstin Ratzke, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Didaktischen Zentrum (diz) der Universität Oldenburg. Für ihre Promotion setzte sich die Wissenschaftlerin mit der Modularen Kombinationsbehandlung (MoKo) auseinander. Das ist eine Behandlungsform, die jedem Alkoholabhängigen eine individuelle Therapieform ermöglicht, die eine Kombination aus stationärer und ambulanter Therapie anbietet. Alkoholabhängige, die eine Kombinationsbehandlung durchlaufen, schließen die stationäre Phase zu 86 Prozent, die ambulante zu 64 Prozent erfolgreich ab. Da jeder Alkoholkranke eine andere Suchtgeschichte aufweise, müsse auch die Therapieform individuell angepasst werden. Kombinationsbehandlungen, bei denen Patient, Therapieeinrichtungen und Therapeuten eng zusammen arbeiten und im ständigen Austausch miteinander stehen, bieten dabei die besten Möglichkeiten für eine passgenaue Hilfe, so Ratzke.
Da es Alkoholabhängige gibt, für die eine ausschließliche stationäre Alkoholtherapie aufgrund sozialer Verpflichtungen, ihrer Arbeit oder aus familiären Gründen nicht in Frage kommt, besteht in der Kombinationsbehandlung die Möglichkeit, auch diese Personengruppe zu betreuen. Zudem garantiert die Konzeption der Kombinationsbehandlung ein schnelleres Eingreifen und Reagieren im Behandlungsprozess, falls ein Rückfall droht.
Ein weiterer wichtiger Grund für das Gelingen der Kombinationstherapie ist die enge Zusammenarbeit zwischen ambulanten und stationären TherapeutInnen mit den PatientInnen. Übergabegespräche zwischen beiden Parteien erhöhen die Verbindlichkeit der Behandlung auf der einen Seite. Auf der anderen Seite können Probleme, die während der Behandlung auftreten, durch die enge Zusammenarbeit sofort behoben werden.

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Lebensmittelindustrie unterstützen



Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe baut ihr Kooperationsangebot für die mittelständische Lebensmittel-Industrie weiter aus: Am 14. Januar 2011 wurde auf dem Campus Lemgo das Institut für Lebensmitteltechnologie NRW, kurz ILT-NRW, feierlich eröffnet. Professoren stellen hier ihr Wissen zur Verfügung, damit Lebensmittel sicherer und kosteneffektiv produziert werden können. Sechs Labore bilden den Kern des Instituts: die Fleisch- und die Getränketechnologie sind ebenso vertreten wie die Lebensmittel- und Biochemie, die Mikrobiologie und die Verfahrenstechnik. ILT-NRW versteht sich als führende Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für Lebensmitteltechnologie in Nordrhein-Westfalen.
Dieser Ansatz hat schon in der Vergangenheit zu erfolgreichen Kooperationen mit Industriepartnern geführt. Die ILT-NRW-Angebotspalette reicht von Wirtschaftsberatung, Technologietransfer, Prozessaudits und Prozessoptimierung bis hin zu wissenschaftlichen Gutachten, Auftragsabwicklung und der Organisation öffentlich geförderter Forschungsprozesse.


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Wissenschaft optimiert Beschaffungsketten



Mit innovativen Technologien für die Optimierung von Beschaffungsketten beschäftigt sich die zehnte Tagung des „MIT Forum for Supply Chain Innovation“ am 17. Februar 2011 in Potsdam. Es handelt es sich um eine gemeinsame Veranstaltung des Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit dem Hasso-Plattner-Institut.
Die neue Technik des Datenmanagements verspricht immense Verbesserungen der Geschwindigkeit von Unternehmenssoftware. Dies geschieht durch Vereinigung bislang getrennt gehaltener analytischer und transaktionaler Daten in einer einzigen Datenbank, die im riesigen Hauptspeicher eines Hochleistungsrechners residiert. Zugegriffen werden auf die In-Memory-Datenbank kann per iPad – zum Beispiel für Mahnläufe, Produktverfügbarkeits-Checks und Bedarfsplanung.
Beim MIT-Forum soll Führungskräften der Wirtschaft vermittelt werden, wie Unternehmen mit neuen Technologien Innovationen in der Beschaffungskette umsetzen können. Weltweit führende Wissenschaftler aus dem Bereich Supply Chain Management sowie Top-Manager nationaler und internationaler Unternehmen gehören zu den Vortragenden. Darüber hinaus werden Wissenschaftler vom MIT über die technologischen Herausforderungen beim Management von verteilten Beschaffungsketten referieren. Beispiele aus der Praxis von Unternehmen wie z.B. SAP, Hewlett-Packard oder der Charité Berlin runden die zehnte Veranstaltung der europäischen Sektion des MIT-Forums ab.
Im MIT-Forum erarbeiten Forscher und Praktiker innovative Ideen sowie praktische Handlungsempfehlungen, um Geschäfts-Strategien und Supply Chain Management mit intelligenten IT-Lösungen zu verbinden. Das HPI, Deutschlands universitäres Exzellenz-Center für IT- Systems Engineering, ist einziger Kooperationspartner des MIT-Forums in Deutschland.

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Internet steigert Informationsflut



Intellektuelle Debatten spielen sich schon lange nicht mehr nur im Feuilleton der großen Zeitungen ab, sondern ebenso im multimedialen Raum. Die Vorteile für diesen Sektor liegen klar auf der Hand: einfache Darstellung und weiteste Verbreitung. Aber gleichzeitig werden Klagen laut über die tägliche Informationsflut und über das undifferenzierte Stimmengewirr im Web 2.0. Wie digitale Medien das wissenschaftliche Arbeiten verändert untersuchen Wissenschaftler und Medienvertreter am 14. und 15. Februar 2011 in Essen bei der gemeinsamen Tagung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen und des Deutschen Historischen Instituts Paris.
Die Tagung am KWI in Essen untersucht einerseits die soziokulturelle Rolle und politische Bedeutung der Intellektuellen, andererseits die entscheidenden Veränderungen der Wissenschaftskommunikation im Web 2.0.
Zu den Referenten zählen Steffen Albrecht vom Medienzentrum der TU Dresden, Christoph Bieber vom Zentrum für Medien und Interaktivität der Universität Gießen, die Geschichtswissenschaftlerin Ute Daniel, Jochen Johannsen vom Hochschulbibliothekszentrum NRW, der Politikwissenschaftler und Autor Jens Hacke, der Leiter des Zentrums für elektronisches Publizieren Gregor Horstkemper, der Internetsoziologe Stephan G. Humer, der Literaturwissenschaftler Gerhard Lauer, der Medienwissenschaftler und Journalist Stefan Münker, die Medienwissenschaftlerin Daniela Pscheida, der Psychologe Torsten Reimer, die Bloggerin Anne Roth, der Medienphilosoph Mike Sandbothe, Jan H. Schmidt vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung und der Informatikprofessor Martin Warnke.
Das Deutsche Historische Institut Paris (DHIP) gehört der Stiftung DGIA (Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland) an und ist eine Schnittstelle zwischen deutscher und französischer Geschichtswissenschaft. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Durchführung und Veröffentlichung von Forschungen zur französischen, deutsch-französischen und westeuropäischen Geschichte.

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Beim Telefonieren „Liebe“ schreiben



Die Zahlen von 1 bis 6 empfinden wir angenehmer als die 7,8 und 9, und das nicht nur bei Rechenoperationen. Vielleicht liegt es daran, dass man sich die kleineren Mengen besser vorstellen kann in Dreier- oder Vierergruppen. Das wäre noch ein einsehbarer Grund. Jetzt aber kommt ein Psychologe in Würzburg auf eine weit kompliziertere Vorstellung. Wenn der Mensch eine Telefonnummer eintippt, „sieht“
er als SMS-Kunde gleichzeitig die Buchstaben, die unter der Taste liegen. Achtung, Schuld ist die Nutzung der Ziffern als Buchstaben. Sie wissen schon, wenn Sie simsen, unter der zwei liegen die Buchstaben A, B, und C. (A gleich einmal drücken, B zweimal und so weiter). Auch wenn sich hinter jeder Ziffer drei bis vier Buchstaben verstecken, entsteht bei richtiger Buchstabenauswahl ein Wort. Beispiel: 6673 ergibt bei richtiger Auswahl „Mord“ oder 6637337 ergibt Moerder. Wenn Sie jetzt eine Telefonnummer wählen, so die Folgerung des Psychologen, „denken“ Sie automatisch die Buchstaben mit und bilden unbewusst das Wort. Das sei der Grund, warum man sich manche Telefonnummern nicht merkt oder speichert. Also der Grund: das entstehende Wort ist gewissermaßen ein Tabuwort. Wer viel zu selten angerufen wird, sollte vielleicht einmal seine Telefonnummer genauer betrachten. Ergibt die Ziffernfolge als SMS-Text geschrieben nämlich ein Wort mit unangenehmem Beigeschmack, fühlen sich potenzielle Anrufer beim Wählen möglicherweise unwohl – selbst wenn sie gar nichts von der wörtlichen Bedeutung wissen. Also, das Simsen ist Schuld und SMS werden häufiger versandt als vermutet, nämlich 34,4 Milliarden im Jahr 2009. Allein in Deutschland. Das wiederum lässt ernsthaft vermuten, dass wir die Buchstaben vor Augen haben, wenn wir die Telefonnummer eintippen und unser Gehirn die möglichen Wörter zusammensetzt.
Natürlich hat der Psychologe auch Versuche durchgeführt, zwar nur mit 189 Personen, die aber ausnahmslos seine Hypothese bestätigten. Wie ernst zu nehmen das Ganze ist? Die Fachzeitschrift Psychological Science hat seine Erkenntnisse veröffentlicht. Übrigens Ihre Nummer würde gern gewählt, wenn sie aus den Ziffern 54323 bestehen würde. Was sie bedeuten? Liebe.

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Trotz Finanzkrise fordern Menschen mehr Umweltschutz



Einen radikalen Umstieg auf erneuerbare Energien erwarten 85 v.H. der Deutschen, wie eine Repräsentativumfrage des Umweltbundesamt (UBA) mit 2008 Personen zeigt. Zwei Drittel sind der Ansicht, dass der Staat mehr für den Umweltschutz tun solle. Und 61 Prozent sprechen sich sogar für eine Vorreiterrolle Deutschlands aus. Die Befragten fordern umweltschädlicher Subventionen zu streichen. Hohe Erwartungen richten sich auch an die Wirtschaft, umweltfreundlicher zu produzieren. Dass die Automobilindustrie durch die Entwicklung umweltfreundlicher Autos viel tun kann, sehen rund 85 Prozent.
Eine Mehrheit der Befragten sieht auch Möglichkeiten selbst etwas für den Umweltschutz zu tun: sie kauft zu zwei Drittel Produkte, die die Umwelt möglichst wenig belasten. Das bekundete Umweltbewusstsein hat aber noch nicht zum sichtbaren Umdenken geführt. Denn nur acht Prozent ist bislang auf Ökostrom umgestiegen.
Generell sind Menschen mit niedrigeren Einkommen weniger an Umweltproblemen interessiert. Aber auch Verhaltensgewohnheiten bestimmen die Ansichten. So ist nur jeder vierte Autofahrer Car-Sharing interessiert.



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Gemeinsam gegen Brustkrebs Praktische Übungen für Paare




Jährlich erkranken in Deutschland ca. 58.000 Frauen an Brustkrebs. Die Bewältigung einer Brustkrebserkrankung stellt nicht nur für die Frau, sondern auch für ihr nahestehende Personen eine belastende Situation dar. Viele Frauen berichten, sich in der Zeit der medizinischen Behandlungen wie zum Beispiel der Chemo- oder Strahlentherapie durch die regelmäßigen ärztlichen Kontakte relativ „sicher“ und auch durch ihren Partner gut unterstützt zu fühlen. Allerdings schildern Patientinnen oft nach Abschluss der medizinischen Behandlung in ein „Loch“ zu fallen. Die Rückkehr zur Normalität und Bewältigung des Alltags kann für viele Paare zu massiven Schwierigkeiten in der Partnerschaft sowie zu emotionalen und psychischen Problemen führen. Ein Projekt an der Universität Braunschweig unterstützt Paare genau zu diesem Zeitpunkt bei einer gemeinsamen Bewältigung von Stress.
Unter dem Motto „Seite an Seite“ bieten die Experten die Teilnahme an einer von zwei Trainingsmethoden: Die erste Trainings-Option gibt Hilfestellung im Umgang mit Krebs und regt zur partnerschaftlichen Unterstützung an. Die zweite Option beinhaltet ein bewährtes Entspannungstraining zum Stressabbau, das insbesondere in der psychoonkologischen Versorgung von Krebspatienten als wirksam befunden wurde.

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Umgebung beeinflusst Schulleistung Grundschüler liefern Beweis in Berlin



Bei einer Untersuchung der Mathe- und Leseleistungen von Grundschülern stellten Wissenschaftler fest, das die Sozialstruktur der Nachbarschaft Einfluss darauf, wie gut Berliner Grundschüler sind. Das gilt unabhängig vom sozialen Hintergrund der Eltern und von der sozialen Zusammensetzung der Schüler. Kinder profitieren von sozial privilegierten Nachbarschaften. Für die Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB.) lieferten 3.200 Berliner Grundschülern der Klassen vier bis sechs das Material. Die Wissenschaftler setzten die Leistungen ins Verhältnis zu der Arbeitslosen- und Sozialhilfequote der Wohnviertel. Dass Schüler in sozial besser gestellten Wohnvierteln Vorteile im Rechnen und Lesen haben, führt eine Wissenschaftlerin auf zwei Erklärungen zurück: Die Kinder fänden unter den Erwachsenen mehr positive Rollenvorbilder. Außerdem werde in einer solchen Nachbarschaft eine stärkere soziale Kontrolle ausgeübt. Ein wirksames Mittel gegen Schule schwänzen, in der Nachbarschaft „herumlungern“ oder respektlosem Verhalten gegenüber Erwachsenen.

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Gegen Burnout in der IT-Branche Anti-Stress-Programm als Ausweg



Von der einst „schönen neuen Arbeitswelt“ hat sich die Informationstechnik-Branche (IT) inzwischen weit entfernt: Der Preis- und Kostendruck bringt viele Beschäftigte an die Leistungsgrenze. Psychische Erschöpfungszustände sind unter IT-Spezialisten weit verbreitet. Die Ursachen für Stress und Burnout untersuchte das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Durch betriebliches Gegensteuer könne jedoch die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der „modernen Wissensarbeiter“ dauerhaft gesichert werden, so die Wissenschaftler. Neben einer Bestandsaufnahme sollte das Problembewusstsein für Fragen des demografischen Wandels und der Prävention in IT-Unternehmen und -Verbänden geschärft werden. Es gehe um gute Praxislösungen und um Präventionskonzepte für Berufseinstieg, Familienphase. Erste Ergebnisse und Erfahrungen mit einem vom IAQ entwickelten Stresspräventionskonzept zeigten, dass wie Konzepte gemeinsam von Belegschaft, Management und Interessenvertretung erarbeitet und umgesetzt werden. Davon können vor allem kleine und mittelständische Unternehmen profitieren.

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Infozentrale speist Kopfblätter Meinungsvielfalt eingeschränkt



Zeitungen können von einer redaktionellen Kooperation in der Mantelberichterstattung durchaus profitieren. Allerdings zeigt sich auch, dass die publizistische Vielfalt darunter leidet. Dies ist das Ergebnis einer Studie Professor Lars Rinsdorf (Stuttgart)
In einer vergleichenden Inhaltsanalyse der Mantelberichterstattung der drei Ruhrgebietstitel Westdeutsche Allgemeine (WAZ), Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung (NRZ) und Westfälische Rundschau (WR) untersuchte Rinsdorf zusammen mit Professor Günther Rager von der Technischen Universität Dortmund, wie sich eine neue Redaktionsorganisation auf die Produktqualität und die Viuelfalt der Berichterstattung auswirkt. Die Zeitungen, die alle zur WAZ-Gruppe gehören, hatten im Frühjahr 2009 einen gemeinsamen Newsdesk eingeführt. In der Studie untersuchten die Wissenschaftler, ob und in welcher Hinsicht sich die Mantelberichterstattung nach Einführung des Desks verändert hat.
Während sich die Chefredaktion der WAZ neben Kostenvorteilen vor allem Qualitätsfortschritte von der Kooperation versprach, fürchteten Kritiker Einschnitte in das publizistische Angebot. Inzwischen streben immer mehr Tageszeitungsgruppen die Kooperation zwischen ihren Redaktionen bei der Mantelberichterstattung an, etwa der Springer-Verlag oder die Mediengruppe Dumont Schauberg aus Köln. Die Studie deutet darauf hin, dass es dabei durchaus gelingen kann, die Produktqualität zu steigern und gleichzeitig das Markenprofil der beteiligten Titel zu erhalten.
Für die Analyse wurden rund 3500 Beiträge aus der Mantelberichterstattung der beteiligten Titel untersucht. Die Analyse umfasste die Politik-, Wirtschafts- und Regionalseiten in den drei beteiligten Titeln. Die Lokalberichterstattung wurde nicht untersucht.

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Städtische Infrastruktur zukunftsgerichtet planen



Die Rahmenbedingungen für die Planung der städtischen Infrastrukturen in Deutschland haben sich seit einigen Jahren stark verändert. Ursachen sind vor allem der demografische Wandel, Klimaveränderungen sowie die Folgen der kulturellen, technischen und wirtschaftlichen Globalisierung. Neben diesen „Megatrends“ müssen weitere Herausforderungen berücksichtigt werden, die von großer Bedeutung für die künftige Entwicklung der Städte und unserer Lebensverhältnisse sind. Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik und der Wüstenrot Stiftung zeigt Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten in den Bereichen technischer und sozialer Infrastruktur auf.
Im Energiesektor wäre die Nutzung dezentraler Systeme, die sich in lokale bzw. regionale Netzwerke einbinden lassen, wünschenswert. Auch im Gesundheitssektor stehen erhebliche Strukturveränderungen an, aus denen sich neue, veränderte Finanzierungs- und Organisationsfragen für die kommunalen Krankenhäuser ergeben. In Bildung und Erziehung werden Reformen und die Schließung oder Zusammenlegung von Standorten
notwendig, um mehr Effizienz und schlankere Organisationsformen zu schaffen.

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Emotionale Intelligenz unterstützt Karriere



Wer sich gut in die Gefühle anderer hineinversetzen kann, steigt im Beruf schneller auf. Das zeigen Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Heidelberg zusammen mit US-Kollegen in einer aktuellen Studie. Der von ihnen entdeckte Zusammenhang gilt allerdings nur für besonders karriereorientierte Personen. Für sich allein genommen, erlaubt das Maß emotionaler Intelligenz ("EQ") kaum Voraussagen über den Berufserfolg. In den USA enthalten Einstellungstest oft ein ganzes Bündel Fragen, die auf den "EQ" der Bewerber abzielen. In Deutschland spielt das Kriterium "emotionale Intelligenz" bei Besetzung von Stellen eher eine untergeordnete Rolle. Das deutsch-amerikanische Forscherteam hat daher in seiner Studie untersucht, wie EQ und Ehrgeiz beim beruflichen Aufstieg zusammen spielen. Dazu konfrontierten die Wissenschaftler insgesamt 71 karriere-orientierte Betriebswirte mit verschiedenen Situationsbeschreibungen. Die Teilnehmer sollten schätzen, wie sich die Protagonisten in der jeweils geschilderten Lage fühlten. Die Ergebnisse verrieten also, inwieweit sich die Testpersonen in die Emotionen anderer hineinversetzen konnten. Um den Karrierefortschritt zu messen, erhoben die Wissenschaftler zudem im Abstand von zwei Jahren das aktuelle Gehalt der Betriebswirte. Ergebnis: Der Verdienst der Testpersonen entwickelte sich umso besser, je höher ihr EQ war.

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Stuttgart 21: Keine Annäherung Aber besseres Verständnis der Argumente



Die Schlichtungsgespräche zum Projekt Stuttgart 21 führten nicht zur Meinungsänderung der beiden sich gegenüber stehenden Blöcke, sondern sie reduzierten nur den Ärger und erleichterten das Verständnis der Gegenseite, ist das Ergebnis einer Online-Befragung der Psychologen Dr. Tobias Rothmund und Dr. Anna Baumert (Universität Koblenz-Landau ). 910 Personen im Alter zwischen 23 und 86 Jahren stuften sich zu 20 v. v. H. als Befürworter des Bauprojektes ein. Gegner des unterirdischen Bahnhofs dagegen kritisierten das Planungsverfahren als intransparent und das Verhalten der politischen Entscheidungsträger als unehrlich. Bei ihnen ist das Vertrauen in die Politik geschwunden und ihre Protestbereitschaft gestiegen. Die Schlichtungsgespräche wurden von Gegnern und Befürwortern des neuen Bahnhofs gleichermaßen interessiert wahrgenommen. Über 60 v. H. hatten die Übertragungen live im Fernsehen oder im Internet verfolgt.
Befürworter wie Gegner gaben aber jeweils an, die Argumente der Gegenseite nun besser zu verstehen. Empfundene Ungerechtigkeit sei die Motivation und der Antrieb für politisches Protestverhalten gewesen, so die Wissenschaftler. Sie sehen die Schlichtungsgespräche als Beitrag zum sozialen Frieden.

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Ausländerkinder nutzen deutsche Medien Nur 11 Prozent erkennen Merkel nicht



Jugendliche mit Migrationshintergrund wissen genauso viel über Demokratie wie deutsche. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universitäten Würzburg, Hamburg und Mannheim. Untersucht wurden 1.500 Jugendlichen aus Bayern und Hamburg
Für die Studie mussten die Jugendlichen einen Wissenstest mit Fragen rund um das Thema „Demokratie“ bearbeiten. Dabei ging es beispielsweise um die die Häufigkeit von Bundestagswahlen, die gesetzgebenden Institutionen in Deutschland oder um Meinungs- und Religionsfreiheit. Für die Antworten gab es Punkte auf einer Skala von 0 (kein Wissen) bis 10 (hohes Wissen). Jugendliche mit Migrationshintergrund erreichten auf dieser Skala einen Durchschnittswert von 6,2 Punkten. Deutsche Jugendliche erreichen nur einen Wert von 6,3. Selbst Jugendliche mit türkischer Herkunft, die in der neuesten PISA-Studie besonders schlecht abschneiden, stehen ihren Altersgenossen im politischen Wissen in nichts nach. Sie erreichen bei dem Test einen Wert von 6,1. Die deutschen Jugendlichen nutzen zur politischen Information das Fernsehen (65 Prozent) , 27 Prozent das Internet und 38 Prozent lesen Tageszeitungen. Die Ausländer mit Migrationshintergrund nutzen zu 76 Prozent das deutschsprachige Fernsehen. Das Internet als Informationsquelle ist bei Migrantenjugendlichen (49 Prozent) beliebter als bei deutschen. Beim Test erkannten deutsche Jugendliche zu 93,2 Prozent Angela Merkel auf einem Bild. Mit 82,2 Prozent waren es bei den Migrantenjugendlichen deutlich weniger. Den Bundespräsident erkannten nur fünf Prozent der deutschen und zwei Prozent der nicht-deutschen Jugendlichen.

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Mit Musik gegen Borderline-Syndrom Programm für Persönlichkeits-Entwicklung



Musiktherapie wird als Baustein in der Behandlung von Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung angesehen. So Wissenschaftler der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg. Die Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ besteht aus starken Stimmungsschwankungen, Impulsivität und konflikthaften Beziehungen. Er gerät im Alltag in quälende Anspannungszustände und neigt Selbstverletzungen oder Drogen- und Alkoholmissbrauch. Experten schätzen, dass etwa sechs Prozent der Jugendlichen beziehungsweise ein bis zwei Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland darunter leiden. Bausteine der Therapie sind Gesprächsgruppen, Kunst-, Musik- und Körpertherapie, gegebenenfalls kombiniert mit einer psychopharmakologischen Behandlung. In einer sogenannten Skillsgruppe lernen Patienten, destruktive Verhaltensweisen durch positive Fertigkeiten (Skills) zu ersetzen. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf Achtsamkeitsübungen, Stresstoleranz, Umgang mit Gefühlen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Eine andere Gruppe beschäftigt sich mit dem Selbstbild und dem Selbstwert der eigenen Person. Besonders förderlich sind non-verbale Therapien mit Körper-, Musik-, und Gestaltungstherapiegruppen.

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Zuviel Wochenstunden schaden Gesundheit Schlaf und Freizeit kommen zu kurz



Der Anteil von Beschäftigten, der über gesundheitliche Beschwerden klagt, nimmt mit der Länge der wöchentlichen Arbeitszeit zu. Auch die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Freizeit wird durch steigendes Arbeitspensum eingeschränkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Bei der Auswertung von vier unabhängigen Befragungen ließ sich ein direkter Zusammenhang zwischen der Dauer der wöchentlich geleisteten Arbeitszeit und dem Auftreten gesundheitlicher Beschwerden nachweisen. Faktoren wie Schichtarbeit, variable Arbeitszeiten und Schwerarbeit wirken sich noch verstärkend aus. Die Arbeitszeiten in Deutschland werden immer flexibler, immer häufiger wird im Schichtbetrieb, abends und nachts gearbeitet. Die Untersuchung stützt sich auf eine Stichprobe von über 50.000 Befragten. Die Studie weist den Zusammenhang zwischen der wöchentlichen Arbeitsdauer und drei gesundheitlichen Symptomen nach – Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Herzbeschwerden. Jeder zehnte Befragte in Teilzeit (weniger als 19 Wochenarbeitsstunden) klagt über Schlafstörungen, bei Beschäftigten in Vollzeit (zwischen 35 und 44 Wochenarbeitsstunden) ist es bereit jeder fünfte. Im Bereich der Beschäftigten mit deutlich überlangen Arbeitszeiten von mehr als 60 Stunden pro Woche leidet nach eigenen Angaben sogar jeder vierte unter Schlafbeschwerden.

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Verhalten von Normalgewichtigen mündet in Programme für Proplemfälle



Meist beschäftigt sich die Wissenschaft mit dem Problem der übergewichtigen Menschen oder der Magersüchtigen. Hier ist die Ausnahme von der Regel: Das Forschungsprojekt EATMOTIVE an der Universität Konstanz untersucht das Verhalten normalgewichtiger Menschen unter den Aspekten Ernährung und körperliche Aktivitäten. Aus der Perspektive von fünf verschiedenen Fachdisziplinen wird das normale Essverhalten analysiert. Prof. Dr. Harald Schupp untersucht im Bereich Biologische Psychologie, wie das Hirn auf Nahrungsreize, also Lebensmittel, reagiert. Mithilfe von neurowissenschaftlichen Untersuchungsmethoden wie EEG werden Hirnaktivitäten im Bereich bis zu 600 Millisekunden gemessen. Währenddessen stellt die Projektleiterin Britta Renner die Frage nach der grundlegenden Motivstruktur für normales Essverhalten. Die über Online-Befragungen erhaltenen Ergebnisse werden in Experimenten unter anderem auf stressbelastete Situationen übertragen. Die Arbeitspsychologin Prof. Dr. Sabine Sonnentag (Universität Konstanz) untersucht inwieweit ein gesundheitsbezogenes Betriebsklima Einfluss auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten hat. Die Ergebnisse sollen in Gesundheitsförderungsprogramme einmünden.

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Online-Studienberater klärt zwischen Neigung und Eignung



Zwischen Neigung und Eignung unterscheiden helfen kann ein Studienberater im Internet, ein Navigator der Hochschule Niederrhein. Jeder Studierwillige kann mit einem persönlichen Fragebogen selbst entscheiden, ob seine Fähigkeiten für das Studienziel ausreichen. Dazu dienen auch Fallbeispiele, oder die Beichte von Absolventen des Studiengangs. Aber der Navigator soll nicht ein Beratungsgespräch ersetzen, sondern nur vorklären. Er lässt sich über die Studiengänge in den Fachbereichen Elektrotechnik und Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Oecotrophologie, Sozialwesen und Wirtschaftswissenschaften ausfragen.
.Mit dem Navigator möchte die Hochschule Niederrhein aber auch die Quote der Studienabbrecher weiter senken. Er ist auf der Homepage unter www.hn-navigator.de/navigator/uebersicht/ zu erreichen.

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Neue Geschäftsidee: Kinderwindeln In Rathäusern und Gaststätten



Wenn es nach der Idee einer Studentin und drei Studenten in Augsburg geht, gibt es in Zukunft in Restaurants und in öffentlichen Einrichtungen auch Kinderwindeln – für den schlimmsten Fall. Nämlich, dass Eltern mit Kind ohne Ersatz unterwegs sind. Die Studierenden sehen die Aktion als ein Zeichen gegen Gleichgültigkeit und Kinderfeindlichkeit. Im Rahmen des Wettbewerbs „5-Euro-Business“ von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg sollten Produkte entworfen werden, die nicht teuer sind als fünf Euro. Und eben dieses Produkt ist ein Windelpaket. Der Geschäftsplan der Vier steht schon. Die Finanzierung erfolgt durch Inserate auf der Verpackung. „Für das größte Glück“ heißt ihre Firma. Auch Geburtsstationen, Hebammen und Kinderärzte sollen mit dem Windelersatz ausgestattet werden. Die Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg und die Universität Augsburg haben bereits Interesse bekundet an kleinen Willkommenspaketen für zukünftige frischgebackene studierende Eltern.

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Akzent entscheidet Nationalität Typisches Aussehen kann täuschen



Bisher schloss man in der Hauptsache vom Aussehen einer Person auf ihre Nationalität. Psychologinnen der Universität Jena haben nun die Sprache, den Akzent, als Identifizierungsmerkmal hinzugezogen. Das Einordnen in soziale Kategorien, zum Beispiel nach ethnischer Zugehörigkeit, passiert spontan und hilft uns, die komplexe Welt einfacher und damit verständlicher zu machen, so die Wissenschaftlerin. Allerdings könne aus einer Kategorisierung auch eine unreflektierte Bewertung über Stereotype werden und zu Diskriminierung führen. Mit unserer Sprache übermitteln wir nicht nur Informationen. Die Sprache selbst liefert viele Informationen über die Person. So lasse sich an der Sprache auch etwas über Temperament, Alter oder Gemütszustand ableiten. Bei einem Versuch Statements deutsch und italienisch aussehenden Personen zuzuordnen, konnte erst beim gesprochenen Akzent eine sichere Zuordnung erfolgen. Dies belege die große Bedeutung der Sprache als Informationsquelle bei der ethnischen Kategorisierung von Personen und steht im Einklang damit, dass akzentfreie Sprache bei der Integration eine entscheidende Rolle spielt.


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Selbst Gelähmte tanzen im Traum Taubstumme sprechen wie normale Menschen



Unsere Träume werden augenscheinlich viel weniger durch unsere Lebenssituation beeinflusst als häufig angenommen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universitäten Bonn und Frankfurt sowie der Harvard Medical School. Die Forscher haben die Träume von taubstumm oder gelähmt geborenen Menschen mit denen von Personen ohne Handicap verglichen. Selbst geschulte Analytiker konnten nicht zuordnen, von welcher Personengruppe die jeweiligen Traumbilder stammten. An der Studie nahmen vier taubstumme, zehn gelähmte und 36 nicht behinderte Personen teil. Die Probanden führten ein Traumtagebuch und notierten darin ihre nächtlichen Traumerlebnisse. Innerhalb von zwei Wochen kamen so mehr als 350 detaillierte Beschreibungen zusammen. Interessanterweise spielte die Behinderung in den wenigsten Träumen eine Rolle: Gelähmte konnten gehen, rennen oder schwimmen, obwohl sie diese Bewegungen in der Realität noch nie vollzogen hatten. Taubstumme kommunizierten im Schlaf nicht in Gebärdensprache, sondern konnten hören und sprechen. In den Träumen der gelähmten Teilnehmer spielte das Motiv ‚Bewegung’ keine besondere Rolle. Im Traum scheinen Taubstumme oder Gelähmte all das zu können, wozu Menschen eben normalerweise in der Lage sind. Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler: der Traum zeigt einen ganz allgemeinen Menschen ohne persönliche Färbung.

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Singen ist Kraftfutter für Kinderhirne



Gerade in den ersten Lebensjahren brauchen Kinder spielerisches Singen. Dies ist das Ergebnis einer Studie mit 500 Kindergartenkindern, die von Dr. Thomas Blank (Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld) und Dr. Karl Adamek (Universität Münster) gemeinsam mit dem Gesundheitsamt der Stadt Münster durchgeführt wurde. Danach wurden Kinder, die viel gesungen haben, nach ärztlichen Befunden zu 88 Prozent, wenig singende Kinder hingegen nur zu 44 Prozent als regelschulfähig beurteilt. Die Studie liefert den Beleg, dass spielerisches Singen die Entwicklung von Kindergartenkindern in allen körperlichen, geistigen und sozialen Bereichen fördert. Dies gilt besonders für ihre Sprachentwicklung, ihr Sozialverhaltens und ihre Aggressionsbewältigung. Jedes Kind kann von vermehrtem Singen vielfältig profitieren, insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund oder aus bildungsfernen Schichten. Eine Erklärung für diese Befunde liefern neurobiologische und physiologische Studien, wonach Singen unter anderem zur vermehrten Produktion von Glücks- und zum Abbau von Aggressionshormonen führt. Deshalb bezeichnet der Göttinger Neurobiologe und Experte für die frühkindliche Hirnentwicklung Gerald Hüther das Singen als „Kraftfutter für Kinderhirne“.

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Texten im Netz droht Verfall



Netzliteratur ist aktuell, interaktiv, subjektiv und gut vernetzt. Doch inzwischen stellt sich die Frage nach der Haltbarkeit, der Lebensdauer. Obgleich das Medium Internet als Netz für Dokumentation und Archivierung sehr geeignet zu sein scheint, bleiben die Webseiten durchschnittlich weniger als hundert Tage im Netz. Im Gegensatz zum Papier sind die elektronischen Speichermedien (Disketten, Festplatten, Speichersticks) höchst unzuverlässig, sie können die Daten kaum ein Jahrzehnt halten, sind anfällig für mechanische Schäden. Im Gegensatz zum gedruckten Buchstaben sind die Dateiformate für Texte und Bilder auch nur für eine begrenzte Zeit von etwa zehn Jahren von Computern lesbar. Die frühen digitalen Arbeiten der 1990er Jahre müssen bereits weitgehend als verloren gelten, aktuelle Werke laufen nur für kurze Zeit problemlos, dann beginnen sie, digital zu verfallen. Der digitale „Werther" existiert also nur noch auf einer Backup-Diskette, die Arbeiten von aktuellen, digitalen Bestsellern sind vermutlich bereits in wenigen Jahren nur noch sehr eingeschränkt funktionsfähig. Die Anstrengungen der deutschen Nationalbibliothek werden flankiert von den Bemühungen diverser Archive (z.B. dem „Deutschen Literaturarchiv" in Marbach), dem Verfall der digitalen Kunst entgegenzuwirken. Sie suchen nach einer zeitbeständigen Archivierung – auch von Blogs.

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Studenten denken für Blinde Stimme leitet durchs Internet



Mit kreativen Softwarelösungen, mit denen sich blinde Menschen durch die Nachrichtenwelt des Internets navigieren oder Nachbarn sich gegenseitig unterstützen können, haben Veljko Sekelj und Kai Aras von der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart den 2. und 3. Platz beim europäischen INCA Award gemacht. Mit dem „Feedspeaker“ von Veljko Sekeljs, können sich blinde Menschen allein mit ihrer Stimme und der Leertaste auf ihrem Computer durch die Nachrichtenwelt des Internets navigieren. Die Anwendung verknüpft bewährte Techniken der Spracherkennung und der semantischen Geokodierung in einem sogenannten Mashup. Mit der Lösung von Kai Aras können Online-Nutzer mit ihrer realen Nachbarschaft in Kontakt treten, um sich gegenseitig zu unterstützen und Gefälligkeiten auf Non-Profit-Basis austauschen. Auf einer Art Umgebungskarte kann man eintragen, wenn man beispielsweise Helfer für Gartenarbeiten sucht oder Unterstützung für Lebensmittelkäufe anbietet. Insgesamt wurden für den Preis, der 2009 erstmals ausgelobt wurde, 43 Entwicklungen aus elf Ländern eingereicht. Zehn Beiträge stammen aus Deutschland, die Hälfte davon aus Baden-Württemberg.

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Junge Forscher entwickeln Wirkstoff gegen gefürchtete Krankenhaus-Infektion



Junge Wissenschaftler vom Jenaer Hans-Knöll-Institut haben in der Naturstoff- und Infektionsforschung einen Wirkstoff aus Bakterien isoliert, die nur unter Sauerstoffabschluss gedeihen kann Bisher nahm man an, dass solche anaeroben Bakterien nicht genügend Energie für derartige Synthesen zur Verfügung haben. Der neue Naturstoff besitzt zudem eine einzigartige, bisher völlig unbekannte Struktur und ist als Antibiotikum gegen multiresistente Staphylococcen aktiv, die gefürchteten Krankenhausinfektionen auslösen. Ein anderer Wissenschaftler entschlüsselte gemeinsam mit italienischen Kollegen die Oberflächenstruktur von Bakterien, die innerhalb von Pilzen leben. Verantwortlich für die Stabilität dieser Symbiose und dafür, dass die Bakterien nicht vom Pilz abgestoßen werden, sind Lipopolysaccharide der Zelloberfläche. Sie dienen den Bakterien als eine Art Tarnkappe.
Ein anderes Team von der Universität Magdeburg widmete sich der Abwehrreaktion von Immunzellen gegen Pilzinfektionen. Erstmals konnten sie im Film festhalten, wie bestimmte Immunzellen in Gegenwart von Pilzsporen geradezu explodieren und netzartige Strukturen freisetzen, die die Erreger fixieren und an der Krankheitsauslösung hindern.

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Eltern gestalten Übergang vom Kindergarten in die Grundschule mit



Ein Drittel aller Lernanfänger hat beim Übergang in die Schule erhebliche Schwierigkeiten, obgleich die Kindergärten auf den Lernprozess vorbereiten. Ein schlechter Start in das lebenslange Lernen hat erhebliche negative Folgen. Wie dieser Übergang besser gelingen kann, untersucht ein neues Projekt an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Die Wissenschaftler achten dabei besonders darauf, wie die Kindertagesstätten und Grundschulen die Eltern einbeziehen und welche Auswirkungen dies auf die Bildungsorientierung hat. Tatsache ist, dass Jungen und Mädchen aus bildungsnahen Familien den Übergang meist gut meistern, während der Nachwuchs bildungsferner Kreise oft zu den „Übergangsverlierern“ gehört. Zu den untersuchten Gruppen gehören neben den „normalen“ Schulen auch reformpädagogische Einrichtungen wie eine interkulturelle Waldorfschule ebenso wie sogenannte Bildungshäuser, Modelleinrichtungen zur Zusammenführung von Kindergarten und Grundschule. Wichtig halten die Wissenschaftler eine Allianz
zwischen Kindertagesstätte und Familie und wie die Eltern von der Grundschule produktiv in die Gestaltung des Übergangs einbezogen werden.

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Mutterschaftsgeld lässt alten Job vergessen



Trotz der Unterschiede in den Völkern und Kulturen sind sich die Schicksale der älteren Menschen sehr ähnlich. SHARELIFE, eine Datensammlung über 28.000 individuelle Lebensgeschichten aus 13 europäischen Ländern ermöglicht Antworten auf die Fragen nach Einkommen, Familie, Rente, Gesundheit und Wohlbefinden.- Hier die Reaktionen: In Zeiten steigender Lebenserwartung und schmaler Rentenkassen wurden Maßnahmen entwickelt, um einerseits den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben und andererseits produktives Altern zu ermöglichen. Dabei stellte sich heraus, dass in Staaten mit höherem Mutterschaftsgeld weniger Frauen wieder in den Job zurückkehrten, was sich negativ auf ihre Rente auswirkt. Ältere Personen, die von guten Arbeitsbedingungen profitierten, gehen auch seltener in Frührente. Weiterbildungsangebote für ältere Arbeitnehmer und Ausgaben für gesundheitliche Rehabilitation wirken sich bis ins hohe Alter positiv aus.
Obwohl sich alle Wohlfahrtsstaaten die Bekämpfung der Armut zum Ziel setzen, bestehen noch immer enorme Unterschiede im Vermögen Älterer. Altersarmut geht einher mit schlechterer Gesundheit und weniger sozialen Kontakten. Geschiedene Frauen sind in allen europäischen Ländern weniger vermögend als ihre verheirateten Geschlechtsgenossinnen.
Für Europa gilt: Je höher die Ärztedichte, desto eher nimmt der Einzelne
Gesundheitsvorsorge in Anspruch. Zudem gehen höher Gebildete weiterhin eher
zum Arzt. Arbeitslosigkeit in Folge einer Firmenschließung hat verheerende Folgen für die Gesundheit.

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Sprachen bei VHS äußerst beliebt Statistik belegt Wachstumstendenz: mehr Hörer



Das Lernen oder Vertiefen einer Fremdsprache erfreut sich bei den rund 1000 Volkshochschulen in Deutschland steigender Beliebtheit. Mit mehr als sechs Millionen Unterrichtsstunden stellten die Sprachen einen Anteil von 42 v. H. am gesamten Unterrichtsvolumen. Den größten Zuwachs gab es dagegen im Bereich „Gesundheit“: 3,8 Prozent. Insgesamt verzeichnet die Statistik fast drei Millionen Unterrichtsstunden für diesen Sektor. Die Zahl der Hörer stieg um 2,3 Prozent auf 9,2 Millionen. Insgesamt fanden 15,6 Millionen Unterrichtsstunden in 706.000 Veranstaltungen statt. Das geht aus der Statistik hervor, die das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE) für das Jahr 2009 vorlegt. Außerdem zeigt die VHS-Statistik auch einen leichten Aufwärtstrend bei Auftrags- und Vertragsmaßnahmen: Die Anzahl der Kurse ist um neun Prozent gewachsen. Die Volkshochschulen sind ein Partner von vier Organisationen allgemeiner und politischer Weiterbildung. Auch diese Gruppe zeichnet insgesamt ein positives Bild: 19,5 Millionen Teilnehmer, eine halbe Million mehr als in den beiden Vorjahren. Es wurden rund 1,1 Millionen Weiterbildungsveranstaltungen mit 22 Millionen Unterrichtsstunden durchgeführt. Das Finanzvolumen der Weiterbildung betrug 1,5 Milliarden Euro für das Jahr 2008. Neben 13.500 hauptberuflich Mitarbeitenden waren in den Einrichtungen 269.000 Menschen ehrenamtlich, neben- oder freiberuflich tätig.

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Weiterbilden trotz Familie und Job



Masterstudiengänge in Wirtschaft und Management, Bildung, Gesundheit und Kommunikation absolvieren sowie weiterbildende Zertifikatsprogramme erwerben können Berufstätige mit erstem Studienabschluss an der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) Berlin. Ein modernes Studiensystem und die individuelle Betreuung ermöglichen es, das Studium mit Privatleben und Beruf zu vereinbaren. Gesellschafter der DUW sind die Freie Universität Berlin und die Stuttgarter Klett Gruppe. Als Public-Privat-Partnership steht die DUW für wissenschaftliche Qualität, Arbeitsmarktnähe und Dienstleistungsorientierung.



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Training stoppt geistigen Abbau Hilfe zu selbstbestimmtem Leben



Das Gedächtniszentrum des Instituts für Psychogerontologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) bietet in Zukunft vermehrt Beratung und Prävention bei Störungen im Alter an. Die Wissenschaftler wirken damit einem Gedächtnis- und Leistungsverlust entgegen, der den Wunsch älterer Menschen nach einem selbstbestimmten Leben erschwert. Durch Vorbeugung und richtiges Verhalten können Menschen geistigen Abbau und Krankheiten im Alter verzögern.
Seniorinnen und Senioren aus allen Regionen Frankens können sich zu einer Teilnahme an der Studie zu Selbstbestimmtem Altern melden. Die Teilnahme umfasst einmal jährlich eine medizinische, körperliche und psychometrische Untersuchung, bei der zum Beispiel das Gedächtnis, die Konzentrationsfähigkeit untersucht werden. Es besteht die Möglichkeit, an Trainingskursen, die körperliche und geistige Aktivierung miteinander verbinden, teilzunehmen. Für die Teilnahme entstehen keine Kosten.

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Forschung nutzt Schnittstellen zwischen Gehirn und Computer



Schnittstellen zwischen dem Gehirn und elektrischen Schaltkreisen in technischen Geräten oder Computern eröffnen neue Perspektiven für Grundlagenforschung und medizinische Anwendung, z.B. bei der therapeutischen Hirnstimulation. Das EU-Projekt CORONET soll die technologischen und theoretischen Voraussetzungen für solche „bio-hybriden“ Schnittstellen zwischen natürlichen und künstlichen neuronalen Schaltkreisen schaffen. Ziel ist die komplexe spontane Aktivität des lebenden Nervengewebes zu nutzen. Daran arbeiten sechs etablierte Wissenschaftler aus Magdeburg, Dresden, Trieste, Rom, Haifa, und Barcelona, Leitung Prof. J. Braun (Otto-von-Guericke Universität Magdeburg). Zunächst soll die spontane Aktivität durch kontinuierliche, aber schwache, elektrische Stimulation "sanft" in eine gewünschte Richtung gesteuert werden. Dann soll das Nervengewebe an künstliche, elektronische Netzwerke gekoppelt werden, die ähnlich komplex reagieren wie das Gehirn. Als künstliche Netzwerke sollen zunächst Computer-Simulationen von neuronalen Netzen eingesetzt werden. In einem zweiten Schritt sollen dazu echte, elektronische integrierte Schaltkreise gebaut werden, die nach den Prinzipien der Hirnfunktion arbeiten. Das Fernziel des Projekts ist die nahtlose Kommunikation zwischen elektronischen Schaltkreisen und lebendem Nervengewebe.





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Kontakt mit Unternehmen verbessert Startaussichten für Absolventen



Den Start ins Berufsleben von 2069 Studenten der Uni Köln untersuchte das Professional Centers der Universität. Es handelt sich um Absolventen des Prüfungsjahrgangs 2007. Sie beurteilen ihre Studienbedingungen und die eigenen Kompetenzen und gaben Hinweise zum Übergang in die Berufswelt. Zum Zeitpunkt der Befragung (Oktober 2008 bis Februar 2009) waren 90,8 Prozent bereits erwerbstätig. Zwischen Studienabschluss und Jobbeginn lagen durchschnittlich drei Monate. Mit ihrer beruflichen Situation waren 60 Prozent der Absolventen zufrieden.
Ihre Kompetenzen bewerten sie positiv, vor allem ihre Fähigkeit zur Selbstorganisation. Die Qualität der Lehre beurteilen 29 Prozent als überdurchschnittlich gut. Die Berufsvernetzung und den Berufsbezug der Studienangebote bewerteten sie jedoch überwiegend negativ.
Diese Einschätzung bestärkt das Professional Center in seiner Absicht, die Kooperation mit Unternehmen in Veranstaltungen des Studium Integrale, wie z.B. Ringvorlesungen, Service Learning und Workshops weiter auszubauen.









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Gemeinsame Bildung von Kindern endet oft schon in der Grundschule



Kinder mit Förderbedarf sind körperlich gehandikapte Kinder. Sie haben einen Anspruch auf Unterricht in normalen Klassen. Allerdings besuchen im Bundesdurchschnitt nur knapp 15 Prozent dieser Schüler eine Regelschule. Die Mehrheit zieht eine separate Förderschule vor, zeigt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Der Untersuchung zufolge hatten 480.000 Schüler im Jahr 2009 einen sonderpädagogischen Förderbedarf – das sind sechs Prozent aller Schüler in Deutschland. Hinzu kamen rund 85.000 Kinder in Kindertageseinrichtungen. In den einzelnen Bundesländern fällt der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit einem bescheinigten Förderbedarf allerdings unterschiedlich aus – die Spannweite reicht von 4,5 Prozent in Rheinland-Pfalz bis hin zu 11,7 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Beim Übergang in die weiterführende Schule müssen dann viele Kinder aus Mangel an inklusiven Bildungsangeboten an eine Förderschule wechseln. Allerdings gibt es da Unterschiede bei den Bundesländern: In Schleswig-Holstein besuchen 40 Prozent der Schüler mit Förderbedarf weiterführende Regelschulen, in Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Hessen sind es dagegen weniger als zehn Prozent. Im Grundschulbereich erhalten in Bremen dagegen 90 Prozent inklusiven Unterricht, in Hamburg nur 13 Prozent. Im getrennten Unterricht erreichen 76 Prozent der Förderschüler keinen Hauptschulabschluss.

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Markentreue lässt Absatz vorhersagen Liebe zum Auto entscheidender Kauffaktor



Der Markenwert einer Automarke trägt wesentlich zur Kaufentscheidung bei, fanden Psychologen der Universität Bochum. Unter Markenwert verstehen sie die Einschätzung des Kunden, seine Treue zur Marke. So habe nach Jahren auf dem zweiten Rang Audi die schwedische Automarke SAAB überholt – zumindest in den Herzen der Fahrer. Das ergab eine Analyse des Projektteams Testentwicklung unter Dr. Rüdiger Hossiep. Die Forscher nutzten dazu über drei Millionen Einträge der mehr als 1,7 Millionen Nutzer des Autoforums im Internet „Motor-Talk“. Hossiep vermutet, dass die Markentreue ein Frühindikator für den Absatz dieser Automarke ist. Eine aktuelle online-Umfrage, soll zeigen, was hinter der großen oder kleinen Liebe steckt: www.testentwicklung.de. Seit vier Jahren berechnen die Forscher diesen Index mit stabilen Ergebnissen.. Volvo befindet sich unverändert auf Rang drei.. Auf den Rängen vier bis neun folgen Porsche, BMW/Mini, Mercedes-Benz, VW, Opel und Alfa Romeo. Daihatsu, Nissan und Seat. Die Aufwertung einer Marke kann dazu führen, dass sie von Platz zehn auf Platz fünf aufsteigt.

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"Armer Verbraucher"

Mehr Männer in die Grundschule?

Kinder alkoholabhängiger Eltern: größte Risikogruppe

Weit verbreitet: Soziale Phobien bei Jugendlichen

Kreatives Verhalten fördert Studium

Schlafstörungen schädigen Herzen

Bildung rechnet sich für den Staat

Werbung im Internet verstärkt Akzeptanz

„Gemischte Demenz“

Kompetenzentwicklung: Investition in die Zukunft

Feuerwehr wirbt um Frauen

Projekt für Fairness und Gerechtigkeit

Ausweg vom Turbo-Abi

Im Süden lernt es sich am besten

EU-Studieren im Osten auf Empfehlung

Betablocker blocken Stress

EU-Parlamentarier gehen ins Netz

BASA entdeckt gefährliche Arbeitsplätze

Ingenieure stellen Technik gegen Klimawandel

Meiden reizen zum Fragen stellen

Beweglich mit Gemeinschafts-Elektromobil

Ein Team für den Ernstfall

Erst verstehen – dann interpretieren

Karate-Sport stärkt Senioren.

Gestalten ohne Grenzen

NRW kippt Studiengebühren

Viadrina richtet Schreibzentren ein

Therapien gegen Binge-Eating

UNESCO zeichnet Umweltprojekt aus

Kinder kritzeln, zeichnen und malen – Warum eigentlich?

Mehr Mädchen für Fußball gewinnen

Bei Ehrenamt macht Bildung den Unterschied

Das Berufsinteresse mit in die Wiege gelegt

Eltern entscheiden – Lehrer beraten

Wohnungskontrolle auf dem Display

Meinung mit 140 Zeichen verbreiten

Forscher der TU Dresden entlarven Vorurteile

Starke Gefühle abhängig von Neuron

Männliche Aufklärer über weibliche Imagination

Essprobleme gefährden Schülerinnen

Optimale Lösung: Schloss-Schlüssel-Prinzip

Hilfe für die Rückkehr ins normale Leben

Burn-out: Vergleich lässt eigene Stärken erkennen

Ermüdete schalten auf Selbststeuerung

Adgames vermitteln Werbebotschaften

Neues Lernen mit WebQuests

Noch reden können, wenn es brennt

Natürliche Farben unterstützen Erkennen

Motorische Aufgaben erfordern im Alter mehr Konzentration

Zehn Prozent ermüden innerhalb eines Jahres

Angst verhindert Prüfungserfolg

Kleinkinder sind klüger als wir denken

Das Unerwartete aktiviert das Gehirn

Vom Wohnzimmer ins Internet

Fremdenfeindliche Täter: Prävention muss früh, individuell und an Emotionen ansetzen

Gründliche Auswertung schafft Wissen

Geistige Fitness im Beruf erhalten

Mehr Sport – weniger Gewalt

Missbrauch erzeugt Schmutzgefühle

Wissenschaftspark im Koffer macht Schulbesuche

Wenn der Taxifahrer zu viel berechnet

Starthilfe für Kinder aus bildungsfernen Elternhäuser

Gemeinsames Sorgerecht auch ohne Ehering

Nach Unfall höheres Kündigungsrisiko

Welterbe erlebbar und begreifbar machen

Jüngere laufen schneller, Ältere kennen Abkürzungen

Perfekte Akustik für hörgeschädigte Schüler

Studienkurs „Medien- und Computerspielpädagogik

Hoffnung für die vier Prozent

Erst verstehen – dann interpretieren

Eltern auf dem Laufband - Kinder vorm Bildschirm

Mit Krafttraining gegen Depressionen

Medien beschleunigen Arbeitsabläufe

Introvertierte Person ermüden schneller

Religionsunterricht im Mittelfeld vorn

Elektrogeräte gehorchen (bald) aufs Wort

Neue Medien verlangen mehr Bildung

Impulsivität bremst Intelligenz

Psychologen erforschen Handlungssteuerung

Nach der Geburt Ängste statt Mutterglück

Geldmangel führt zum Komatrinken

Schon Kindergarten für Umwelt begeistern

Computer erkennt Unterschiede beim Affen

Nicht alle Versuche führen zum Kind

Mittelstand: Konkurrenz für Studium

Erfolg hängt von Einstellung ab

Gene verdrängen Erziehungseinfluss

Männer suchen Hilfen in Scheidungsphasen

Flotter Tanzstil – abenteuerlustig

Chemiker identifizieren mit der Nase

Bestäubende Insekten im Dilemma

Pflegeoase erleichtert Altwerden

Solarenergie effizienter nutzen

Menschliche Stimme braucht Pflege

„Virtuelle Akademie“ sorgt für Erfolg

Maßnahmen gegen Lärm im Büro

Natur garantiert Energieversorgung

Senioren fühlen sich 13 Jahre jünger

Farben geben Auskunft über Leben und Tod

Gen regt Regeneration von Fischflossen an

Ältere brauchen mehr Gehirn zum Fühlen

Frühe Planung erleichtert Transport

Forscher untersuchen Ozeanzirkulation

Gehirn verändert sich bei Übergewicht

Cyber-Mobbing an Schulen: Ein Fünftel betroffen

Das ist ja sowas von peinlich!

Armut verhindert Bildung und macht krank

Nur ein Viertel erreicht Hauptschulabschluss

Lärm in kleinen Betrieben wirksam bekämpfen

Kleine Forscher ganz groß

Einwanderer machen sich häufig selbstständig

Schalter für mehr Nervenzellen

Technikverständnis beginnt im Sandkasten

Stoppt die Mobber-Website

„Digital Natives“, wollen mitreden

Orientierung für Berufswahl:

Online-Test korrigiert Vorstellungen

Wörterbuch macht Heim-Wohnen leicht

Smartphones zu Powerpoint-Fernbedienungen

Ortszellen in Lauerstellung

Dem Gehirn beim Hören zusehen

Stadt wirbt mit Babybauch und Möwe

Neues Internet macht’s möglich

Mehr Mitsprache im Unternehmen steigert Produktivität

Bevölkerung urteilt skeptisch über Finanzkrise

Guter Eindruck schlägt Google-Infos

Gleichstellung von Frauen und Männern in weiter Ferne

Handy bringt Bauwerke an ihren Platz

Treffen im Internet obligatorisch

Vermutete Eigenschaften führen zur Bewertung

Kognitive Roboter lernen aus Erfahrung

Medienkompetenz in der KiTa fördern

Wissenschaft in drei Minuten auf den Punkt bringen

Schüler forschen am Bildschirm

Glücksgefühl steigert Erfolg

Forschung kümmert sich um pflegende Jugendliche

Technik wirkt bei Gesetzentwurf mit

Kreativitätstraining im Studium hilft später beim Problemlösen

Spätere Studiengebühren - bessere Erträge

Europäische Geschichte geht online

Deutsche Babys „verstehen“ Italienisch

Stifterverband: Hochschulen bieten zu wenig Teilzeitstudiengänge an

Software überwacht persönliche Daten

High-Tech Textilien machen Soldat unsichtbar

ldeologisch betrachtet: "Feindliches Femsehen"

Gegen Metall in den Taschen – vom Ende des Kleingelds

Toolbox erfasst psychische Belastungen

Bildung in Betriebe tragen

Jünger aussehen ohne Facelifting

Fernsehen vermittelt Wissenschaft

Geburt in Boom-Zeiten - fit im Alter

Tausend Wörter helfen beam Sinn-Erkennen

Forschungsteam Überprüft Thesen Sarrazins

Politiker verzichten auf den Facebook-Dialog

Mehr Sicherheit durch Dienst-Handys

Blackbox im Kofferraum vermeidet Unfälle

Musiktherapie wirkt bei Tinnitus

Online-Ersatz für Anprobieren

Ältere kaufen häufiger ein

Käufer nutzen Vor-Information im Internet

Aktion gegen Schulden machen

Lernen durch Zuschauen oder Selber-machen

Präzise Aufgabe fördert Kinder

Lehr-Lern-Garten für Lehramtsstudierende am Start

Beim Telefonieren „Liebe“ schreiben

Kommentar: Vorschule heute - PISA von morgen

Didacta-Schwerpunkt: Vorschule fördern Zahlreiche Anregungen auf Messeständen

Durch Männerfreundschaft zum Erfolg

Wismarer Studenten erschließen neue Märkte

Interessante Webseiten speichern

Babyklappe schafft psychische Probleme

Telemedizin hilft Patienten mit Herzschwäche

Liebe zur Technik wecken

Berufswahl früher anstoßen

Lösung für Streit in Familienunternehmen

Hirnforscher fordert Härtetest für Vorhersagen

Kombinationsbehandlung hilft Alkoholabhängigen

Lebensmittelindustrie unterstützen

Wissenschaft optimiert Beschaffungsketten

Internet steigert Informationsflut

Beim Telefonieren „Liebe“ schreiben

Trotz Finanzkrise fordern Menschen mehr Umweltschutz

Gemeinsam gegen Brustkrebs Praktische Übungen für Paare

Umgebung beeinflusst Schulleistung Grundschüler liefern Beweis in Berlin

Gegen Burnout in der IT-Branche Anti-Stress-Programm als Ausweg

Infozentrale speist Kopfblätter Meinungsvielfalt eingeschränkt

Städtische Infrastruktur zukunftsgerichtet planen

Emotionale Intelligenz unterstützt Karriere

Stuttgart 21: Keine Annäherung Aber besseres Verständnis der Argumente

Ausländerkinder nutzen deutsche Medien Nur 11 Prozent erkennen Merkel nicht

Mit Musik gegen Borderline-Syndrom Programm für Persönlichkeits-Entwicklung

Zuviel Wochenstunden schaden Gesundheit Schlaf und Freizeit kommen zu kurz

Verhalten von Normalgewichtigen mündet in Programme für Proplemfälle

Online-Studienberater klärt zwischen Neigung und Eignung

Neue Geschäftsidee: Kinderwindeln In Rathäusern und Gaststätten

Akzent entscheidet Nationalität Typisches Aussehen kann täuschen

Selbst Gelähmte tanzen im Traum Taubstumme sprechen wie normale Menschen

Singen ist Kraftfutter für Kinderhirne

Texten im Netz droht Verfall

Studenten denken für Blinde Stimme leitet durchs Internet

Junge Forscher entwickeln Wirkstoff gegen gefürchtete Krankenhaus-Infektion

Eltern gestalten Übergang vom Kindergarten in die Grundschule mit

Mutterschaftsgeld lässt alten Job vergessen

Sprachen bei VHS äußerst beliebt Statistik belegt Wachstumstendenz: mehr Hörer

Weiterbilden trotz Familie und Job

Training stoppt geistigen Abbau Hilfe zu selbstbestimmtem Leben

Forschung nutzt Schnittstellen zwischen Gehirn und Computer

Kontakt mit Unternehmen verbessert Startaussichten für Absolventen

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Markentreue lässt Absatz vorhersagen Liebe zum Auto entscheidender Kauffaktor