Suchbegriff eingeben





  

Studenten der RUB zaubern festliche Menues auf Kochfreundeseite



Dass Universitäten sich auch mit Nahrhaftem beschäftigen können, bewies die RUB. Mit einem Klick auf die Internetseiten der RUB-Kochfreunde ersteht vor dem geistigen Auge ein dreigängiges Weihnachtsmenü mit Cranberry-Pilzsuppe, gekräutertem Rinderfilet mit Balsamico-Möhren und zum Dessert Mango-Terrine. Darüber hinaus findet man auf den Internetseiten der Kochfreunde rund 79.000 weitere Rezepte. Diese sind in einer Datenbank nach Stichworten, Zutaten und Titelworten sortiert. Dort sind auch die Festtagsempfehlungen der letzten Jahre zu finden: zum Beispiel „Cappuccino verde“ und Kalbsbraten, gratinierter Lachs, Rüeblisuppe und Sauerbraten, Hähnchenschnitzel in Estragon-Sahne-Sauce, gebeizte Forelle in Senfsauce oder Rehrücken mit Walnusskruste. Weiterhin bieten die Kochfreunde außergewöhnliche Rezepte für Kuchen, Gebäck und Pralinen an, zum Beispiel Dattelmakronen, Gewürztaler oder Lebkuchenkipferln sowie Kokosplätzchen für Diabetiker.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Poster allein reicht nicht zum Sparen Programm für Universitäten



Hochschulen könnten wie viele öffentliche Gebäude Energie einsparen – und zwar bis zu 18 Prozent beim Strom- und 9 Prozent beim Wärmeverbrauch. Dies ist ein Ergebnis des Forschungsprojektes „Change“, das seit 2008 läuft. Das gleichnamige Online-Portal der HIS Hochschul-Informations-System GmbH zeigt, wie Studierende und Mitarbeitende durch konkrete Verhaltensänderungen Energie einsparen. „Change“ untersuchte die psychologischen und organisatorischen Barrieren die den Sparprozess sabotieren. Als Ergebnis ingenieur- und verhaltenswissenschaftlicher Untersuchungen stellt „Change“ Hochschulen und Forschungseinrichtungen kostenlos ein effektives Interventionsinstrument bereit. Vom Change-Portal können sich interessierte Einrichtungen ein Rundum-Sorglos-Paket Vom Poster bis zum Informationsschreiben herunterladen.
Ein Poster allein reicht nach Ansicht der Wissenschaftler nicht aus, um dauerhaft den Umgang mit Energie im Alltag zu verändern. Es sei eine kontinuierliche Rückmeldung erforderlich. Kleine Ursache –große Wirkung: Stromsparen wird erreicht - das Licht beim Verlassen des Raumes ausschalten. Richtiges Lüften spart Heizkosten

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Wissenstransfer nutzt neue Medien Informationen aus dem Internet



Seit der Erfindung des Internets haben sich die Formen wissenschaftlichen Arbeitens enorm geändert. Nur noch knapp ein Fünftel aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Wirtschaftswissenschaften gehen vor Ort in Bibliotheken, um sich Bücher zu leihen oder Zeitschriftenaufsätze zu kopieren. Der Rest googelt oder holt sich die benötigten Informationen über seine Facebook-Kontakte, wie ZBW-Studien zeigen. Es ist daher höchste Zeit, dass sich klassische Wissenschaftseinrichtungen wie Bibliotheken völlig neu positionieren, um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) hat eine Strategie entwickelt, um sich nachhaltig für die Zukunft aufzustellen.
Beim ganzheitlichen Forschungssupport liegt besonderes Augenmerk auf elektronischem Publizieren per Open Access, Forschungsprimärdaten, Forschungsevaluierung und virtuellen Forschungsumgebungen. Dazu baut die ZBW ihre Forschung erheblich aus in den Bereichen Medieninformatik und Informationswissenschaften aus. Forschungsschwerpunkte sind Web 2.0, Semantische Technologien, Future Internet, Visual Analytics und Open Innovation.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Sechs medizinische Zentren bekämpfen die Volkskrankheiten



Zur Erforschung der Volkskrankheiten werden sechs Deutsche Zentren gegründet, in denen die jeweils besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulmedizin und außeruniversitären Einrichtungen zusammen arbeiten. Das Deutsche Zentrum für neurodegenerativ Erkrankungen sowie das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung haben bereits ihre Arbeit aufgenommen. Die vier weiteren Zentren für die Gebiete Infektion, Lungenerkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs werden noch gegründet. Mit dem Aktionsfeld „Individualisierte Medizin“ wird im Rahmenprogramm ein noch neuer Aspekt der Medizinforschung angegangen. Viele Krankheiten, so hat die medizinische Forschung der vergangenen Jahre gezeigt, verlaufen sehr unterschiedlich – zwischen verschiedenen Gruppen von Menschen (z.B. Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit) oder ganz individuell zwischen einzelnen Menschen. Dies muss bei Diagnose und Therapie berücksichtigt werden. Zur intensiveren Erforschung dieser individuellen Unterschiede werden daher neue Förderinitiativen aufgelegt. Weitere Aktionsfelder des Programms sind die Präventions- und Ernährungsforschung, die Versorgungsforschung, die Forschungsförderung für die Gesundheitswirtschaft und die Gesundheitsforschung in globaler Kooperation.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Millionen Euro für Panikforschung Häufigste Angsterkrankung



Der bundesweite Forschungsverbund „Psychotherapie bei Panikstörungen“ wird in den kommenden drei Jahren mit drei Millionen Euro durch das Bundministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Sprecher des Forschungsnetzwerks ist Prof. Dr. Volker Arolt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Münster (UKM). In der ersten Projektphase wurde bereits eine umfangreiche Psychotherapie-Studie mit 370 Patienten mit Panikerkrankungen durchgeführt. Hierzu wurden an mehreren Klinikstandorten in Deutschland Daten zur Psychophysiologie, zur zerebralen Organisation von Panik und Panikvermeidung sowie zu den genetischen Hintergründen einzelner Krankheits- aber auch Therapiemechanismen erhoben. Panikanfälle gehören zu den häufigsten Angsterkrankungen. Psychotherapeutische und medikamentöse Interventionen bringen eine gewisse Hilfe, führen jedoch häufig noch nicht zu einer vollständigen und langfristigen Beschwerdefreiheit. Die bisherige Arbeit im Forschungsverbund habe allerdings bereits zum besseren Verständnis und zur Therapie der Panikstörung beigetragen.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Ehrenamt höher wertschätzen Gutschein für Altenpflegezeit



Die ehrenamtlichen Helfer erbringen jährlich Leistungen im wirtschaftlichen Gegenwert von 35 Milliarden Euro. Eine stärkere Anerkennung durch die Politik forderte die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth auf einer Fachtagung der Katholischen Hochschule Aachen. Ehrenamtliches Engagement müsse bei der Rentenberechnung anerkannt und steuerlich geltend gemacht werden. Sie fordert eine Aufwandsentschädigung, nicht nur im Sportbereich. Da das Engagement der über 65-Jährigen weiter zunehmen wird, schlug Süssmuth
ein genossenschaftliches Modell vor, wo die gespendete Zeit im Alter als Pflegezeit rückerstattet werde könne. Die Ehrenamtlichen fordern von der Politik mehr Mitspracherechte aber auch eine größere Wertschätzung und Anerkennung des Sach- und Fachwissens.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Wissenschaftskarriere schlecht planbar Familiengründung macht Probleme



Junge Akademiker fühlen sich wohl in ihrem Job. Forschung zu betreiben, bedeutet ein hohes Maß an Unabhängigkeit. Sie wissen jedoch auch, dass ein langfristige Karriereplanung schwierig ist. Dies ist das Ergebnis einer Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung. Projektarbeit und zeitlich befristete Arbeitsverträge bestimmen die berufliche Situation junger Wissenschaftler/innen in Deutschland. Kritisch wird die Möglichkeit beurteilt, unter diesen Umständen eine Familien zu gründen. Trotzdem stellt der Beruf "Wissenschaftler/in" für viele Befragte ein erstrebenswertes und attraktives Ziel dar. Rund drei Viertel des akademischen Nachwuchses sehen ihre Zukunft vorrangig in der Forschung, entweder an Hochschulen oder an außeruniversitären Einrichtungen. Rund zwei Drittel der Befragten fühlt sich selbst auf Tätigkeiten außerhalb des Wissenschaftssystems gut vorbereitet. Unter Ingenieuren sind es überdurchschnittlich viele, in den Natur- und Sozialwissenschaften ist der Anteil dagegen geringer.



Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Jungen fürchten Misserfolg mehr als Mädchen



Wenn Schüler oder Schülerinnen ein Kursangebot im Lehrplan ablehnen und nicht wählen, hat das meist drei Gründe: sie sehen den Kurs als zu schwierig an und schätzen die Erfolgswahrscheinlichkeit für sich als zu gering ein, oder sie unterschätzen den Wert des Lernstoffes, glauben nicht, dass er sie ihrem Lernziel näher bringt. Außerdem spielen bei der Wahl oder der Vermeidung Interesse und Gefühl eine nicht unerhebliche Rolle. Der Zuspruch zum Kurs könnte nach Auffassung der Wissenschaftler der Uni Gießen schon gefördert werden, wenn seine Nützlichkeit betont würde. Sie fanden weiter heraus, dass es ein geschlechtsspezifisches Meidungsverhalten gibt. Beim gemiedenen Kurs befürchteten Jungen eine höhere Misserfolgsrate als die Mädchen. Außerdem war bei den männlichen Probanden das Interesse an den nicht gewählten Kursen wesentlich geringer als bei den weiblichen Teilnehmern der Untersuchung. (950 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Fehlende Erholung steigert Krankheitsrisiko bei Stress



Stress kann sowohl positive als auch negative Bedeutung für den Organismus haben. Und die Abwesenheit von Stressoren muss nicht automatisch zu einem positiven Gefühl führen. Im Gegenteil Langeweile und Inaktivität führen genau wie Stress ebenfalls zum Abbau von Ressourcen. Das Beispiel eines Muskeltrainings zeigt, dass ein sinnvoller Wechsel von Beanspruchung (Training) und Erholung eine Steigerung der Leistungsfähigkeit (Kraft und Koordination) bewirkt. fehlende oder Überbeanspruchung vermindern die Leistungsfähigkeit. Psychologen der Universitäten Graz (Oesterreich) und Lübeck untersuchten das Wechselspiel von Stress- und Erholungsprozessen und fanden heraus, dass das Fehlen von Pausen den Stress gefährlich macht. Sie definieren den Stress so: längere Störung des psychophysischen Gleichgewichts, negative Färbung der Stimmung und Veränderung der Motivation, Kräfte raubender Bewältigungs und Anpassungsprozess, Beeinflussung des vegetativen, des Hormon- und Immunsystems. Die Länge und Intensität der Erholung sollte abhängig sein von der vorausgegangenen Belastung, zielgerichtete Aktivitäten wie Hobby oder Sport als auch automatische psychische als auch körperliche Regeneration umfassen, und erst beendet sein, wenn die volle Leistungsfähigkeit wieder hergestellt ist. Noch Wochen nach dem Stress-Ereignis sind die Auswirkungen - hohe Adrenalinausschüttung - im Körper messbar. Die Forscher haben weiter festgestellt, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Stress und Erholung zum Anpassungsprozess im Organismus führt, der eine höhere Stresstoleranz ermöglicht. Werden Ressourcen nicht aufgefüllt, steigt das Risiko für Erkrankungen. (1730 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Eltern werden - eine Belastung



Frauen fühlen sich mit ihrem Partner drei Monate vor der Geburt glücklicher als nach der Geburt. Bei den Vätern ist es genau umgekehrt. Kölner Psychologen untersuchten die Abhängigkeiten in der Paarbeziehung von werdenden Eltern. Dazu benutzten sie die Tagebuchaufzeichnungen von 16 Paaren und standardisierte Fragebogen. Außerdem mussten die Väter die Belastung der Mütter einschätzen und umgekehrt. Es zeigte sich, dass die Frauen eher in der Lage waren, die Belastungsreaktionen der Männer zu beurteilen. Die Männer empfanden die Belastung ihrer Frauen wesentlich höher als die Frauen selbst. Wurde die Belastung von Schwangerschaft und Baby von beiden gleich empfunden, so herrschte auch Übereinstimmung in der Beurteilung von Zärtlichkeit, Kommunikation und Sicherheit ihrer Beziehung. (826 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Schlechte Laune führt zu kritischer Informationsaufnahme



Gute und schlechte Laune beeinflussen die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen, fanden Würzburger Psychologen heraus. Ein Mensch, der sich in schlechter Stimmung befindet, nimmt erst einmal die Informationen kritisch unter die Lupe und versucht möglichst viele Einzelheiten zu speichern. Dabei sucht er unbewusst nach der Ursache für seine Gereiztheit. Souverän dagegen fühlt sich der Mensch mit der glänzenden Sonntagslaune. Ihn interessieren die Einzelheiten nur am Rande. Er versucht die Informationen gleich seinem bereits vorhandenen Wissen als Ganzes anzugliedern. (650 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Bis zehn Stunden Fernsehen kann positiv für Kinder sein



Bis zehn Stunden Fernsehen pro Woche kann den Kindern nicht schaden, fanden amerikanische Psychologen heraus. Im Gegenteil, sie profitieren davon auf dem Sprachsektor. Schädlich für die Leistungen in der Schule dagegen ist das Marathonsehen (35 bis 40 Stunden pro Woche.) Kinder aus den sozial unteren Schichten sitzen häufiger vor dem Kasten, weil das von den Eltern gebotene Alternativprogramm weniger anregend ist als in den sozial gehobenen Schichten. Allerdings wirkt sich das Dauerfernsehen bei den Kindern aus der Oberschicht weitaus schädlicher aus als bei den unteren Schichten. Die Psychologen der Uni Würzburg beobachteten mit Unterstützung der Eltern 312 Kinder von fünf bis zehn Jahren. Sie kamen annähernd zum selben Ergebnis wie ihre amerikanischen Kollegen. Negative Effekte des Fernsehens sind demnach lediglich für eine kleine Gruppe von Kindern aus allen Schichten mit extrem hohem Fernsehkonsum zu befürchten. (1009 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Hartes Training nach Schlaganfall aktiviert neue Gehirnregionen



Erfolge selbst Jahre nach der Erkrankung

Die Lähmung nach einem Schlaganfall ist kein unabänderliches Schicksal mehr. Da nicht die Sehnen und Muskeln davon betroffen sind, sondern die Steuerungs- und Empfindungszentrale im Gehirn geschädigt worden ist, entwickelten die Wissenschaftler ein Trainingsprogramm, das die Muskeln wieder spielen läßt. Die Forscher können zwar nicht die abgestorbenen Gehirnareale wieder zum Leben erwecken, aber dafür sorgen, dass deren Funktionen von benachbarten Gehirnregionen übernommen wird. Jenaer Psychologen um Professor Miltner entwickelten in Zusammenarbeit mit einem amerikanischen Wissenschaftler die Taubsche Trainingstherapie. Sie wiesen den Erfolg an Patienten nach, deren Schlaganfall zum Teil schon über zehn Jahre zurücklag. Rund die Hälfte der Schlaganfallopfer in der Bundesrepublik hält der Jenaer Psychologe noch für therapierbar . Entscheidend ist, dass in der betroffenen Hand noch ein Rest von Bewegungsfähigkeit vorhanden ist. Nach Abschluss des Trainings können auch wieder anspruchsvollere motorische Aufgaben bewältigt werden, wie Öffnen eines Schraubverschlusses oder Zuknöpfen eines Hemdes. Die Patienten absolvieren mit dem lahmen Arm ein grob- und feinmotorisches Training, wie Schrauben auf Gewinde drehen oder kleine farbige Pins in Lochbretter stecken. Durch das Muskeltraining werden nachweisbar Gehirnregionen aktiviert, die die Funktion der abgestorbenen Zellen übernehmen und die Bewegungsfähigkeit wieder herstellen. (1580 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Nur jeder Hundertste: Für die Schönheit unters Messer



Jeder Hundertste Deutsche hat sich bereits einer Schönheitsoperation unterzogen. Ursachen sind abstehende Ohren, verwachsene Nasen, Fettpolster an Hüften und Bauch, schlaffe Bauchdecke, Tränensäcke und zu große oder zu kleine Brüste. 2,3 Prozent haben es geplant, sich unter das Messer des Schönheitschirurgen zu begeben und 4,8 Prozent würden gern die Umstände auf sich nehmen, um ihr Aussehen zu verbessern. 82,5 Prozent der Deutschen sind dagegen mit ihrer Figur zufrieden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage. Von der Hälfte der Befragten wird eine Schönheitsoperation bei schweren Mißbildungen und Verunstaltungen als sinnvoll angesehen. Mehr als doppelt soviel Frauen wie Männer haben ihr Aussehen mit chirurgischer Kunst verändern lassen. Und fast Doppelt soviel haben es auch geplant oder denken öfter daran. Es ist statistisch erwiesen, dass Frauen mehr Bereitschaft zeigen, für ihre Schönheit zu leiden. Das Aussehen macht offenbar schon im jugendlichen Alter unter 20 Probleme, denn die 14-29-Jährigen haben sich fast genau so häufig zum kosmetischen Eingriff entschlossen oder sie planen und wünschen ihn wie die Gruppe der 30-49-Jährigen. Die Gruppe der über 50-Jährigen lehnt am stärksten eine solche Operation ab. Der Hauptgrund für den Einsatz von Laser und Stahl ist ein "gutes Aussehen". Die Schönheitsoperierten sind zu 86 Prozent mit ihrem Aussehen, zu 87 Prozent mit ihrer Figur aber nur zu 73 Prozent mit ihrem Gewicht zufrieden. 33 Prozent von ihnen empfinden ihren Körper als Gegner. Von den Menschen, die eine Schönheitsoperation ablehnen, betrachten nur 7 Prozent ihren Körper als Gegner. 79 Prozent haben ihn voll unter Kontrolle und 92 v.H. finden sich mit ihrem Körper so ab, wie er ist. Schönheitsoperierte zeichnet ein ausgeprägtes Kontrolldenken aus. Auch kleine Mängel wollen sie durch weitere Operationen beseitigen lassen. Am unzufriedensten mit ihrem Aussehen sind Personen, die eine Schönheitsoperation planen oder oft daran denken. Sie empfinden ihren Körper am ehesten als Gegner. (2130 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Andere Staaten fördern Weiterbildung finanziell



Weiterbildung ist in Deutschland nicht sehr gefragt. Die Menschen in Irland und England sind doppelt so stark engagiert. Bei der Bestandsaufnahme 1993 lag Deutschland in Europa vor Italien auf dem zweitletzten, auf dem siebten Platz. Mehr Geld für Weiterbildung wird auch in Frankreich, Dänemark, Niederlande und Belgien ausgegeben. Das hat sich im Laufe der sieben Jahre kaum verändert. Zwar ist das Qualitätsniveau der Berufstätigen in Deutschland weiter gestiegen, die Weiterbildung allerdings hat abgenommen. Betriebliche Spezialisten auf der mittleren Ebene nehmen eher an Fortbildungsmaßnahmen teil als Akademiker. Die Ausgaben der Privaten für ihre berufliche Fortbildung betragen etwa zwei Drittel der Ausgaben, die die Betriebe für Schulungen aufwenden. Nur 19 Prozent der Absolventen mit niedrigem Schulabschluß nahmen an Weiterbildungen teil, aber 41 Prozent der Abiturienten. Wissenschaftler schlagen vor, individuelle Lernkonten für jeden Einzelnen einzurichten, wie sie bereits in Oesterreich, Großbritannien, Schweden, den Niederlanden und Frankreich bestehen. In diesen Ländern wird das individuelle Engagement finanziell vom Staat unterstützt. (1230 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Radfahrer verkennen Verkehrsgefahr Nur die Kleinen tragen Schutzhelme



Grundsätzlich halten sich Radfahrer für weniger gefährdet als andere Verkehrsteilnehmer, ergab eine Umfrage von Psychologen der Uni Salzburg und des österreichischen Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Unfälle mit Radfahrern gehen meist zu Lasten der Kraftfahrer (Vorfahrtverletzung). Die sportlichen Radfahrer sind risikofreudiger und kommen auch als Unfallverursacher in Frage. Das Gefühl der Unverletzlichkeit erschwert jede Art von Verkehrserziehung für die Gruppe der Radfahrer, die in den letzten Jahren im Verkehr erheblich größer geworden ist. Selbst gravierende Unfälle führen bei Radlern nicht zur dauerhaften Änderung ihres Verkehrsverhaltens. Die meisten Radfahrer überschätzen ihr Fähigkeit, in Konfliktsituationen richtig zu reagieren und halten sich fälschlich jederzeit für Herr der Lage. Von den Schülern, die mit dem Rad zur Schule kommen, besitzen 79 Prozent einen Schutzhelm. Getragen wird er allerdings nur in 23 Prozent (Klassen 5 und 6 Hauptschule) und ini 67 Prozent (weiterführende Schulen Klasse 5 und 6). Das Helmtragen nimmt mit dem Größerwerden in den oberen Klassen ab. (1210 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Nicht mehr Verantwortung bei Anwesenheit einer Frau



Dass sich junge Autofahrer besonnener am Steuer verhalten, wenn eine junge Frau mit von der Partie ist, hat sich als Trugschluss erwiesen. Den Beweis lieferte eine junge Psychologin aus Würzburg. Sie hat sich einige Nächte vor den Würzburger Diskotheken um die Ohren geschlagen und Paare nach ihrem Verhalten bei Drogengebrauch (Haschisch) befragt. Die jungen Autofahrer gaben zu, die Gefahr zu unterschätzen und zu fahren. Daran würde sie auch die Anwesenheit der Freundin nicht hindern. Sie fühlten sich im Gegenteil durch die hohe Bereitschaft der Freundin, mitzufahren noch in ihrer Fahrerrolle bestärkt. Die Psychologin fordert die Frauen auf, sich nicht einfach in die Rolle der Beifahrerin zu fügen, sondern ihre Freunde nach Drogenkonsum vom Fahren abzubringen.(865 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Beim Bewerbungsgespräch: keine falsche Bescheidenheit Volle Redezeit nutzen



Eine souveräne Selbstdarstellung im Vorstellungsgespräch beeinflusst entscheidend den Erfolg einer Bewerbung, fand eine Psychologin der FU Berlin heraus, die das Verhalten von 37 Frauen und 37 Männer in einer Bewerbungssituation protokollierte. Beim Vortrag zur beruflichen Selbstdarstellung hatten die Testpersonen die Aufgabe, in freier Rede in fünf Minuten die eigene Qualifikation für die von ihnen angestrebten Stelle darzustellen. Nur jede vierte Person schöpfte die Zeit voll aus. Die durchschnittliche Rededauer betrug 3 Min, 16 Sek, wobei die Männer (Durchschnitt 3 Min, 42 Sek) mehr über sich zu sagen wußten als die Frauen (2 Min, 50 Sek.) Je länger die Person sprach und je weniger an Emotionen im Gesicht abzulesen war, um so erfolgreicher beurteilte die Jury sie. Im Gespräch wurde klar, dass Frauen ihre Kompetenzen häufig unterschätzen oder es als unschicklich finden, die eigenen Fähigkeiten anzupreisen. Von der Jury dagegen wird die falsche Bescheidenheit als mangelnde Selbstsicherheit oder fehlendes Durchsetzungsvermögen gedeutet. "Je mehr einer Frau solche Eigenschaften im beruflichen Selbstkonzept fehlen oder je mehr sie diese Eigenschaften ablehnt, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie Kariere machen wird", so die Psychologin. (1360 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Lebensmut hilft Querschnittgelähmten wieder "auf die Beine"



Menschen mit einer Querschnittlähmung finden sich überraschend schnell in die neue Lebenssituation ein. Sie sind optimistisch und mobilisieren ihre inneren Kräfte. Der Lebensmut hilft den Betroffenen im bildlichen Sinne wieder schnell auf die Beine. Wesentlich schlechter sieht das Bild bei den nahen Angehörigen aus. Ihre positive Lebenseinstellung entspricht zwar der Normalbevölkerung, ihre posttraumatischen Stressreaktionen - dauernd sich wiederholende Gedanken an die Ursache, verbunden mit aufwühlenden Gefühlen - sind jedoch unerwartet hoch. Sie fühlen sich einsam und allein gelassen. Wenn es ihnen nicht gelingt, ihre Ressourcen zu aktivieren, können sie kaum gegen die düstere Stimmung ankommen. Die Umstellung macht ihnen mehr zu schaffen als den Betroffenen selbst. Zu dieser Erkenntnis kamen Schweizer Psychologen, die an fünf Spezialkliniken in Deutschland und der Schweiz die Daten von den Kranken und ihren Angehörigen erheben ließen. Neun Zehntel der Querschnittslähmungen sind auf Unfälle zurückzuführen. Hauptgruppe sind die 15 - 25-Jährigen (Verkehrs- und Sportunfälle), gefolgt von den 35- bis 45-Jährigen (Arbeits- und Verkehrsunfälle) Die meisten Unfälle im Haushalt, die zur Bewegungsunfähigkeit führen passieren bei den über 65-Jährigen. Bei einer Querschnittslähmung fällt die durch das Rückenmark nervlich gesteuerte Muskelbewegung aus. Der Mensch kann weder gehen noch stehen. Je nach der Höhe der Rückenmarksverletzung kann es auch zum Versagen der Bauch- und Rückenmuskulatur kommen. Ist gar das Halsmark betroffen, so ist mit einer Beeinträchtigung der Atemmuskulatur sowie der Arme zu rechnen. Das Empfinden für Schmerz, Berührung, Temperatur und Lagesinn fällt aus. Außerdem versagt die nervliche Steuerung des Kreislaufs, insbesondere die Gefäßregulation, der Magen-Darmtätigkeit und der Harnblasenfunktion. In der Industriegesellschaft kommen zwei bis drei Querschnittsgelähmte auf 100 000 Personen. (2000 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Menschen über 60 Jahre lehnen Sterbehilfe stärker ab



Beihilfe zur Selbsttötung durch den Arzt lehnen 42 v.H. der Bevölkerung ab, ergab eine repräsentative Befragung, die von Psychologen der Uni Leipzig im Sommer 2000 und im Februar 2001durchgeführt wurde. 37 v.H. sind gegen aktive Sterbehilfe, 35 v. H. gegen indirekte Sterbehilfe und 28 v.H. gegen aktive Sterbehilfe. Zustimmung für aktive Sterbehilfe in Verantwortung des Arztes geben 7,2 v.H., erklärt der Patient sich einverstanden oder kann man sein Einverständnis voraussetzen, so stimmen 33 v.H. für aktive Sterbehilfe durch den Arzt. Der Arzt sollte auch aktiv tätig werden, wenn der Patient einverstanden ist und die Schmerzen unerträglich sind, glauben 19 v.H. der Befragten. 37 v.H. sind absolut gegen aktive Sterbehilfe durch den Arzt. Indirekte Sterbehilfe wird von 35 v.H. abgelehnt, 42 v.H. sind dafür, wenn der Patient es wünscht. Zustimmung erteilen 10 v.H., wenn der Arzt die Verantwortung übernimmt. Während 42 v.H. die Beihilfe zur Selbsttötung kategorisch ablehnen, stimmen 32 v.H. zu, wenn einer Patientenerklärung vorliegt und 19 v.H. erklären sich mit der Beihilfe des Arztes zur Selbsttötung einverstanden, wenn der Patient unerträgliche Schmerzen leidet und er den Willen geäußert hat. In Ostdeutschland ist der Widerstand gegen Beihilfe zur Selbsttötung größer als im Westen. Dagegen sind 45,9 v.H. (39 v.H. West), bei starken Schmerzen und Patientenwunsch 15,6 (23,5 v.H. West), 30,6 (35 v.H. West) bei Patientenwunsch. Bei Kirchenmitgliedern ist die Ablehnung jeglicher Form von Sterbehilfe größer als bei den Konfessionslosen. Auch die Bundesbürger über 60 Jahre sind energischer gegen jede Art von Sterbehilfe als die Altersklassen darunter. Indirekte Sterbehilfe für sich selbst wünschen 12,7 v.H., passive Sterbehilfe 25 v.H., Beihilfe zur Selbsttötung 6 v.H., Aktive Sterbehilfe 20 v.H. und keine Form von Sterbehilfe 37 v.H. (1910 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Entspannungsübung reduziert Angst vor dem Zahnarzt



Schätzungsweise 75 v.H. der bundesdeutschen Bevölkerung weist eine leichte bis mittlere Zahnarztangst, 15 v.H. sogar eine schwere, fanden Psychologen der Uni Frankfurt heraus. Die Angst bewirkt Muskelverspannung, Schweißausbrüche, Herzklopfen. 70 v.H. der Zahnärzte geben an, durch die Behandlungsangst in ihrer Arbeit behindert zu werden. Angst muss nicht sein, sagen die Wissenschaftler und schlagen Entspannungsübungen vor, die psychische und körperliche Belastungsreaktionen dämpfen. Wenn sich die Muskelentspannung im gesamten Körper vollzieht, lockert sich auch die Gesichtsmuskulatur. Die Wissenschaftler beobachteten 27 Frauen und 24 Männer, denen eine Zahnarztbehandlung bevorstanden.

Eine Gruppe machte zehn Minuten vor der Behandlung ein progressives Muskelrelaxationstraining per CD, eine zweite Gruppe von Ihnen ließ sich durch einen Textvortrag ablenken. Nach der Vorbehandlung wurden Herzrate und Blutdruck gemessen. Ferner wurde das Wohlbefinden abgefragt. Bei den Patienten mit Entspannungstraining sank der Blutdruck bis auf ein normales Niveau, während der Herzschlag sich zwar verlangsamte aber noch erhöht blieb. Das körperliche Befinden hatte sich stark verbessert. Ablenkung durch Text oder Musik führte nicht zur Reduzierung der Angstsymptome und besserte auch keineswegs das Wohlbefinden. (1400 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Big Brother - Dramatisierung im Alltag Fernsehen durchs Schlüsselloch



Durch die Dramatisierung des Alltagsgeschehens in den Daily Soaps (Seifenopern) lassen sich vorwiegend die Fernsehfans bis 29 Jahren vor die Scheiben locken. Das fand ein Wissenschaftsteam des Rhein-Ruhr-Institutes an der Mercator-Universität der Uni Duisburg heraus, das die Seifenoper Big Brother genauer unter die Lupe nahm. Aber nicht nur das jugendliche Alter verbindet diese Gruppe, sondern auch ihr Freizeiterleben, die Musik und der gesamte Lifestyle. Die ältere Generation über 50 ist bei Big Brother nur spärlich vertreten. Für Jugendliche funktioniert das Fernsehen als Schnittstelle des Medienensembles, Chatten im Internet, Bilden von Fanklubs, Entwickeln einer speziellen Mode. Die Gruppendynamik und das Konfliktlösungsverhalten weckten das Interesse der Fernsehzuschauer, die aktiv durch Telefonabstimmungen eingreifen können. Bei der Darstellung der Akteure im Container - 25-minütiger Zusammenschnitt aus den 24 Tagesstunden plus Live-Mitschnitt - schreckt man selbst nicht von der Thematisierung privater und intimer Belange (Abtreibung) zurück. Die Zuschauerzusammensetzung nach Bildung: 62 v.H. besuchten eine weiterführende Schule, haben Abitur oder sogar einen Hochschulabschluss, während in der Gesamt-TV-Zuschauerschaft der Prozentanteil nur bei 42 liegt. Big Brother reizt nicht nur die Neugier der Menschen, fand die AG der Landesmedienanstalten heraus, sondern spekuliert auf den Voyeur. Das Fernsehen habe sich von einem offenen Fenster zur Welt zu einem Schlüsselloch zurück- entwickelt. Während der ersten Big-Brother-Staffel gab es 200 Millionen Zugriffe auf die Big-Brother-Websites, weisen die Wissenschaftler auf die weitreichende Auswirkung von Big Brother hin, einer Sendung, die Menschen aus dem (primitiven) Alltag zu Stars (Zlatko) machen kann. (1800 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Missverständnis zwischen Geschlechtern bringt Männer vor Gericht



Mancher Mann ist schon vor Gericht oder sogar im Gefängnis gelandet, weil er das Verhalten einer Frau falsch interpretiert hat. Er hat ihre Freundlichkeit als sexuelles Entgegenkommen gedeutet und ist als "Siegertyp" zu weit gegangen. Die Ursache für das fatale Ereignis der Notzucht oder Vergewaltigung liegt in der geschlechtsspezifischen Situationsverkennung, die ein Psychologe der Uni Heidelberg näher untersucht hat. Der Mann erlebe das Verhalten einer Frau grundsätzlich stärker sexbezogen. Wenn Männer und Frauen das Verhalten von Paaren beurteilen, so wird von beiden Seiten die Freundlichkeit der Frau gleich bewertet. Die Bereitschaft zum sexuellen Entgegenkommen der Frauen wird von den Männern aber wesentlich höher eingestuft. Einige Interpretationen erklären das Fehlurteil als symptomatisch für sexuell aggressive Männer oder aber ihnen fehle die Fähigkeit, die Ablehnung zu erkennen, ein wirkliches Nein von einem Anstands-Nein zu unterscheiden. Der Heidelberger Psychologe kam in der Beurteilung von Paarverhalten zu dem Ergebnis: Männer und Frauen sehen bei den Akteuren ihres Geschlechts jeweils ein besonders hohes Maß an sexueller Bereitschaft. Total voneinander ab weichen die Urteile über das andere Geschlecht. Um die Wirkung der Worte zu ermessen, wurde bei einigen Videos der Ton ausgeblendet. Fazit: auf Grund der Mimik, Gestik und des Gesichtsausdrucks wurde fälschlicherweise eine wesentlich höhere "Bereitschaft zu Mehr" bei den Frauen interpretiert. (1540 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Trennung von der Mutter In jedem Falle Stress



Bei der Eingewöhnung eines einjährigen Kindes in der Kindertagesstätte ist die Qualität der Mutter-Kind-Bindung von geringer Bedeutung, ergab die Studie einer Psychologin des Interdisziplinären Zentrums für angewandte Sozialisationsforschung Berlin. Die Wissenschaftlerin hatte die Eingewöhnungsphase von 70 Kleinkindern zwischen 11 und 20 Monaten verfolgt. Belastungsreaktionen bei der Trennung von der Mutter waren Protest und Verzweiflung, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, erhöhte Infektionserkrankungen und Veränderungen in Spiel- und Sprechaktivitäten. Verzweiflungsreaktionen wurden noch sechs Monate nach der Kita-Aufnahme registriert. Irritierbarkeit und negative Stimmungen waren häufiger bei späterem Krippeneintritt. Die psychologischen Reaktionen wurden neben der sichtbaren Äußerung u.a. aus der physiologischen Messung der Herzaktivität abgeleitet. Die Eingewöhnung erfolgte in einem 3-Stufen-Schema, im dem die Anwesenheit der Mutter individuell reduziert wurde. Die Kinder gewöhnten sich je nach Temperament unterschiedlich ein. Die mit einem leichten Temperament zeigten sich zugänglich, anpassungsfähig, hatten eine ausgeglichene Grundstimmung, während die schüchternen Kinder sich zurückzogen, wenig anpassungsbereit und wenig aktiv waren. Die schwierigen Kinder waren launisch und intensiv in ihren Reaktionen. 49 v.H. der Mutter-Kind-Bindung wurden als "sicher" klassifiziert. Die Untersuchungsergebnisse - Herzfrequenzmessungen beim Eintreffen in der Kita - zeigten, daß die Bindungsqualität keinen Einfluss auf den emotionalen Status während der mütterlichen Begleitung hatte. Überraschend allerdings, dass in beiden Bindungsgruppen die positiven Emotionsäußerungen während der Eingewöhnung ab- und die negativen zunahmen, besonders bei sicher-gebundenen Kindern. Nach fünfmonatiger Kita-Erfahrung zeigten die Kinder beider Bindungsgruppen ihr ursprüngliches Stimmungsbild wie am Tag der Aufnahme. Lediglich bei der Eingewöhnung in der Gruppe und beim Spiel zeigten sich sicher gebundene Kinder weniger gestresst. Aber die Annahme, dass Bindungssicherheit grundsätzlich Trennungsbelastungen minimieren könnte, bestätigte sich nicht. ( 2230 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Konflikte zwischen Kunden und Personal führen zum Stress



Einkaufen kann zum Stress werden, aber nicht nur für den Käufer, sondern erst recht für den Verkäufer. Zu der Feststellung kamen zwei Wissenschaftler des Psychologischen Instituts der Uni Frankfurt. Sie untersuchten mit Interviews, Stressfaktoren von 591 Angestellten. Neben Schuhverkäufern, Reisekaufleuten und Beschwerdesachbearbeitern waren 312 FlugbegleiterInnen vom Bodenpersonal. Alle klagten über die gleichen Phänomene: Einige Kunden wollen immer eine besondere Behandlung; die Kunden lassen ihre schlechte Laune an uns aus; die Kunden meckern ständig an einem herum; die Kunden greifen einen persönlich mit Worten an; es ist unklar, was die Kunden von einem wollen. Es sind vier Kategorien von Kundenstressoren, die das Servicepersonal an den Rand des Herzinfarkts bringen: außergewöhnliche Anforderungen, Angriff, Abneigung und Abstimmungsschwierigkeiten. Daneben haben die Mitglieder der Dienstleistungsbranche den selben geregelten Ärger wie alle anderen Berufe auch, wobei die zu Teil mit viel Engagement am Kunden geleistete Arbeit, die nicht anerkannt wird, am meisten schmerzt. (1170 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Informationen vom Frühstück bis zum Meeting im Festival Office



Das Büroleben von (heute) morgen - Umdenken erforderlich

Wissen gewinnt neben den materiellen Rohstoffen eine erfolgsentscheidende Bedeutung. Der Unternehmenserfolg wird verstärkt in den Bereichen der wissensintensiven Dienstleistungen und dem Einsatz neuer Technologien zu finden sein, erklärt der Leiter des Frauenhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation, Professor Hans-Jörg Bullinger.

Die materielle Güterproduktion wird nicht an Bedeutung verlieren, sondern wird gekoppelt mit Dienstleistungen angeboten. Maschinenhersteller führen einen Teleservice ein, der über Satellit, gleichgültig wo die Maschine steht, eine Fehlerdiagnose liefert und gleichzeitig das Korrekturprogramm bereitstellt. Neue Berufe sorgen dafür, dass der wissensintensive Servicebereich in den nächsten zehn Jahren um 50 v.H. wächst. Das mobile Arbeiten zu Hause, beim Kunden oder unterwegs gehört bereits zum Alltag.

Der traditionelle Büro wird zur Knowledge Factory, in der Knowledge Worker, ausgestattet mit komplexem Fachwissen ihre Dienste anbieten. Sie werden zunehmen projektorientiert für begrenzte Dauer zusammengestellt. Vergangenheit ist der feste Arbeitsplatz. Ein elektronisches Belegungssystem weist ihm den Tagesarbeitsplatz zu, effektive Flächennutzung durch Arbeitsplatz--Sharing. Das Büro versteht sich als Knotenpunkt im Netzwerk der Arbeitsprozesse. Es hat verschiedene Aufgabengebiete: die typischen Sekretariatsdienste werden im Market Office abgeleistet, Im Non-territorial-Office dagegen teilt sich eine Mitarbeitergruppe eine Arbeitslandschaft. Alles wird gemeinsam genutzt, die persönlichen Unterlagen werden in einem Container untergebracht, der innerhalb des Hauses mitwandert. Wichtige Strategiemeetings finden im Festival Office statt, um der Angelegenheit einen besonderen Anstrich zu geben. Es ist allgemeine Erkenntnis, dass die Arbeit an einem kreativfördernden, lebendigen Ort, der zugleich Möglichkeiten zur Entspannung bietet, bessere Ergebnisse bringt.

Der Arbeitsalltag wird nur zu einem Teil im Office stattfinden. Bereits zu Hause oder auf der Fahrt zum Büro wird der Knowledge Worker durch Infodisplays mit auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen Informationen versorgt. Dazu trägt auch der Info-Cube, einer Art digitaler Handtasche im Würfelformat bei, der alle Infos für das nächste Meeting bietet. Die Ergebnisse der Meetings werden über die Info-Cubes kabellos auf elektronische Tapeten übertragen.

Um die neuen Konzepte zu verwirklichen, muss ein Umdenken auf allen Ebenen stattfinden, so Bullinger, Die Führungskräfte müssen sich von lieb gewordenen hierarchischen Ansprüchen trennen, der Einzelne muss die volle Verantwortung für seine Arbeit übernehmen. (2700 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Gründerfrauen übertreffen Männer In beruflichem Ehrgeiz und Motivation



Die "durchschnittliche" Gründerpersönlichkeit erlebt sich als hoch ambitioniert, engagiert und zupackend, aber eben auch als wenig erholungsfähig oder erholungswillig, zeichnet sich aber meist auch durch exzessive Selbstüberforderung aus, fand ein Psychologe der Uni Potsdam heraus, der Einstellung und Verhalten von 170 Gründern in Bayern und Brandenburg untersuchte. Davon waren 34 Frauen, die allerdings die gründerspezifischen Merkmale noch ausgeprägter auswiesen. Sie stellten mit ihrem beruflichen Ehrgeiz, ihrer Motivation und ihrem Kompetenzerleben die Männer in den Schatten. Bei 44 Personen wurde nach einem Jahr die gleiche Untersuchung vorgenommen. Das Verhaltensmuster hatte sich kaum verändert. Bei dauernder Überforderung trat also keine automatische Korrektur ein. Aus dem Grunde hält es der Potsdamer Psychologe für notwendig, dass bei Existenzgründungen nicht nur eine wirtschaftliche Beratung erfolgt, sondern auch eine psychologische. Zu diesem Zwecke entwickelte er ein Konzept, das nach individuellen Ressourcen und Schutzfaktoren fragt und der Gefahr eines Zusammenbruchs vorbeugt. Der Schwerpunkt der Betreuung liegt in der Stärkung der persönlichen Ressourcen und der individuellen Bewältigungskapazität. Die Gründer hatten u.a. Bedeutsamkeit der Arbeit, beruflichen Ehrgeiz, Verausgabungsbereitschaft, Resignationstendenz und innere Ruhe selbst einzuschätzen. Nach der Anlaufphase schätzten sich 53 als erfolgreich ein. Faustregeln für Gründer können zwar den 12-Stunden-Tag nicht abschaffen, aber das Schlimmste vermeiden helfen: Es ist notwendig, Arbeit und Erholung in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen, eine individuelle Streßanalyse vorzunehmen und Streßbewältigungsstrategien zu trainieren, das Zeitmanagement und die Arbeitsorganisation zu verbessern, notfalls die persönlichen Ziele neu zu definieren, um von unrealistischen Erwartungen Abschied zu nehmen. (1990 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Experten suchen Kommunikation Hürden auf dem Weg zum Laien



Handbücher, Betriebsanleitungen, Erklärungstexte werden fast ausnahmslos von Experten angefertigt und sind nicht selten für den Laien ein Buch mit sieben (und mehr) Siegeln, denn die Informationen erreichen den Laien immer nur in dem Maße, wie der Experte sich in die Lage des Empfängers versetzen kann. Und da liegt das Problem, fand ein Psychologe der Uni Münster heraus, der die Kommunikation zwischen Experten und Laien untersuchte. Nicht möglich ist es, eine Infoverbindung durch Angleichung des Wissensstandes beim Laien zu ermöglichen, denn der Laie darf nicht als Schüler betrachtet werden. Ein weiteres Hindernis: der Experte könnte sein eigenes Wissen überbewerten und das des Laien unterschätzen. In der Rolle als Beurteiler waren Informatiker sehr wohl in der Lage bei einem informationstechnologischen Fachtext die Verständnishürden zu entdecken. Desgleichen konnten Architekten die Kenntnisse des Laien richtig einschätzen. Aber Experten schätzen das Laienwissen immer dann skeptischer ein, wenn die Begriffe dem Fachwissen klar zugeordnet sind.
( 1140 Anschläge )

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Männer vererben Frauen Löwenanteil Mütter bedenken Kinder mehr



Amerikanische Psychologen analysierten in Kalifornien 1538 Testamente und fanden heraus, dass Männer mit Kindern im Schnitt 80 v.H. des Vermögens ihrer Frau und 18 v.H. den Kindern vererbten. Dagegen wurde den überlebenden Vätern nur 40 v.H. zugesprochen und den Kindern 48 v.H. Eine Erklärung: überlebende Männer könnten das Erbe in eine neue Partnerschaft mit neuen Kindern investieren und es würde den leiblichen Kindern der verstorbenen Frau entzogen. Männer als Erblasser können dagegen davon ausgehen, dass nach dem Tod der Mütter das Geld an die gemeinsamen Kinder fließt. Zu ähnlichen Ergebnissen kam ein Psychologe der Uni Koblenz-Landau, der eine Untersuchung in Deutschland durchführte. Es gab allerdings kleine Abweichungen, so z.B. Ist die Mutter noch unter 40, so erhalten die Kinder genauso viel wie sie. Er fand auch heraus, dass der Grund ein Testament abzufassen, eine Rolle bei der Geldverteilung spielt. Ist der letzte Wille so gut wie unabänderlich, so werden die Interessen des Erblassers, seine Gene überleben zu lassen, noch deutlicher sichtbar. ( 1150 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Gewaltspiel auf dem Computer senkt Hemmfaktor für Aggression



Computerspiele, in denen Gewalt verherrlicht wird, können Kinder aggressiv machen, stellten zwei Wissenschaftler aus der Arbeitsgruppe für Motivations- und Emotionspsychologie der Uni Bochum fest. Sie setzten 280 Kinder von zwei Grundschulen und einer Hauptschule im Alter von 8 bis 14 Jahren zuerst vor den Computer, und ließen sie unterschiedliche Spiele absolvieren. Anschließend wurde das Mitgefühl der Kinder mit Videokamera und Elektrode am Zeigefinger gemessen, die einen Satz mitleiderregender Bilder betrachteten. Kinder, die ein mit Gewalt belastetes Computerspiel erlebt hatten, zeigten sich wesentlich abgestumpfter als Schüler nach gewaltfreiem Spiel, wobei Schüler mit unsicherer Kind-Elternbindung sich besonders abgebrüht gaben. Da das Mitgefühl der wichtigste Hemmfaktor für aggressives Verhalten ist, sollten - so die Forderung der Wissenschaftler an die Eltern - solche Spiele ausgeschlossen werden. Bei der Untersuchung stellte sich aber heraus, dass 24 Prozent der Mütter und 16 Prozent der Väter die Computerspiele ihrer Kinder nicht kennen. Der Rest spielt äußerst selten oder nie mit den Kindern am Computer. Dabei sei das gemeinsame Spiel eine Möglichkeit, auf die Auswahl der Spiele Einfluss zu nehmen, so die Bochumer. (1300 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Studienziele vererben sich Arbeiterkinder unterrepräsentiert



Studienanfänger aus akademischem Hause folgen mehrheitlich dem Bildungsweg der Eltern. Neben der Arztpraxis "vererbt" der Vater dem Sohn auch das Studienziel. Über 50 Prozent der Studenten, die sich für Medizin, Jura, Kunst und Kunstwissenschaften in den 90er Jahren immatrikuliert haben, besitzen Eltern mit Hochschulabschluss. Die Studierenden der Ingenieur-, Agrar- und Ernährungswissenschaften kommen seltener aus Elternhäusern mit Bildungstradition. An den Universitäten haben die Studienanfänger häufiger Eltern mit höheren Bildungsabschlüssen als an den Fachhochschulen. Kinder aus Arbeiterfamilien sind an Hochschulen unterrepräsentiert, während Kinder aus Familien von Beamten, Selbstständigen, Angestellten und freiberuflich Tätigen überproportinal vertreten sind. Allen Förderprogrammen zum Trotz greifen bei den Studienanfängern nach wie vor die sozialen Auswahlmechanismen.
( 971 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Jede vierte Frau mit Figur unzufrieden



Unzufrieden mit ihrer Figur ist jede vierte Frau, und jeder fünfte Mann denkt ans Abnehmen. Das ergab eine Umfrage, die im Auftrag der Uni Landau, Forschungsstelle Sexualwissenschaft und -pädagogik bei einer repräsentativen Stichprobe von 2400 Personen durchgeführt wurde. Frauen orientieren sich bei Schönheit und Schlankheit stärker als Männer an ihrem sozialen Umfeld, Partner, Freundes- und Bekanntenkreis. Sie vergleichen sich mit den superschlanken Models. Die unzufriedenen Frauen betrachten ihren Körper häufig als Gegner, die Waage bestimmt ihren Speisezettel bis hin zur Magersucht. Die Wissenschaftler raten den Problemfrauen eine positive Haltung zu ihrem individuellen Aussehen zu entwickeln. Der gesellschaftliche Druck könnte gemindert werden, wenn in den Medien und auf den Laufstegen genauso viele normalgewichtige Personen zu sehen wären.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Alternative Lebenskonzepte wirksam gegen Depressionen bei Kinderlosigkeit



Die Ansicht, dass Kindersegen zum Lebensglück gehört, ist nicht unbedingt richtig, folgerte eine Psychologin der Uni Jena, die 424 Personen zwischen 43 und 65 Jahren befragte - eine Hälfte gewollt oder ungewollt Kinderlose, die andere Hälfte Eltern. Die Erhebung ergab: Kinderlose sind genauso glücklich und sozial eingebunden wie Eltern. Sie sind nicht kränker und haben nicht mehr psychosomatische Störungen, nicht mehr Depressionen. Allerdings sei es zur psychischen Bewältigung der Kinderlosigkeit notwendig, alternative Lebenskonzepte zu entwickeln, die ebenfalls Erfüllung versprechen - so die Erkenntnis der Kinderlosen. Manche Paare pflegen als symbolischen Ersatz gemeinsame Hobbies. Diese Strategie hat sich als erfolgreich erwiesen, um depressive Verstimmung beim Eintritt ins Rentenalter - "Jetzt stehen wir ganz allein auf der Welt" - zu vermeiden. Am besten kommen bei der langfristigen Bewältigung der Kinderlosigkeit jene weg, die die Fertilitätsstörung als Schicksal hinnehmen. Unnötiges Grübeln und Schuldzuweisungen wirken sich ebenso negativ aus wie ein Festhalten an der sozialen Stereotype des Mannes vom Stammhalter und der Frau, die das Kind als Beweis ihrer Geschlechterrolle ansieht. (1300 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Lob für Krankenhäuser: gute Pflege und flexible Besuchszeiten



Fast uneingeschränktes Lob fanden die flexiblen Besuchszeiten und die gute pflegerische Qualität bei der Befragung von Patienten aus 26 Krankenhäusern, die das Institut Arbeit und Technik vom Wissenschaftszentrum Nordrhein-.Westfalen durchführte. Die nach einem Zufallsschlüssel ausgewählten Patienten erhielten bei der Entlassung den Fragebogen, der erst zu Hause ausgefüllt werden sollte. Er enthielt 56 Fragen, die Behandlung, Pflege und persönliches Befinden berücksichtigten. Das Essen erhielt allgemein gute Noten, auch wenn nicht immer Rücksicht auf eigene Wünsche genommen wurde. Aufenthaltsräume und sanitäre Einrichtungen ließen Wünsche offen, genau wie die Erreichbarkeit der Ärzte und Pflegekräfte für die Angehörigen. Die Patienten selbst fühlten sich rundum gut versorgt, wenn auch die Information über Behandlungsalternativen und die Information über Medikamente nicht immer befriedigend waren. Gewünscht wurde auch mehr Zeit für persönliche Gespräche und mehr Ermutigungen zu Nachfragen. Die höchste Punktzahl erhielt die Freundlichkeit gegenüber Patienten, die auch die Wahrung der Privatsphäre als angenehm empfanden. Zufrieden waren die Befragten auch mit dem Wegweisersystem in den Krankenhäusern und der unkomplizierten Entlassungsvorbereitung. Lob fanden auch die Serviceleistungen der Krankenhäuser wie Gottesdienst, Bücherei, Bürodienste, Cefeteria und Patientenfahrdienste. Ganz oben auf der Patienten-Wunschliste steht das fast allerorten leidige Parkplatzproblem für Besucher. Das Gros der Patienten war bis zehn Tage in den Krankenhäusern oder Kliniken. (1660 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Bei Ehekrise: Väter verlieren Interesse an den Kindern



Mütter verdoppeln Fürsorge - Vater vom Vater manchmal Vorbild

Väter verhalten sich ihren Kindern gegenüber so, wie sie es von ihren Eltern als Kind selbst erfahren haben, vorausgesetzt, sie hatten eine gute Beziehung zu ihren Eltern. War das nicht der Fall, so bemüht sich der Vater, seinen Kindern einen besseren Daddy abzugeben. Er stellt die Bedingungen her, die er als Kind selbst gern gehabt hätte. Das väterliche Engagement ist außerdem abhängig von Persönlichkeitsmerkmalen und dem Umfang seiner beruflichen Tätigkeit. Von besonderer Bedeutung ist die Qualität der ehelichen Beziehung. Kriselt es in der Ehe, sinkt das Erziehungs-Engagement des Vaters, während die Mutter das Kind verstärkt unterstützt. Die Erkenntnisse wurden aus einer Fragebogenaktion gewonnen, die Wissenschaftler des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München durchführten. Befragt wurden 333 repräsentative deutsche Eltern mit Kindern.

Väter, die eine konsequente Erziehung mit Lohn und aus ihrer Sicht berechtigten Strafe erlebt haben, praktizieren dasselbe Modell. Wer dagegen die Strafe als Erniedrigung empfunden hat, ist bemüht, ohne auszukommen. Auch die Kinder sind gefragt worden. Ihre Aussagen decken sich weitgehend mit den Schilderungen ihrer Väter. Die Jugendlichen fühlen sich in schulischen Belangen um so mehr unterstützt, je mehr Zuneigung der Vater von seinem eigenen Vater erfahren hat. Väter, die viel Frustration erlebt haben, kümmern sich wenig um schulische Angelegenheiten ihrer Kinder. Wenn die Väter die Beziehung ihrer Eltern als schlecht empfunden haben, ist die Kommunikation mit der eigenen Partnerin besser und weniger vom Streit belastet. Streit in der Partnerschaft führt dazu, dass Väter ihre Kinder bestrafen oder bei schulischen Leistungen Druck machen.
(1825 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Instrument durchleuchtet Fusionsfähigkeit Fragebogen vor der Firmenhochzeit



Fusionen von Firmen werden meist nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten vorgenommen. Nicht alle Fusionen verlaufen erfolgreich, wobei es manchmal nicht am finanziellen Bereich liegt, sondern im psychischen. Denn Fusion bedeutet auch Zusammenarbeit von Menschen, die sich bislang unter Umständen als Konkurrenten betrachtet. Psychologen der Ruhr-Uni Bochum entwickelten Fragebogen, die vor der Verschmelzung feststellen können, wie weit die 'Hochzeitspartner' bereit sind, sich auf die andere Seite einzulassen. Das Instrument erfasst die Strukturen der Firmen, und zeigt die Schwierigkeiten auf, wenn Unternehmen mit unterschiedlichem hierarchischem Aufbau miteinander fusionieren wollen. Die Fusions-Potenzial-Analyse der Bochumer Uni liefert den Firmen ein Profil, bei dem sie Stärken und Schwachstellen ihrer Fusionsfähigkeit erkennen können. Das Meßinstrument besteht aus drei Teilen. Zum einen ist dies ein Persönlichkeitsfragebogen, der die Kooperationsbereitschaft von Führungskräften misst. Er erfasst Vertrauensbereitschaft, Motive, soziale Orientierung, Einfühlungsvermögen, Selbstvertrauen, Organisationstalent, Konfliktfähigkeit und Kommunikationskompetenz. Die beiden anderen Teile untersuchen die Unternehmenskultur. Sie gibt Auskunft über die Normen und Werte, traditionellen Verhaltensweisen und das Bild des Unternehmens in der Öffentlichkeit. (1480 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Eltern beeinflussen Essverhalten Süßigkeiten statt Streicheleinheiten - Problem Übergewicht



Die Anwesenheit eines Elternteils hat Einfluss auf das Essverhalten von übergewichtigen Kindern. Wenn die Mutter zuschaut, essen sie schneller, nehmen größere Portionen auf den Löffel und beschleunigen das Esstempo gegen Ende der Mahlzeit. Diese Beobachtung machten Psychologen der Uni Trier, die das Essverhalten von 80 Kindern per Video protokollierten.

Die Wissenschaftler vermuten, dass der Essstil die Folge eines "Essenstrainings" unter mütterlicher Aufsicht ist. ("Nun beeil dich mal, dass der Teller leer wird. Dann scheint morgen auch die Sonne.")

Außerdem zeigte sich, dass Eltern ihre übergewichtigen Kinder häufiger mit Süßigkeiten belohnen. Da dieser Essstil zu erhöhter Kalorienaufnahme führt, bleibt das Übergewicht erhalten und wird zum Problem. Inzwischen sind 26 Prozent der 10- bis 13-jährigen übergewichtig. Die überflüssigen Kilo schaden nicht nur der Gesundheit, sondern schaffen für den jungen Menschen auch psychosoziale Folgen. Übergewichtige Kinder habe außerdem ein 2 bis 4-fach höheres Risiko auch als Erwachsener übergewichtig zu sein.

Bei zu schweren Kindern wird die Regulation von Hunger und Sättigung durch elterliches Fehlverhalten gestört. Sie verwenden Nahrungsmittel als Belohnung, oder ihren Entzug als Bestrafung, zwingen die Kinder zu essen, damit sie "gesund und stark werden", ersetzen Streicheleinheiten durch Süßigkeiten, bestimmen die Eßportionen, hindern das Kind an der Auswahl der Speisen und zwingen es, auch nach der Sättigung weiter zu essen, bis der Teller leer ist.

Wie sagt der Volksmund? "Kinder werden nicht zum unersättlichen Esser geboren, sondern erzogen".
(1725 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Gute Stimmung spart Energie



Jeder Mensch unterliegt einem Stimmungsbarometer. Bei positiver Stimmung beurteilt man seine Lage wesentlich günstiger als in mieser Laune. Die Stimmung wirkt sich auf die Motivation, Handlungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit aus, stellten Psychologen der Uni Erlangen fest. Plagt einen die schlechte Laune, erscheinen die gestellten Aufgaben höher zu liegen als bei guter Stimmung. Auch die eigene Fähigkeit wird niedriger eingeschätzt. Aber nicht nur das. Es wird auch wesentlich mehr Energie gebraucht als bei guter Gemütslage, um die Aufgabe zu bewältigen. Den Beweis lieferten Messungen des Blutdrucks und der Herzrate. Menschen mit einer negativen Stimmung streichen vor einer schwierigen Aufgabe wesentlich eher die Segel als die gut gelaunten. (790 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Milliardenschäden durch Fehlverhalten im Betrieb



Wer sich von seinem Vorgesetzten unfair behandelt glaubt, neigt zu kontraproduktivem, schädigendem Verhalten. Dazu zählen Diebstahl, Blaumachen (unbegründete Fehlzeiten), Drogen- und Alkoholmissbrauch und Aggressivität, die bei Mobbing beginnt und bis zu Sabotage mit schwerer Sachbeschädigung führt. Zu dieser Erkenntnis kam bei seinen Untersuchungen ein Psychologe der Universität Hohenheim. Ähnliche Wirkungen können Stress und Frustration auslösen - wie technische Modernisierung, die ein Umlernen erforderlich machen. Auch schärfere Überwachung der Arbeitsleistung führt zum Versuch, dem Druck auszuweichen. Aber auch Ärger außerhalb der Arbeitsstelle kann zum schädigen Verhalten im Betrieb führen. Der in Deutschland jährlich entstehende Schaden wird auf mehrere Milliarden DM geschätzt.

Neben den situativen Faktoren scheinen aber auch Persönlichkeitsmerkmale des Einzelnen ebenso starken Einfluss zu haben. Anfällig für kontraproduktives Verhalten sind Menschen mit mangelnder Selbstkontrolle, fehlendem Selbstvertrauen und ausgeprägtem Erlebnishunger. (1120 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Schüler fordern mehr Action und Kreativität Mädchen verantwortungsvoller in sexuellen Fragen



Um herauszufinden, welcher Sexualunterricht bei den Kids ankommt, ließ die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln eine große Fragebogenaktion in 18 Klassen bei 190 Jungen und 147 Mädchen starten. Die Fragen zielten auf Selbstwahrnehmung, Sexualwissen und Körpergefühl der Kinder von der 3. bis zur 6. Klasse. Die Ergebnisse flossen ein in die altersgerechte Gestaltung von sexualpädagogischen Aufklärungsbroschüren.

Die Aussagen von Jungen und Mädchen sind sich beim Eintritt in die Pubertät (noch) sehr ähnlich. Die Idealvorstellung von sich selbst: sportlich, klug, mutig, stark, gut aussehend und witzig sein. Die Wünsche an die Schule: mehr Sport, mehr Möglichkeiten, sich zu bewegen und mehr kreative Betätigung. Sehr kennzeichnend für die Altersstufe ist die Beurteilung des anderen Geschlechts: die Jungen sind laut, stören, schlagen immer gleich zu. Die Mädchen sind zickig und petzen. Unterschiede stellen sich bei den Berufswünschen heraus. Mädchen bevorzugen pflegerische, haushaltsnahe und pädagogische Berufe, Jungen dagegen Action-Berufe. Mädchen haben häufiger Probleme mit ihrem Körper (Aussehen) als Jungen. Mädchen vermeiden körperliche Auseinandersetzungen und suchen konstruktive Konfliktlösungen. Mädchen zeigen häufiger mehr Verantwortung gegenüber sexuellen Risiken, wie Frühschwangerschaft, Geschlechtskrankheiten, während Jungen sich vergleichsweise mehr für den Lustaspekt der Sexualität interessieren.

Die Konsequenz für die Pädagogik: Sexualerziehung sollte früh beginnen und ein bejahendes, zärtliches Körpergefühl vermitteln. Sie sollte außerdem Sachinformationen geben, die ein sicheres Körpergefühl vermitteln und die biologische und soziale Gleichwertigkeit von Mann und Frau einsichtig machen. Die Untersuchung wurde von Sozialwissenschaftler der Bremer Uni durchgeführt. (1950 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Geheimnis des langen Lebens: Aktiv mit Körper und Geist



Umwelt und genetische Bedingungen sind bedeutsam für die Lebenserwartung, fanden Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts in Rostock, der Uni Siegen und TU Berlin heraus. Darüber hinaus sind auch psychosoziale und gesellschaftliche Faktoren von Bedeutung. Die Wissenschaftler untersuchten Persönlichkeitseigenschaften, Lebensstile, intellektuelle Leistungsfähigkeit und subjektives Wohlbefinden von Menschen über 75. Die meisten der älteren Frauen hatten sich aus ihren engeren sozialen Beziehungen gelöst. Männer dagegen profitieren von intensiven familiären Kontakten. Geistige Leistungsfähigkeit und produktive Aktivitäten, die Erfolgsgefühl verschaffen, verringern das Sterberisiko. Ein passives, träges Leben dagegen erhöht es. Neben einer gesunden Lebensweise wirkt sich auch die körperliche Beweglichkeit positiv auf die Lebenserwartung aus. (930 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Mit GO! gegen Depression und Angst bei Schülern



Angstzustände und Depressionen belasten bereits den jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, folgerten Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Uni Dresden, die insgesamt 1100 Schüler von Gymnasien und Mittelschulen untersuchten. Bei den Jungen betrug die Rate der klinisch zu Behandelnden rund 6 Prozent, und bei den Mädchen rund 20 Prozent. Gefährdet sind darüber hinaus bei den Jungen 22 Prozent und bei den Mädchen 32 Prozent. Die Wissenschaftler entwickelten das Präventivprogramm GO! (Gesundheit und Optimismus). Das Programm stärkt das Gesundheitsverhalten, gewährt Einblick in Denken und Fühlen, analysiert Angst und Depression, trainiert Stressbewältigung, fördert die Selbstsicherheit. Das Vorbeugeprogamm sollte alle Schüler erfassen und wurde daher wie normaler Unterricht in 16 Schulstunden abgewickelt. Es arbeitet mit Rollenspielen und Selbsterfahrungsübungen. Dabei blieb allerdings der Effekt bei den Risiko- und klinischen Gruppen aus. Erst bei einer gesonderten Behandlung nach Gruppen zeigte sich der Erfolg. Eine Ursache von depressiven Störungen ist bei Schülern ein Übermaß an unangenehmen und ungeliebten Tätigkeiten, bedingt durch das Leistungssoll in der Schule. Die Therapie: tu mehr, was dir Spaß macht. (1300 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Fragen lösen Suchprozesse im Gedächtnis oder Speicher aus



Dass der Mensch Fragen an den Computer stellt, ohne Antwort zu erhalten, ist nichts Aussergewöhnliches. Nun fanden Psychologen der Uni Bamberg heraus, dass Fragen 60 verschiedene Funktionen haben können. Sie richten sich nicht zuletzt nach dem Vorwissen des Fragenden. Wenn er sicher ist, stellt er fest und fragt nicht. Vermutet der Mensch etwas, so stellt er eine Vergewisserungsfrage, die meist mit oder? schließt. Eine Echofrage ist eine Feststellung mit einem Fragezeichen dahinter: Das ist ein Vortrag? In der Entscheidungsfrage würde es heißen: Ist das ein Vortrag? Die Alternativfrage wiederum läßt zwei Möglichkeiten offen: ist das ein Vortag oder ein Theatermonolog? Noch genauere Antworten erwartet man auf die W-Fragen: Wer hält den Vortrag? Fragen stellen Suchprozesse im Gedächtnis oder einem externen Speicher (Computer) dar. Wobei die Psychologen davon ausgehen, dass nur besonders wichtige Fragen (Informationsdefizite) dem Menschen bewußt werden. Gewonnen wurden die Erkenntnisse beim Computerspiel von Versuchspersonen,, die sich mit einem Szenario auseinandersetzten mußten und dabei aufgefordert wurden, laut zu denken. Erstaunlich hoch war der Frageanteil beim lauten Denken. Er betrug zehn Prozent. (1290 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Zentrale Betriebsstruktur verhindert Glaube an Produktionsverbesserung



Nach modernem Organisationskonzept werden auch Mitarbeitergruppen - optimal fünf bis sieben Teilnehmer - in den Betrieben als Problemlöser eingesetzt. Sie sollen mit ihrer Kenntnis vor Ort Schwachstellen aufspüren und systematisch beseitigen. Psychologen der Universitäten Speyer und Würzburg zeichneten die Gruppensitzungen mit Video auf, um sie zu analysieren. Ihre erste Feststellung: Mitarbeiter von flexiblen Unternehmen sind den Mitarbeitern der zentral strukturierten Unternehmen überlegen. Sie bringen fast doppelt so viele fachliche Anregungen und siebenmal so viele Lösungsvorschläge ein. Sie zeigen mehr Eigeninitiative, verfügen über mehr organisatorisches Wissen und nutzen das Kenntnisgeflecht der Kollegen und Vorgesetzten besser aus. Sie äußern sich zudem ausgesprochen positiv zu Personen und ihren Handlungen. Allgemein stellten die Psychologen fest, dass die Fachkompetenz zur Lösung von Problemen oft vorhanden ist, die Strategien, sie sinnvoll zu nutzen, jedoch fehlen. Dabei mangelt es in mehr zentral strukturierten Unternehmen an dem Glauben, selbst etwas bewirken zu können und an der Motivation, sich aktiv mit Lösungsmöglichkeiten auseinander zu setzen. Die Fehleranalyse aus 50 Gruppendiskussionen: viele Mitarbeiter haben sich noch nie Gedanken über die Struktur ihres Unternehmens gemacht oder keine Gelegenheit dazu gehabt. Es wird in den Gesprächen zuwenig Rücksicht auf das Informationsdefizit der anderen Teilnehmer genommen. Methoden zur Strukturierung der Besprechung werden selten eingesetzt. Man bemüht sich in den Diskussionen, möglichst viele Probleme aufzuzeigen, ohne nach Lösungsvorschlägen zu suchen. Anstatt Lösungen zu entwickeln, wird nach den Schuldigen gesucht. Eigene Entscheidungs- und Handlungsspielräume werden häufig nicht genutzt. Die erkannten Lösungswege werden nur als Erkenntnisse nicht als Aufgaben angesehen.
(1950 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Köln eine therapeutische Stadt



Köln ist eine therapeutische Stadt, bewiesen Wissenschaftler der Kölner Uni. Träger der Therapie ist der Kölsche Humor. Er führt zu verschiedenen Konfliktlösungsstrategien. In erster Linie ist das Klüngeln zu nennen, wobei per Interessenausgleich jeder gut zurecht kommt. Mehr noch liegt dem Kölner daran, Konflikte erst gar nicht entstehen zu lassen. Die Einbeziehung ins Milieu wirkt aller Isolierung entgegen. Als Grundpfeiler der Identität sehen die Wissenschaftler die kölsche Frömmigkeit an. Die Themen Kirche und Religion spielen im Kölner Humor eine bedeutende Rolle, allerdings auf eine sehr eigenwillige Weise. Der Himmel wird ins Kölner Milieu eingemeindet. Der Humor bagatellisiert die Angst vor dem Tod. Neben Toleranz ist Sentimentalität ein Grundpfeiler der Kölner Eigenart. Der freisinnige Umgang mit den Mächtigen und eine naive Frömmigkeit als Schutzwall gegen Sorgen und Ängste befähigen zur Selbsttherapie. Der Kölner Humor orientiert sich an realen Alltagsszenen und führt zu einer kritischen Selbsterkenntnis, die befreiend und damit auch therapeutisch wirkt. (1136 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Religiosität ist messbar



Religiosität ist messbar, stellt ein Wissenschaftler der Uni Fribourg (Schweiz) fest und führt fünf Faktoren an, die mit Religion und der Bindung des Menschen an Gott oder das Höhere Wesen zu tun haben: Gebet, Gottesdienst, religiöse Erfahrung, religiöse Ideologie und das Wissen um die Religion. Jetzt kommt es auf die Intensität an, mit der man sich mit den einzelnen Teilen der Religiosität beschäftigt. Auf einer Selbsteinschätzungsskala von 1 bis 8 (sehr intensiv) kann jeder selbst sein religiöses Engagement einstufen. Von 100 möglichen Punkten erreichten Theologiestudenten in Fribourg folgende Werte: Gebet 90 v.H., , Gottesdienst 85 v.H., religiöse Erfahrung 42 v.H., religiöse Ideologie 92 v.H. und das Wissen um die Religion 96 v.H. Anders sah es beim Durchschnittsstudenten in Fribourg aus: .Gebet 34 v.H., Gottesdienst 11 v.H., religiöse Erfahrung 8 v.H., religiöse Ideologie 51 v.H. und das Wissen um die Religion 24 v.H. Das Messinstrument ist für Angehörige des Judentums, des Christentums und des Islam geeignet. (1050 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Süchtige verbringen 34 Stunden pro Woche in der virtuellen Welt



Jugend am stärksten gefährdet - Einsamkeit und Langeweile als Grund

Surfen Sie als einer der 18,8 Millionen Deutschen (Stand Dez. 2000) im Internet? Wollen Sie feststellen,. Ob Sie internetsüchtig sind? Sie sind es, wenn folgende Kriterien über eine längere Zeit zutreffen. 1. Stark eingenommen sein vom Medium, einen überproportional großen Teil des Tages und das über einen längeren Zeitraum - vor dem Bildschirm zubringen. 2. Unfähig zur Abstinenz. Der Teilnehmer hat die Kontrolle über die Nutzung verloren , 3. Entzugserscheinungen als Beeinträchtigung psychischer Befindlichkeit wie Unruhe, Unzufriedenheit, Aggressivität, 4. Vernachlässigung der persönlichen Kommunikation und der beruflichen Tätigkeit. 5. Die Internet-Dosis muß gesteigert werden, um die gewohnte angenehme Stimmungslage zu erreichen.

Die moderne Verhaltensstörung zählt nach Meinung der Forscher zu den technologischen Süchten, die das Mensch-Maschine-System betreffen.

Gerade Jugendliche sind nach eigenen Aussagen vom Medium Internet fasziniert und stark süchtig. Bei den Jugndlichen bis 15 Jahre sind es bei den Jungen 7,1 v.H. und bei den Mädchen 15,8 (!) Dann übernehmen die Jungen die Spitze. In der Altersgruppe der 20jährigen und der 40- bis 49-jährigen allerdings geben mehr Frauen zu, internetsüchtig zu sein als Männer. Die Befragung hat über 7000 Personen aus der Bundesrepublik Deutschland erfasst. Insgesamt waren von ihnen 2,3 Prozent internetsüchtig. Diese Gruppe verbringt im Schnitt 34 Stunden pro Woche in der virtuellen Welt. Weitere 6,6 Prozent mit einer durchschnittlichen Wocheninternetzeit von 28 Stunden zählen zur Risikogruppe. Der "normale" Internetnutzer sitzt im Wochenschnitt rund 7 Stunden vor dem Bildschirm. Internet-Schwerpunkt sind bei den Süchtigen die Kommunikationsmöglichkeiten in Chats und Foren (35 v.H.) und die Musik (15 v.H.). Bei der Risikogruppe ist der Erotikfaktor mit 12,5 v.H. am höchsten. In vielen Fällen wird das Surfen im Internet als Mittel gegen Einsamkeit , Langeweile und schlechte Stimmung genutzt.

Übrigens: Internetsucht ist kein temporäres Problem, denn langjährige Benutzer sind im gleichen Maße wie Anfänger betroffen.

(2240 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Liebe und Zärtlichkeit wichtiger als Sex



Nur jeder zehnte lebt nach Vorschriften seiner Religion

Nur 11 Prozent der Deutschen, die einer Konfession angehören, fühlen sich an die sexuellen Vorschriften ihrer Glaubensgemeinschaft gebunden. Die einer christlichen Kirche angehören sind zu 90 Prozent der Meinung, dass Liebe und Sexualität unabdingbar zusammengehören. Der Rest lehnt die religiösen Vorschriften im Sexualverhalten ab oder kennt sie überhaupt nicht. Bei den Konfessionslosen sind ebenfalls 90 Prozent überzeugt, dass Liebe zur Sexualität gehört. Das ist das Ergebnis einer Studie der Forschungsstelle für Sexualwissenschaft und Sexualpädagogik der Universität Landau. Über ihre Ansichten zur Sexualität wurde eine repräsentative Stichprobe von 2400 deutschen Bundesbürgern befragt. 67 Prozent von ihnen gehören einer christlichen Kirche an, fast 29 Prozent bekannten sich konfessionslos. Die Mehrzahl der Konfessionslosen wohnt in den neuen Bundesländern, ist zwischen 20 und 39 Jahren alt, ledig, hat Realschulabschluß. Fast 70 Prozent von ihnen sehen in Homosexualität nichts Anstößiges mehr. Der gleichen Meinung sind 53 Prozent der streng Evangelischen und 38 Prozent der strenggläubigen Katholiken. Liebe und Zärtlichkeit sind im Sexualverständnis bei den meisten Befragten wichtiger als der Geschlechtsverkehr. Zwischen Katholiken und Protestanten bestehen in den Einstellungen und sexuellen Verhaltensweisen kaum Unterschiede. (1400 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Eigene Wohnung verlängert Studiendauer Abiturnoten, Fleiß und Leistungsmotivation entscheidend



Die unterschiedliche Studiendauer ist nicht nur auf Fleiß oder die fehlende Motivation der Studenten zurückzuführen, sondern in zwei Drittel der Fälle ist die Studiengestaltung der einzelnen Universitäten ausschlaggebend. Das fand ein

Berliner Wirtschaftswissenschaftler heraus. Er wies nach, dass die "strengen" Universitäten die kürzesten Studierzeiten vorweisen konnten. Je mehr Pflichtscheine gefordert wurden, je strenger die Prüfungsordnungen, desto kürzer war das Studium. Heinz Giesen (Universität Frankfurt) hat eine Reihe von weiteren Faktoren untersucht, die ebenfalls einen Einfluss auf die Studiendauer haben.

Untersucht wurde eine Ausgangsstichprobe von 3500 Schülern der gymnasialen Oberstufe, die nach Zufall in der Bundesrepublik ausgesucht wurden. Von der Stichprobe liegen Daten aus der gymnasialen Oberstufe, den Anfangssemestern, der Studienmitte und dem Examen vor. Von den 3500 jungen Leuten bezogen 2.028 die Universittät. Davon machten 34 v.H. ihre Prüfungen spätestens bis zum 13. Semester, sie gelten als Kurzstudierende, 46 v.H. brauchten bis zu 37 Semester, der Rest länger oder ist noch ohne Prüfung.

Der Frankfurter Wissenschaftler fand heraus: zur Unterscheidung von Kurzzeit- und Langzeitstudierenden eignen sich am besten folgende Merkmale: die Abiturnoten in Biologie und Geschichte. die Selbsteinschätzung der intellektuellen Verarbeitungsgeschwindigkeit, des Fleißes, der Leistungsmotivation und die Einstellung zu Sicherheit und Wohlstand im Berufsleben. Je geringer die Ausprägung dieser Merkmale: je schlechter die Noten und je geringer die Motivation also, desto länger die Studiendauer. Das trifft auf beide Geschlechter zu. Giesen folgerte weiter, dass eine positive Einschätzung der Studienlage und eine konservative Werthaltung ebenfalls zu kurzer Studiendauer führt. Diese studierenden zeigten bereits in der Oberstufe eine überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft.

Studierende vom Gymnasium mit umgestalteter Oberstufe studierten länger als Abiturienten aus der Oberstufe alter Prägung.

Berufstätigkeit in der zweiten Studienhälfte, nach Wegfall von Bafög, oder anderer Zuwendungen, verlängert das Studium ebenfalls.

Eine Partnerbeziehung trägt vor allem bei Studentinnen zum längerem Studium bei. Verheiratete Studentinnen finden sich deshalb häufiger in der Langzeitgruppe, während verheiratete Studenten möglichst schnell ihren Abschluss machen und ins Berufsleben drängen. Wer sich zu häuslich - eigene Wohnung - fürs Studium einrichtet, studiert länger als jemand, der für die Studiendauer mit Wohnheim, Untermiete oder Elternhaus vorlieb nimmt.

Eine Voraussage über die Studiendauer ist nach Giesen also möglich, wenn man das soziale Umfeld, die soziale Lage und die Merkmale aus dem Bereich der leistungsbezogenen Motivation einbezieht, wobei die Sozialfaktoren ein deutlich stärkeres Gewicht für die Studentinnen haben.
( 3010 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Freunde erstreben Happyend nach Konflikt Auseinandersetzung nach bestimmtem Muster



Der junge Mensch behandelt in Konfliktsituationen Freunde wesentlich rücksichtsvoller und nachsichtiger als Fremde. Das fanden Psychologen aus Berlin, die zwei Klassen der vierten Jahrgangsstufe eine Zeit lang in der Schule beobachteten, und zwar während des Unterrichts und in der Pause. Sie protokollierten drei Stunden lang das Verhalten von jeweils zwei nebeneinander sitzenden Kindern. Außerdem wurden die Kinder über ihre Freundschaftsverhältnisse zu Klassenkameradinnen und -kameraden befragt. Streitszenen gab es sowohl mit Freunden wie mit Nicht-Freunden. Allerdings verlief die Auseinandersetzung zwischen Freunden ohne erniedrigende Missachtung, was nicht ausschließt, dass es zu heftigem Streit kommt. Allerdings ist man bei dem Aushandlungsprozess (Streiterei) unter Freunden wesentlich ideenreicher und ist bei aller Härte in der Sache um ein versöhnliches Happyend bemüht.

Die Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass der Austausch von Meinungen und Argumenten im Aushandlungsprozess soziales Verhalten und kognitive Fähigkeiten fördert, wobei konflikthaften Auseinandersetzungen eine besonders stimulierende Wirkung zugeschrieben wird. Kinder haben erhebliche Probleme beim Aufeinanderprallen unterschiedlicher Interessen und es fällt ihnen schwer, die Sichtweise des anderen zu verstehen oder die Bedürfnisse mit den eigenen in Einklang zu bringen.

Eine Berliner Psychologin erweiterte die Freund-Konflikt-Untersuchung durch ein Wettspiel am Computer. Sie ging davon aus, dass bei jeder Auseinandersetzung nicht nur über die Sache diskutiert wird, sondern auch über die emotionale Beziehung der Beteiligten. 40 Elfjährige bildeten mit je einem Freund ein Team, das am Computer eine möglichst hohe Punktzahl erreichen sollte. Die Siegchance wurde allerdings durch einen im Programm eingebauten Fehler verdorben. Dabei gab der Computer jeweils dem Freund die Schuld am Versagen. Die Auseinandersetzungen, die dadurch entstanden, wurden in 248 Video-Szenen aufgezeichnet und ausgewertet. Die Auseinandersetzungen verliefen nach einem bestimmten Muster: sie begannen mit ärgerlicher Miene und Vorwürfen, gingen erst nach zwei- oder dreimaligen Wortwechsel zu einem freundlicheren Verhalten über, wobei der "Schuldige" den Fehler mit einem Verlegenheitslächeln zugab. Beim Freund war die Antwort ein verzeihendes Schmunzeln, während der Zorn über die versiebte Chance bei Nicht-Freunden keineswegs so schnell verraucht war.
(2540 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Schmale Fahrbahnen bremsen Tempo Verkehrshindernisse wirkungsvoller als Schilder



Drosselt ein Autofahrer seine Geschwindigkeit von 50 auf 30 km/h, so erspart er seiner Umwelt eine Geräuschbelastung von jeweils von 5 bis 7 dB(A), fanden Mitarbeiter des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung Dortmund heraus, die in 1200 verkehrsberuhigten Straßen die Geschwindigkeit und die Schallimmission von 16.000 Kraftfahrzeugen maßen. Das Ergebnis insgesamt: Durch Reduzierung der Geschwindigkeit um 20 km/h wird der Geräuschpegel beim Pkw von 70 auf 63 dB(A) gesenkt, beim Lastwagen bis 7,5 t von 75 auf 68 und bei schweren Lastwagen über 7,5 t von 80 auf 69, gemessen in 7,5 m Abstand. Damit ist die häufig geäußerte Meinung widerlegt, dass Verkehrsberuhigungsmaßnahmen die Geschwindigkeit zwar drosseln, aber keine Lärmbelästigung reduzieren. -

Lärmverstärkend allerdings wirken sich steile Schwellen aus, da jeweils gestoppt und im ersten Gang wieder angefahren werden muss. Ebenso trägt eine Fahrbahnpflasterung mit rauer Oberfläche zu einer erhöhen Lärmbelästigung bei.

Die Hälfte der Messstellen lag in Wohnstraßen, durch die pro Stunde maximal 75 Fahrzeuge fahren. Bei einer höheren Frequenz nämlich verschwimmen die Geräusche der einzelnen Fahrzeuge zu einem gleichmäßigen Lärm.

Auch das Fahrverhalten in verkehrsberuhigten Zonen wurde verglichen mit der Zeit vor dem Umbau. In verkehrsberuhigten Abschnitten wird weniger gebremst und beschleunigt, so dass eine ruhige konstante Fahrweise erreicht wird. Dieses Fahrverhalten wird weniger durch de Beschilderung als durch die Hindernisse erreicht.

Das Dortmunder Institut hat bestätigt gefunden, dass der Schallbelästigung wirkungsvoll begegnet wird, wenn die Geschwindigkeit gesenkt wird, die bauliche Umänderung so vorgenommen wird, dass die Fahrzeuge die gesamte Strecke in ein und demselben Gang fahren können und keine extrem rauen Oberflächenmaterialien verbaut werden.

Die zur Beruhigung erforderlichen Baumaßnahmen richten sich nach der Fahrzeugfrequenz pro Stunde. Für Straßen mit einer Belastung bis 200 Kfz pro Stunde scheint folgende Lösung optimal: Geschwindigkeitsbegrenzung 30 km/h, mittelhohe Schwellen, Rampen zur Aufpflasterung in 50-m-Abständen. Abstände von über 100 Metern reizen wieder zum Beschleunigen und ergeben trotz reduzierter Geschwindigkeit kaum eine Schallminderung. Außerdem sind lange Engstellen (Fahrbahnbreite max. 4 m) zu empfehlen. Wenig angebracht scheinen kurze Engstellen oder Versetzungen der Fahrbahn.

Verkehrberuhigungsmaßnahmen für Straßen mit mehr als 200 Fahrzeugen pro Stunde: durchgehend schmale Fahrbahn von 4,50 m (Bei Bus-Linienverkehr 5,50m), eventuell schwache Schwellen, Fahrbahnverschwenkungen und Fahrbahnteiler (Fußgängerinseln), steile Schwellenrampen im Abstand von 80 m. So genannte akustische Bremsen, (Fahrbahnaufrauungen) erhöhen nur den Geräuschpegel und wirken nicht auf ein Drosseln der Geschwindigkeit.
(2940 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Fingerspitze verrät Erregung Schweißdrüsen arbeiten bei spannendem Film



Die Aktivität der Schweißdrüsen verrät die Erregung eines Menschen. So liefern die Drüsen um dem zentralen Wirbel eines Fingers - hier laufen die Hautlinien dicht an der Fingerkuppe zusammen - exakte Aussagen über den emotionalen Zustand. Zu dieser Erkenntnis kamen Psychologen aus London und Hamburg, die Versuche mit 20 männlichen Studenten durchführten. Sie zeigten ihnen einen Film, der die Nerven strapazierte. Alle drei Minuten wurde ein Fingerabdruck genommen, und zwar vier Mal vor dem Film, sechszehn Mal während des fast 50minütigen Streifens und fünf Mal in der abklingenden Phase. Zur Auswertung wurden drei Messwerte ausgewählt, einer aus der Vorphase, der zweite kurz nach dem Höhepunkt des Film und der dritte zehn Minuten nach Filmende. Auf einer Fläche von vier Quadratmillimetern waren vor dem Film im Durchschnitt 3,67 Schweißdrüsen in Aktion, bei der spannenden Filmstelle dagegen 9,11 und in der abklingenden Phase 4,22. Andere physiologische Untersuchungen wie Blutdruckmessung und Pulsschlag zeigten eine ähnliche Steigerungen.

Die Untersuchungsmethode ist einfach. Auf die Fingerbeere wird eine bestimmte Lösung aufgebracht, die die Anzahl der aktiven Schweißdrüsen zeigt. Anschließend wird sie jeweils mit einem Tesafilm abgenommen und unter dem Mikroskop untersucht. Übrigens - diese Methode der Erregungsmessung heißt PSI, und sie wäre geeignet, in der amerikanischen Justiz den Test mit dem Lügendetektor zu ersetzen. ( 1550 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Mutterbindung stärkt die Motivation Im Vorschulalter mehr Leistungsbereitschaft



Kinder mit einer intensiven Mutterbindung zeigen im Vorschulalter mehr Freude am Spiel, loben ihre eigene Tüchtigkeit und lösen ihnen gestellte Aufgaben mit Energie und Ausdauer. Sie sind deutlich besser als Kinder mit einer unsicheren Beziehung zur Mutter. Das fand der Münchener Wissenschaftler Paul Lütkenhaus, der über mehr als drei Jahre die Entwicklung von Müttern und Kindern beobachtete. Er notierte die Feinfühligkeit der Mutter im Umgang mit dem Säugling im dritten, sechsten und zehnten Monat. Im Alter von drei Jahren durchliefen die Kinder fünf verschiedene Spielsituationen: Turmbauspiel, Konstruktionsspiel, Intelligenztest, Lottospiel und Gesellschaftsspiel. Der Unterschied kam besonders deutlich beim Wettbewerb im Turmbauen zum Vorschein. Kinder mit einer engen Bindung zur Mutter steigerten ihren Eifer, wenn sie sahen, dass die "Konkurrenz" bereits weiter war als sie selbst. Die Folgerung von Lütkenhaus: eine enge Mutterbindung ist eine wichtige Entwicklungsbedingung für das spätere Leistungshandeln. Merkmale des Leistungshandelns sind Ausdauer und Erleben der eigenen Tüchtigkeit. Die Fähigkeit, die eigene Tüchtigkeit zu erleben, ist abhängig von dem Wohlwollen der Mutter und motiviert zur weiteren Leistungssteigerung.
(1360 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Organismus gewöhnt sich an Stress Aber psychische Belastung bleibt gleich



Psychologische Belastungen sind trainierbar. Im Wiederholungsfalle reagiert der menschliche Organismus wesentlich gemäßigter. Subjektiv allerdings findet der gestresste Zeitgenosse die Belastung auch beim zweiten und dritten mal gleich bleibend. Zu diesem Ergebnis kamen Psychologen aus Ulm und Marburg bei ihrer psycho-physiologischen Untersuchung an 24 männlichen Versuchspersonen, die nach einer Vorbereitungszeit zu einem vorgegebenen Thema eine Rede hielten. Vor und nach der Rede mussten sie zur Blutprobe.

Ausgewertet wurden das Verhalten während des Vortrags, die Qualität der Rede und die subjektive Belastung. Außerdem wurde der Puls gemessen und die Konzentration der Hormone Cortisol, Adrenalin, Noradrenalin, Prolaktin, Vasopressin und des Wachstumshormons im Blut festgestellt, denn die Ausschüttung von Hormonen gilt als Zeichen von Stress. Der Rede-Test wurde zwei Mal wiederholt. Im ersten Versuch wurden alle Zeichen von Stress registriert: erhöhter Puls, gesteigerte Herztätigkeit und enorme Hormonausschüttungen.

Das erstaunliche Ergebnis: bei den zwei Wiederholungsaufgaben waren Pulsfrequenz und Herztätigkeit nahezu normal. Auch die Hormonausschüttungen waren zurückgegangen. Der Mensch allerdings empfand die psychische Belastung in allen drei Fällen trotzdem gleich stark.
(1390 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Geschiedene Frauen leiden häufiger unter Depressionen



Geschiedene oder von ihrem Partner getrennt lebende Frauen sind häufiger krank und leiden mehr unter Depressionen als gleichaltrige, verheiratete Frauen, fanden Tübinger Wissenschaftler heraus. Ihre Erfahrungen decken sich mit amerikanischen Untersuchungen, die für den "Verlust" eines Partners die zweithöchste Stresspunktzahl angeben. Den höchsten Stress verursacht nach der Meinung der amerikanischen Forscher der Tod eines lieben Angehörigen.

Zu schaffen machen den Frauen, die ohne Partner sind, die situativen Gegebenheiten wie Auflösung des Haushaltes, Orts- und Wohnungswechsel. Wer allerdings die richtige Stressverarbeitung beherrscht und eine starke soziale Zuwendung erhält, ist besser dran in der Überwindung des Partnerverlustes. Ebenso wirkt sich eine finanzielle Absicherung günstig auf das körperliche und psychische Wohlbefinden aus.

Das Durchschnittsalter der untersuchten Gruppe war 39 Jahre. Noch eines war auffällig: besonders gefährdet waren introvertierte und stark neurotische Frauen.
( 1080 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

So erwachsen, wie man sich fühlt



Das Erwachsenwerden ist kein Reifungs- oder Entwicklungsprozess, fand der Wiener Wissenschaftler Johannes Stary heraus, sondern eine Angelegenheit der Selbsteinschätzung. Er legte 218 Studentinnen und Studenten einen Fragebogen vor, in dem sie Gründe für ihre Einstufung als Jugendlicher oder Erwachsener angeben konnten. Das Gros der Studierenden stufte sich noch als Jugendlicher ein. Es nannte als Begründung folgende Kriterien: Ausbildung, nicht berufstätig, nicht verheiratet, keine Kinder, Stipendium. Das Alter entscheidet also keineswegs allein, ob man sich als Erwachsener fühlt, sondern die emotionale Bewertung der Lebenssituation spielt eine entscheidende Rolle.
( 730 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Negative Äußerung schadet Bewerber Jury hält eher positive Kriterien in Erinnerung



Bei einem Vorstellungsgespräch empfiehlt es sich, negative Ansichten oder Beurteilungen grundsätzlich zu vermeiden, denn die Jury, die über die Einstellung befindet, nutzt diese Äußerungen als Entscheidungshilfe, und zwar gegen den Bewerber. Besonders krass fällt die Ablehnung der Jury aus, wenn die abqualifizierende Bemerkung am Schluss fällt. Das fand ein Mannheimer Psychologe heraus, der die Jurymitglieder unmittelbar nach der Entscheidung befragte. Die Beurteilung des Bewerbers erfolgte meist extrem positiv oder extrem negativ. Allerdings ändert sich die Ansicht über den Bewerber bei den Jurymitgliedern im Laufe der Zeit. Bereits nach zwei Wochen ist der Jury der trifftige Ablehnungsgrund entfallen und sie erinnert sich nur an die positiven Kriterien der Bewerber. ( 840 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Erfolg stabilisiert Gefühlsleben



Rückmeldungen über Erfolg oder Misserfolg beeinflussen sowohl den Wissenstand wie auch das emotionale Empfinden eines Menschen, fand der Berliner Psychologe Wolfgang Battmann heraus, der einen Rechentest mit 150 Personen durchführte. Bei dieser Tätigkeit spielten bei den Teilnehmern zwei Hauptmotive eine Rolle: einmal der Wissensgewinn, zum Zweiten Besserung der Gefühlslage. Wissenserwerb und Gefühlsleben sind eng miteinander verknüpft und gleichzeitig wirksam, allerdings in unterschiedlicher Reihenfolge. Wissenserwerb kommt erhöhte Bedeutung zu, wenn das emotionale Befinden stabil ist. Tritt dagegen eine Überforderung ein, die Frustration nach sich zieht, so ist das emotionale Befinden gestört. Dann ist der Mensch vorrangig damit beschäftigt, sich wieder ins seelische Gleichgewicht zu bringen und der Wissenserwerb tritt solange zurück. Das Versagen in Prüfungssituationen ist ebenfalls auf die Verknüpfung von (lückenhaftem) Wissen und (deshalb durch Überforderung gestörtem) Wohlbefinden zurückzuführen. ( 1070 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Wartezeit blockiert Ideenfluss Probleme beim Gruppenbrainstorming



Brainstorming in der Gruppe führt im Vergleich zum Einzel-Brainstorming zu einem Produktionsverlust, entdeckten zwei Psychologen aus Tübingen. Sie fanden auch die Gründe heraus. Beim Gruppen-Brainstorming kann immer nur jeweils einer seine Einfälle in Worte kleiden. Währenddessen sitzen die anderen wie auf heißen Kohlen, um ihre Ideen loszuwerden. Sie wagen allerdings während der Wartezeit nicht, weiter nach neuen Einfällen zu jagen, weil sie Angst haben, ihre alten zu vergessen. Unter diesem Druck sinken die Motivation und die Bereitschaft zur Mitarbeit erheblich. Im Einzel-Brainstorming dagegen können beliebig viele Ideen ohne Wartezeiten hintereinander produziert werden. Allerdings gibt es einen Ausweg beim Gruppen-Brainstorming: jeder Teilnehmer erhält einen Computer-Arbeitsplatz und schreibt seine Ideen ohne Wartezeiten gleich ein. Die Auswertung erfolgt über einen zentralen Rechner. ( 990 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Trampeln verscheucht schlechte Laune Gedankliche Vorbereitung kann bereits Stress sein



Die gedankliche Vorbereitung auf eine Aufgabe bedeutet bereits Stress. Dieser Stress führt im physiologischen Bereich allerdings nur zu geringfügiger Aktivierung, schwachem Anstieg des Blutdrucks, leichter Erhöhung der Pulsfrequenz. Allerdings verursacht diese Aufgabenvorbereitung im psychischen Bereich Unsicherheit und leichte Ängstlichkeit, berichtet ein Berliner Psychologe, der Versuche mit 80 Frauen durchgeführt hatte. Diese Symptome seien Zeichen für Anstrengung. Stressbewältigung mit körperlicher Tätigkeit - die Versuchspersonen trampelten auf einem Standfahrrad - lässt das Herz zwar höher schlagen, bewirkt eine starke Aktivierung im physiologischen Bereich, das Befinden allerdings ist ausgeglichener und die Teilnehmer sind selbstsicherer. Nebeneffekt: leichtes Trampeln vertreibt Stress und schlechte Laune.

( 920 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Mentales Training hält Bewegung fest Ablauf bleibt frisch in Erinnerung



Jeder Sportler, der seine Leistung verbessern will, ist auf die Beobachtung und den Rat eines sachkundigen Dritten angewiesen. Hier wird die moderne Technik genutzt, Videokameras halten die Übung, die Bewegungsabläufe des Sportlers fest. Anschließend findet das Gespräch mit dem Trainer statt. Allerdings vergeht eine gewisse Zeit zwischen der sportlichen Übung und der Besprechung. Schon in weniger als einer Minute verblasst der Eigeneindruck des Sportlers von seinem Bewegungsablauf, was eine Korrektur schwierig macht. Um die Körperbewegung in frischer Erinnerung zu behalten, hat sich das mentale Training als hilfreich erwiesen. Der Sportler vollzieht die Übung im Geiste noch einmal und hat zur Trainerbesprechung die Bewegung noch deutlich im Gefühl. Mentales Training wird zur Vorbereitung der sportlichen Trainings- und zur Leistungssteigerung häufig angewandt.

( 960 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Karriere-Denken erhöht Chancen Einstellung bei Berufsbeginn entscheidend



Karriere-orientierte und anpassungswillige Jungakademiker fanden eher eine Stellung und hatten bessere Aufstiegschancen als Bewerber mit anderen neuzeitlicheren Wertvorstellungen, hat ein Münchener Psychologe in einer Langzeituntersuchung festgestellt. Er hat Akademiker, die sich für Führungspositionen in der Wirtschaft qualifiziert hatten, kurz vor dem Abschluss, ein Jahr danach und drei Jahre später befragt. Es kristallisierten sich drei Wertorientierungen oder Einstellungen zum Führungsposten heraus: Karriere-Orientierung, Freizeit-orientierte Schonhaltung und alternatives Engagement. Personen mit alternativem Engagement hatten die deutlich schlechteren Einstiegschancen und wechselten in ihrer Ansicht im Laufe der Zeit häufig zur Freizeit-orientierten Schonhaltung über.
(870 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Schon die Limo wird zum Problem Zuckerkranke Jugendliche müssen Farbe bekennen



Spätestens bei der Einladung zur Limo oder zur Cola muss er Farbe bekennen, der jugendliche Zuckerkranke, dass er nicht "mithalten" kann, dass er Rücksicht nehmen muss auf seine (noch) unheilbare Krankheit. Das ist der Augenblick, vor dem sich gerade die jugendlichen Diabetiker in der Pubertät fürchten, dass sie bei ihrer Umwelt meist einen Schock auslösen. Entweder dokumentiert die Umwelt Desinteresse oder sie reagiert nervös, ängstlich, mitleidig. Die Lehrer geben sich entweder übertrieben fürsorglich oder reagieren völlig ratlos, indem sie die betroffenen Schüler vom Turnen oder Schulausflug ausschließen. Sie stellen damit das chronisch kranke Kind bloß, anstatt Verständnis bei Mitschülern und Kollegen zu erwecken. Eltern reagieren ähnlich - sie bevormunden das Kind, errichten starke Kontrollen und führen ungerechterweise Stoffwechselschwankungen auf Therapie-Sünden (Cola oder Kuchen) zurück. Der jugendliche Diabeteskranke schließt mit gegengeschlechtlichen Altersgenossen nur sehr zaghaft Freundschaften und lässt wenig Spontaneität in Beziehungen zu. Er gewinnt erst Vertrauen zu einem Partner, wenn er ihn länger kennt. Diese Erfahrungen haben jugendliche Diabetiker der Grazer Forscherin Roswith Roth, mitgeteilt, die über einige Jahre jugendliche Diabetiker untersuchte, beobachtete und befragte.

Bei dem Diabetes Mellitus handelt es sich um eine Krankheit, die vom jungen Patienten Selbstverantwortung und Selbstdisziplin verlangt. Er muss am Urin einen Harnzuckertest als Stoffwechselkontrolle durchfuhren. Dann muss er sich eine bestimmte Menge Insulin injizieren. Die Genauigkeit der Kontrolle wie der Injektion sind in den einzelnen Altersstufen unterschiedlich. Vor und in der Pubertät wird aus Opposition häufig mit Nachlässigkeit reagiert. Im Allgemeinen nehmen Mädchen das Injizieren recht genau, während die Jungen mit zunehmendem Alter nachlässiger werden.

Bei mangelndem Verständnis der Umwelt kann das Auftreten dieser chronischen Krankheit ein Entwicklungsrisiko für das Kind darstellen" muss es allerdings nicht. Denn jugendliche Diabetiker sind genauso intelligent und erfolgreich wie andere Kinder, kennen im Gegensatz sogar in manchen Situationen weniger Angst und fühlen sich sogar selbstsicherer. Eine Zeit lang allerdings, wenn der junge Mensch mit seinem Schicksal hadert und sich dem Stigma "chronisch krank zu sein" hingibt, kommt es zu sozialen Anpassungsschwierigkeiten. Der junge Diabetiker fühlt sich isoliert und zieht sich "gekränkt" zurück. Die Probleme variieren mit dem Alter. Für den jüngeren Diabetiker sind die Rangkämpfe mit Gleichaltrigen und das Stehen zur Krankheit in der Schule im Vordergrund, für die älteren werden Autoritätskonflikte mit den Eltern und gegengeschlechtliche Freundschaften gewichtiger.



Mit dem Alter nehmen die Gefühle der Ungerechtigkeit ab, die aus der Krankheit resultieren. Mädchen berichten mehr über Ängste vor Misserfolg und Kritik. Jungen dagegen zeigen sich psychologisch schlecht angepasst, und die Probleme wirken sich auf die Insulininjektion aus. Eigentümlicherweise sind die ängstlichen Diabetiker in der Stoffwechselführung besser und genauer im Injizieren von Insulin.

Insgesamt scheinen die diabetischen Kinder ihre sozialen Ängste - Scham und Verlegenheit - vor allem der Krankheit und deren Begleitumständen zuzuschreiben, zu diesem Schluss kommt die Wissenschaftlerin Roth.

Der diabetes-kranke Jugendliche steht täglich vor dem Entscheidungsproblem, sich mitzuteilen oder seine Krankheit zu verheimlichen. Seine Erfahrung: teilt er sich mit, geht er das Risiko sozialer Ablehnung ein. Versucht er, die Krankheit zu verbergen, so wird ihm bei der Entdeckung mangelndes Vertauen vorgeworfen. So kommt es zu einem Teufelskreis. Einerseits prägt die Erkrankung stark das Bild, das sich andere Menschen von der erkrankten Person machen, andererseits ist es für jugendliche Diabetiker belastend, immer wieder an die Krankheit erinnert zu werden.

Sehr wichtig wird aus psychologisch-medizinischer Sicht der Loslöse-Prozess vom Elternhaus oder der Bezugsperson gesehen. Der Loslöseprozess scheint sich in einem Gefühl stark empfundener "Wehrhaftigkeit" widerzuspiegeln, die sich weniger gegen Gleichaltrige als gegen Autoritätspersonen richtet. Kompliziert ist der Übergang zur Selbstständigkeit allemal und die Ärzte berichten, dass der Jugendliche in dieser Phase schlecht einstellbar ist (Festlegung der Insulindosis.)

Als hilfreich und sinnvoll betrachten Psychologen die Bildung von Selbsthilfe-Gruppen, in denen der jugendliche Diabetiker aus den Erfahrungen der erfolgreichen Leidensgenossen lernen kann, die keine Schwierigkeiten (mehr) mit ihren Umwelt haben und außerdem die Therapievorschriften gewissenhaft befolgen. In diesen Gruppen könnten die Schwächeren aus der Erfahrung der anderen lernen, z. B. wie man sich beliebt macht und die Probleme der Krankheit umschifft. (Nicht - "Danke, ich darf keine Cola", sondern "Mineralwasser bekommt mir besser"). Außerdem wären diese Gruppe eine ideale Basis, das notwendige Wissen über die Krankheit auszutauschen. Es wäre denkbar, dass auch Eltern und Erzieher Zugang zur Selbsthilfegruppe finden, um die Scheu vor dem jugendlichen Diabetes mellitus zu verlieren. Nein, sie ist wirklich nicht ansteckend. (5370 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Jugendliche erleben Schule als Kontrollinstanz Mit zunehmendem Alter Ablehnung der Zensuren



In der Hauptschule und den weiterführenden Schulen klagt jeder zweite Jugendliche über Schulunlust, fand das Dortmunder Institut für Schulentwicklungsforschung in einer Längsschnittuntersuchung in Nordrhein-Westfalen heraus. Über 2000 Eltern wurden befragt. Auch bei den 6- bis 10-jährigen ist nur jeder Zweite mit der Schule zufrieden und fühlt sich wohl.

Die Lehrerinnen und Lehrer haben beobachtet, dass mancher Schüler zwar am Unterricht aktiv teilnimmt, sich jedoch nicht mit dem Unterrichtsinhalt identifiziert. Die Schüler seien froh, wenn sie sich nach der Schule ihren Freizeitaktivitäten widmen könnten. Mit Erstaunen dagegen stellen die Erzieher fest, dass mäßig interessierte Kinder unter besonderen Bedingungen, wie beispielsweise im Schullandheim oder in Projektwochen Kreativität, Unternehmungsgeist und Erfindungsgabe entwickeln, Eigenschaften, die im normalen Schulbetrieb kaum aufgefallen wären.- Nicht das beste Verhältnis haben die Jugendlichen zu den Schulzensuren, fand die Lüneburger Forschungsgruppe Inschur (Internationale Untersuchung von Schülerurteilen über die Schule) heraus. Mit zunehmendem Alter erlebten deutsche Schüler ihre Schule überwiegend als dauernde Überprüfungs- und Zensierungsinstitution. In der vierten Klasse bewerten nur 4,7 Prozent der Befragten die Zensuren negativ, in der neunten Klasse bereits 35,2 Prozent und in der elften Klasse sogar 55,5 Prozent. In der Realschule fühlten sich nur 13,7 v.H. der Kinder wohl, in den Gymnasien 18,8 Prozent. Nur die Grundschule kommt einigermaßen gut weg. Sie wird von 44,5 Prozent gern besucht.- Die Ablehnung der Zensuren ist nicht zuletzt im Gerechtigkeitsempfinden begründet. Denn viele Leistungen des Schülers wie soziale und humane Kompetenzen (Umweltschutz, soziales Engagement) werden nicht in den Zensuren bewertet. Darüber hinaus leiste die Schule wenig zur Förderung der Motivation und Konzentration. Sie verhelfe dem Schüler nur selten zu einem effizienten Lernen.
( 2070 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Urlaubsplanung vermeidet Stress Zehn-Punkte-Liste hilft bei Entscheidung – Kinder einbeziehen



Wer unzufrieden aus dem Urlaub zurückkehrt, kann die Schuld nicht immer auf Flugzeug-, Straßen- oder Baulärm oder auf rücksichtslose Zeitgenossen schieben. Häufig ist mangelnde oder fehlende Urlaubsplanung die Ursache der Unzufriedenheit, haben Psychologen festgestellt.

Im Urlaub nehmen viele Menschen einen Tapetenwechsel vor. Sie verlassen ihre gewohnte Umgebung, stürzen sich in eine neue Umwelt. Dieser Umgebungswechsel kann stressig sein, vor allem dann, wenn die neue Umwelt nicht mit der Erwartung des Urlaubers übereinstimmt. Darum beginnt der Urlaub mit der Planung. Urlaubsplanung, ist eine Problem-Lösungsaufgabe. Die Wissenschaftler empfehlen die Anlage einer Liste mit folgenden Informationen: 1. Urlaubsziele, 2. Wohngelegenheiten, 3. Freizeitmöglichkeiten, 4. Klimaverträglichkeit, 5. Preise, 6.Wetterbedingungen, 7. für den Urlaub notwendige Anschaffungen, 8. Informationen über Urlaubsziele, 9. Verkehrsmittel, 10. Sprache.

Zuerst müssen also alle Faktoren aufgeschrieben und gewichtet werden, um dann zu einer Entscheidung zu kommen.

Schwierig wird es, wenn zwei gemeinsam verreisen wollen, der eine aber im Frühtau zu Berge ziehen und der andere sich dagegen in die Brandungswellen des Ozeans stürzen will. Auch in dem Fall ist die 10-PunktePlanungsliste nützlich. Nicht selten verhelfen farbige Prospekte oder ebenso farbige Augenzeugenberichte, sich für ein Ziel zu begeistern. In jedem Falle sollte der andere überzeugt und nicht (nur) überredet werden, damit er nicht klein beigibt und im Stillen frustriert glaubt, um seinen Traumurlaub gebracht worden zu sein. Und schließlich kommt der nächste Urlaub bestimmt, bei dem der Wunsch des anderen diskussionslos erfüllt werden kann.

Problematisch ist die Urlaubsplanung in Familien mit heranwachsenden Kindern. Sie haben schon eigene Vorstellungen, sind aber noch zu jung, um sich im Alleingang den Wind um die Nase wehen zu lassen, oder der Geldbeutel reicht nicht aus, getrennt Urlaub zu machen. In diesem Fall wird eine umso gründlichere Urlaubsplanung empfohlen, indem die Jugendlichen eingespannt werden sollten. Sie können selbst Informationen über das Urlaubsziel aus Reiseführern, Reiseliteratur oder Prospekten zusammentragen. Durch die gemeinsame Urlaubsplanung wird bei Kindern wie bei Erwachsenen eine Erwartungshaltung aufgebaut, entsteht Vorfreude. Ein gesundes Neugierverhalten schafft dann die besten Voraussetzungen, sich mit seinem Urlaubsziel zu identifizieren, spannungsgeladen am Urlaubsort anzukommen und begierig die fremde Urlaubswelt zu entdecken.

(2660 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Trotz Scheidung doch Eltern bleiben Kind braucht Vater und Mutter - Dauernder Kontakt notwendig



Betroffen sind bei Ehescheidungen nicht nur die Ehegatten, sondern vor allem auch die Kinder, in fünfzehn Jahren mehr als eine Million. Die meisten Kinder blieben bei den Müttern. Nur 14 v.H. zogen mit dem Vater. Jede Scheidung ist das Ergebnis von wahrscheinlich unlösbaren Problemen und jede Scheidung zeitigt wieder Probleme, vor allem für die Kinder, die in der Lebensgemeinschaft mit einem Partner bleiben.

Eine Hamburger Soziologin hat 150 norddeutsche Familien untersucht, die auseinander gefallen sind. Ihre erste Erkenntnis: Kinder müssen auch nach der Trennung zu beiden Elternteilen einen guten und andauernden Kontakt haben, wenn sie sich psychosozial fest und emotional stabil entwickeln sollen. Jungen und Mädchen, deren Eltern es gelungen ist, auch nach der Trennung ihre Elternrolle gemeinsam wahrzunehmen, haben am wenigsten Schwierigkeiten, sich auf die veränderte Situation einzustellen. Dagegen sind bei Kindern, die die Bindung zum anderen Elternteil verloren haben, Verhaltensauffälligkeiten und psychosoziale Störungen am stärksten ausgeprägt.

Kontinuierliche Familienbeziehungen sind nicht nur für das Kind, sondern auch für die getrennten Elternteile wichtig, hat die Soziologin herausgefunden. Nur wenn sie Kontakt zu ihren Kindern behalten, sind sie fähig, wieder zu einer normalen Gefühlslage zu finden.

Der Scheidungsalltag sieht jedoch meist anders aus. Mit dem Ablösungsvorgang, mit der Abnabelung vom Partner ist eine gewisse Abneigung verbunden, die sich sogar in Hass manifestieren kann. Häufig raten gute Freunde dann, dass sich auch das Kind für eine Seite entscheiden soll. Im Nachheraus allerdings stellt sich dieser gute Rat

von Anwälten, guten Freunden, Ärzten und Lehrern als falsch heraus, denn das Kind braucht Vater und Mutter. Ist die endgültige Trennung aber erst einmal vollzogen, fühlt sich der Solo-Teil von der Elternrolle entmündigt und abgewiesen und lässt den Kontakt auch nicht wieder zu.

Die Forderung der Hamburger Soziologin: Geschiedene sollten das Sorgerecht gemeinsam ausüben, denn die Zuteilung des Sorgerechts auf einen Elternteil schafft ein Ungleichgewicht in der elterlichen Verantwortung. Die Eltern sollten bedenken, dass ein Kind in den unterschiedlichen Entwicklungsphasen mal engeren Mutter-, mal engeren Vaterkontakt braucht.

Besonders hart durch die Scheidung getroffen sind Kinder im Vorschulalter, die noch nicht die geistige Fähigkeit besitzen, die Gründe für eine notwendige Trennung einzusehen.
( 2600 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Schule von morgen: Ballast abwerfen Neue Pädagogen beurteilen Schüler ganzheitlich



Von den sozialen Problemen überfordert, fühlt sich die Schule. Dazu tragen die hohe Zahl der Einzelkinder - es werden in Zukunft 70 v.H. sein - und die steigende Scheidungsrate bei. Die emotionalen Probleme wirken in die Schule hinein, können aber von ihr nicht entsprechend aufgefangen und verarbeitet werden. Auch zahlreiche gesellschaftliche Entwicklungen - rapider Wandel von Berufsbildern, Jugend-Arbeitslosigkeit - wirken sich nachteilig auf die Schüler und ihren Lernwillen aus.

Als keineswegs ideal wird die Fächervielzahl - vier bis sechs pro Morgen im 45-Minuten-Rhythmus - empfunden. Der Lehrer kann sich in der kurzen Zeit nicht um die Lernfortschritte des Einzelnen kümmern, erst recht nicht bei großen Klassen. Längst ist erwiesen, dass die Gruppe von ca 15 bis 18 Personen ein wesentlich effizienteres Lehren und Lernen ermöglicht. Die kurze Zeit und die großen Klassen machen es außerdem unmöglich, dass die Begabten den Unterricht durch ihre Fragen und Anregungen befruchten und die Schwächeren Unterstützung erfahren. - Eine Umwandlung der Lehrpläne soll der häufig zitierten Schulunlust begegnen. So soll theoretischer Ballast abgeworfen und anwendungs- und handlungsorientierter Unterricht gehalten werden. Der theoretischen Anlage eines Biotops erfolgt die Umsetzung in die Praxis. Die Umstrukturierung des Lernens schließt auch ein Öffnen der Schule nach außen ein, Lernen am Arbeitsplatz, im Krankenhaus oder in den Gemeinden. Da eine so konzipierte Schule "neue" Lehrer braucht, ist eine Lehrerfortbildung notwendig. Der Pädagoge von morgen soll den Schüler ganzheitlich wahrnehmen, einschließlich aller Interessen und Begabungen, aller auch außerhalb der Schule erworbenen Fähigkeiten. Denn immerhin verbringen die Kinder rund 15.000 Stunden von der Einschulung bis zum Schulabgang in einem staatlich geregelten Lernprozess, der im erheblichen Maße über Lebens- und Berufserfolg entscheidet.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Wohnmobil: Romantik auf engstem Raum Psychische Belastung nicht zu umgehen - Auf dem Marktplatz schlafen



Es ist die alte Sehnsucht des fahrenden Volkes, auf vier Rädern durch die Lande zu rollen, heute natürlich mit Kochnische, Dusche und gut gepolstertem Bett. Diesen Wunsch nach dem Vagabundentum haben sich bereits 320000 Bundesbürger erfüllt und ein Wohnmobil gekauft. Über 120 000 jährlich mieten ein solches Gefährt, um sich für einige Tage in die Lage des fahrenden Volkes zu versetzen.

Meist sind es Familien mit drei und mehr Personen, die im fahrenden Haus über die Straßen rollen. Nicht selten aber hat sich bei den Mietern nach dem ersten Tag herausgestellt, dass diese Form des Urlaubs eine Fehlentscheidung war, denn die Teilnehmer haben nicht die Besonderheiten beachtet, die auch das moderne Nomadenleben fordert. Der enge Raum verlangt eine Abstimmung im Verhalten, wenn es nicht zu erheblichen Konflikten kommen soll. Es gibt keine Möglichkeiten, auszuweichen, kaum jemand kann sich ungestört mit einem Buch zurückziehen. Das Essen muss gemeinsam eingenommen werden, weil dazu weitgehend das Mobilar umgebaut werden muss. Genauso verhält es sich mit dem Zubettgehen. Das Mobil verwandelt sich in eine Schlaflandschaft, nein, muss verwandelt werden, was nicht selten technische Begabung erfordert.

Die winzigen Garderobenschränke lassen es angeraten sein, sich bei der Kleiderwahl auf das Wesentliche zu beschränken, eine Ausgehgarnitur und einen Freizeitdress. Die Beschränkung gilt auch für die weiblichen Teilnehmer. Alle anderen Reise-Utensilien müssen in den winzigen Schuben und Schränkchen untergebracht werden, die sich über das ganze Wohnmobil verstreuen und insgesamt einen doch beachtlichen Stauraum bieten. Eine psychische und physische Belastung bedeutet für Pkw-Fahrer die Aktion hinter dem Steuerrad eines Wohnmobils. Das Fahren ist anstrengender, auch wenn es etwas von der Romantik der Highway-Trucker an sich hat.

In vielen Städten des In- und Auslandes herrscht eine ausgesprochene Abneigung gegen Wohnmobile, denen sogar das Parken auf zahlreichen öffentlichen Plätzen verboten ist. Nicht zuletzt aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Reiseroute im Voraus festzulegen und die Nachtstopps in kleineren Orten' vorzunehmen. Meist findet man ein kleines Standplätzchen auf dem Marktplatz, im Schatten der Kirche. Nur darf man sich nicht wundern, wenn man durch die Kirchenglocken oder durch das Geschrei der Markthändler geweckt wird, denen die mobile Gesellschaft den Standplatz streitig macht.

Wer es trotz aller Wenn und Aber wagt, auf die Wohnmobil-Reise zu gehen, wird den Hauch von Freiheit und Abenteuer spüren. ( 2660 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Nach 14 Tagen bereits 15 IQ-Punkte mehr Glowacki-Studie belegt Wirksamkeit von Gehirn-Jogging



Gehirn-Jogging wird seit mehr 15 Jahren erfolgreich praktiziert. Tausende von Jugendlichen und Erwachsenen haben Geist und Gedächtnis spielend trainiert, sowohl mit dem Buch als auch am Computer. Schulische Leistungen wurden wesentlich gesteigert, die Lust zum Lernen wuchs. Diese Feststellung machte auch die Leitung eines Jugenddorfes, in dem berufsunreife Jugendliche auf das Leben vorbereitet werden.

Wissenschaftliche Befunde stützen die Annahme, dass Geist und Gedächtnis bis ins hohe Alter fit bleiben können, wenn sie entsprechend gefordert und gefördert werden. Das trifft zu auf die Fähigkeiten, neue Probleme zu lösen (flüssige Intelligenz), ständig neue Einfälle zu produzieren (Kreativität) und neue Erfahrungen zu erwerben (Wissenserwerb).

Aber die Kapazität des Kurzzeit- wie Langzeitgedächtnisses kann sogar noch gesteigert, die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen kann durch entsprechendes Training ebenfalls verbessert werden, und zwar unabhängig vom Alter. Das bewies der Arzt Hieronim Glowacki in seiner Versuchsreihe an der Rehabilitationsklinik Klausenbach im Schwarzwald.

Er gewann 91 Patienten in Alter von 50 bis 70 Jahren für einen Versuch, der 14 Tage dauerte. Die Patienten hielten sich zur Nachbehandlung einer inneren Erkrankung, die nicht zur psychischen Beeinträchtigung führt, in der Klinik auf. Ihr Intelligenz-Quotient lag vor dem 14-Tage-Training zwischen 100 und 110, also gehobener Durchschnitt. Durch Gehirn-Jogging gelang es der Testgruppe, den IQ um 12 bis 15 Punkte zu steigern. Die Kurzspeicherkapazität wurde um 24 bis 28 Bits und ihr Gedächtnisquotient um 13 bis 17 Punkte erhöht. Es handelte sich um eine enorme Verbesserung der geistigen Fähigkeiten.

Die Patienten hatten jeden Tag nach dem Aufstehen zehn Minuten Gehirn-Jogging betrieben, entweder am Computer oder auf gedruckten Übungsbögen.

Ähnliche Ergebnisse wurden in Altenkursen in Volkshochschulen erzielt.

Das Gehirn-Jogging führte nicht nur zu einer Verbesserung der geistigen Fähigkeiten, sondern hatte auch Auswirkungen auf zahlreiche Lebensbereiche, z. B. auf die Fähigkeit, Gespräche zu führen, auf das Verhalten im Straßenverkehr, die Organisation der Arbeit in Beruf und Haushalt. Die Glowacki-Patienten sagten von sich, dass sie in den zwei Wochen fröhlicher und selbstsicherer geworden seien. Bei Patienten, die vorher über schlechte Laune oder Neigung zu Konflikten klagten, stabilisierte sich während des Trainings das seelische (psychische) Gleichgewicht.

Der Wissenschaftler sieht die innere Zufriedenheit nicht zuletzt darin, dass Geist und Gedächtnis aktiviert werden und der Mensch ein Erfolgsgefühl verspürt.

Gehirn-Jogging besteht aus einfachen Übungen. Auf den gedruckten Übungsbogen wird über jeder Spalte ein Muster vorgegebenen und alle Zeilen, die das gleiche Muster aufweisen, müssen markiert werden. Es handelt sich um einen Erkennungsvorgang und die entsprechende Reaktion. Genauso ist es am Computer. Auch hier müssen gleiche Muster erkannt und durch Tastendruck bestätigt werden. Eine sich aufbauende Erfolgsgrafik verstärkt zusätzlich das Erfolgsgefühl beim Lernen.

Die Übungen sind leicht und können von jedermann ohne Vorkenntnisse oder Anleitung durchgeführt werden. ( 3310 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Regelverstöße beeinträchtigen Lesetempo Verstöße gegen die Groß- und Kleinschreibung stören beim



Lesen und beim Verständnis des Textes mehr als man bisher angenommen hat, stellten Bock, Augst und Wegner, Ruhr-Uni Bochum, fest. Sie haben auch eine Erklärung zur Hand: es komme zu einer Konfliktsituation, weil die regelwidrigen Wörter von den im Gedächtnis gespeicherten Wortformen abweichen. Die Forscher wollen sogar entdeckt haben, dass die deutschen Regeln auch beim Lesen von englischen und niederländischen Texten unbewusst angewandt werden und wegen der gemäßigten Kleinschreibung in den Fremdsprachen Schwierigkeiten entstehen.

Regelverstöße stören eigentlich nur den geübten Leser, nicht aber den Leseanfänger oder den Legastheniker. Und den Bücherwurm stört's nur beim Leiselesen, wobei man davon ausgehen kann, dass er dann inhaltsbezogen und schnell liest. Liest er dagegen laut mit Betonung, so stört ihn der Regelverstoß ebenso wenig wie den Anfänger oder Legastheniker. Die Wissenschaftler nehmen an, dass die Groß- und Kleinschreibung deshalb vor allem beim Leiselesen hilfreich ist, weil sie das Sinn-Erkennen des Satzes erleichtert.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Elternerwartung führt zu Stress und Erkrankungen Junge Menschen zweifeln am gesteckten Berufsziel



Elternerwartung erzeugt bei den Schülern einen Stress, der zu Problemen und Konflikten führt. 49 Prozent der Schüler und Schülerinnen sind unsicher, ob sie den geplanten Schulabschluss tatsächlich erreichen. 65 Prozent zweifeln, ob sie ihre Berufswünsche - nicht zuletzt durch die Eltern mitbestimmt - überhaupt verwirklichen können. Diese soziale Belastung führt zu psychosomatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Nervosität, Schwindel, Konzentrationsmangel, Magenschmerzen und Schlaflosigkeit.

Die Eltern haben ihre Forderungen in den letzten Jahren höher geschraubt. Inzwischen wünschen 60 v.H., dass ihre Kinder das Abitur machen. Zu diesem Ergebnis kam das Institut für Schulentwicklung Dortmund in einer Befragung. Fast alle Eltern erwarten, dass das Kind auf der Bildungsleiter höher steigt als sie selbst. Das gilt auch für Ausländerkinder. Aber, Vorsicht - so die Wissenschaftler - die Kinder sollten nicht überfordert werden.

Eltern dürfen aber nicht nur Ansprüche stellen, verlangen die Wissenschaftler, sondern sie müssen ihren Kindern auch in schwierigen Situationen beistehen und ihnen Mut machen. Nicht zuletzt sollten die Erwachsenen die Institution Schule aufwerten und zu Hause die Rahmenbedingungen schaffen, damit das Kind die Ruhe, aber gleichzeitig auch die Anregung zum Lernen hat. Denn nichts motiviere zu einem lebenslangen Lernprozess besser als das Erfolgsgefühl.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Frauen fühlen sich bei neutralem Verhalten wohler Interviewer spielen mit der Geschlechterrolle



Mit den Geschlechtsrollen "Frau" und "Mann" sind bestimmte Verhaltensweisen verbunden. Von dieser Voraussetzung gingen die beiden Forscherinnen Jacqueline Krebiehl und Dorothee Dickenberger, Universität Mannheim, aus, als sie je zwei Interviewer und Interviewerinnen entsprechend schulten. Anschließend wurden 68 Versuchspersonen von diesen Interviewern und Interviewerinnen, die sich betont männlich oder echt weiblich gaben, über die Geschlechtsrollen befragt. Die Versuchspersonen erkannten an, dass es d i e Geschlechtsrolle gibt. Die Interviewer aber hatten auch gelernt, ein rollenkonträres Verhalten an den Tag zu legen, als Mann nicht männlich und als Frau nicht ausgesprochen weiblich zu sein. Darauf gab es unterschiedliche Reaktionen. Frauen fühlten sich bei Personen, die sich geschlechtsrollen-neutral verhielten, wohler. Sie beurteilen diese Personen auch sympathischer. Während des Gesprächs nahmen Frauen ihnen gegenüber eine lockere Haltung ein und zeigten weniger Verlegenheitslachen. Anders dagegen die Männer. Sie waren angespannter als sonst. Den "unmännlichen" Männern gegenüber zeigten sie Desinteresse, den unweiblichen Frauen gegenüber versuchen sie im Gespräch den Ton anzugeben. In dem Fall beurteilten sie die Rolle der Frau als konservativ.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Baby reizt zum Lächeln Vor allem junge Menschen suchen Kontakt





Beobachtet wurde die Wirkung eines vier- bis siebenmonatigen Babys auf Passanten. Die Mutter hielt das Kind auf dem Arm und stellte sich in den Eingang eines Supermarktes, auf einen Marktplatz oder an eine Straßenecke. Das Verhalten der Passanten wurde registriert: 22 v.H. schauten Mutter und Kind an, darunter überrepräsentativ viel Jugendliche und Eltern mit Kindern bis zu zehn Jahren. 9,3 v.H. der Passanten lächelten, und 2,6 v.H. suchten Kontakt durch Ansprechen oder Berühren des Kindes. Solch ein "näherer Kontakt" erfolgte nie ohne vorheriges Lächeln. Übrigens: Frauen lächelten häufiger und suchten auch häufiger Kontakt zum Kind. In einer Kontrolluntersuchung - diesmal stand die Mutter ohne Baby an denselben Stellen - schauten ebenso viele Passanten die Frau an, aber niemand zeigte ein Lächeln. - Die Untersuchung wurde vom Max-Planck-Institut für Verhaltensforschung durchgeführt.
(965 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Erst ein eigenständiges Wesen Wenn das Ungeborene strampelt



Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, machen drei unterschiedliche Schwangerschafts-Phasen durch, in denen sie sich geistig auf das neue Lebewesen einstellen. In der ersten Phase erlebt die werdende Mutter den Embryo noch nicht als eigenständiges Wesen. Er wird sowohl psychologisch wie auch biologisch noch nicht als ausgeprägt empfunden. Erst wenn sich das Ungeborene im Mutterleib bewegt, betrachtet die Mutter es als eigenständiges Wesen. Doch erst in der dritten Phase, in den letzten Wochen vor der Entbindung, sieht die Mutter in dem Ungeborenen eine Person. Zu diesem Ergebnis kamen vier Heidelberger Psychologinnen, die 108 Frauen befragten. (740 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Cortisol verwirrt die Wahrnehmung Mehr Salz bei Stress - Nebenwirkung Psychose



In Stresssituationen verändert sich die menschliche Wahrnehmung. Das kann so weit führen, dass die Realität nur noch völlig verzerrt wahrgenommen wird. Schuld an diesem Versagen kann das Hormon Cortisol sein, glauben Ulmer Forscher. Sie stellten nämlich fest, dass Menschen mit einem erhöhten Cortisolspiegel Hör- und Geschmacksschwierigkeiten haben. So schmecken sie Salz nicht so stark wie im Normalfall. Verliebtsein ähnelt dem Stress, hat erhöhte Cortisolausschüttung. Daher neigen Verliebte dazu, das Essen zu versalzen. Cortisol ist ein Steroidhormon (wie Sexualhormone auch) und wird in der Nebennierenrinde produziert. Gemeinsam mit anderen Hormonen reguliert es den Salz- und Mineralhaushalt des Körpers und die Bildung von Glykogen in der Leber. Steroidhormone werden auch zur Behandlung von Rheuma oder Allergien eingesetzt. Allerdings können sie zu Nebenwirkungen führen, im schlimmsten Fall zu Psychosen.

( 1018 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Schimpfen hilft bei Ärger



Frustration und Ärger lassen den Blutdruck steigen und das Herz schneller schlagen, machen aggressiv. Helmuth Huber, Daniela Hauke und Margit Gramer von der Universität Graz (Österreich) schufen für 112 Studentinnen und Studenten per Versuchsanordnung künstlichen Ärger, um anschließend den Puls zu zählen und den Blutdruck zu messen. Das Ergebnis: Der Puls stieg im Durchschnitt um 7 Schläge pro Minute und der Blutdruck um 7 Einheiten. Allerdings stellten die Wissenschaftler auch fest, dass die Frustrationsfolge schneller abgebaut wird, wenn der aufgebrachte Mensch Gelegenheit erhält, sich durch Schimpfen oder Tätlichkeit zu entladen. Übrigens, die Erregung des Organismus ist ein Zeichen der inneren Abwehrbereitschaft. ( 770 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Sitzenbleiben - eine willkürliche Entscheidung Über 250 000 Schüler drehen Ehrenrunde



Es gibt in der Beherrschung von Lernstoffen in der Hauptschule keinen gesicherten Unterschied zwischen den Sitzenbleibern und denen, die noch gerade mitgekommen sind, fand die Saarbrücker Erziehungswissenschaftlerin Hilde Schmidt heraus. Sie geht davon aus, dass die Entscheidung Nicht-versetzt ein willkürlicher Schnitt der Lehrer ist. Jährlich verfehlen etwa 250 000 Schülerinnen und Schüler das Klassenziel. Ursache sind mangelnde Leistung, Ermüdung, Schulunlust und Konflikte im Alltag. Zusätzlich wird noch 200000 Schülern per anno ein Wechsel der Schule empfohlen oder gar der Abgang nahe gelegt. Die Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaften vertritt die Meinung, dass Pädagogen und Schüler mit der derzeitigen Praxis der Notengebung gleichermaßen überfordert seien. Jeder dritte Schüler befand sich zumindest schon einmal in Versetzungsgefahr und jeder Fünfte hat mindestens eine Klasse zwei Mal durchlaufen, stellte Klaus Hurrelmann, Leiter einer Bielefelder Forschungsgruppe, fest. Bei jedem vierten Schüler seien zum Zeitpunkt der Befragung die schulischen Leistungen schlechter gewesen als die Eltern erwartet hätten.

(1240 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Meldung über Selbstmord reizt nicht zur Nachahmung



Meldungen über Selbstmorde in den Massenmedien reizen nicht zur Nachahmung. Zumindest fand das der Psychologe Klaus Jonas aus Tübingen heraus. Er verfolgte zehn Jahre lang die Suizidmeldungen auf der Seite 1 der Süddeutschen Zeitung und prüfte, ob im Anschluss an eine solche Nachricht die bayrische Selbstmordrate anstieg. Aber gleichgültig, um welche Berichte es sich handelte, die Bayern zeigten keinen "Werther-Effekt", keine Tendenz zur Nachahmung von Suiziden. Im Gegensatz dazu steht eine amerikanische Untersuchung, nach der die Suizidrate in den USA immer dann anstieg, wenn auf der Titelseite der New York Times über einen Selbstmord berichtet wurde. Möglicherweise beeinflussen zusätzliche Faktoren, wie etwa die Prominenz der Selbstmörder den Werther-Effekt. In der deutschen Untersuchung gab es keine beliebten Persönlichkeiten, die sich in den zehn Jahren das Leben genommen haben.

( 960 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Anpassung im Gastland ein individueller Prozess



Die Anpassung eines Gastes an das fremde Land erfolgt nicht nach einer bestimmten vorhersagbaren Verlaufskurve, wie bisher angenommen, sondern ist individuell sehr verschieden, fanden die beiden Forscher Hans-Joachim Harloff und Tetsuo Terasaki, Berlin heraus. Sie befragten 250 Japaner, die sich seit mindestens sechs Monaten. in der Bundesrepublik oder Westberlin aufhalten. Bei 68 Prozent war (erst) nach drei Jahren der Anpassungsprozess abgeschlossen. Die relativ junge "Sojourner"-Forschung - ein eigener interdisziplinärer Forschungszweig - beschäftigt sich mit dem kleinen persönlichen Unterschied in der Eingewöhnung und untersucht die Faktoren, die in der neuen Umgebung eine wichtige Rolle spielen.
( 770 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Babys auf Fotos für Väter kein Problem



Väter sind besser als ihr Ruf, auch was das Wiedererkennen ihres frisch geborenen Familiennachwuchses angeht. Diese Ehrenrettung gelang israelischen Wissenschaftlern an der Universität von Jerusalem. Allerdings hatten sie vorher die Hypothese aufgestellt, dass die Mütter, die ihre Kinder nach der Geburt länger und intensiver betrachten können, ihre Säuglinge auf Fotos besser erkennen würden. Die Praxis aber sah wie gesagt, anders aus.
(490 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Geographisches Gedächtnis überdauert Jahre



Das geographische Gedächtnis bleibt lange erhalten und bedarf keiner Auffrischung. Was an Kenntnissen über Städte und Landschaften einmal erworben ist, haftet fest. An der North Dakota State University in Fago (USA) wurden zwei Gruppen von Rentnern über ihre Heimatregion im Norden der Staaten befragt. Die erste Gruppe lebte seit Jahren im Süden und war nicht einmal in die Heimat zurückgekehrt. Die zweite machte jährlich eine Stippvisite in der alten Heimat. Das Überraschende: Fragen über geographische Einzelheiten der ehemaligen Wohnorte wurden von beiden Gruppen mit annähernd der gleichen Genauigkeit beantwortet.
(690 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Fehlende Bindung macht früh selbstständig



Die berufliche Versetzung des Vaters bedeutet häufig ein Sitzenbleiben für die Kinder, die beim Umzug die Schule wechseln und sich an neue Klassenkameraden, Lehrer und an den veränderten Schulstoff anpassen müssen. Aus der heute mehr als früher verlangten Mobilität erwachsen ernste Familienprobleme. Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Heidelberg hat die Folgen weltweit untersucht. Sie befragte 189 Familien des Auswärtigen Dienstes und erhob Daten über
Lebenszufriedenheit, schulische Entwicklung und soziale Anpassung. Die kurzfristige Anpassung gelingt meist nach drei bis vier Monaten, wobei der männliche Jugendliche schneller Anschluss an die neue Umwelt findet. Wie eine langfristige Anpassung gelingt, hängt von der Anzahl der sozialen Kontakte und der eigenen Aktivität nach dem Umzug ab. Der hochmobile Jugendliche, der das Umziehen gewohnt ist, löse sich leichter und früher vom Elternhaus. Grund sei das Fehlen einer langfristigen Bindung an eine Gruppe von Gleichaltrigen.
( 1140 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Mütter strenger mit asthmakranken Kindern:



Kinder mit einem Asthmaleiden haben durchweg kritische Mütter, fanden die Wissenschaftlerinnen Jutta Liermanns und Irmela Florin von der Universität Marburg heraus. Sie untersuchten 50 Kinder und Mütter, davon 25 Kinder mit Asthma Bronchiale. Jede Mutter sprach zuerst fünf Minuten über ihr Kind, anschließend sollten Mutter und Kind gemeinsam ein häufiger auftretendes Problem behandeln. Sowohl der Fünf-Minuten-Bericht als auch die Problemdiskussion wurden per Video aufgezeichnet. Die Mütter der Asthma-Kinder machten im Statement über ihr Kind signifikant mehr kritische Bemerkungen als die Mütter der gesunden Kinder. Beim gemeinsamen Problemlösen waren die Mütter asthma-kranker Kinder ebenfalls weitaus strenger. Dabei braucht gerade das asthma-erkrankte Kind Nachsicht und Geduld von Seiten der Erwachsenen.
(870 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Sein Lernen selbst regulieren: Mehr Motivation und Erfolgsgefühl



Sein Lernen selbst gestalten, hat erhebliche Vorteile, fanden Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts Berlin heraus. Dabei kommen Motivation und positive Einstellungen oder Gefühle besser zum Tragen. Außerdem ist das Erfolgsgefühl beim Erreichen des Ziels wesentlich größer. Sie beobachteten 270 Schülerinnen und Schülern der Klassen 4, 6 und 8 beim selbst regulierten Lernprozeß, machten Interviews und Videoaufzeichnungen. Der Einsatz und die Effektivität von Lernstrategien hängt von der subjektiv wahrgenommenen Schwierigkeit ab. Einfluss auf den Lernerfolg hat auch das inhaltliche Vorwissen, fanden die Forscher bestätigt. Je stärker das Interesse am Lernstoff, um so mehr gibt sich der Lernende Mühe eine effiziente Strategie herauszufinden.
(816 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Hyperaktive Kinder - höhere Risikobereitschaft Amerikanische Langzeituntersuchung an 367 Kids



Kinder, die über Tisch und Bänke gehen, die als Zappel-Philipp verschrien sind oder von jedem Spiel mit zerschundenen Knien nach Hause kommen, gehören zum Eltern-Alltag. Diese Kinder sprechen in den ersten Lebensjahren häufig so schnell, dass sie nur von Insidern verstanden werden. Es handelt sich um hyperaktive Kinder, die nicht die Ruhe aufbringen, sich eine Minute still hinzusetzen. Der Volksmund hat das treffende Bild: Sie haben Hummeln im Hintern. Der eine erklärt dieses Verhalten mit einem Überschuss an Temperament, der andere gibt den überspannten Nerven die Schuld. In jedem Falle ist die Überaktivität deutlich zu erkennen. Verständlich ist die sorgenvolle Frage der Eltern nach der Entwicklung dieser Kinder.

Die Mediziner sprechen von einer extremen Unruhe-Symptomatik, die sich neben einer Überaktivität in mangelnder Steuerungsfähigkeit, überschießenden effektiven Reaktionen und Distanzstörungen auszeichnet.

Die Psychologin Nadine Lambert von der Universität of California hat außerdem herausgefunden: die hyperaktiven Kinder leben gefährlicher und sind stärker gefährdet als andere Gleichaltrige.

Die Wissenschaftlerin hat in einer Langzeituntersuchung von 19 Jahren die Entwicklung von 367 Kindern verfolgt. Ihre Beobachtung umfasst den Abschnitt von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr. Aus dieser Gruppe wurden nach Eindruck und Test 166 als hyperaktiv eingestuft, weitere 74 waren ebenfalls hyperaktiv, verstanden aber die Symptome zu kaschieren. Demnach litten 65 Prozent an Hyperaktivität.

Die Überaktivität zeigt sich bereits in frühester Jugend. Die Kinder stürzen mehr als ihre Altersgenossen, benehmen sich tollpatschiger, da sie Koordinationsschwierigkeiten haben, leiden unter Albträumen und haben häufig ausgesprochen schlechte Laune. In vielen Fällen geht Hvperaktivität mit Aggressionsbereitschaft einher, die sich auch bis ins Erwachsenenalter fortsetzt. Diese Kinder laufen Gefahr, psycho-pathologisch zu werden.

Bei den beherrschten überaktiven Kindern gibt sich in 20 v.H. die Überreaktion von selbst, 37 v.H. haben in der Schule noch Probleme damit, sind aber schon wesentlich ruhiger. 43 v.H. halten die Hyperaktivität bis ins Erwachsenenalter bei und nehmen größtenteils .Medikamente.

Hyperaktivität bedeutet auch größere Risikobereitschaft. So waren von den beobachteten Hyperaktiven bis zum Alter von 14 Jahren bereits 19 v.H. mit dem Gesetz in Konflikt geraten. (Von den vergleichbaren Gleichaltrigen nur 3 v.H.) 14 v.H. (2 v.H.) haben mehr als einen Schulverweis hinter sich.

Auch sonst sind sie überdurchschnittlich stark vertreten: 5 v.H. erhielten einen Vormund, 11 v.H. verließen des Elternhaus, wurden zum Teil als Minderjährige selbst Eltern, 10 v.H. lebten in Heimen oder Erziehungsanstalten. An Depressionen litten 37 v.H. und 2 v.H. waren in regelmäßiger psychiatrischer Betreuung.

Zwei von den 240 hyperaktiven Jugendlichen haben einen Selbstmord versucht, fünf machten einen Einbruch und einer einen Mordversuch. Zwei wurden in psychiatrische Kliniken eingewiesen.

Hyperaktivität ist eine Funktion der individuellen biologischen Faktoren, der Gesundheit, des Temperament, der Familien-Eigenarten und häuslichen Umgebung. So Nadine Lambert.

Auch die Verbrauchergewohnheiten - Stichtag Vollendung des 17. Lebensjahres - fallen bei den Überaktiven aus dem Rahmen: 7 v.H. rauchten mehr als ein Päckchen Zigaretten pro Tag, 22 v.H. haben mehr als 40-mal hochprozentigen Alkohol -genossen, 34 v.H. haben mehr als 40-mal Marihuana geraucht, 10 v.H. haben mehr als 40 mal verbotene Drogen genommen . Und 13 v.H. haben sogar mit drei verschiedenen Drogen Bekanntschaft gemacht.

Die Wissenschaftlerin führte eine Befragung über die Schwangerschaften durch. Auffallend ist, dass Eltern mit Medikamentenmissbrauch (Abführ- und Diätpillen zählen auch dazu), einer lockeren Haltung zu Drogen, mehr hyperaktive Kinder bekommen. Die Mütter der Jugendlichen, die mehr als ein Päckchen Zigaretten pro Tag rauchten, haben ebenfalls häufig zur Zigarette gegriffen.

Das Elternhaus, die Familienverhältnisse haben ihre Bedeutung für das hyperaktive Kind. Im ersten Abschnitt wird die seelische Entwicklung, stark beeinflusst, im zweiten Abschnitt, nach Schulbeginn, die geistige. Die Familienverhältnisse entscheiden, ob ein Kind die High School oder Universität besucht oder die Schule abbricht und von zu Hause wegläuft, in die Drogenszene gerät. Nach Erkenntnissen von Nadine Lambert kann dem Kind geholfen werden. Die erste Hilfe beginnt in der Schwangerschaft, indem die Mutter auf selbstverordnete Medikamente verzichtet und gesund lebt. Entwickelt das Kind (trotzdem) eine Überaktivität, so heißt es Ruhe bewahren, dem Kind Sicherheit geben, sein Selbstvertrauen stärken. Die Unruhe beim Lernvorgang im vorschulischen Bereich kann mit gemeinsamen Eltern-Kind-Tätigkeiten reduziert werden.

Die erhöhte Neugier und die gesteigerte Risikobereitschaft sollten in sinnvolle Bahnen gelenkt werden. Nicht zuletzt kann Sport einen Großteil der Hyperaktivität binden.

Eine Überaktivität lässt sich auch durch Übungen zum Gehirn-Jogging in den Griff bekommen, wie Untersuchungen von u. a. von Hieronim Glowacki an der Rehabilitationsklinik in Klausenbach bewiesen haben. pp

(5330 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Vor dem letzten Aufruf: einsehen und kompensieren



Nein, vom schlechten Gewissen soil nicht die Rede sein. Allerdings vom Kompensieren. Und was soll da kompensiert werden? Nun, der CO2—Ausstoß beim Fliegen. Bei einem deutschen Flughafen ist die erste atmosfair—Station in Betrieb gegangen. Fluggäste erhalten in der Abflughalle die Möglichkeit, die von ihrer Reise verursachten Kohlendioxid—Emissionen zu berechnen und direkt zu kompensieren. Durch freiwillige Zahlungen (Das nennt man Kompensieren).
Also, es werden uber atmosfair weltweit Klimaschutzprojekte iniziert, die schadliche Emissionen an anderer Stelle einsparen. Die Einnahmen werden
zum Beispiel in Solar-, Wasserkraft-, Biomasse— oder Energiesparprojekte investiert, um damit Treibhausgase einzusparen, die eine vergleichbare
Klimawirkung haben wie die Emissionen des Flugzeugs. Die Geschichte ist brandneu in Stuttgart. Es werden andere Flughäfen folgen. Da können die
Ideentrager nur hoffen, dass unter den Fluggästen viel Leute sind, die das bestimmte Gen haben, das Gen fur Freigebigkeit bis zum verschwenderischen
Leichtsinn. (Pressedienst Psychologie berichtete uber die neue Wissenschaftliche Erkenntnis — die Sache mit dem Gen). Die Quintessenz von
der Geschichte: Fliegen ist notwendig, daher soll den Fluggästen auch kein schlechtes Gewissen eingeredet werden, oder nur so‘n bisschen, dass sie sich so schuldig fühlen, dass sie freiwillig spenden. Fur atmosfair.
Und wie lautet die wissenschaftliche Umschreibung der Untersuchung? Hohenheimer Umweltwissenschaftler erforschen unter Realbedingungen Motivation und
Zahlungsbereitschaft von Fluggasten, die nachhaltiges Verhalten befürworten. Und: Der baden-wurttembergische Minister fur Verkehr und lnfrastruktur,
Winfried Hermann, begrüßte das Forschungsprojekt.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Optimaler Spracherwerb: Eltern sprechen wie auf der Bühne



Eine Sprache lernt man durch Hören, Hören und nochmals Hören. Dann erst folgt das Imitieren des Gehörten. Dass die Qualität der Mutter-Sprache eine positive Auswirkung auf den Spracherwerb des Säuglings hat, ist bekannt. Ein Wissenschaftler der Ruhr-Uni Bochum, hat fünf Jahre lang - vom Säuglingsalter an - das Sprachverhalten der Eltern protokolliert und gleichzeitig die Sprachentwicklung des Kindes beobachtet. Das Ergebnis: das Kind reagiert in den ersten drei Lebensjahren aufnahmefreudig auf eine sehr akzentuierte, durchgefeilte Bühnensprache mit vielleicht sogar übertriebener Betonung. Sprechen mit Emotionen im höheren Frequenzbereich motiviert das Kind von Anfang an zur Kommunikation, zuerst mit Gesten, dann mit Lauten, dann mit Wortimitationen. Positiv auf das Lernverhalten des Kleinkindes wirkt sich auch das Wiederholen von Wörtern oder ganzen Sätzen aus. Ganz wichtig sind von Anfang an genügend lange Pausen nach Sätzen, damit das Gehörte verarbeitet werden kann. Das gilt für das Vorlesen von Geschichten. Der dramatische Effekt der Sprache fördert das Sprechenlernen. Ab dem dritten Lebensjahr wirkt sich das kommunikative Fragespiel günstig auf die Sprech- und Mitteilungsbereitschaft des Kindes aus. Ganz entscheidend: den kleinen Menschen von Anfang an als vollwertigen Gesprächspartner ansehen und behandeln. Es beginnt mit dem telegrammartigen Kommentar live über die Tagesereignisse - Baby im Tragetuch auf der Hüfte - und führt zur Erklärung komplizierter Umweltvorgänge für einen verständigen Gegenüber im Vorschulalter. (1670 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Bei Hoch-Spannung wenig Chancen für Werbespots



Fernsehzuschauer ärgern sich, wenn ein spannendes oder lustiges Fernsehprogramm (Krimi, Komödie) von Werbespots unterbrochen wird. Je besser der Film, umso stärker der Wunsch, statt der Werbung die Zeit für eine andere Tätigkeit zu nutzen. Werbung nach einer Fernsehsendung hat dann die besseren Chance, wenn die Sendung gefallen hat. Zu diesem Ergebnis kam der Mainzer Psychologe Axel Mattenklott, der bei 180 Personen im Alter von 17 bis 62 Jahren die Wirkung von Fernsehwerbung in Filmen (Krimi, Komödie und Heimatfilm) untersuchte. Am besten erinnert wurden die Werbespots nach einem den Zuschauer wenig aktivierendem Programm, nach Landschaftsbetrachtungen. Bei Krimis oder Komödien, wo der Zuschauer die Gelegenheit hat, sich stark zu engagieren oder sich mit einer handelnden Person zu identifizieren, hat er wenig geistige Kapazitäten frei, die Information der Werbung zu verarbeiten, günstiger für Werbespots, wenn der Film nicht an der spannendsten Szene unterbrochen wird. Das gilt auch für Werbespots in Sportübertragungen. Werbung an den Spannungshöhepunkten bleibt außerdem schlechter im Gedächtnis haften.

Wollen die Werber trotzdem die Hoch-Spannungsphase beim Zuschauer nutzen, so sollten keine Spots benutzt werden, die neue Produktvorteile demonstrieren wollen. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Die Stimmung des Films färbt auf die Werbespots ab. Nach einem Film mit angenehmen Ereignissen werden Werbe-Infos mit ähnlicher Stimmung am leichtesten ins Gedächtnis aufgenommen. Auf der anderen Seite signalisiert eine traurige Stimmung eine mögliche Bedrohung, was zu einer gründlichen Verarbeitung von Informationen führt, um die Kontrolle über die Bedrohung zu erlangen.

Unterbrechen die Werbespots dagegen einen „unangenehmen“ Film, so wird die Unterbrechung als wohltuend empfunden, eine gute Chance für die Werbeinformation, im Gedächtnis gespeichert zu werden.



Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Reden macht schlank EMIL zählt beim Essen jedes Gramm



Um das Essverhalten eines Menschen objektiv festzuhalten, entwickelten amerikanische Psychologen eine Monitoranlage, die jede Phase der Nahrungsaufnahme festhält. Deutsche Psychologen verfeinerten das System und schufen EMIL, das vervollkommnete System. Es besteht aus einer elektronischen Waage, die unsichtbar in den Tisch eingelassen und während des Testessens alle zwei Sekunden Informationen an einen Computer im Nebenraum liefert. Außerdem protokolliert eine verdeckte Kamera das Essverhalten. Das System liefert Daten über die aufgenommene Nahrungsmenge pro Sekunde, die Dauer des Kauens pro Bissen und die Anzahl der Bisse. Alle Informationen werden vom Computer zu einer individuellen Essenskurve verarbeitet. Das Testesssen - gebackener Camembert mit Preisselbeeren - wurde nach einigen Tagen wiederholt. Die beiden Essenskurven glichen sich bis auf winzige Abweichungen aufs Haar, d.h. das Essverhalten ist konstant.

Essgewohnheiten zu ändern ist häufig Grundbestandteil jeder Gewichtsreduktion. Alles, was die Essensaufnahme stört oder verlangsamt, dürfte diesem Ziele dienen. Deshalb sollte man nach Möglichkeit nicht (heimlich oder) allein essen. Man sollte sich an den Esstisch setzen, um in entspannter Atmosphäre Informationen auszutauschen und nicht nur zur Nahrungsaufnahme. Das Reden bringt vom Heißhunger ab, das Essen bekommt einen niedrigeren Stellenwert, und das Sättigungsgefühl eine gute Chance, früh genug registriert zu werden. Dann darf man auch getrost seine gute Kinderstube vergessen und Reste auf dem Teller zurücklassen. Denn Reden macht schlank.
(1630 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Grandprix: Jurys urteilen hinter verschlossenen Türen



Beurteilungen bei Musikwettbewerben sind immer noch in Buch mit sieben Siegeln. Die Preisrichter lassen sich nicht in die Karten gucken, beklagt Musikpädagoge und Psychologe Adam Kormann (Landshut) die Situation. Dabei wäre im Sinne einer musikalischen Nachwuchsförderung mehr Transparenz zu wünschen. Auch die Bewertungen bei der Vorauswahl wie bei der Endausscheidung zum Grandprix Eurovision de la Chanson waren bisher weder öffentlich, noch wurden die Beurteilungskriterien nachher zur Auswertung freigegeben. Die Jury für die Endabstimmung bestand in jedem Land aus acht Fachleuten und acht Laien. Seit 1997 tritt in der Bundesrepublik Deutschland an die Stelle des Jurorenurteils die Tedabstimmung. Favorit beim Grandprix ist Irland mit sieben Siegen, gefolgt von Luxemburg, England, Frankreich mit je fünf Siegen. Der französische Siegertitel von 1967 „Puppet on a string“, gesungen von Sandie Shaw war der größte Verkaufshit aller Siegertitel. Drei Siege errang Schweden – darunter 1974 die Gruppe ABBA mit „Waterloo“. Zwei Mal siegten seit 1956 – erster Grandprix – Norwegen, Schweiz, Italien, Spanien und Israel und nur einmal Dänemark, Österreich, Monaco, Belgien, Jugoslawien und Deutschland. Nicole errang 1982 mit dem Titel „Ein bisschen Frieden“ (Komponist Ralph Siegel) mit einem Vorsprung von 61 Punkten den Sieg für Deutschland. In den 42 Grandprix-Jahren landete Deutschland vier Mal auf dem zweiten und vier Mal auf dem dritten Platz.

Der Erfolg eines Schlagers – erst recht beim Grandprix-Wettbewerb - hängt von dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren ab, gibt Adam Kormann zu bedenken. Da sind einmal die Ergebnisse von Komponist, Texter, Arrangeur und Interpret. Sie stehen in einem Wirkungsverhältnis zur Umwelt – Publikum, Zeitgeist, Wertevorstellung, Wirtschaft und Politik und lokaler Atmosphäre. Die Siegeschancen vorauszusagen, sei daher äußerst schwierig.

Die kitschigen und primitiven, schnell zu komponierenden Songs erhielten beim Grandprix 1996 von den Jurys die besten Noten, stellte der Musikstudent Jochen Rössler fest, der sämtliche 23 Songs analysierte. Lieder mit kompositorisch höherem Anspruch von Bosnien-Herzegowina, Polen, Russland und Zypern landeten nur auf den hinteren Plätzen.
Eine Sprache lernt man durch Hören, Hören und nochmals Hören. Dann erst folgt das Imitieren des Gehörten. Dass die Qualität der Mutter-Sprache eine positive Auswirkung auf den Spracherwerb des Säuglings hat, ist bekannt. Ein Wissenschaftler der Ruhr-Uni Bochum, hat fünf Jahre lang - vom Säuglingsalter an - das Sprachverhalten der Eltern protokolliert und gleichzeitig die Sprachentwicklung des Kindes beobachtet. Das Ergebnis: das Kind reagiert in den ersten drei Lebensjahren aufnahmefreudig auf eine sehr akzentuierte, durchgefeilte Bühnensprache mit vielleicht sogar übertriebener Betonung. Sprechen mit Emotionen im höheren Frequenzbereich motiviert das Kind von Anfang an zur Kommunikation, zuerst mit Gesten, dann mit Lauten, dann mit Wortimitationen. Positiv auf das Lernverhalten des Kleinkindes wirkt sich auch das Wiederholen von Wörtern oder ganzen Sätzen aus. Ganz wichtig sind von Anfang an genügend lange Pausen nach Sätzen, damit das Gehörte verarbeitet werden kann. Das gilt für das Vorlesen von Geschichten. Der dramatische Effekt der Sprache fördert das Sprechenlernen. Ab dem dritten Lebensjahr wirkt sich das kommunikative Fragespiel günstig auf die Sprech- und Mitteilungsbereitschaft des Kindes aus. Ganz entscheidend: den kleinen Menschen von Anfang an als vollwertigen Gesprächspartner ansehen und behandeln. Es beginnt mit dem telegrammartigen Kommentar live über die Tagesereignisse - Baby im Tragetuch auf der Hüfte - und führt zur Erklärung komplizierter Umweltvorgänge für einen verständigen Gegenüber im Vorschulalter.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Eigensinnigkeit und Ungehorsam Risikofaktoren für Misshandlung



Mehr als die Hälfte aller Eltern wenden bei der Erziehung noch die Prügelstrafe an. Bei einer repräsentativen Umfrage unter 2.392 Jugendlichen gaben 81,5 Prozent der 13- bis 16-jährigen 1994 an, geohrfeigt zu werden 10,7 Prozent berichteten von Schlägen mit einem Stock oder Gürtel. Die Anzahl der Kindesmisshandlungen hat laut Statistik im letzten Jahrzehnt zugenommen. Besonders gefährdet sind Kinder von Eltern mit geringer Schul- oder Berufsbildung, psychischer Störung oder selbst gestörter Kindheit, in der sie Gewalt am eigenen Leibe erfahren haben. Aber auch frühe und ungewollte Schwangerschaft, oder Arbeitslosigkeit oder beengte Wohnverhältnisse sieht die Wissenschaftlerin Angela Gosch, vom Klinikum der Universität Kiel als Risikofaktoren für Kindesmisshandlung an. Besonders gefährdet sind junge Kinder, die viel schreien, schlecht zu trösten sind und sich nur schwer auf neue Situationen einstellen. Bei älteren Kindern oder Jugendlichen werden Ungehorsam, Aggressivität, Hyperaktivität oder andere Verhaltensauffälligkeiten zum Risikofaktor. Meist sei die Kindesmisshandlung der Endpunkt einer eskalierten Konfliktsituation, die die Eltern überfordert hat. Aber Eltern können in therapeutischen Hilfsmaßnahmen lernen, Gefühle der Hilflosigkeit oder Überforderung zu verändern, aggressive Impulse zu kontrollieren oder kindliche Äußerungen der Situation entsprechend zu interpretieren. Auch ein Erziehungsbeistand kann hilfreich sein, der praktische Hilfen bei der Erziehung oder der Organisation des Alltags gibt. Eine Befragung von 1018 Studenten und Studentinnen in Unterfranken ergab, dass 12,5 Prozent der Studentinnen als Mädchen bis 14 Jahren sexuell belästigt oder missbraucht worden sind. Bei den Studenten waren es 6,9 Prozent. Etwa die Hälfte der Opfer hat später zu jemandem über ihre Erlebnisse gesprochen. Solche Berichte sollten von den Erwachsenen ernst genommen werden und zumindest Grund zu einer Falluntersuchung werden.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Erfolgreiche Frauen lassen sich coachen Praktische Hilfe auf dem Weg zum Ziel



Freude am Leben, sich für eine Idee, eine Vision einzusetzen, die anderen nützt, lautet das Erfolgsrezept von Frauen in Spitzenpositionen in Politik und Beruf. Sie sind selbstsicher, entwickeln Fantasie und behaupten von sich, auch auf anderen Gebieten erfolgreich sein zu können. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die Wirtschafts- und Sozialforscherin Lilli Cremer-Altgeld, Institut für Management und Evolution in Bedburg, durchgeführt hat. Fast alle erfolgreichen Frauen ließen sich coachen, von ihrem Vater, ihrem Mann, einer Freundin oder einem professionellen Coach. Während des Coaching haben die meisten ihre Talente entdeckt und entwickelt, gewagt, ihre Träume in die Realität zu übersetzen.

Früher gehörte der Coach zum Sport. Er war Fachmann, Ratgeber, Pädagoge mit psychologischem Einfühlungsvermögen, Trainer. Jetzt hat der Coach seine Tätigkeit bis in die berufliche und sogar private Sphäre ausgeweitet. Natürlich kann der Coach auch weiblich sein. Er/Sie liefert dem Klienten/der Klientin den maßgeschneiderten Plan, das Lebensziel zu erreichen, sei es in die Vorstandsetage einer Firma aufzusteigen oder im Privatbereich erfolgreich zu sein, maßgeschneidert nach einem Sieben-Punkte-Programm. Die Realisierung beginnt mit dem Aufschreiben des Wunschzieles. „Die Ziele sind meist gar nicht so unrealistisch“, erklärt Lilli Cremer-Altgeld mit Blick auf ihre zehnjährige Coach-Praxis. In über 200 Einzelberatungen stellte sie fest, dass Frauen sich um 30 Prozent zu niedrig einschätzten. Schritt Nr. Zwei: Die echten Begabungen erkennen. „Ist die Kluft zwischen dem Anforderungsprofil und der Persönlichkeit zu groß, ist Misserfolg vorprogrammiert“, warnt Lilli Cremer-Altgeld. Der nächste Schritt: die persönlichen Ressourcen, Energien aktivieren und die Chancen herausarbeiten. Vierter Punkt: Aufstellen des Handlungskonzeptes, anschließend eine Schritt-für-Schritt-Umsetzen in die Praxis, wobei es wichtig ist, die Selbstsicherheit des Klienten, der Klientin zu stärken. Gleichzeitig werden die Techniken vermittelt, die Aufgaben der angestrebten Position bewältigen zu können. Erst wenn sich die Erfolge einstellen, gilt das Ziel als erreicht. Die letzte Stufe ist das „Feed-back“ - eine positive Rückmeldung am Ziel.

Frauen nutzten zu wenig die Chance der Selbstverwirklichung, wagten zu wenig, ihre Visionen umzusetzen, so die Marktforscherin Sie rät Frauen, die noch mehr aus ihrem Leben machen wollen, sich coachen zu lassen, um nicht nur ihr Ziel zu erreichen, sondern den Lohn der Anstrengung auch zu genießen. Auch das lernt man beim Coaching.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Neue Medien machen Jugendliche lernaktiv



Die neuen Medien, wie Multimedia und Internet, verlangen aktives, selbstständiges und flexibles Lernverhalten. Damit sozial benachteiligte Jugendliche nicht ins Hintertreffen geraten, richtete das Wissenschaftliche Institut des Jugendhilfswerks Freiburg, Kurse für Video- und Computerarbeit ein, die durch Radio- und Multimedia-Tätigkeit erweitert wurden. Es stellte sich schnell heraus, dass Multimedia-Projekte bei arbeitslosen Jugendlichen Aktivität, Engagement, Selbstwertgefühl und die Hoffnung auf die Zukunft fördern. In der Gruppenarbeit können gleichzeitig verschiedene Arbeitsschwerpunkte gebildet werden wie Textverarbeitung, Bildbearbeitung, Zeichnen, Computeranimation Soundkomposition, Recherche in Archiven oder bei Wissenschaftlern. Als Ergebnis der Arbeit entsteht eine CD-ROM oder eine Webseite zum Thema. Roland Bader, ein Wissenschaftler des Projekts erkannte, dass Neugier eine wichtige Voraussetzung ist, aus passiven Mediennutzern (TV und Radio) aktive Multimedia-Benutzer zu machen, die selbstständig ihr Wissen erweitern. Allerdings müsse man den Jugendlichen Zeit lassen, die Technik zu lernen und sich damit kreativ auszudrücken. Die Motivation zur Computerarbeit sei stark, weil Computerkompetenz bei Jugendlichen immer noch hoch im Ansehen stehe.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Freundliche Scheidungseltern wecken Wunsch nach Wiedervereinigung



Alleinstehende Mütter mit einem fünf Monate alten Säugling haben es wesentlich schwerer als Mütter mit einem Partner. Die Alleinstehenden leiden - zum Teil signifikant - stärker unter Angstgefühlen; Schwermütigkeit und Erschöpfung als Frauen, die sich auf den Vater ihres Kindes stützen können. Es bemächtigt sich ihrer viel häufiger ein Gefühl von Verlassenheit als bei einem bestehenden Verhältnis. Zu diesem Ergebnis kommt die Hamburger Psychologin Eva Arnold, die eine Befragungsaktion mit Müttern durchführte. Allerdings sind die alleinstehenden Mütter noch besser dran als eine vergleichbare Gruppe von Frauen, die sich trotz vieler Probleme von ihrem Partner, dem Vater des Kindes nicht trennen können oder wollen. Die unsichere Situation trägt noch stärker zur Belastung bei. Die Psychologin hält es nicht für sinnvoll eine aussichtslos disharmonische Ehe im Interesse der Kinder aufrecht zu erhalten. Die Kinder würden unter dieser Unsicherheit unter Umständen stärker leiden als unter einer Trennung. Ziel der Psychologie müsse es sein, die negativen Konsequenzen für die Kinder zu mildern. Entwicklungsschwierigkeiten bei Kindern könnten vermieden werden, wenn die emotionalen Auseinandersetzungen vor der Scheidung unter Kontrolle gehalten würden und die Eltern nach der Trennung kooperieren. Allerdings können Kinder, die plötzlich ihre verfeindeten Eltern in freundlicher Atmosphäre erleben, den Wunsch nach Wiedervereinigung nur schwer unterdrücken. Die Nebenwirkungen einer Scheidung können durch eine stabile Lebenssituation des Sorgeberechtigten und eine ausreichende materielle Versorgung weiter gemildert werden. - Besonders belastend wird es von Kindern wie den Erwachsenen empfunden, wenn ein Viertel aller geschiedenen Eltern auch nach der juristischen Trennung ihre Auseinandersetzung nicht beenden. Einem weiteren Viertel gelingt es allerdings kooperative und konstruktive Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln. 40 Prozent der nicht-sorgeberechtigten Väter haben kaum oder keinen Kontakt zu ihren Kindern. Aber auch Erwachsene leiden selbst unter dem psychologischen Prozess der Scheidung, der von Trauer, Wut, Angst und Kränkung begleitet wird, die sich bis zur Selbstmordabsicht steigern können. Geschiedene, die mit ihren Problemen nicht fertig werden, haben eine höhere Krankheits- und Sterberate. Wem es allerdings gelingt, sich mit der neuen Situation zu arrangieren, kann die Scheidung längerfristig als einen persönlichen Gewinn an Selbstbewusstsein und Autonomie erleben.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Krankheit ein Fingerzeig zur Lebensänderung



Der Genesungsprozess dürfe nicht allein dem Arzt überlassen werden, sondern der Patient müsse als gleichberechtigter Partner seine Selbstheilungskräfte mobilisieren, fordern Psychologen, die eine Reihe von Patienten über einen längeren Zeitraum beobachtet haben. Patienten, die sich mit ihrer Krankheit - es ging vorzugsweise um Wirbelsäulenkranke - auseinander gesetzt hatten und trotz aller Behinderung den Lebensmut nicht verloren und sich wieder in den Arbeitsprozess integriert hatten, machten bessere Heilfortschritte als eine andere Gruppe, die sich ausgesprochen pessimistisch gab. Die optimistischen Patienten verstanden ihre Krankheit als ein Lernangebot, als einen Fingerzeig, ihr Leben zu verändern, während die Grübler mit der Suche nach den Krankheitsursachen sich nur auf die Vergangenheit konzentrierten. Sie waren auch weniger mit der Heilbehandlung zufrieden, obgleich es keine medizinischen Unterschiede zu der anderen Gruppe gab. Um die Pessimisten umzustimmen und bei ihnen eine positive Einstellung zum Krankheitsbild zu erzeugen, sollte eine Patientenschule eingerichtet werden.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Sportlerrinnen erleben Karriereabbruch als Versagen



Die häufigste Ursache für den Abbruch der leistungs-sportlichen Karriere (Dropout) bei Frauen ist das Gefühl, sich nicht weiter steigern zu können. Fast gleichrangig werden Verletzungen, persönliche Schwierigkeiten mit Beruf und Partner genannt. Das Problem ist international und gilt für sämtliche Sportarten. Der meist ungeplante Karriereabbruch wirkt sich, wie die Leipziger Sportpsychologin Dorothee Alfermann festgestellt hat, als kritisches Lebensereignis aus und wird als Versagen erlebt. Eine besonders schwierige Phase mit hohem Dropout-Risiko ist der Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter. Für die jungen Frauen kommt ein weiteres Problem hinzu, die Familienplanung. Bis zum Zeitpunkt des Dropouts gab es keine Erfolgsunterschiede zwischen den Aussteigerinnen und den Aktiven. Allerdings erwiesen sich die Aussteigerinnen zuvor schon als ängstlich, zeigten geringere Ausdauer in Leistungssituationen und standen neuen Situationen pessimistisch gegenüber. Nach dem Karriereabbruch litten die meisten Sportlerinnen unter psychosomatischen Beschwerden, mangelnder Selbstsicherheit und Durchsetzungsfähigkeit. Der Ausstieg führte in vielen Fällen zum vollständigen Bruch mit der bis dahin ausgeübten Sportart. Die Ex-Sportlerinnen suchten sich häufig neue Aufgaben, um das Misserfolgsgefühl des Karriereabbruchs zu verdrängen.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Support statt brauchbarer Gebrauchsanweisung



Es ist nicht immer leicht, in ein Computerprogramm einzusteigen. (Oder besser: es ist immer nicht leicht . . .) Dicke Handbücher finden nicht die Gegenliebe der sogenannten User. Aber dafür gibt es Gebrauchsanweisungen und das Hilfeprogramm. Also nimmt man zuerst die Gebrauchsanweisung vor. Sie verspricht, in wenigen Minuten im Programm sattelfest zu sein. Verspricht . . . Aber schon bald stellt sich heraus, dass diese Minuten sich (manchmal) zu Tagen dehnen. Also, verlässt man sich auf das beliebte Trial und Error-Spiel, Versuch und Irrtum. Nachdem man (Frau) genug Irrtümer erkannt hat, kommt es zu weitaus geschickteren Versuchen, ins Zentrum, des Geheimnisses vorzudringen. Allerdings erreicht man von den zehn möglichen (Gebrauchs) Punkten des Programms auf diese Weise nur vier oder fünf. Bleibt das Hilfeprogramm. Aber eigentümlich, genau auf die Fragen, die der User hat, kann das Hilfeprogramm (in den meisten) Fällen nicht antworten. Doch da gibt es im Vorspann des Programms eine Telefonnummer unter dem neudeutschen Begriff Support. Was ist ein Support? Wenn eine Firma in Dublin (!) eine Telefonzentrale einrichtet, die u. a. auch den deutschen Kunden über ein Programm oder ein Produkt fernmündlich Auskunft und Hilfe erteilt, dann ist das ein Support. Was die Telefonminute kostet? Nun, von 1,21 € bis über 5 €. Auch die Warteminuten zählen, wenn die sympathische Stimme – o Wunder in Ihrer Heimatsprache - sagt: „Sie werden verbunden, sobald der nächste Platz frei ist.“ Da die Supportleute sehr gefragt sind, kann es selbstverständlich lange dauern. Und dann endlich sind Sie an der Reihe. Es nützt wenig, Fragen vorbereitet zu haben. Die sympathische Stimme wird ihnen erst einmal erklären, dass das Programm eigentlich ganz einfach sei. Und erst wenn Sie an Ihrer Intelligenz zu zweifeln beginnen, bekommen sie halbwegs brauchbare Tipps. Der beste: Und wenn Sie jetzt immer noch nicht klar kommen, dürfen Sie gern nochmals anrufen. “ Na, wenn das kein brauchbarer Tipp ist.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Outfit vom Doppelten Lottchen erschwert Selbst-Erkenntnis



Dass eineiige Zwillinge in allem hundertprozentig übereinstimmen, hat die Wissenschaft längst widerlegt. So herrscht bei der Händigkeit nur eine Übereinstimmung von ca. 78 Prozent, ähnlich wie bei zweieiigen Zwillingen. Anderseits kann bei zweieiigen Zwillingen eine verblüffende Übereinstimmung herrschen, sodass Eltern und Umwelt ihre Schwierigkeiten haben, die beiden voneinander zu unterscheiden. Auch können sich genetisch identische Zwillinge im Laufe der Jahre unterschiedlich entwickeln, was Statue und Körpergröße angeht. Schwierigkeiten, sich auf Fotos selbst zu erkennen haben Zwillinge in weit größerem Maße als Einzelkinder. Bezugspersonen wie die Mutter werden früh erkannt, für sich selbst aber nutzen sie eine Sammelbezeichnung. Erst mit vier Jahren ist die Selbst-Erkenntnis perfekt. Eltern, die ihre Zwillinge wie das Doppelte Lottchen kleiden, tragen zur Verwirrung bei. Empfehlung der Wissenschaftler Werner Deutsch, Angela Wagner und Renate Burchardt (Braunschweig) die Zwillinge verschieden zu kleiden, ihre Eigenarten stützen, um die persönliche Identität zu fördern.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Über 60: Abstriche bei Nacht- und Fernfahrten



Auch für die Altersgruppe über 60 gehört der eigene Pkw zur Lebensqualität, einmal zur eigenen Versorgung – da viele ältere Menschen in den Randgebieten leben – zum anderen für die Teilnahme an kulturellen und Freizeitaktivitäten, stellen die Psychologen Arnd Engeln und Bernhard Schlag, Dresden, fest. Befragt wurden 203 Personen aus dem Kölner und Dresdner Raum. Ein Viertel davon waren Frauen. Fast die Hälfte der Fahrzeugbenutzung geht auf das Konto von Einkauf und Freizeit, 15 v.H. sonstige Erledigungen, 7 Prozent für Arzt und Körperpflege und für die restlichen 30 Prozent werden Besuchsfahrten, Hobby, Service, Ehrenamt und religiöse Tätigkeiten genannt. Allerdings macht diese Altersgruppe Abstriche bei Fern- und Nachtfahrten, Besuch von Stadtzentren mit schwierigen Parkmöglichkeiten. Auch stressiges Verkehrsgeschehen löst Unsicherheit und Angst aus und wird deshalb gemieden. Ein komplizierter Fahrplan, Einsteigeprobleme, verbunden mit weiten Fußwegen zur Haltestelle erschweren das Umsteigen auf den Nahverkehr.


Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Suggestiv-Fragen verändern Gedächtnisinhalt kaum



Kinder im Vorschulalter lassen sich eher nicht erlebte Ereignisse einreden, als erlebte Ereignisse ausreden, ergab eine Untersuchung des Bonner Psychologen Johann Endres. Die Fremdbeeinflussung verändert allerdings nicht die Gedächtnisinhalte des Kindes Damit ist die Glaubwürdigkeit als Zeuge bei starker suggestiver Beeinflussung – ähnlich wie beim Erwachsenen – in Frage gestellt. Weniger in die Irre führen lassen sich Kinder, wenn sie vorher auf die Möglichkeit einer falschen Behauptung hingewiesen werden. Ohne Meinungsdruck sind die Kinder sehr wohl in der Lage, ca. 90 Prozent aller erlebten Ereignisse richtig einzuordnen.




Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Krise bei Ende der Berufstätigkeit



Sieben Punkte gegen „Vakuum“ – Positive Einstellung

Häufig ist das Ausscheiden aus dem Berufsleben ein krisenhaftes Ereignis, weil der Mensch von alten, zum Teil auch lieb gewordenen Gewohnheiten Abschied nehmen muss. Er wird vom Informationsstrom, den berufliche Tätigkeit mit sich bringt, abgeschnitten. Die Folge können physische und psychische Störungen sein. Die Psychologin Elisabeth Minnemann vom Deutschen Zentrum für Alternsforschung in Heidelberg gibt mit einem Sieben-Punkte-Programm Hilfestellung.Durch die Beendigung der Berufstätigkeit fällt der vorgegebene Tagesrhythmus weg. An die Stelle soll eine neue, selbst vorgegebene Zeiteinteilung gesetzt werden.

1. Die Berufsaufgaben entfallen. Dieses Vakuum sollte durch Aufgaben und Tätigkeitsfelder ersetzt werden, die dem „neuen“ Leben Sinn und Struktur geben.

2. Ohne Job entsteht ein Gefühl der Nutzlosigkeit – „Ich werde nicht mehr gebraucht“. Der Ausweg: In Eigenverantwortung eine (ehrenamtliche) Tätigkeit übernehmen.

3. Die durch den Beruf geforderten und dauernd trainierten Fähigkeiten sollten in andere Bahnen gelenkt werden: Engagement in Familie, Gruppen oder Initiativen.

4. Das Ansehen und Prestige, das der Beruf bis dahin vermittelt hat, sollte durch neue soziale Beziehungen ersetzt werden, die ein Erfolgsgefühl geben.

5. An die Stelle der Kontakte zu Arbeitskollegen könnten intensivierte Beziehungen zu Familie. Freunden, Bekannten und Nachbarn treten..

6. Eine positive Einstellung zum neuen Lebensabschnitt und Geduld in der Umstellungsphase helfen über die Schwierigkeiten hinweg. pp.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Äußere Faktoren beeinflussen Konzentration



Häufig ist Konzentrationsschwäche die Ursache für Schulversagen. Konzentration ist keine Begabung, sondern will erlernt sein und hängt von zahlreichen äußeren Bedingungen ab, gibt der Dresdener Psychologe Professor Karl Westhoff zu bedenken. Voraussetzung sind körperliche und geistige Gesundheit. Er stellt sieben Grundbedingungen auf:

1. Erholsamer Schlaf ist Voraussetzung für konzentriertes Arbeiten.

2. Leistungshoch des Tages nutzen. Jeder Mensch hat während 24 Stunden einen Zyklus von psychischen

Hoch und Tief.

3. Interesse für den Lernstoff steigert die Konzentration. Wünsche, die in die Zukunft zielen, können Lern-Motor sein. Abneigung und Angst erschweren den Lernprozess.

4. Lärm und störende Umwelt meiden. Ablenkung kostet Konzentrationsenergie.

5. Beherrschen der Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben, Rechnen sind unabdingbare Voraussetzungen zur Konzentration.

6. Genügend Muße zum Luftholen und Kraftschöpfen fördert die Konzentrationsfähigkeit. Ein übervoller Terminkalender - neben der Schule Sport, Musikunterricht - verursacht Stress - den Feind der Konzentration.

7. Persönliche Probleme mit sich selbst, Freunden oder der Familie erschweren, sich auf den Lernstoff zu konzentrieren.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Sachverständigenrat fordert: Bildungshunger der Fünfjahrigen nutzen



Längst haben die Psychologen festgestellt, das die frühkindliche Intelligenz mehr als 70 v.H. der eines 18jährigen und die geistige Speicherkapazität nahezu 80 v. H. der eines Erwachsenen beträgt. Das gilt für einen Fünf- bis Sechsjährigen, der noch keine Schule besucht. Wenigstens ein ganzes Jahr verstreicht bis Schulbeginn, ohne diese kostbare Zeit zu nutzen. In den 70er Jahren versuchten Vorschulprogramme in den Kindergärten den Lernprozeß vorzubereiten. Die wissenschaftlichen Begleituntersuchungen konnten jedoch zwischen den Gruppen mit Vorschulmaterial und den Gruppen mit Spielprogramm keinen signifikanten Unterschied feststellen. Die bunten Vorschulprogramme verschwanden wieder aus den Kindergärten.

Weiterentwicklungen konnten sich nicht durchsetzen, da nach den Kindergartenrichtlinien die Förderung der kognitiven Fertigkeiten nicht ansteht, sondern nach wie vor Spielerisches den Tag beherrscht.

Jetzt hat ein Sachverständigenrat der Hans Böckler Stiftung erneut den Gedanken von einer Bildung in der frühen Kindheit aufgegriffen. Jedem Kind soll vom ersten Lebensjahr ein qualitativ hochwertiges Bildungsangebot zur individuellen Förderung gemacht werden. Besonders die Chancen jener Kinder sollten verbessert werden, die in Familie und Umfeld wenig gefördert werden. In der frühen Kindheit machten Menschen die größten Schritte ihrer Entwicklung, ihre Lernfähigkeit werde im Laufe ihres Lebens nie mehr so ausgeprägt sein, wie in den ersten Jahren. Die Unterstützung durch Bildungsangebote habe in diesem Lebensalter die besten Erfolgsaussichten. Untersuchungen haben ergeben, dass ein erfolgreicher Start in das lebenslange Lernen die Garantie für einen erfolgreichen und problemlosen Bildungsweg darstellt. Start gut - alles gut. Bei einer Förderung mit System werden alle Fähigkeiten des jungen Menschen geweckt, sein Denken angeregt, der Umgang mit der Sprache geübt, seine Intelligenz gesteigert.

Voraussetzung sei eine weiterreichende Ausbildung der ErzieherInnen mit dem Schwerpunkt Wissenserwerb, so der Sachverständigenrat. Er fordert für die Fünfjährigen ein verpflichtendes, kostenloses Bildungsangebot. Den Eltern müsste dabei weitgehend Mitspracherecht eingeräumt werden. Die Kosten soll der Staat tragen.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Testgerät soll Wachzustand des Fernfahrers überprüfen



Wissenschaftler sollen ein Testgerät entwickeln, das den Wachzustand eines Kraftfahrers feststellt, fordert das Kuratorium für Verkehrssicherheit in Wien. Dazu könnte das Fahrverhalten und der optische Zustand des Fahrers herangezogen werden. 90 Prozent der Unfälle führen auf menschliches Versagen zurück. Davon ein Großteil auf Übermüdung, ein Problem, mit dem besonders Berufskraftfahrer zu kämpfen haben, die im Laster viele Stunden extremen Belastungen ausgesetzt sind. Müdigkeit beeinträchtigt die Wahrnehmung wie das Reagieren und kann tödliche Konsequenzen haben. In einer Studie wurden Experten aus zehn europäischen Ländern befragt und Psychologen führten mit 30 Kraftfahrern Tiefeninterviews durch, in denen die Motive, Wünsche und Bedürfnisse der Kapitäne der Straßen festgestellt wurden. Das Ergebnis fordert ein Abschaffen der starren und Einführung einer flexiblen Gestaltung der Lenkzeiten, entsprechend dem Wachheitszustand des Fahrers, der durch Online-Überprüfung festgestellt wird. Die Fahrer können freiwillig in einer Kette von Teststationen ihren Wachheitszustand überprüfen lassen. Eine moderne Routenplanung sowie Zusatzinformationen über das Ausland sollen zur Entlastung des Fahrers beitragen. Gefordert werden außerdem europaweit standardisierte Kontrollen. Ein verbessertes Service und Rastplatzangebot könnte die Pausen- und Ruhezeiten attraktiver gestalten.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Das Gros der Jugendlichen: Mit dem Auto zu Job und Uni



Das Gros der Jugendlichen im Alter von 14 - 17 Jahren will nach Schulabschluss mit dem Auto zur Uni oder zur Arbeitsstelle fahren. Nur ein Viertel denkt daran, den Weg mit dem Fahrrad zurück zu legen. Der Rest benutzt den Nahverkehr, ergab eine Umfrage von Psychologen der Uni Wien. Insgesamt waren 200 Schülerinnen und Schüler befragt worden. Die Begründung für die jeweilige Entscheidung: ein Auto ist schnell, bequem und ohne Anstrengung, Nahverkehr ist sicher und umweltfreundlich, das Radfahren ist billig und schont die Umwelt. Allerdings wird die Eigenschaft umweltfreundlich wesentlich niedriger bewertet als schnell und zuverlässig. Die voraussichtliche Verkehrsnutzung ist altersunabhängig. Bei der Gruppe, die mit dem Rad fahren will, sind die Jungen stärker vertreten als die Mädchen.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Patienten in Selbsthilfegruppen vitaler und selbstbewusster



Teilnehmer an Selbsthilfegruppen wissen über ihre Krankheit und deren Behandlungsmöglichkeiten besser Bescheid, fühlen sich weniger isoliert, sind selbstbewusster, haben mehr Lebensmut und Freude und weniger Angst vor ihrer Krankheit. Sie sind sicherer im Umgang mit Ärzten. . Diese Feststellung traf ein oesterreichischer Psychologe aus Klagenfurt. Er wählte aus den 273 Selbsthilfegruppen nach einem Zufallsschlüssel 66 Gruppen aus und wertete 343 Fragebogen aus. Es handelte sich um die Patientengruppen Anonyme Alkoholiker, Depression und Angst, Diabetes, Frauen nach Krebs und Multiple Sklerose. Zwei Drittel der Befragten waren Frauen. Die Hälfte der Befragten befindet sich in Pension oder ist arbeitslos. Ein Fünftel hat Abitur oder einen Hochschulabschluss. Die meisten gehörten länger als fünf Jahre zu ihrer Gruppe. Im Durchschnitt dauert es fünf Jahre, ehe die Patienten eine Selbsthilfegruppe aufsuchen, Frauen eher als Männer. Trotz der Unterstützung durch die Gruppe meinen die Patienten, dass ihre Krankheit sie behindert und ein normales Leben verhindert. Zwischen den Selbsthilfegruppen bestehen deutliche Unterschiede. Die deutlich beste Einschätzung weisen die anonymen Alkoholiker und die Diabetiker auf. Am ungünstigsten beurteilen die Teilnehmer der MS-Gruppen ihre Lebensqualität. Je länger sich jemand bei einer Selbsthilfegruppe engagiert, um so besser ist auch sein körperlicher Gesundheitszustand. Wer weniger Angst vor der Krankheit hat, erlebt sich vitaler und sieht sich durch die Krankheit weniger beeinträchtigt. Patienten, die sich vor ihrer Erkrankung aktiv waren, gehen auch mit ihrer Krankheit engagierter um und versuchen auch weiterhin ihr Leben aktiv zu gestalten.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Fahren mit über Fünfzig: Solange es Spass macht



Das Autofahren drangeben wollen 80 Prozent der über 50-Jährigen in Oesterreich, "erst dann, wenn sie merken, dass sie nicht mehr können." Diese Einschätzung gewinnt mit zunehmendem Alter an Bedeutung. 18 Prozent wollen fahren solange es ihnen Spaß macht. 15 Prozent richten sich nach dem Urteil der Angehörigen. Einige (8 Prozent) wollen fahren, solange sie das Auto brauchen. Nach dem Unfall den Führerschein abgeben will 1 Prozent aus einer repräsentativen Stichprobe von 1000 Menschen. Diese Ergebnisse fanden Psychologen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (Wien), die die Fragebogen auswerteten.

Gründe, mit dem Autofahren aufzuhören, sind in erster Linie

gesundheitlicher Natur. Krankheit oder gesundheitliche Probleme könnten 42 Prozent der älteren Führerscheinbesitzer dazu bringen, nicht mehr selbst zu fahren. Die Angst vorm Fahren könnte 8 Prozent zur Auto-Enthaltsamkeit bringen. In Wirklichkeit haben aus der befragten Gruppe aber erst 1 Prozent damit Ernst gemacht. Das Auto wird von den über 50-Jährigen in der Hauptsache zum Einkaufen (66 v.H.) und zum Besuche machen (53 v.H.) gebraucht. Nur 25 Prozent nutzen es für Arbeit und Beruf. Am unsichersten fühlen sich die älteren Autofahrer bei Nacht und schlechtem Wetter. Frauen in dem Alter haben ein geringeres Sicherheitsgefühl als die Männer. Bei Fahruntüchtigkeit wollen 74 Prozent ihre Erledigungen zu Fuß machen, 70 Prozent würden bei Bekannten und Verwandten mitfahren, Öffentliche Verkehrsmittel 68 Prozent und 35 Prozent auf Fahrrad und Taxi als alternatives Fortbewegungsmittel.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Männer reagieren bei Stress im Stehen heftiger als im Sitzen



Die Körperlage eines Menschen entscheidet, welche Wirkung der Stress hat. So ist die Cortisolausschüttung - Zeichen von Stress - im Stehen höher als bei gleicher Belastung im Sitzen, fanden Psychologen der Uni Gießen heraus. Das trifft allerdings in der Hauptsache auf Männer zu.

Bei Frauen sind die Unterschiede geringer. Kaum unterschiedliche Reaktionen zwischen Stehen und Liegen sind bei Frauen festzustellen, die die Pille nehmen. Die unterschiedliche Cortisolausschüttungen sind jedoch nicht körperlich wahrnehmbar, so das der Stress immer gleichmäßig empfunden wird.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Unbekannte Wörter kosten Zeit



Nonsenswörter - Wörter ohne Sinn - zu schreiben, macht den meisten Menschen Schwierigkeiten. Der Schreibfluss verlangsamt sich gegenüber normalen Wörtern, fanden Psychologen der Uni Regensburg heraus. Die Wissenschaftler nehmen an, dass beim Schreiben von Wörtern einmal das Lexikon im Kopf bemüht wird, zum zweiten der Wortklang eine Rolle spielt. Aus beiden wird das Wortbild rekonstruiert. Da es keine Nonsenswörter im Speicher gibt, muss das Wortbild über die Aussprache konstruiert werden, was Zeit kostet.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Geruch von Alkohol löst bei Patienten sichtbares Suchtverlangen aus



Schon ein alkoholischer Duft reicht aus, um bei einem alkoholkranken Patienten ein Verlangen nach dem Suchtstoff auszulösen, wiesen Düsseldorfer Wissenschaftler mit der funktionellen Kernspintomografie nach. Sie beobachteten, dass im Gegensatz zu gesunden Personen, Gehirnregionen, die für die Emotionen zuständig sind, aktiviert wurden. Zugleich wird mit dieser Methode die Wirksamkeit einer kombinierten psychotherapeutischen und psychopharmakologischen Therapie nachgewiesen, und zwar an Hand der nachlassenden Aktivität. Außerdem kann der Suchtdruck, das Verlangen nach Alkohol, im Gehirn dadurch sichtbar gemacht werden. Allein die Erinnerung an Alkohol oder die Vorstellung des Trinkens kann schon beim Patienten alkoholtypische körperliche Reaktionen wie höhere Herzfrequenz, gesteigerter Blutdruck, oder vermehrtes Schwitzen hervorrufen. Überprüfungen im Laufe der Therapie zeigten, dass die Reaktionen auf den Geruch von Alkohol abnahmen. Die Patienten bestätigten auch, dass das Verlangen nach Alkohol von Mal zu Mal schwächer wurde. Damit ist der Fortschritt einer Therapie auch objektiv kontrollierbar.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Kinder kennen Kopfschmerz bereits vor Schulbeginn



Schon im Vorschulalter klagen 20 Prozent der Kinder über Kopfschmerzen. Bis zur vierten Klasse ist es bereits mehr als die Hälfte. Von 7000 befragten Kids hatten 90 Prozent bis zum 12. Lebensjahr bereits Kopfschmerzerfahrung, davon 60 Prozent mit Spannungskopfschmerzen, bis zu 12 Prozent leiden an Migräne. "Wiederkehrende Kopfschmerzen müssen im Kindesalter frühzeitig und wirksam behandelt werden", fordert eine Expertengruppe der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft in Münster. Vor einer Behandlung sollten Kind und Eltern getrennt vier bis sechs Wochen einen Kopfschmerzkalender führen. Darin festgehalten werden Dauer und Intensität der Schmerzen, Begleitsymptome und mögliche Auslöser. Bei leichten Migräneattacken hilft es häufig schon, wenn sich das Kind in einem abgedunkelten, ruhigen Raum legt. Ein feuchtes Tuch auf der Stirn, sowie Schläfen und Nacken mit Pfefferminzöl einreiben, können leichte bis mittelschwere Kopfschmerzen effektiv lindern. Auch ein TENS-Gerät , mit dem Kinder sich schon im Alter von sechs Jahren behandeln können, verschafft Linderung. Kleine Elektroden werden im Nackenbereich aufgeklebt. Dadurch fließen sanfte Ströme, die ein Kribbeln erzeugen. Wenn die einfachen Mittel nicht helfen, sollten die Eltern mit dem Kind in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Ein Kind, das an Migräneattacke leidet, hört meist auf zu spielen, wird blass, möchte sich hinlegen. Wenn es einschläft, wacht es nach kurzer Zeit ohne Beschwerden auf. Übelkeit und Erbrechen sind bei Kindern in der Hauptsache die Begleiterscheinungen der Migräne. Auch bei Kindern kann es wie bei Erwachsenen vor der Attacke zu Flimmersehen oder Lichtblitzen vor den Augen und Gefühlsstörungen in Händen und Armen, sowie Sprachstörungen kommen. Schwindelattacken mit Übelkeit und Erbrechen - ohne Kopfschmerzen - bezeichnen die Wissenschaftler als Migränevorstufe. In den Fällen sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden. Um den Kopfschmerzen vorzubeugen, empfehlen ie Wissenschaftler regelmäßige Nahrungsaufnahme, viel frische Luft, ausreichend Schlaf und Entspannungsübungen.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Wunsch nach Trennung führt zum Mord Gewalttat als Folge mißglückter Problemlösung



Männer, die ihrer Frau den Wunsch nach Trennung abschlagen, leben gefährlich. Nicht, daß ihnen die Frau nach dem Leben trachtet, nein, sie selbst geraten in die Gefahr, gegen ihre Frau tätlich zu werden, zum Mörder oder Totschläger zu werden. Diese Männer versuchen das Problem des Zusammenlebens zu lösen, geraten dabei eines Tages in die Sackgasse und reagieren in Torschlusspanik. Viele Tötungen und Tötungsversuche sind die Folge von mißlungenen Ehe-Problemlöseverhalten. Das fand ein Psychologe heraus, der im offenen Strafvollzug Gefangene betreute und lange Gespräche mit Tätern führte.

Durch die Analyse der Entwicklungsprozesse, die zur Tötung des Partners geführt haben, können Trennungsproblemen zukünftige Kurzschlußhandlungen vermieden werden. Die Wissenschaft müsse aufgrund der Erkenntnisse in der Lage sein, Tötungshandlungen zu verhindern. Und zwar in erster Linie bei Trennungsproblemen. Im Lokalteil der Tageszeitung ist eine solche Schlagzeile nicht selten: "Ehemann erschlägt Frau mit Beil." Dahinter steckt eine ausgewachsene Familientragödie. Die stets gut informierten Nachbarn schwanken zwischen "Das hätten wir nicht geglaubt" bis "Es mußte ja soweit kommen".

Häufig stellt sich der Täter anschließend selbst. Wird dem Kommissar die Jagd nach dem Schuldigen erspart, fragt er um so intensiver nach dem Motiv der Tat. Der Gutachter, vom Gericht bestellt, liest aus der Täterpersönlichkeit entweder "Unbeherrschtheit und Egoismus" oder "Brutalität und Gefühlskälte" als die charakterlichen Voraussetzungen für eine solche Tat heraus. Oder - kann man den Grund nicht an den Eigenschaften festmachen, so bestätigt der Gutachter dem Delinquenten eine gewisse Krankhaftigkeit, die zur Tat geführt haben muß. Da der Täter gefährlich ist, muß er von der Gesellschaft getrennt, sprich inhaftiert werden. Auch in dem sonst so fortschrittlichen Land Amerika versteift man sich auf das Herausfinden von Eigenschaften, die die Täter-Persönlichkeit ausmachen. So nach dem Motto, ein Mörder hat stechende Augen, niedrige Stirn, brutales Kinn. Aber - viele Mörder haben ein Babyface. Schon früh kam den Forschern der Gedanke, daß es nicht nur von den Eigenschaften abhängt, sondern von den Umständen, unter denen ein Mensch zum Täter wird. Die Psychologen begannen, nach dem WIE zu fragen. Wie hat sich eine solche Tat entwickelt? In einem Jahr wies die bundesdeutsche Kriminalstatistik 2.778 Fälle von Mord- und Mordversuch und Totschlag und Totschlagsversuch auf. In 866 Fällen starb das Opfer. Die Polizei spricht von jährlich' ca. 3000 Tötungsdelikten. Zusammen mit Gewalttaten, Raub und Körperverletzungen machen die Tötungsdelikte allerdings nur 3 v.H. der gesamten Kriminalität aus.

Das Interessante: bei 75 v.H. aller Tötungsdelikte sind Opfer und Täter verwandt oder gut miteinander bekannt. Den Mammutanteil nimmt der Gattenmord ein, die sogenannte Trennungstat. Ein Partner will den andern verlassen. Der zweite Partner widersetzt sich diesem Wunsch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln - bis hin zur Tötung des (geliebten) Partners, obwohl er glaubt, ohne ihn/sie nicht leben zu können. In einem Jahr gab es 279 Verurteilungen wegen Mordes und 534 wegen Totschlags. Die Frauen waren mit unter zehn v.H. beteiligt. Auch eine Frau kann zum Messer greifen, um sich gegen die Trennung zu wehren. (Darum starben die meisten getöteten Ehemänner in der KÜCHE, wo die Gelegenheit günstig war, zum Brotmesser zu greifen) Die meisten der von ihren Männern getöteten Frauen starben dagegen im Schlafzimmer.

Er hat sich über die Entstehung solcher Trennungsprobleme Gedanken gemacht, um herauszufinden, warum unbedingt dieser oder jener Fall zur Tötung geführt hat. Das Ergebnis seiner Befragungen und Rekonstruktionen der Tathergänge bezeichnet die Tötungsdelikte als eine Folge mißlungener Problemlösungen.

Bei rund 100.000 Ehescheidung im Jahr kommt es in "nur" 0,3 Prozent zu dieser endgültigen Trennung. Die Ansicht des Psychologen: Die Forschung müsse dazu beitragen, diese 0,3 Prozent Fälle mit Tötungshandlungen zu verhindern, zumal die Problematik bekannt ist, bekannt nämlich bei Nachbarn, Verwandten, Polizei und Ämtern.

In allen Fällen, die Simons untersucht hat, sind Männer die Täter. In allen Fällen hat er festgestellt, daß sich diese Männer dem Trennungsvorschlag ihrer Frauen widersetzt haben. So kam er zu der Schlußfolgerung, daß Beziehungskonflikte vorausgegangen sind, die den Grenzwert überschritten haben. Wie ein Mensch jenseits seiner Belastungsgrenze handelt, ist schlecht voraussagbar, wie auch sozialpsychologische Feld- und Laborexperimente ergeben haben. Reaktionen des Menschen in extrem fordernden Situationen sind immer für Überraschungen gut. Experimente dieser Art mußten sogar teilweise abgebrochen werden, weil sonst die aus der Rolle abgeleitete Aggression zu Schäden geführt hätte. Ein Musterbeispiel dafür ist ein Experiment, in dem sich Studenten in einem fiktiven Gefängnis in die Rolle von Wächtern und Gefangenen teilten. Bei "Wächtern" wie "Gefangenen" traten starke Aggressionstendenzen auf.

Zwischenmenschliche Beziehungen sind emotionale Beziehungen. Überschreiten die emotionalen Prozesse einen bestimmten Grenzwert an Intensität, entsteht ein extremer Handlungsdruck, um das Problem der Missverständnisse endgültig aus der Welt zu schaffen. Verbunden ist dieser Handlungsdruck mit Unsicherheit, die wiederum einen hohen Pegel an Erregbarkeit schafft. Schnell erfolgt ein Umkippen in den Furcht- und Wut-Affekt, und die Neigung zur Kurzschlußhandlung wächst. Unsicherheit und Ausweglosigkeit auf beiden Seiten erleichtern die Tat.

Als verheerend hat sich das Wechselbad der Gefühle herausgestellt: Die Frau verlangt die Trennung. Der Mann verspricht Änderung, weil er glaubt, sein Verhalten sei der Grund für das Auseinanderleben. Er bettelt und beschwört sie, die Verbindung aufrechtzuerhalten. Es kommt zur scheinbaren "Versöhnung". Kurz darauf verlangt sie erneut die Trennung. Wieder verspricht ER Besserung, überhäuft SIE mit Aufmerksamkeiten, Geschenken und Blumen. SIE lenkt scheinbar ein. Aber als ER sich schon am Ziel seiner Wünsche glaubte, die Verbindung aufrechtzuerhalten, verlangt sie erneut TRENNUNG. Der Versuch, die Frau über regressives Verhalten umzustimmen, ist gescheitert. Schließlich schlägt die Regression in Aggression um. Es kommt zur Tötung des "geliebten" Partners.

Der Psychologe hat aus der Summe der Fälle ein Modell für die Trennungstat erstellen können. In der Eingangsphase wird die angedrohte Trennung als negativ erlebt. Emotionale Prozesse werden ausgelöst. Am Ende der Phase steht das Ziel, die Verbindung unter allen Umständen fortzusetzen.

Darauf folgt die Problemlösephase, der Betroffene versucht, die Ursachen für die Trennung zu ermitteln. und entsprechende Gegenmaßnahmen (Verhaltensänderung, Geschenke) zu ergreifen, die allerdings selten zum Ziel führen. Die Fähigkeit zur sachlich-offenen Kommunikation ist eingeschränkt, weil beziehungsgefährdende Gesprächsinhalte, echte Probleme tabu sind. Da das Ziel zusammenzubleiben - nicht erreicht wird, nimmt die Unsicherheit zu, und damit die Emotionalisierung. Sie verhindert eine Selbstreflexion, ohne die eine Umstrukturierung der Problem-Situation nicht denkbar ist. Der Mensch gerät in eine Streßsituation, die nur deshalb entsteht, weil man im Problemlöseprozess keinen Ausweg sieht. Der Mensch leidet weniger unter einer bedrohlichen oder belastenden Situation, als unter der subjektiv empfundenen Ausweglosigkeit. Die Hilflosigkeit kann nicht nur Resignation erzeugen, sondern auch erhöhte (negative) Aktivität zur Folge haben.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die Einfluß auf die Entwicklung der Tötungshandlung nehmen. Dazu rechnet man gewohnheitsmäßige Gewaltanwendungen gegen den Partner (wozu auch schon Ohrfeigen zählen), Alkoholmißbrauch, Androhung der Tötung, außereheliche Beziehungen und nicht zuletzt Beeinflussung durch Dritte.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Damit der Affe sich pudelwohl fühlt Wissenschaftler untersuchen Wohlbefinden von Primaten



Fühlt sich der Affe wohl, der allein in seinem Käfig vor sich hindöst? Und wie steht's mit den beiden anderen - der eine laust sich gerade, der andere spielt kreischend an seinem Turngerät. Was empfinden die einzelnen Glieder einer Affensippe in einem Freigehege, die Gruppe von halbwüchsigen Primaten. die - so scheint es - ihren jungen Artgenossen ärgert, der schließlich grinsend seine Zähne zeigt? Ob der es lustig findet?

Wer Affen in Gefangenschaft hält, gleichgültig ob Schimpansen oder Paviane - muß sich in Zukunft darum kümmern, daß sich seine Schützlinge nicht nur körperlich, sondern auch psychisch pudelwohl fühlen. So verlangt es neuerlich das Tierschutzgesetz in Amerika.

Wie aber erkennt man den psychischen Zustand von Affen? Dieser Frage gingen Melinda Novak und Stephen Suomi an der Universität von Massachusetts-Amherst nach. Außerdem untersuchten sie die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Affenhaltung.

Tierversuche werden in letzter Zeit in der Öffentlichkeit häufig kontrovers diskutiert, nicht zuletzt wegen der Frage, ob Tiere für Laborversuche artgerecht gehalten werden. Der Begriff "artgerecht" umfaßt nicht nur Ernährung und Platzbedarf, sondern auch psychisches Wohlbefinden.

Entscheidend bei der psychologischen Betrachtung der Tiere ist, daß nicht vorschnell vermenschlichend geurteilt wird, Sonst kommt man zu der Fehleinschätzung, der mancher beim Anblick des grinsenden Affen erliegt. Der Affe findet den Schabernack seiner Artgenossen keineswegs lustig. Ganz im Gegenteil: bei fast allen Affen ist Zähne zeigendes Grinsen ein Ausdruck von Furcht.

Vier verschiedene Ansätze, Wohlbefinden zu erkennen, behandeln Novak und Suomi in ihrer Arbeit. Als erstes die physische Gesundheit. Sie kann, aber muß nicht unbedingt die Folge psychischen Wohlbefindens sein.

Krankheiten entstehen auch durch Ansteckung, und eine an Altersschwäche leidende Kreatur ist nicht unbedingt unglücklich. Auf der anderen Seite muß ein kerngesundes Tier nicht zwingend psychisch in Ordnung sein. Aber jedenfalls ist der Faktor Gesundheit leicht meßbar.

Das Verhaltensrepertoire eines Affen gilt als weiterer Prüfstein für psychisches Wohlbefinden. Man verlangt, daß das Verhalten in der Gefangenschaft soweit wie möglich dem freilebender Artgenossen entspricht. Aber auch hier gibt es Schwierigkeiten. Genügt es schon, die Verhaltensmuster eines Affen zu registrieren oder müßte man nicht auch die Häufigkeit, die Reihenfolge und Dauer dokumentieren? Ist ein Affe noch zufrieden, obwohl er häufig aggressives Verhalten zeigt? Dabei ist Affe ja nicht gleich Affe. Ein Gorilla zeigt beispielsweise ein anderes Verhaltensmuster als eine Meerkatze.

Wünschenswert ist sicher ein Verhaltensprofil, das gleichermaßen soziale, spielerische und neugierige Züge enthält, keine starken Aggressionen und stereotypen Bewegungen. So sieht zumindest der ideale Zoo-Affe aus. Nicht sicher ist, ob er glücklicher ist als einer mit einem anderen Profil.

Was einem Manager recht ist, sollte einem Orang Utan billig sein - ein Leben ohne krankmachenden Streß. Man kann sich leicht vorstellen, daß ein schwer gestreuter Affe sich nicht wohlfühlt. Allerdings gibt es trotz jahrzehntelanger Streßforschung noch immer keine einheitliche Definition und keinen allgemein gültigen Nachweis für Streß. Meist wird Streß am Hormonspiegel festgemacht. Allerdings gibt es im Organismus mehrere biochemische Stoffwechselwege der Streßbewältigung.

Es gibt Streß als positiven Anreiz, der zwar Anstrengung verlangt, aber trotzdem stimulierend wirkt. Das ist Eustreß. Sein böser Bruder heißt Distreß. Er nervt und macht auf Dauer krank, schadet der Psyche. Auch und gerade in der Gefangenschaft braucht der Affe Eustreß.

Der vierte Ansatz, bei dem die Forscher das Glücksgefühl des Affen festmachen lautet Leistungsfähigkeit. Es geht um die Möglichkeit des Tieres, effektiv auf die Umweltanforderungen zu reagieren. Die untersuchten Fragen: Stimmt die Relation von Reiz und Reaktion? Ist die Strategie für Nahrungsbeschaffung oder Feindabwehr effektiv? Dazu zählt auch die Bewältigung neuer unbekannter Situationen wie Käfigwechsel und nicht zuletzt die körperliche und psychische Erholung von Niederlagen und Bißwunden.

Man sieht, die Erkundung des psychischen Gemütszustandes eines Affen ist nicht so leicht. Am besten verwendet man alle vier Kriterien gemeinsam, sowohl Gesundheit wie Verhalten, Streßbewältigung wie Leistungsfähigkeit. Genauso komplex ist die Frage, wie Affen gehalten werden sollen, allein, zu zweien, in einer Gruppe, im Freigehege oder im Käfig. Am gesündesten lebt der Affe als Single.

Niemand kann ihn anstecken oder beißen. Dafür aber zeigt er Langeweile und Lethargie. Besser geht's ihm in Gesellschaft eines Artgenossen. Der Gesundheitszustand ist bei Zweisamkeit ebenfalls gut, dazu kommt die Befriedigung der gegenseitigem Körperpflege. Dafür kann es natürlich auch mal Streit geben, Und immer denselben Partner um sich zu haben, bekommt (auch) nicht jedem Affen.

Da bietet sich in Gruppen und Affen-Häusern schon mehr Abwechslung, dafür aber auch mehr Streß für schwache Individuen. Sie werden kurzgehalten von ihren Artgenossen, was das Futter angeht und müssen schlechtweg Schikanen ertragen. Allerdings ziehen sie all das möglicherweise noch dem tristen Alleinsein vor. Es gehört viel Fingerspitzengefühl dazu zu entscheiden, ob man einen dauernd unterdrückten, gebissenen Affen von der Gruppe abtrennt. Besser wäre es, meinen die Wissenschaftler, ihm Fluchtmöglichkeiten zu schaffen oder Winkel, in die er sich ungestört zurückziehen kann. Das geht bestenfalls in einem Affen-Haus mit großen Freigehege. Die Vor- und Nachteile sowohl in den Formen der Unterbringung wie auch in den Beurteilungsmaßstäben für psychisches Wohlbefinden machen deutlich, so Melinda Nowak und Stephen Suomi, daß noch viele Wissenslücken auf diesem Sektor ausgefüllt werden müssen.

Zuerst werden alle Forschungsergebnisse und Erfahrungen über die verschiedenen Affenarten zusammengetragen und ausgewertet. Alles nur, damit die Affen sich pudelwohl fühlen.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Flugzeugunfälle erfordern psychische Betreuung Urplötzliche Katastrophe aus (heiterem) Himmel - Seele stürzt in Traurigkeit



In einem "Rekordjahr" registrierten die amerikanischen Fluglinien 31 Unfälle, bei denen insgesamt 289 Menschen zu Tode kamen. Diese alarmierende Bilanz wurde in den letzten Jahren durch 42 Unfälle überboten.

Seit Jahrzehnten gibt es Programme zur Vermeidung von Luftunfällen, die einen Katalog von Vorschriften aufweisen. In der gleichen Weise geregelt sind Maßnahmen für den Katastrophenfall auf den Flughäfen und in der Umgebung. Denn es hat sich herausgestellt, daß sich die meisten Unfälle (85 v.H.) direkt auf oder unmittelbar an den Flughäfen Boston, Chikago, Dallas, Denver, Detroit, Los Angeles, New Orleans, Reno, St. Diego und Washington ereigneten.

Jeder Flughafen verfügt über Rettungstrupps und Feuerwehrleute, die für den Ernstfall ausgerüstet und trainiert sind. Die Flughäfen haben einen Katastrophenplan für den Fall von Bomben-Attentaten, Strahlungsunfällen, Naturkatastrophen, Kidnapping oder anderen Unfällen. Alle drei Jahre ist eine große Katastrophenschutz-Übung vorgeschrieben, einschließlich der medizinischen Versorgung. Allerdings wird die psychische Versorgung in diesen gesetzlichen Vorschriften mit keinem Wort erwähnt. Dabei sind die überlebenden Opfer, die Angehörigen der Verunglückten und die Katastrophenhelfer selbst psychisch aufs Äußerste gefährdet. Nicht selten wird aus dem Unfall-Trauma ein bleibender Schaden, der klinisch behandelt werden muss. Die Spätfolgen der Flugzeugunglücke sind in den letzten Jahren zum Problem geworden.

Der Maßnahmenkatalog zur Unfallverhütung in der Luftfahrt enthält neben der Forderung nach technischer Weiterentwicklung in Amerika nun auch die Forderung nach psychologischer Prävention. So untersuchen die Psychologen zusammen mit anderen Wissenschaftlern die Unfallursachen, wie Wetterbedingungen, menschliche Faktoren und technische Fehler. Die Untersuchungen erstrecken sich auch auf die Bedienungsfreundlichkeit der Cockpit-Instrumente, sowie die Optimierung von menschlicher Leistung an den Fluggeräten.

Die Amerikaner haben aus den Fehlern gelernt.

Die Psychologen kümmern sich auch um die Probleme der Piloten, um menschliches Versagen als Unfallursache von vorneherein auszuschalten. So dürfen Piloten mit Alkohol- oder Drogenproblemen nicht starten. Ebenfalls Startverbot gibt es bei erhöhter Risikobereitschaft, die vom Verhalten während des Fluges oder im Test abgelesen werden kann. Desgleichen ist Vergesslichkeit mit Gedächtnislücken ein Grund zum Startverbot. Aber die ausgeschalteten Piloten haben die Chance, nach erfolgreicher Schulung und Behandlung durch Psychiater und Psychologen wieder hinter dem Steuerknüppel Platz zu nehmen.

Eine heikle Aufgabe der Psychologen ist auch die Reaktivierung von Piloten, die einen Unfall lebend überstanden haben und an einem Trauma leiden, das sich in Angst, Verwirrtheit und anderen psychischen Störungen äußert. Vermeidung von weiterem Stress und eine innere positive Einstellung zur Maschine und zum Fliegen sind wirksame Hilfen in der Überwindung des Traumas. Doch damit ist noch lange nicht die Angst vorm Fliegen genommen. Nach dem Bekanntwerden von Flugzeugkatastrophen werden von den Airline-Mitarbeiter immer wieder vier Fragen gestellt:

1.Ist ein Freund oder Angehöriger unter den Opfern? 2. Was ist schuld: menschliches Versagen, die Technik oder ein Attentat? 3. Wie hat wohl die Crew unter den Bedingungen reagiert? 4. Wie werde ich es fertig bringen, wieder zu fliegen?

Selbst stark konkurrierende Fluggesellschaften nehmen echten Anteil am Schicksal der betroffenen Gesellschaft. Passagiere, die ein Flugzeugunglück lebend überstanden haben, zeigen kein Glücksgefühl und keine euphorische Hochstimmung, wie man erwarten könnte, sondern Angst und Unsicherheit. Sie leiden unter Depressionen, haben Schuldgefühle und brechen unmotiviert in hysterische Weinkrämpfe aus. Diese Symptome können sich wochenlang halten.

Ein Flugzeugunglück unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von anderen Katastrophen wie Hurrikan, Überschwemmung, Kernkraft-Unfall oder Vulkanausbruch. Der Flugzeugunfall passiert plötzlich, ohne Vorwarnung, sozusagen aus heiterem (oder bewölkten) Himmel. Er ist in den meisten Fällen ein schwerer Unfall mit Toten. Die Opfer sind häufig einsam und verlassen; denn es dauert Stunden, manchmal Tage, ehe die abgestürzte Maschine gefunden wird, wenn sich die Unfälle nicht in Flugplatz-Nähe ereignen. Das Unglück strahlt aus, hat meist internationalen Charakter, weil die betroffenen Passagiere aus aller Herren Länder kommen.

Die Gruppe der Unfallgeschädigten - so haben die Wissenschaftler herausgefunden - braucht dringend psychologische Betreuung. Sie wird nicht allein mit der Verarbeitung des grausamen Erlebnisses fertig. Unterlässt man eine intensive psychische Betreuung, muss man eine weitaus teurere Klinik-Behandlung in Kauf nehmen.

Auch die Angehörigen der Opfer bedürfen der psychologischen Betreuung. Einige hundert Menschen hatten sich in der Halle eines Flughafengebäudes versammelt hatten, mit Tannenzweigen und Blumen in den Händen, um Angehörige oder Freunde zum Fest zu erwarten. Die Maschine war über Neufundland vom Radarschirm verschwunden und bei Gander abgestürzt. Alle 256 Menschen an Bord fanden den Tod.

Die Erwartungsfreude schlug jäh in hilflose Traurigkeit um. Der plötzliche Verlust eines lieben Freundes oder Angehörigen steht in der Stressskala an oberster Stelle. Es gibt noch eine dritte Gruppe der Hilfsbedürftigen, die Katastrophenhelfer. Oft erst einen Monat nach dem Einsatz brechen sie zusammen und zeigen die gleichen Symptome wie überlebende Passagiere oder die vergeblich am Flughafen wartenden Angehörigen. Eine Analyse der Katastrophensituation zeigt viele Gründe für einen psychischen Zusammenbruch. Diese Helfer - Feuerwehrleute und Rettungstrupps - erleben das Unglück aus nächster Nähe. Ihnen wird die eigene Verwundbarkeit und die Nähe zum Tod bewusst.

Das Stöhnen und die Hilferufe der Verletzten verfolgt sie noch wochenlang in ihrer Erinnerung. Noch Monate haben sie den Brandgeruch in der Nase. Der Anblick von weit verstreut umherliegenden Körperteilen erzeugt Bilder des Grauens, von denen sie bis in die Träume verfolgt werden. Sie erleben die seelischen Nöte der Betroffenen mit, die ihre Angehörigen identifizieren sollen, was nach einer Flugzeugkatastrophe äußerst schwierig ist. Hinzu kommt noch, dass die Helfer meist bis zur Erschöpfung - und da sind 12 Stunde und mehr keine Seltenheit - im Einsatz sind. Die Übermüdung erhöht die psychische Anfälligkeit. Da niemand den Tag oder erst recht nicht die Stunde eines Einsatzes kennt, haben alle Flughäfen das gleiche Problem, nämlich über Jahre hinweg stets eine Rettungsmannschaft verfügbar zu halten, die eigentlich einer Dauerschulung unterworfen sein müsste, denn ein Einsatz von nicht oder nur unzureichend trainierten Helfern kann bei Krisen nur behindern und schafft zusätzlichen Stress unter den anderen Freiwilligen, die wissen, was sie erwartet. Nur außergewöhnlich belastbare Psychologen sollten eingesetzt werden, die sich auch unter extrem ungünstigen Bedingungen bei den Opfern oder den Hinterbliebenen aufhalten müssten.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Übermäßige Kontrolle stört das Sprechen Problem Stottern hängt von der Umwelt ab - Geduld hilft heilen



Wer stottert, hat weniger vom Leben. Er wird scheu, ängstlich, kontaktarm und hat erhebliche Schwierigkeiten mit seiner Umwelt; und die Umwelt selbstverständlich auch mit ihm. Aber Stottern ist nicht die Folge einer psychischen Personstörung, noch ist es eine falsche Gewohnheit, der mit Sprechübungen zu begegnen wäre. Darin sind sich die Wissenschaftler einig. Dennoch ist Stottern beeinflussbar. Das Phänomen ist vor allem ein Problem der Kindheit. Zehn Prozent aller Vorschulkinder stottern, hat eine Untersuchung in England an 1000 Fünf- und Sechsjährigen ergeben. Allerdings "wächst" es sich in vielen Fällen aus oder kann therapeutisch gelindert werden, so dass davon im jugendlichen Alter nur drei Prozent Stotterer bleiben.

In der Gesamtbevölkerung gibt es weniger Stotterer (ein Prozent) als (geschätzte) Analphabeten (10 Prozent). Eltern von stotternden Kindern fällt eine wichtige Rolle zu. Sie beeinflussen entscheidend die Sprechentwicklung ihres Nachwuchses. Ein Trost: Das Problem Stottern ist nach dem gegenwärtigem Forschungsstand diagnostisch und therapeutisch bis zum 18. Lebensjahr lösbar.

Die Entstehung des Phänomens ist bis auf den heutigen Tag ungeklärt. Stottern ist nicht vererbbar aber 25 v.H. der Eltern von Stotter-Kinder haben in ihrer Kindheit das gleiche Sprechverhalten gezeigt. Stottern ist nicht - wie früher häufig angenommen - eine Sprechfluss-Störung sondern die Folge einer übermäßigen, inneren Sprechkontrolle. Und diese Sprechkontrolle hat eine Reihe von äußeren Ursachen. Da Stottern vorwiegend in der Kindheit auftritt, ist die unmittelbare Umgebung mitverantwortlich, vor allem die Eltern.

Die Wissenschaftler haben Stotter-Familien untersucht und festgestellt, dass eine zu hohe Erwartung zu einer Überforderung des Kindes führt und damit zu gestörtem Sprechen.

Eltern üben Einfluss auf die Sprechentwicklung des Kindes aus, die sich in Schüben vollzieht: im ersten Lebensjahr Vokallaute, im zweiten einzelne Wörter und Zwei-Wort-Sätze, im dritten erhöht sich der Wortschatz von 50 auf 3000 Wörter. Vom vierten Lebensjahr an ist das Kind dialogfähig. Aber erst im achten Lebensjahr beherrscht es die komplexen Regeln des Dialogs, ist also in der Lage, die Fragen zu verarbeiten und entsprechend zu antworten. Allerdings ist diese Reiz-Reaktions-Leistung abhängig von der geistigen Kapazität und dem emotionalen Zustand.

Bei der Sprechentwicklung von Kindern, die stottern, machen Eltern häufig grundlegende Fehler. Sie korrigieren (mit erhobenem Zeigefinger: Wer wird schon stottern!) die ersten Sprechstörungen. Sie zwingen damit das Kind zu einer intensiven - und damit blockierenden - Sprechkontrolle. Angst vor der erneuten Blamage führt zu verstärktem Stottern. Ein übermäßiger Autoritätsanspruch verunsichert das Kind ebenfalls. Auch das haben die Wissenschaftler festgestellt: Kinder aus autoritären Familien stottern häufiger. Eltern verlangen vom Arzt Medikamente gegen die übermäßige Erregung ihres Kindes. Aber: Medikamente sind wirkungslos. Wirkliche Hilfen der Eltern sind: Vermeiden von Frust und Angst, ein Entspannen der Erziehungssituation (Forderungen nach Gehorsam oder Reinlichkeit zurückschrauben), weniger Sprechanforderungen stellen. Ganz wichtig scheint es, das Kind so sprechen zu lassen, wie es Kommunikationsbedürfnis hat, also keine Korrektur. Geduldiges Zuhören, ohne Gegenfragen zu stellen, die wieder zu einer Blockade führen könnten, mildert erheblich die Angst vor dem Sprechversagen. Eltern müssen alles tun, was die nervöse Erregung beim Kind vermindert. Da ist also in erster Linie Geduld angesagt und die Beziehung zum Kind verbessern. Es gibt eine Form des Stotterns, das leicht zu identifizieren ist, nämlich spannungslose Silbenwiederholung (das..das..das ist ein Auto) oder spannungsvolle Silbenwiederholung (gugugu..ten Tag) oder spannungsvolle Dehnung (weeeen ich wüßte) oder eine Blockade bei Sprechbeginn (Wwwwwwwanderzirkus). Begleitet wird das Stottern häufig durch Bewegungsrituale wie Hand-, Kopf- und Rumpfbewegungen, starker Verspannung der Sprechmuskulatur bis hin zur Gesichtsverzerrung und zum Augenverdrehen. Daneben gibt es ein verdecktes Stottern, das wesentlich schwieriger zu erkennen ist, aber die gleiche geduldige Haltung der Umwelt verlangt. Diese Form des Stottern kommt sehr viel häufiger vor, nämlich Einschieben von Ersatzlauten wie "eh" oder "öh", Abbruch der Rede (Gestern war ich in . . . ) Ersetzen des schwierigen Wortes durch ein leichteres (statt Plätzchen ... Keks) oder Einschieben von Pausen, als ob ein Nachdenken erfolgt. Oder die verdeckten Stotterer ersetzen das Wort durch Gesten, indem sie auf den entsprechenden Gegenstand zeigen. Sie verraten sich aber auch durch Sprechanomalien - sie sprechen überaus schnell oder langsam, überaus laut oder leise.

Aber Stottern ist kein organischer Defekt der Sprechfunktion, sondern tritt nur an bestimmten Stellen, bei bestimmten (Angst einflößenden) Personen und anspruchsvollen Gesprächssituationen auf. Wenig Stottern findet sich bei ich-bezogenen Ausrufen, es nimmt zu bei Berichten und Gesprächen. Am stärksten ist Stottern bei spontanem Sprechen, eben abhängig von der inneren Erregung. Es gibt eine Reihe von wissenschaftlichen Versuchen, Stottern zu vermindern, aber noch kein Patentrezept. Die Versuche vermindern oder verhindern die direkte Sprechkontrolle, und zwar durch hohen Geräuschpegel, oder sie lassen den Stotterer seine Stimme erst mit erheblicher Verzögerung hören.

Es gibt Hilfe von außen. Aber nicht das Symptom Stottern kann therapiert werden, sondern die betreffende Person in ihrer individuellen Situation. Befreit vom Stottern werden im Kindheits- und Jugendalter zwischen 30 und 65 v.H. der Stotterer. Nach dem 18. Lebensjahr allerdings hält sich der Stottern hartnäckig. Interessant, aber noch keineswegs geklärt ist das folgende Missverhältnis: auf einen weiblichen Stotterer kommen zehn männliche! Ziel der therapeutischen Behandlung ist, eine neue Sprechflüssigkeit zu erzielen. Sie wird durch verschiedene Techniken versucht: durch langsames Sprechen mit Taktgeber, durch rhythmisches Sprechen im Bereich von 75 bis 95 Silben pro Minute. Zwischenstationen zu fließendem Sprechen sind auch Singen und monologisierendes Sprechen. Günstig zu beeinflussen ist die Therapie durch autogenes Training, gruppendynamische Selbsterfahrung, transzendentale Meditation und sportliches Konditionstraining.

Die Mediziner liefern einen Erklärungsansatz für das Stottern: Im Augenblick des Sprechens konkurrieren Wahrnehmungs- und Empfindungsprozesse, die von der rechten Hirnhälfte ausgehen, mit der willkürlichen Sprachproduktion der linken Hemisphäre. Die Folge ist eine Beeinflussung des Sprechablaufs. Gedankliche Assoziation beim Überlegen während des Sprechens stören ebenfalls den Sprechfluss. Sprechstörung beim Lesen verliert sich, wenn der Text bekannt ist. Immer wieder die gleiche Erkenntnis: Wenn emotionale und kognitive Überlastungen bei äußerer Sprechanforderung zusammenkommen, dann kann Stottern auftreten.

Erwachsene Stotterer organisieren ihr Leben nach den Stotterverdeckungen: Sie vermeiden Telefonieren, Einkaufen, Vorstellungsgespräche, anspruchsvolle Dialoge oder Sprechen vor einer Gruppe. Nicht zuletzt darum werden Menschen mit Sprechstörungen von ihrer Umwelt als scheu, ängstlich, kontaktarm, übererregbar, von geringem Selbstbewusstsein und stark gehemmt eingestuft, obgleich nach wissenschaftlicher Erkenntnis der Stotterer eine normale Person ist. Das Eigentümliche: Ein Stotterer beurteilt den anderen Leidensgenossen genauso, obgleich er es ja besser wissen müsste.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Auch die Orientalen hassen den Lärm Japanische Höflichkeit führt zu hoher Toleranz



Lärm zählt über alle Kulturkreise hinweg zu den am häufigst genannten Umwelt

Ärgernissen. Selbst Bewohner südlicher Länder, bei denen in der Vorstellung des

Mitteleuropäers der Lärm (Basare und enge Straßen) zum Reise-

Image gehört, hassen die lauten Phonstärken. Und das Erstaunlichste, auch in der

Türkei beschwert man sich über den Lärm der Nachbarschaft, z. B. Kindergeschrei.

Das hat eine Untersuchung ergeben, die von der Universität Oldenburg durchgeführt worden ist. Die Wissenschaftler vom Institut zur Erforschung von Mensch Umwelt-Beziehungen haben die Bewohner eines Viertels in Oldenburg und von gleichwertigen Wohngebieten in Istanbul (Türkei) und Osaka (Japan) befragt.

Die Bedingungen in den untersuchten Gebieten waren gleich. Es handelte sich um Wohnhäusern mit mehr als zwei Stockwerken. Der Tagesgeräuschpegel durfte 40 bis 50 Dezibel = dB(A) nicht überschreiten. Verglichen wurden in der ersten Untersuchung 372 Haushalte in Japan und 294 in der Bundesrepublik (Oldenburg). Das Ergebnis zeigt eine unterschiedliche Lärm-Empfindlichkeit und unterschiedliche Strategien, die Lärmbelästigung zu verarbeiten. Die traditionelle japanische Höflichkeit spielt hierbei offenbar eine entscheidende Rolle.

Nur 38 v.H. der Japaner fühlen sich durch Moped oder Motorradlärm gestört (BRD = 50 v.H.) 20 v. H., durch Autolärm und 17 v.H. durch Kindlergeschrei. In der Bundesrepublik liegen die Zahlen höher (bei fast 50 v.H.) Die japanischen Wohnungen sind weitaus schlechter isoliert als europäische Wohnungen, so dass alle Alltagsgeräusche vom Türenknallen bis zur Musik und den Gesprächen der Nachbarn zu hören sind. Allerdings fühlen sich die (rücksichtsvollen) Japaner dadurch kaum belästigt.

DIN-Normen zum Schallschutz im Städtebau und Richtlinien über Schallschutzklassen von Wohnungen haben nicht dazu geführt, dass die Beschwerden abnahmen.





Häufig sind die Reaktionen auf den Lärm nicht abhängig von der Lautstärke, sondern von der inneren Erwartungshaltung oder Einstellung des Gestörten oder gar von der Fähigkeit, mit der Belastung fertig zu werden. In der Stille kann das Summen einer einzigen Fliege die Nerven reizen. Ob das Geräusch als störend empfunden wird, hängt also weitgehend vom Menschen selbst ab. Auch wenn die erlebten Lärmbelästigungen unterhalb der gesundheitlichen Beeinträchtigung liegen, haben sie bei Empfindlichkeit doch Einwirkungen auf das psychische oder physische Wohlbefinden. Lärm führt grundsätzlich zur Störung der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Nicht nur die Individuen reagieren unterschiedlich auf Lärm, sondern auch die verschiedenen Kulturkreise. Zu dem lärmenden Kindergeschrei befragt wurden auch Türken, womit sich eine zweite Untersuchung befasste.

Das Institut für Erforschung von Mensch-Umwelt Beziehungen hat 619 Haushalte befragt, davon 325 in Istanbul und der Rest in Oldenburg. Erfasst wurden im Fragebogen die subjektive Lärmempfindung sowie die Selbsteinschätzung als Lärmverursacher. Diese Untersuchung hat mit der Vorstellung aufgeräumt, dass die Orientalen an Lärm mehr gewöhnt sind.

Türken fühlen sich beispielsweise durch Geräusche aus der Nachbarschaft noch mehr belästigt als die Oldenburger. Die stärkste Verärgerung tritt in Istanbul über Geräusche ein, die vermeidbar sind, wie Türenschlagen, Lärm im Treppenhaus oder Flur. Die Bewohner in Oldenburg schätzen, dass sie in vielen Fällen mehr Lärm verursachen als sie ertragen müssen. Sie unterhalten sich gern laut, nehmen bei der (Haus)Musik keine Rücksicht und erzeugen auch - wie sie zugeben - ziemlich gedankenlos Lärm durch Wasch- und Küchenmaschinen und Staubsauger.

Türken wie Deutsche leiden fast gleich stark unter Motorrad- und Autolärm, Geräusch von Heimwerkermaschinen oder unter rücksichtslosen Nachbarn im Treppenhaus. Erstaunlich, dass sich türkische Haushalte mehr durch

Kindergeschrei belästigt fühlen als deutsche, wobei man davon ausgehen kann, dass die von den deutschen Wissenschaftlern ausgesuchten Wohnviertel in Istanbul und Oldenburg absolut vergleichbar sind, was den durchschnittlichen Geräuschpegel betrifft.

Am meisten stört die Türken der Lärm im Treppenhaus und das Kindergeschrei. Die Deutschen fühlen sich am meisten genervt durch Moped- und Motorradlärm, knallende Türen und Heimwerkermaschinen. Hundegebell ist für die befragten Bewohner von Istanbul keine Lärmbelästigung, wohl aber für die Deutschen.

Wer seine Wohnung, sein Wohnumfeld mag, findet Geräusche weniger störend, nimmt also gewisse Belästigungen in Kauf, ohne zu murren. Anders dagegen steigert die Unzufriedenheit mit der Wohnsituation die Lärmempfindlichkeit. Desgleichen sind Erwachsenen Haushalte störanfälliger als Haushalte mit Kindern.

Strategien, dem Lärm auszuweichen oder ihn zu unterbinden werden über alle Kulturkreise gleich genutzt, wenn auch mit unterschiedlicher Häufigkeit. Mit dem Besen unter die Decke stoßen oder das eigene Radio lauter stellen, davon machten 15 v.H. der Deutschen und 3 Prozent der Japaner Gebrauch. Den Lärmverursacher zur Rede stellen, wagen 90 v.H. der Deutschen, aber nur 30 v.H. der Japaner. Den Lärm zu ignorieren, diese Strategie entwickelten 66 Prozent in Japan , aber nur 33 Prozent in Deutschland.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Walkman in der Freizeit unbedenklich Ausflippen durch laute Musik - Bis zur Schmerzgrenze



Musik ist nicht nur ein Mittel gegen Eintönigkeit und Langeweile, sondern sie dient auch zur

Entspannung, sorgt beispielsweise bei Fließbandarbeit für eine Erhöhung der Arbeitsleistung, baut Angst und Unruhe ab und soll sogar die Konzentration fördern. Laute Musik setzt Hormone frei, die das Gefühl des Ausflippens erzeugen. Nicht zuletzt aus diesem Grunde ist der Walkman - ein tragbarer Klein-Cassettenrecorder mit Kopfhörer - bei der Jugend so beliebt. In einigen Verkehrsmitteln ist die Benutzung

eines Walkman allerdings verboten, weil die Musik so laut aufgedreht wird, dass andere

Fahrgäste sich belästigt fühlen.

Wissenschaftler hatten die Vermutung, dass lautes Walkman-Hören zu vorzeitigem Hörverlust führt, dass also Hörschäden auftreten. Außerdem interessierte die Forscher das Verhalten von Walkman-Benutzern. So: passen die Walkman-Fans die Lautstärke dem Geräuschpegel der Umwelt an? Benutzen sie den Kopfhörer, um sich (auch) gegen die Umwelt-Geräusche abzuschirmen? Hören lärmempfindliche

Walkman-Benutzer die Musik leise? Lothar Esser, TU Berlin warb für die Untersuchung 51 Walkman-Benutzer(innen) im Alter zwischen 15 und 31 Jahren an. Ein Fagebogen erfaßte die Hörgewohnheiten, wie Dauer, Ort, bevorzugte Musik und Gründe für Walkman-Benutzung, die durchschnittlich 40 Minuten pro Tag erfolgt. Die Hälfte der Versuchspersonen besitzt und benutzt den Recorder länger als zwei Jahre. Das Ergebnis der Untersuchung: Der Schalldruckpegel für Musikwiedergabe in ruhiger Umgebung lag zwischen 64 und 96 dB(A), in der lärm-belasteten Situation zwischen 74 und 97 dB(A). Kurzzeitige Maximalpegel lagen bei einigen Personen nahe an der Schmerzgrenze, nämlich bei 110 dB(A).



Trotz der langzeitigen Nutzung war bei den Walkman-Fans, die Musik laut hören, gegenüber den anderen Benutzern kein größerer Hörverlust festzustellen. Allerdings fehlt hier die zum Vergleich notwendige Kontrollgruppe von Nicht-Walkman-Benutzern. Bei 80 v.H. war eine geringe Lärmempfindlichkeit festzustellen. Auch hier ist wieder nicht belegt, ob die Benutzer von Anfang an zu den weniger empfindlichen Typen gehörten oder erst im Laufe der Walkman-Benutzung "abgehärtet" worden sind.



Überall Musik hören zu können, war der Hauptgrund für die Anschaffung eines Walkman. Ein weiterer Grund ist, die Musik als entspannendes oder stimulierendes Medium auch im Alltag nutzen zu können. Auch die Abschottung gegenüber den Mitmenschen und ihrem Lärm spielt eine Rolle. Relativ unwichtig dagegen ist den Walkman-Benutzern die Informations-Übermittlung (Radio oder Sprachkassetten).

Die Benutzung der Walkman-Geräte in der Freizeit scheint hörphysiologisch unbedenklich, so ein weiteres Ergebnis der Untersuchung. Wenn diese Geräte dagegen auch am Arbeitsplatz gegen Geräuschbelästigung getragen werden, ist auf Dauer eine Gehörschädigung nicht auszuschließen.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Kneipen-Atmosphäre verrät Grundtendenz Pessimismus beeinflusst Wählerverhalten und Geschichte



Pessimismus und grüblerische Gedanken im Wahlkampf schrecken die Wähler ab. Der Mann (oder die Frau) von der Straße hat ein sensibles Gespür für die Äußerungen eines Redners, und er/ sie versteht zwischen den Zeilen zu lesen. Der Kandidat erhält das Vertrauen (und die Stimme), der optimistisch in die Zukunft schaut. Das bestätigt sich nicht nur in der Gegenwart, sondern ist auch an der Vergangenheit nachprüfbar.

Diese Feststellungen haben Wissenschaftler der Universitäten Pennsylvania und Michigan gemacht, die Redetexte von Präsidentschaftskandidaten und Präsidenten aus den Geschichtsarchiven analysiert haben. Der Rang des Redners auf der Beliebtheitsskala stimmte überein mit dem Prozentgehalt der pessimistischen Äußerungen im Gesamttext. Also, je optimistischer, um so beliebter. Pessimismus und Nachdenkliches in Ansprachen oder Verlautbarungen ließen auch auf unangenehme, bevorstehende Ereignisse schließen, sogar auf Kriege. Die Folgerung geht soweit, dass aus dem Text auf die Zukunft geschlossen werden kann. Das jüngste Beispiel: Die Wissenschaftler haben vor der Präsidentenwahl 1988 die Reden von Dukakis und Bush analysiert und festgestellt, dass die Aussagen von Bush optimistischer war und er die besseren Chancen hatte.

Aber nicht nur die Sprache verrät Pessimismus. Es gibt noch andere Zeichen, die auf die Stimmung schließen lassen, nämlich die menschliche Gestik und Mimik. Mit der Interpretation dieser Zeichen haben die amerikanischen Wissenschaftler die Grundstimmung der Bevölkerung in Ost- und Westberlin sprich das Maß an pessimistischer Lebenshaltung ermittelt. Sie gingen von der Überlegung aus, dass die Berliner eine Einheit sind. Sie sprechen dieselbe Sprache, haben dasselbe Wetter, haben



dieselbe Vergangenheit - bis 1945. Seitdem sind sie politisch getrennt. Zeigen sich Unterschiede, müssten sie auf das politische System zurückzuführen sein.

Die Wissenschaftler schauten 1988 wie weiland Martin Luther dem Volke aufs Maul, und zwar in sorgfältig ausgesuchten Kneipen in vergleichbaren Wohnvierteln in Ostund Westberlin. Der Beobachter setzte sich in eine Gaststätte und wählte nach einem Zufallsschlüssel als Objekt einen Gast aus. Er notierte fünf Minuten lang Mimik und Gestik des Gastes, so auch die Mundstellung (Mundwinkel nach unten = traurig, nach oben = fröhlich). Gezählt wurden auch die Lacher.

Beobachtet wurden 55 Personen in 17 Ostberliner und 24 in 14 Westberliner Kneipen. Die kleine Stichprobe ergab: in Westberlin herrscht eine positivere Atmosphäre, wird mehr gelacht. Westberlin schnitt eindeutig besser ab.

Wie weit der Pessimismus auch in den Medien vertreten ist, zeigt eine Untersuchung über die Berichterstattung aus dem Jahre 1984 zu den Olympischen Winterspielen. Analysiert und verglichen wurden die Texte von drei Ost- und drei Westberliner Zeitungen. Diese Artikel nahmen die amerikanischen Forscher unter die Lupe und analysierten sie mit dem gleichen Verfahren, das sie auch für die Reden der amerikanischen Präsidenten und Präsidentschaftskandidaten angewandt hatten. Sie gingen davon aus, dass die Sportereignisse standardisiertes Material darstellten, das nur in der Interpretation und Aufmachung der Redaktionen verändert werden konnte. Das Ergebnis: die Tendenz der Ostberliner Medien war durchweg pessimistischer, selbst bei positiven Inhalten. Das Ergebnis ist umso erstaunlicher, wenn man sich vor Augen führt, dass die DDR in den Winterspielen 24 Medaillen geholt und die Bundesrepublik nur vier.

Also, Interpretation der Forscher, wenn die

"Grundstimmung" trotzdem pessimistisch ist, liegt es am

System.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Kinder das Spiegelbild der Eltern



Die Reaktion eines Kindes auf seine Eltern hängt nicht allein vom Temperament und Geschlecht des Kindes ab, sondern auch davon, ob die Eltern stark dirigierend oder tolerant erziehen. Das Verhalten von Erwachsenen gegenüber ihren Kindern wird dagegen deutlich vom Geschlecht und vom Temperament des Kindes beeinflusst. Konkret ausgedruckt: Eine Mutter, die auf ihr temperamentvolles Töchterchen schimpft, weil dieses etwas ausgefressen hat, wird wahrscheinlich ihrem Sohn gegenüber bei gleichem Fehler weitaus nachsichtiger sein.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Vaterlose Jungen redegewandter



Normalerweise heißt es, dass Jungen im mathematischen Bereich besser seien als im sprachlichen. Das soll aber nur für sogenannte normale Familien gelten, fanden dänische Psychologen heraus. Fehlt in der Erziehung der Vater, so haben Untersuchungen an 60 Jungen ergeben, verkehrt sich dieses Verhältnis von Fertigkeiten. Bei diesen jungen überwiegt die sprachliche Entwicklung. Allerdings gilt das nur mit Einschränkung: für den Fall nämlich, dass die vaterlose Familie der gehobenen Schicht angehört. Ein Erklärungsansatz besteht darin, dass in den unteren Schichten die Mutter mit hoher Wahrscheinlichkeit durch ihre Arbeit außer Haus den Lebensunterhalt erwirtschaften muss. Somit fehlt den vaterlos aufwachsenden Söhnen der sprachfördernde Dialog mit ihren Müttern.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Ernährung - Ausdruck der Persönlichkeit



Ernährungsgewohnheiten sind Ausdruck der Persönlichkeit. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler, die 1000 Personen befragten, die sich selbst als Vegetarier oder Gourmets bezeichneten. Die Personen machten Angaben über ihren sozialen Hintergrund, ihre Mobilität, über psychologische Daten und über ihre gegenwärtigen Freundschaften. Herausgefiltert wurde außerdem die Art, wie diese Charakteristika mit ihren bevorzugten Eßgewohnheiten verbunden sind. Die Daten bewiesen, dass in den einzelnen Gruppen das Essen zu einer Repräsentation ihrer selbst wird: Gourmets integrieren sich in eine große, fließende kosmopolitische Mittelklasse-Kultur. Die Vegetarier dagegen beurteilen sich eher als ablehnend und grenzen sich stark gegen jede Gesellschaft ab.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Glaube an die Norm erleichtert Abnehmen



Gibt es eine Möglichkeit vorauszusagen, wer eine sechswöchige Kur zur Gewichtsabnahme in einer Klinik mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich durchhält und welches seine Beweggründe sind? Diese Frage stellten sich amerikanische Wissenschaftler, die 115 Frauen zu Kurbeginn einen Fragebogen zuschickten, der ihre Vorstellung von sozialen Normen und ihre Verhaltensabsichten festhielt. 79 standen das Sechswochen-Programm durch, 36 brachen vorher ab. Durchgehalten und abgenommen haben Frauen, die sich stark nach den Regeln der Gesellschaft richten und viel Wert auf die Meinung von anderen legen. Die sozialen Normen sind also eng verbunden sind mit dem Vorsatz und der tatsächlichen Gewichtsabnahme. Der Vorsatz ohne den Glauben an die soziale Norm reicht nicht aus, um sein Gewicht zu reduzieren. Am größten ist eine Erfolgswahrscheinlichkeit beim Abnehmen, wenn man von engen Freunden moralisch unterstützt wird.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Werbung auf Papier setzt mehr Gehirnströme in Tätigkeit



Rechte und linke Hirn-Hemisphäre werden durch Werbung gleichstark aktiviert. So berichteten amerikanische Psychologen, die den Einfluss der Print- (Zeitungen und Zeitschriften) wie der Fernsehwerbung untersuchten. Als Versuchspersonen hatten sie rechtshändige Frauen ausgewählt. Beim Rechtshänder ist die linke Hemisphäre für Rechen- und Sprachvorgange zuständig, während die rechte der Verarbeitung von Bildeindrücken dient. Beim Linkshänder sind die Zuständigkeiten u.U. ausgetauscht. Zudem unterscheiden sich bei Frauen die Aktivitäten der Hirnhälften weniger als beim Mann.

Das Ergebnis, dass beide Hirnhälften fast gleichstark gefordert werden, lässt sich damit erklären, dass sowohl gedruckte wie TV-Werbung visuelle und verbale Reize enthalten. Insgesamt ist die Gehirnaktivität bei der Printwerbung jedoch stärker als bei der Fernsehwerbung.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Geburtstagskarten für Söhne: mehr männliches Design



Selbst die Auswahl von Geburtstagskarten unterliegt dem Rollendenken der Gesellschaft. Diese Behauptung belegten amerikanische Wissenschaftler, die Geburtstagkarten, die Söhne und Töchter erhalten hatten, von einer Jury beurteilen ließen. Vorher waren selbstverständlich die Anschriften und Texte entfernt worden. Die Geburtstagskarten mit mehr männlichem Design, aber auch mehr versteckten, weiblichen Zügen wurden den Söhnen zugeordnet, die auch tatsächlich die Empfänger waren.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Weniger Leistung aber mehr Zufriedenheit



Welchen Vorteil gleitende Arbeitszeit hat, untersuchten südafrikanische Wissenschaftler. Sie ließen die beiden Komponenten Leistung und Zufriedenheit beurteilen. Arbeiter im öffentlichen Dienst gaben nach sechs Monaten gleitender Arbeitszeit eine wesentliche höhere Zufriedenheit an als eine Vergleichsgruppe mit starrer Arbeitszeit. Die Vorgesetzten beurteilten die "Arbeitszeitgleiter" in der Leistung. Hierbei schnitt die Vergleichsgruppe besser ab. Allerdings, so meinten die Wissenschaftler sei der Unterschied so gering, dass man ihn nicht gegen die Vorteile der Zufriedenheit ins Feld führen könne.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Gemeinsames Essen als Therapie



Dass das gemeinsame Essen als Therapie gegen weitere Vereinsamung und Vergreisung eingesetzt werden kann, bewiesen schwedische Forscher in einem Krankenhaus für geriatrische Krankheiten an 21 Patienten im Durchschnittsalter von 81 Jahren. Die Anstaltsleitung ließ die Tische zu Vierecken zusammenstellen, so dass mehr Kommunikation möglich war. Bis dahin hatten die alten Leute nebeneinander parallel zur Wand gesessen. Man ließ den Alten auch mehr Zeit zum Essen. Darüber hinaus konnten sie a la Carte wählen. Die Patienten zeigten sich gleich kontaktfreudiger, sie unterhielten sich mehr und die Essensmanieren besserten sich. Die Studie zeigt, dass schon geringfügige Veränderungen der Umgebung einen günstigen therapeutischen Effekt erzielen können.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Lebensstil bestimmt Möbelauswahl



Der Wert, die Kultur und der Lebensstil legen die Einrichtung einer Wohnung am stärksten fest, fanden Kalifornische Wissenschaftler heraus, die 200 Familienwohnungen besuchten. Alle anderen Faktoren wie Organisation oder Qualität, sowie sozioökonomischer Status oder Tradition spielen eine untergeordnete Rolle. Die Wissenschaftler teilten die Wohnungen nach ihren Merkmalen in vier Kategorien ein: das funktionierende Haus (Schwerpunkt Technik), das dekorative Haus (Zeichen von Reichtum). das warme, kindorientierte Haus (als Nest) und das sogenannt Bilderbuchhaus.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Macht die Klassen kleiner



KOMMENTAR

Die internationale Untersuchung PISA hat die deutsche Schule, die Schulbildung, die Schüler und Lehrer in ein schlechtes Licht gerückt. Die Schüler können nicht eins und eins zusammenzählen und in der Rechtschreibung wissen sie erst recht nicht Bescheid.

Da gibt es genug Fach- und andere Leute, die nach den Schuldigen suchen oder sofort mit guten Ratschlägen bei der Hand sind, um das schiefe Bild wieder in die Senkrechte zu bringen.

Nur am Rande wird der Rat der Hans-Böckler-Kommission erwähnt, dass das Lernen schon vor der Schule gelernt werden soll (und das Kind will!) und zwar in den Kindergärten - spielerisch. Dazu wäre ein Umdenken bei den Erzieherinnen nötig. Aber wer wagt es, hier den Hebel anzusetzen.

Und gar nicht zur Sprache kommt die Verordnung über die Klassenstärke. Die optimale Lerngemeinschaft sollte 20 nicht überschreiten. Denn weder der Schüler noch der Pädagoge kann sich in einem Unruheherd von 30 (und zeitweise mehr Schülern) echt entfalten.


Gerhard Koch

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Gewalttäter an Schulen fühlen sich unsicher



Naziparolen im Unterricht, Schutzgelderpressung auf dem Schulhof, Amoklauf im Klassenzimmer - ließen Anfang der Neunziger Jahre Kultusminister, Pädagogen und Psychologen erkennen, dass Gewalt an Schulen ein bisher vernachlässigtes Thema war. Im Auftrag eines hessischen Schulamtes führten Prof. Dr. E. Todt und Diplompsychologin Corinna Schütz von der Universität Gießen im Zeitraum von 1993-2000 regelmäßige Untersuchungen an Gesamtschulen des Lahn-Dill-Kreises durch. Das Ziel der Studie: Bedingungen zu erforschen, die Aggressionen nicht aufkommen lassen

Die Schüler wurden auf Fragebögen zur körperlichen und verbalen Aggression, Unterrichtsstörungen und Vandalismus interviewt. Erwartungsgemäß stellte sich heraus, dass die Aggressionsbereitschaft bei Jungen weit höher war als bei ihren Mitschülerinnen.

Sechs Prozent der Jungen und zwei Prozent der Mädchen gaben zu im letzten Jahr jemanden verprügelt, verletzt oder mit Gewalt bestohlen zu haben. Als verbal aggressiv zeigten sich im gleichen Zeitraum 12 Prozent der Schüler und 9 Prozent der Schülerinnen. 16 Prozent der männlichen Schüler und elf Prozent der Schülerinnen gaben an, den Unterricht oft zu stören. Vandalistische Tendenzen zeigten zwei Prozent der Jungen. Bei Mädchen kamen solche Tendenzen nicht vor.

Aggressionsbereite Mehrfachtäter (in der Regel 2 - 3 Prozent aller Jungen einer Schule) empfinden ihre soziale Umwelt als bedrohlicher empfinden, sie fühlen sich eher provoziert und verfügen über weniger Selbstkontrolle als ihre Klassenkameraden.

Im untersuchten Lahn-Dill-Kreis wurde eine Arbeitsgruppe Gewalt an Schulen (AGGAS) bei der Polizei eingerichtet, die Schulen unkonventionell berät und im Ernstfall sofort zur Stelle sein kann.

Schüler, die in Einzelfällen aggressiv werden, unterscheiden sich in ihrem Sozial- und Disziplinverhalten weniger stark von den übrigen, gewaltlosen Jungen, als dass sie nicht durch schulische Einflüsse unter Kontrolle gehalten werden könnten.

Prof. Todt forderte die Schulen auf, die "Gegenspieler der Aggression" mehr zu unterstützen, d.h. eine positive Lernatmosphäre mit interessanten Unterrichtsstunden zu schaffen. Darüber hinaus könnten konstruktive Problembewältigungsstrategien ein aggressionsfreies Klima schaffen. (2309 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Programm gegen Vorurteile Hilfe für schizophren Erkrankte



Eine Hilfe für schizophren erkrankte Patienten bietet ein psychologisches Therapieprogramm, das Forscher der Universität Ulm angewandt haben. Der erkrankte Mensch lernt während seines Klinikaufenthalts seine kognitiven und sozialen Fertigkeiten zu entwickeln. Auf diese Weise kann er seine Voreingenommenheiten, die Bewertungen und Schlussfolgerungen entscheidend negativ beeinflussen, an der Wirklichkeit prüfen und korrigieren. Gleichzeitig trainiert der Patient sein Problemlösungsverhalten.
(450 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Streben nach Selbständigkeit liebevoll unterstützen



Kinder bis zu zwei Jahren antworten mit Liebe und Zuneigung, wenn ihre Mütter nicht zu streng sondern mitfühlend sind, nicht strafen und das Bestreben nach Selbständigkeit unterstützen statt es zu unterbinden. Das fanden Wissenschaftler der Universität von Rochester heraus, die Mütter-Kind-Paare über einen längeren Zeitraum beim Spiel und im Test beobachteten. Mütter dagegen, die mehr kontrollieren, mehr strafen und weniger Gefühl investieren, verunsichern ihre Kinder. Diese Unsicherheit überträgt sich auf den Alltag und wirkt sich negativ auf die Mutter-Kind-Bindung und aufs Selbstbewusstsein des Kindes aus.(550 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Gesichtsmuskeln verraten Maß der inneren Erregung



Den Misserfolg oder die Frustration kann man einem Menschen am Gesicht ablesen, und zwar am Spiel seiner Gesichtsmuskeln. Der mimische Ausdruck verrät seinen inneren Spannungszustand. Das belegten Wissenschaftler der Universität Münster, die für Versuchspersonen den Misserfolg im Telespiel vorprogrammierten und die Reaktion ihrer Gesichtsmuskeln mit Geräten aufzeichneten. Man hofft, mit solchen Messungen den medikamentösen Behandlungserfolg bei depressiven Patienten vorhersagen zu können. Je geringer die Gesichts-Muskelaktivität, desto weniger belastend ist der Misserfolg. (550 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Großmütter leiden unter gescheiterten Ehen ihrer Kinder



Vom Scheitern einer Ehe sind auch häufig die Großmütter betroffen. Das Verhältnis der Enkel zu ihnen kann sich stark abkühlen. Kanadische Wissenschaftler haben die Chancen untersucht, unter denen gute Großmutter-Enkel-Kontakte erhalten bleiben. Wie oft sich Großmütter und Enkel aus einer gescheiterten Ehe gegenseitig besuchen, hängt einmal von der Wohnnähe oder der Verkehrsmöglichkeit ab. Der Enkel macht gern einen Besuch, wenn die Großmutter ein gemütliche Heim hat. Die Großmütter wiederum sind häufiger dann zu Besuch, wenn ihr Schwieger-Kind nicht mehr zu Hause ist. Ungelöste Familien-Konflikte belasten das verwandtschaftliche Verhältnis erheblich und verringern die Besuchschancen. (650 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Angst vor Herzklopfen führt zum Paniksyndrom



In Panik geraten kann ein Mensch, der seine körperlichen Symptomen überbewertet, die ihn an eine Angst-Situation erinnern, z. B. starkes Herzklopfen, schneller Pulsschlag, Schwitzen. Die Paniker reagieren mimosenhaft empfindlich auf bedrohliche Situationen. Ihre Sinne sind bis zum Äußersten gespannt. Ihre Wahrnehmung registriert mit äußerster Schärfe. Die körperlichen Vorgänge beurteilen sie durchweg negativ. Diese Beobachtung machten Wissenschaftler der Universität Marburg, die Patienten mit Paniksyndrom über längere Zeit beobachteten. Panikpatienten wittern häufiger eine Gefahr, schätzen sie höher ein und sehen größere Schwierigkeiten in der Bewältigung als andere Menschen. Häufig haben die Paniker schon in der Jugend unter diesem Syndrom gelitten. Sie sind deshalb schonend von ihrer Umwelt behandelt worden. Nicht selten haben ihre Eltern ebenfalls in panischen Ängsten gelebt. (850 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Hoffnung für Kinder mit nervösen Sprachstörungen



Kindern, die in der Sprachentwicklung gestört sind, kann durch ein sinnvolles Training geholfen werden, stellten Wissenschaftler vom Kinderzentrum München fest. Die Ursache der Behinderung beim Sprechen beruht meist auf zentralnervösen Störungen. Sprachliche Ausfälle oder Defizite gibt es beim Menschen sowohl beim einzelnen Wort wie auch bei der richtigen Verbindung und Anwendung von Wörtern. Die Kinder hörten vorgesprochene Sätze, die sie wiederholen mussten. Der Erfolg einer solchen Imitation wurde an der wachsenden Fähigkeit der Spontanäußerung gemessen. Die wichtigsten Ergebnisse der Münchener Psychologen: Die Imitationsfähigkeit der 3- bis 6jährigen nahm im Durchschnitt erheblich zu, Die Zeitdauer der Spontanäußerungen wuchs und die Sätze bestanden aus mehr Wörtern als vorher. Die innere Sprachbereitschaft und -sicherheit hatte sich deutlich verbessert. Die Behandlung erstreckte sich über 40 Sitzungen zu je 20 Minuten. (900 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Treffen auf der Parkbank auch nach 60 noch begehrt



Seine Freizeitaktivitäten auf die Zeit nach der Pensionierung, zu verlegen, ist ein grundsätzlicher Fehler. Denn wer vorher nicht gelesen hat, wird auch nach seiner Pensionierung nicht häufiger zum Buch greifen. Der Mensch ändert sein Verhalten nach dem 55. Lebensjahr kaum noch. Das fanden Freizeitforscher in zahlreichen Untersuchungen heraus. Sie stellten allerdings auch fest, dass der ältere Mensch sich fast allen Freizeitaktivitäten zuwendet. Nur sechs von 23 Hobbys wurden von 60 Prozent der über 65jährigen noch nie ausgeübt. Die Freizeitaktivität der älteren Generation steht häufig unter dem Ziel, außer der Betätigung soziale Kontakte zu schaffen. Daher sind die Treffen auf der Parkbank beliebt oder die Theater- und Konzertbesuche. Da die Außenreize der Berufswelt wegfallen, bilden die Medien, wie Zeitung, Fernsehen und Radio den Draht zur Außenwelt.

Das Nachlassen der Freizeitaktivitäten ist meist keine chronologische Alterserscheinung, sondern die Folge sozialer, ökonomischer oder gesundheitlicher Veränderungen. Hauptfreizeitort ist die Wohnung oder ihr unmittelbares Umfeld. Hier findet das Basteln statt, Fernsehen, Radio hören, Handarbeiten, Lesen oder die Beschäftigung im Garten. Deshalb sollten ältere Menschen, die in eine kleinere Wohnung umziehen, das neue Domizil nach den geplanten Freizeitaktivitäten aussuchen.

Die organisierten Angebote für die Senioren wie Altenwerkstätten, Altenklubs oder Altenerholung werden nur von 15 v. H. genutzt. (1470 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Forscher mit Fragebuch untersuchen bayrische Dialekte



In Bayern spricht noch 90 Prozent der, Bevölkerung Dialekt. Sprachforscher der Universitäten Augsburg, Bayreuth, Erlangen-Nürnberg, München, Passau und Würzburg werden in 1600 Orten Altbayerns, Schwabens und Frankens ausschwärmen und vor allem die Alten aus dem Bauern- und Handwerker-Milieu nach Wörtern oder Begriffen der Mundarten befragen. Die Antworten zu 2000 Merkmalen werden in ein Fragebuch eingetragen. Ein Fragebogen würde dazu nicht ausreichen. Aber nicht nur die synonymem Begriffe werden notiert, sondern auch die Lautsprache. Ziel der Untersuchung ist die systematische Erfassung, der lautlichen und grammatikalischen Strukturen der Mundart und ihrer geographischen Verteilung über ein ganzes Bundesland. Das Ergebnis der Forschungsarbeit, die vom Bayrischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, ist ein bayrischer Sprachatlas. Diese bayrische Sprachform hat sich bruchlos aus dem Mittelhochdeutschen entwickelt und besitzt darum einen unschätzbaren dokumentarischen Wert, der allerdings zunehmend gefährdet ist, da die Dialekte von der jüngeren Bevölkerung weniger gesprochen werden. Die letzte grundlegende Übersicht der Mundarten Bayerns stellte der Sprachforscher Andreas Schmeller 1821 zusammen. (1250 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Urlauber verlangen mehr Komfort und Service Kurse für Gastfreundschaft - Sauberer Strand allein reicht nicht



Der Urlauber von heute hat andere Vorstellungen und Wünsche als die bisherigen Generationen. Das haben Fragebogen-Aktionen, Interviews und Beobachtungen ergeben. Wo vor zwanzig Jahren noch das herzliche Naturtalent der Gastgeber für Zufriedenheit beim Urlauber ausreichte, müssen heute Schulungskurse den gastgebenden Jungmanager in die erwartete Form bringen. Die Urlaubsund Ferienstrukturen verändern sich.

Aber auch die Gastgeber wie die Gäste haben sich in ihrem Verhalten geändert, sie unterlagen einem psychologischen Wandlungsprozess. Diese Entwicklung ist typisch an einem ziemlich isolierten österreichischen Feriengebiet in der Dachsteinregion abzulesen. In den 50er Jahren hat der Ramsauer Bergbauer eine Stube vermietet. Als die Nachfrage in den 60er Jahren stieg, hat er angebaut und in den 80er Jahren neugebaut. Aus dem zufälligen entstandenen Beherbergungswesen ist ein Gewerbe geworden. Die Nachfolgegeneration der Gastgeber sieht in erster Linie das Gewerbe, dessen Bestandteil der Gast ist. Auf diese Weise ging zum Teil die natürliche Gastfreundschaft verloren. Auf der anderen Seite hat sich aber auch die Mentalität des Urlaubers verändert. Er hat ein anderes Verhalten zur Urlaubswelt. Er ist distanzierter, nüchterner, sieht nicht großzügig über Unzulänglichkeiten hinweg, sondern fordert den Service, wobei der Gast nicht immer bereit ist, entsprechend zu zahlen.

Für den Urlauber von heute hat Gastfreundschaft nicht mehr den Stellenwert der 70er Jahre. Er sieht die Ware "Ferien", die er gekauft hat, unter dem Preis-Leistungsverhältnis. Das ist die Erkenntnis der Meinungsforscher.

Damit das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, muss der Service perfekt sein. Perfekten Service aber muss man erlernen. Daher gibt es Kurse in den Volkshochschulen und der Handelskammer. Themen sind "Marketing-Praktikum für das Gastgewerbe", "Richtige Behandlung von Gästeanfragen", "Erlebnis-Gastronomie" mit Naturküche und Englisch-Sprachkurse. Natürlich findet alles auf freiwilliger Basis statt. Hier wird das Wissen aus der mündlichen Überlieferung mit modernen psychologischen Kniffen angereichert. Was früher selbstverständlich war, wird heute zum Lehrinhalt, nämlich das Wohlbefinden des Gastes, das an oberster Stelle stehen sollte. Meinungsforscher im Taschenformat gibt es heute in fast jeder Gemeinde. Die Fragebögen sind rasch zusammengestellt und der Gast in Urlaubslaune füllt aus. So haben in der Ramsau 80 v. H. der Befragten erklärt, dass sie wiederkommen und dasselbe Quartier buchen werden, 72 v.H. ziehen das Wandern dem Faulenzen (20 v.H.) und dem guten Essen (8 v.H.) vor. Selbstverständlich gefällt dem Gros der Gäste das Landschafts-Naturerlebnis am besten.

Auch die Dänen haben festgestellt, dass der deutsche Urlauber anspruchsvoller geworden ist. "Ein einfaches Holzhaus - Wunschtraum der 70er- und 80er-Jahre und Symbol für natürliches Leben - hat ausgedient. Gefragt sind die Komforthäuser, nach Möglichkeit mit Swimmingpool", sagt der Touristenchef Uffe Kjaersgard, der für Blokhus und anliegende Gemeinden spricht. Sie haben immerhin 21 Kilometer sauberen, mit der blauen Flagge prämiierten Nordseestrand in Jütland zu bieten. (Um die Wasserqualität zu beweisen, kocht der Touristenchef seinen Fisch mit Nordseewasser und verspeist ihn.)

Uffe Kjaersgard hat erkannt, dass sauberer Strand und Komfortwohnungen allein nicht mehr ausreichen. Eine Ferienregion muss mehr bieten. So schießen Vergnügungsparks aus dem Moorboden, wo man sich einen ganzen Tag aufhalten kann mit Segeln, Schwimmen, Rutschen, Reiten, Crosscar-Fahren. Alles im Eintrittspreis eingeschlossen. Auch hier steht das Wasser-Vergnügen im Mittelpunkt. Gleichzeitig wird das Hinterland mit in die Ferienregion, die früher nur aus einem schmalen Strandstreifen bestand, mit eingezogen. Eine nicht zu übersehende Attraktion ist dabei - die Kneipe, in der auch der Einheimische sein Bier oder seinen Aquavit trinkt. (3750 Anschläge)

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Den Wunsch von den Augen ablesen Liebende Paare treffen Kaufentscheidung gemeinsam



Es ist keineswegs richtig, dass der Ehemann für die Auswahl des Autos zuständig ist und seine Frau lediglich bei der Farbe mitbestimmen darf. Genauso wenig trifft es zu, daß die Frau völlig autonom die Kücheneinrichtung auswählt und kauft. Diese landläufige Meinung über Kaufentscheidungen hat der Linzer Psychologe Erich Kirchler gründlich widerlegt. Bei der Anschaffung von Gegenständen mit höherem Wert und einer ansehnlichen finanziellen Bindung (Haus, Auto, Kücheneinrichtung Möbel, Weltreise) beraten die Eheleute in der überwiegenden Anzahl der Fälle gemeinsam, ehe sie sich für ein Produkt entscheiden. Bisweilen dürfen sogar die Kinder mit reden, wie bei der Auswahl der Ferienreise.

Allerdings verändert sich im Laufe der Ehe das partnerschaftliche Verhalten und das Interesse an der Mitbestimmung. So hält sich die Frau weitgehend aus dem Kaufentscheidungsprozeß heraus, während sie sich für die Aufzucht des Nachwuchses verantwortlich fühlt, allerdings nur bis zum 6. oder 7. Lebensjahr von Tochter oder Sohn. Von da ab orientiert sich die Frau wieder mehr nach außen.

Es gibt auch Unterschiede zwischen harmonischen und weniger harmonischen Paaren. Glückliche Partner handeln auch bei der Kaufentscheidung nach dem Liebesprinzip: Sie betrachten sich voneinander abhängig und orientieren sich an den Wünschen des Partners (Partnerin). Jeder stellt seine egoistischen Wünsche zurück, um nicht die Sympathie des anderen zu verlieren. In disharmonischen Verbindungen zählen nur die Macht und die Zuständigkeit des Partners, nicht das Interesse für oder gegen das Gut. Die Beziehungsqualität zwischen den Familienmitgliedern spielt bei der Diskussion um eine Entscheidung eine erhebliche Rolle. Das Machtgefälle zwischen den Partnern wirkt sich - der eine verdient das Geld, während der andere für den Innenbereich sorgt - in harmonischen Verbindungen kaum aus, wohl dagegen in disharmonischen Verhältnissen.

In den meisten Fällen wird die Kaufentscheidung trotz der vorausgegangen ökonomischen Überlegungen am Ende doch emotional gesteuert. Das ist auch verständlich, wenn man die Umstände des Entscheidungsprozesses betrachtet. Die Voraussetzungen, dass eine sachlich zufriedenstellende Lösung gefunden wird, sind denkbar schlecht, denn die Partner lösen ihre Probleme, wenn sie (schon oder noch) müde oder vom Alltag gestresst sind.

Dazu haben sie im Gegensatz zu Entscheidungsgremien der Wirtschaft meist einen unterschiedlichen Informationsstand. Was noch hinzukommt: die Sachprobleme stellen sich nicht als isolierte Aufgabe dar, sondern sind eingebettet in den meist ohnehin turbulenten Familienalltag, auf den die Kaufentscheidung selbst dann wieder Einfluss nimmt. Nicht nur die Gefühle, die während der Diskussion mit dem Partner aufkommen, müssen verarbeitet werden, sondern auch die Sachqualität der Kaufentscheidung färbt auf das häusliche Geschehen ab. Schließlich muss man mit der Entscheidung leben.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Verkehrssituation bestimmt Reaktionszeit Länger als bisher angenommen –



Wahrnehmung und Verarbeitung bisher überschätzt

Die Reaktionszeit in kritischen Verkehrssituationen ist länger als bisher angenommen wurde, vor allem auch länger als bisher in der Rechtsprechung zugrunde gelegt wurde. Die bisher gültigen Werte, nach denen auch die Urteile gefällt wurden, lagen zwischen 0,6 und 1 Sekunde. So lange gestand man dem Kraftfahrer zu, die Gefahr zu erkennen, innerlich zu schalten und den Fuß auf die Bremse zu bringen. Die Millisekunden bis die Bremse ansprach, gehörten ebenfalls noch zur Reaktionszeit.

Mit der Vorgabe von maximal einer Sekunde wurde die Reaktionszeit restlos unterschätzt, denn moderne Forschungen haben ergeben, dass die Reaktionszeit des Systems, das der Fahrer mit dem Fahrzeug bildet, bis zu 1,9 Sekunden betragen kann und darüber hinaus. Diese Feststellung traf Klaus Engels, Leiter einer Kommission, die sich über Jahre hinweg mit der Obergrenze befasst hat, die für die Reaktionsdauer gesetzt wird.

Diese jetzt errechnete fast doppelt so lange Reaktionszeit würde bedeuten, dass die Unfallfahrer wesentlich langsamer Gefahren sind als nach den alten Werten, die von Gerichten berechnet worden ist. Die Geschwindigkeit wird im Prozess errechnet, um festzustellen, wie weit der Unfall vermeidbar war. Auch in den Fachbüchern stehen heute noch Bremsberechnungen, die von einer Reaktionszeit von maximal einer Sekunde ausgehen.

Die Berechnung der Reaktionszeit beginnt mit der Reaktionsaufforderung - z. B. Kind läuft auf die Fahrbahn - und endet beim Bremsspurbeginn. Die Schwankungen zwischen 0,6 und 1 Sekunde wurden bisher auf das unterschiedliche Leistungsvermögen der Fahrer zurückgeführt. Allerdings haben die Wissenschaftler festgestellt, dass bei diesen Berechnungen die Verkehrssituation weitgehend unberücksichtigt blieb. Es ist keineswegs gleichgültig, ob ein Kind fünf Meter vor dem Auto auf die Straße läuft oder in zehn Meter Abstand. Gerade die Situation ist bei der Reaktionszeitberechnung von enormer Wichtigkeit. Die Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die Reaktion des Fahrers um so später erfolgt, je größer der Winkel zwischen der Gefahrenquelle und der Fahrtrichtung ist. Denn die Zeit für die Kopfbewegung zur Gefahrenquelle hin muss ebenfalls berücksichtigt werden.

Gewonnen wurde diese Erkenntnis aus der genauen Rekonstruktion von Verkehrsunfällen in Hannover, bei denen Fußgänger verletzt wurden. Die neuen realen Reaktionswerte bei den Unfällen lagen im Durchschnitt zwischen 0,6 und 1,9 Sekunden. Diese Feststellung hat erhebliche Konsequenzen für die gutachterliche Tätigkeit.

Die Forscher haben die Reaktionsvorgänge analysiert, in Abschnitte eingeteilt und die Zeit gestoppt. So stellt sich der Ablauf dar.

Der Fahrer sieht die Gefahr. Dazu wird die Blickzuwendungszeit benötigt.

Dann erst kann die psychische Informationsverarbeitung beginnen.

Der nächste Schritt ist die Identifizierung der Verkehrssituation, ebenfalls ein psychischer Prozess, der nicht wenig Zeit kostet.

Erst danach kann die Reaktion erfolgen: Fuß auf die Bremse. Aber auch bis zum Ansprechen der Bremse vergeht noch Zeit. Wann das Fahrzeug endgültig zum Stehen kommt, hängt von seiner Geschwindigkeit, seiner Bremsstärke und seinem Gewicht ab.

Die Zeitmessungen haben ergeben:

Zwischen der optischen Erfassung und der Identifizierung der Gefahr liegen 0,48 Sekunden. Bis zum Beginn der muskulären Reaktion vergehen noch einmal 0,45 Sekunden. Der Fuß tritt nach 1,19 Sekunden auf die Bremse, die nach weiteren 0,05 Sekunden anspricht und nach weiteren 0,17 Sekunden blockiert. Insgesamt beträgt die Zeit im Durchschnitt 1,34 Sekunden.

Bei ungünstigen Verkehrssituationen wie Nebel, Gegenlicht, Dämmerung erhöht sich die Zeit für die Wahrnehmung beträchtlich. Im gleichen Maße steigt die Zeit zur Identifizierung der Gefahr.


Die Aufmerksamkeit des Fahrers wird aber nicht nur durch die Außenumstände gefordert und gebunden, sondern auch durch Störungseinflüsse im Wagen selbst. Dazu zählen nervenaufreibende Unterhaltungen oder Streitgespräche, ungeduldige, quengelnde Kinder oder auch Haustiere. In diesen Fällen fährt der Fahrer oder die Fahrerin nur mit halber Aufmerksamkeit, da ein Teil von diesen Störaktionen gebunden wird. Das bedeutet für den Ernstfall eine wesentlich längere Reaktionszeit. Nicht selten kommt es wegen solcher Unaufmerksamkeit beim Fahren zu Auffahrunfällen.

Dass Alkohol und bestimmte Medikamente die Reaktionszeit erheblich verlängern, ist längst allgemein bekannt.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Positive Gedanken schaffen Energie Badezimmer-Waage liefert Beweis - Gesundheitstraining



Gesundheit ist trainierbar - oder durch Training wiederzuerlangen, belegte der Physiologe Professor Walter Niesell, Bochum, unter dessen Leitung das "Bochumer Gesundheitstraining" entwickelt wurde. 98 Personen mit chronischen Kopfschmerzen, rheumatischen Beschwerden, Kreislauferkrankungen, Blutdruckproblemen sowie Krebspatienten nahmen 1987 und 1988 an dem Training teil. Bei 96 v.H. hat sich der sechswöchige Kurs positiv auf das seelische Wohlbefinden ausgewirkt. 92 Prozent bestätigten auch" dass sie sich körperlich bedeutend besser fühlen.

Aber auch auf die Krankheiten direkt wirkte sich das Training aus. Bei 4 Prozent verschwanden die Beschwerden vollständig, 30 Prozent verspürten eine deutliche und 34 Prozent eine leichte Besserung. Nach einem Fortsetzungskurs berichteten sogar 12 Prozent vom Verschwinden der Schmerzen', 38 verspürten eine deutliche und weitere 38 Prozent eine leichte Verbesserung. Auch der Medikamentenkonsum konnte während der Kurse reduziert werden. Am meisten profitierten die Teilnehmer mit nervösen Leiden" Verspannungen oder Schlafstörungen: 76 v. H. bestätigten eine Besserung auf Dauer. Bei den Kopfschmerzpatienten berichteten 52 v. H. von einer spürbaren Linderung, bei Rheuma-Patienten 59 v. H, bei Kreislaufpatienten 57 v. H. bei Erkrankungen im Magen-, Darmbereich 53 v. H. und bei Atembeschwerden 62 v.H. Eine Gruppe von Psychologen der Universität Kiel hat durch wöchentliche Patientenbefragung die Wirksamkeit des Trainings überprüft und bestätigt gefunden.

Beim Teilnehmer ein gesundheitsbewusstes Verhalten aufzubauen, ist erstes Ziel des Bochumer Gesundheitstrainings. Die Kursziele sind : gesunde, vollwertige Ernährung, Anleiten zu Sport und Gymnastik, Autogenes Training und Anti-Stref3-Training, umstellen von Lebensgewohnheiten, Yoga betreiben und meditieren. Die Teilnehmer kommen einmal wöchentlich zusammen und führen ansonsten ihr Tagesprogramm eigenständig durch. Ein Teil der Übungen hat der amerikanische Krebsarzt Dr. Simonton mit seinen Patienten Anfang der 80er Jahre bereits mit großem Erfolg durchgeführt.

In erster Linie lernt der Teilnehmer im Bochumer Gesundheitstraining eine positive Haltung zur Umwelt einzunehmen. Er darf sich nicht von den Querelen des Alltags schütteln lassen, sondern muss seine Insel, seine Fluchtburg finden, auf die er sich gedanklich zurückzieht und unangreifbar ist. Dazu dienen Entspannungsübungen, aber auch die Kraft der Phantasie, sich diese Fluchtburg, die die Summe alles Schönen und Erstrebenswerten enthalten darf 1, zu suchen. Es kann sich aber auch um einen Ort handeln, der existiert und an dem man sich wohlgefühlt hat. An dieser gedanklichen Bastion prallen alle Feindseligkeiten ab.

Das Bochumer Gesundheitstraining arbeitet auch mit der chinesischen Erkenntnis, dass der Mensch über ein Energiesystem verfügt, das Bestärkt und geschwächt werden kann. Der Beweis ist durch einen einfachen Waagetest zu erbringen. Bei positiven Gedanken verfügt der Mensch über wesentlich mehr Muskelenergie, was eben an einer Waage im Badezimmer bewiesen werden kann: Man nehme sie zwischen die Hände und drücke. Wesentlich weniger Kraft hat man bei negativen Gedanken, die beim Menschen Energien verzehren.

Schließlich gehört auch eine Überprüfung der Verhaltensweisen und Lebensziele zum Programm. Übungen und Fragebogen helfen dabei, die richtigen Ziele und den Weg dorthin zu finden. Aber auch die psychische Verarbeitung der Krankheit steht auf dem Programm. Eine Besserung der Krankheit ist erst dann zu erwarten, wenn die Botschaft, die hinter ihr steht, erkannt wird. Das kann sein: Ich brauche mehr Zuwendung', Ich schaffe meine Arbeit nicht', Ich trage zuviel Verantwortung' oder aber auch Ich habe eine Schuld abzutragen'.

Die Vorstellungsübungen finden Unterstützung durch suggestive Tonkassetten.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Schwierigkeiten nach dem Urlaub Sieben-Punkte-Programm hilft beim Start



Millionen von Deutschen sind in diesen Tagen aus dem Urlaub zurückgekehrt. Sie versuchen wieder, im Alltag Fuß zu fassen. Das bereitet einige Schwierigkeiten, wie jeder aus Erfahrung weiß. Die Heimkehrer haben noch den Glanz der vergangenen Dolce-Vita-Wochen im Blick. Aber Termine, volle Schreibtische und Dienstpläne haben den "Noch-Fast-Urlauber" schneller eingeholt als ihm lieb ist. Innerlich schwärmt er noch von den Wochen in dem kleinen südländischen Fischerdorf, wobei das Fischerdorf beliebig austauschbar ist mit jedem Strand-, Gebirgs- und anderem Urlaubsort.

Sieben Regeln erleichtern das Wieder-Einleben im Alltag.


1. Stimmen Sie sich einige Tage vor der Rückkehr innerlich auf das Zuhause und Ihren Job ein. Sagen Sie "Ja" zu Ihrer Tätigkeit, und das mentale Training wird Ihnen die Rückkehr erleichtern. Wer mit einem Gefühl der Ablehnung zurückkehrt, schadet seiner Gesundheit.
2. Planen Sie die vor Ihnen liegenden Wochen - sowohl für das Privatleben wie für den beruflichen Bereich. Identifizieren Sie sich mit diesen Gedanken und Wünschen. Vorsätze sind nach dem Urlaub leichter in die Tat umzusetzen als zu Silvester oder Jahresbeginn. Angriffspunkte sind Essen, Trinken, Genussmittel, Positive Zielpunkte können Weiterbildung oder eine Lebensplanung sein.
3. Nicht gleich von der Urlaubs- in die Arbeitskleidung. Gönnen Sie sich zwischen Rückkehr und Arbeitsanfang wenigstens zwei bis drei Tage Nachurlaub, auch wenn Sie es für verschenkte Urlaubstage halten. Ihr Wohlbefinden dankt es Ihnen.

4. Beginnen Sie mit einer halben Woche, d. h. Mittwoch oder Donnerstag anfangen. Dann stöhnen Sie nicht Ende der Woche, dass die Erholungsreserven schon verbraucht sind.

5. Verwöhnen Sie sich in der Übergangszeit bis sie sich wieder an den Alltagsrhythmus gewöhnt haben - das sind meist zwei Wochen - mit kleinen Geschenken vom Parfüm bis zum Besuch im Eis-Cafe.

6. Halten Sie einige Urlaubsaktivitäten bei, wie Schwimmen, Joggen, Radfahren, Wandern oder das Interesse für kulturelle Dinge. Auf diese Weise können Sie die Urlaubswirkung verlängern.

7. Machen Sie sich wieder geistig fit, denn es ist möglich, dass durch das Abschalten im Urlaub ihre Kapazitäten wie Informationsverarbeitung, Kurz- und Langzeitgedächtnis nachgelassen haben. Das ist natürlich. Gehirn-Jogging hilft Ihnen. wieder topfit zu werden. Dazu gibt es entweder Bücher oder Computer-Disketten mit Übungen oder aber Sie bilden sich einfach Übungen selbst. Dazu benötigen Sie eine Tageszeitung. Denken Sie sich ein Wort aus wie "Zeit" oder "handeln". Jetzt suchen Sie Spalte für Spalte nach diesem gedachten Wort ab. Haben Sie es gefunden, streichen Sie es durch. Zehn Minuten jeden Tag reichen aus bis sie sich wieder topfit fühlen.

Wenn Sie den Alltag nicht nur als Zeit zwischen den Urlauben betrachten, sondern als Chance zur Kreativität und zur Selbstverwirklichung, so wird sich der Urlaubs-Glanz in Ihren Augen lange halten.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Linkshänder - Probleme bei Schulbeginn Schon in der Steinzeit nur Werkzeuge für Rechtshänder



Linkshändige Eltern plädieren dafür, das Kind auf rechts umzuschulen, weil sie selbst die Benachteiligungen aus eigener Erfahrung kennen. Die Wissenschaftler geben zu, dass die Linkshändigkeit bis auf den heutigen Tag noch keineswegs gründlich erforscht ist. Der Marburger Wissenschaftler Ahmed Swelam trug die wichtigsten Forschungsarbeiten zusammen (Linkshändigkeit - Interkulturelle Vergleiche, Verlag Hogrefe) Swelam untersuchte 872 deutsche und ägyptische Kinder. Außerdem ließ er 687 Fragebogen von Pädagogen und Eltern über die Beurteilung der Linkshändigkeit ausfallen und verglich die Ergebnisse.

Um In diesen Tagen beginnen die I-Männchen mit dem Erlernen der kulturtechnischen Fertigkeit des Schreibens. Damit beginnt für die Linkshänder - es sind im Schnitt 9 v.H. - eine ungemütliche Situation. Aber die Eltern und Lehrerinnen wie Lehrer sind nicht viel besser dran. Sie stehen vor der Frage, sollen die Kinder angeleitet werden, mit rechts zu schreiben oder soll man jedem Kind die Entscheidung selbst überlassen. Viele es vorwegzunehmen, Linkshändigkeit kommt in fast allen Kulturen im gleichen Prozentsatz vor, mehr bei Jungen als bei Mädchen. Aber auch fast alle Kulturen ziehen die rechte Hand vor. Von der Steinzeit bis auf den heutigen Tag wurden alle Gebrauchsgegenstände für Rechtshänder konstruiert. Hinzu kommen religiöse Überlieferungen, die "links" verteufeln. Selbst im Christentum sammelt Gott nach dem Jüngsten Gericht die Guten zu seiner Rechten und die Bösen zu seiner Linken, um sie ins Feuer der Hölle zu schicken. Religiös bedingte Einstellungen in fast allen Kulturen stehen häufig im Zusammenhang mit Vorurteilen gegen Linkshänder. Der Volksmund tut sein übriges: er hat zwei linke Hände (ungeschickt), mit dem linken Bein aufstehen (schlecht gelaunt), Auf diese Weise wird im Unterbewusstsein die Abneigung gegen links betoniert. Aber auch die unterschiedlichen wissenschaftlichen Auffassungen tragen nicht gerade zur Klärung bei. So vertritt man auch heute noch den Standpunkt, dass


Linkshändigkeit eine Folge intellektueller Mängel sei, eine krankhafte Veränderung. Es gibt keine stichhaltige Erklärung für die Verteilung der Links- und Rechtshänder. Die einen schieben es auf Vererbung linkshändige Eltern haben mehr linkshändige Kinder die anderen auf eine schwierige Geburt. Die dritten auf die Position in der Geschwisterreihe. Das erste und vierte Kind habe größere Chancen, Linkshänder zu werden als die anderen. Es gibt Therapeuten, die Linkshändigkeit als Resultat einer emotionalen Ablehnung sehen. Mit Sicherheit auszuschließen sind nach der heutigen wissenschaftlichen Erkenntnis jedoch pathologische, also krankhafte Ursachen.

Das Schreibenlernen ist eine Koordination zwischen Auge und Hand, zwischen Gehirn und Hand, eine motorische Fertigkeit. Motorische Fertigkeiten müssen erlernt werden und sind nicht nur die Folge eines Reifungsprozesses. Das Kind soll bestimmte Leistungen durch gezieltes Üben erbringen. Genetische und funktionelle Faktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle. Dem motorischen und feinmotorischen Üben kommt eine hohe Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung zu.

Das feinmotorische Schreibenlernen ist ein Zusammenspiel zwischen Hirn und Hand. Der Mensch besitzt zwei Hirnhälften, die zwar verbunden sind, aber jeweils spezifische Aufgaben haben. Beim Rechtshänder ist die linke Hirnhemisphäre für die Sprache und damit auch für das Schreiben zuständig und die rechte für Kreativität, Intuition und Raum-Orientierung. Hand und Hirn sind über Kreuz miteinander verbunden. Nun könnte man daraus folgern, da13 bei Linkshändern die linke Hand und rechte Hirnhälfte aufeinander abgestimmt sind. Bei 50 v.H. der Linkshänder stimmt diese Annahme. Wenn diese Kinder auf rechts umtrainiert werden, kann es zu erheblichen Lern und Entwicklungsstörungen kommen, da sie nicht nur von der Linken auf die Rechte umschulen müssen, sondern ihre Hirnhemisphären müssten die gleiche Umschaltung vornehmen. Da liegt die Gefahr einer Störung oder sogar einer Schädigung.


Für eine erfolgreiche Umstellung auf rechts stellen die Wissenschaftler folgende Vorbedingungen: 1. Das Kind muss selbst freudig zustimmen. 2. es sollte überdurchschnittlich intelligent sein. 3. es darf beim Umstellungsversuch nicht zu dauernden Schwierigkeiten kommen. 4. Das Kind sollte mit der einen Hand tun können, was es mit der anderen auch tun kann (Beidhändigkeit). 5. Die Umschulung sollte mit dem sechsten Lebensjahr erfolgen.

Andere Forscher warnen, weil der Versuch nicht die angeborenen Faktoren und die unterschiedlichen Lernkapazitäten der Hirnhemisphären berücksichtigt, von der die Entwicklung der Handgeschicklichkeit abhängt. Eine Auseinandersetzung mit bestehenden Gewohnheiten führe zu Stottern oder anderen Verhaltensstörungen wie Bettnässen, Nägelbeißen oder Daumenlutschen. Der Widerstand gegen eine Umpolung von links auf rechts kann so stark sein, dass dem Kind dauernder Schaden zugefügt wird. Nach ihrer Ansicht hat der Pädagoge die Pflicht, aus einem Rechtshänder einen guten Rechtshänder und aus einem Linkshänder einen guten Linkshänder zu machen.

Die Wissenschaftler halten die Entwicklung in der Vorphase zwischen 2 und 6 Jahren für wesentlich wichtiger. So sollte das Kind genügend Spielzeug und Bewegungs- wie Spielmöglichkeiten haben, damit es seine manuell-motorischen Fähigkeiten besser üben kann. Das Angebot muss außerdem zum richtigen Zeitpunkt gemacht werden. Sind Pädagogen und Eltern nicht in der Lage, zu entscheiden, ob das Kind ein ausgeprägter Linkshänder ist, so leistet der Schulpsychologe mit kleinen Tests Hilfestellung, um die bevorzugte Hand herauszufinden. Ein ausgeprägten Linkshänder sollte auf keinen Fall auf Rechts trainiert werden. Insgesamt dürfen im deutschen Sprachraum nur zehn v.H. der Linkshänder (ca. 1 Prozent der Bevölkerung) ihre Linkshändigkeit voll ausleben. Auch das ist ein Ergebnis der Untersuchung.

Noch eine Überlegung für die unschlüssigen Eltern:

Es gibt berühmte Linkshänder, weil sie es bleiben durften: Leonardo da Vinci, Michelangelo, Paul Klee, Pablo Picasso, Goethe und Heinrich Heine.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

TV verhindert Aktivitäten



Amerikanische Erwachsene, die freiwillig eine geraume Zeit ohne Fernsehen lebten, berichteten in ihren Tagebüchern über ihre Zeiteinteilung. Verglichen mit Fernseh-Konsumenten waren die Abstinenzler in fast allen Lebensbereichen aktiver, auch bei der Arbeit, der Kindererziehung, in der Freizeit und in sozialer Kontaktpflege.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Aggression beeinträchtigt Gedächtnis



Dass Augenzeigen von gewaltsamen Auseinandersetzungen Schwierigkeiten haben, die Täter zu identifizieren, mussten britische Psychologen bestätigen. Sie zeigten 60 Studenten zum einem Filme mit aggressivem Inhalt und einem, drei und fünf Tätern, zum zweiten friedliche Filme mit der gleichen Anzahl Darsteller. Die Zeugenaussagen waren ungenau bei dem aggressiven Film und wuchsen mit der Anzahl der beteiligten Personen. Die Identifizierung der Täter gelang nur in 27 v. H. Fällen. Bei dem gewaltlosen Streifen war das Wiedererkennen erfolgreicher.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Karatetraining macht friedfertig



Je länger einer Karate übt, um so mehr sinken seine Angriffsgedanken, stellten kanadische Psychologen fest, die 42 Karatekämpfe mit unterschiedlichen Gürtelfarben ausgiebig befragten. Sie fanden vier plausible Begründungen für die wachsende Friedfertigkeit: bessere Selbstkontrolle, positiveres Selbstbild, höhere Selbsteinschätzung und gewachsenes Selbstvertrauen.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben


  

Temperatur und Tageslicht beeinflussen Fernsehdauer mehr als das TV-Programm



Nicht 'Was wird gesehen, sondern wann wird gesehen?' lautet die Frage der Werbemanager. Bisher richtete die Wirtschaft sich nach den zugkräftigen Programmen. Man ging von der Annahme aus., dass Qualität - sprich Spannung -

Zuschauer zieht. Zwei Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik in Dortmund haben jetzt darauf aufmerksam gemacht, dass die Fernsehgewohnheiten ebenso vom Wochentag, der Jahreszeit und sogar vom Wetter abhängig sind. So kommt es zu täglichen Schwankungen der Sehdauer. Über lange Jahre wies die Entwicklung der Fernsehdauer einen deutlichen Trend nach oben auf. Er stieg von 1976 bis 1996 von 130 Minuten pro Tag auf über 200 Minuten. Er hat sich in der letzten Jahren kaum noch erhöht.

Am längsten saßen die Menschen in den letzten sechs Jahren jeweils Januar vor der Mattscheibe. Auch die anderen kalten und dunklen Monate wie Oktober, November, Dezember und Februar trumpften in punkto Fernsehdauer die Frühlings und Sommermonate. Die Sehgewohnheit nach Wochentagen: von montags bis Donnerstag recht konstant, dann leichter Anstieg am Freitag. Während früher der Samstag Hauptfernsehtag war, ist es heute der Sonntag. Die durchschnittliche Fernsehdauer von montags bis donnerstags betrug 162 Minuten, freitags 158 Min, samstags 176 und sonntags 207 Minuten.

Da das Fernsehen vornehmlich mit alternativen Freizeitaktivitäten konkurrieren muss, hat es bei schönem und warmen Wetter die geringeren Chancen. Temperatur, Sonnenscheindauer und Niederschlagsmenge bestimmen mehr die Fernsehdauer als das Programm. Also schönes Wetter wirkt sich negativ auf die Sehdauer aus. Aber je dunkler die Tage, um so länger die tägliche Fernsehdauer. Wobei der Einfluss der Wettervariablen im Frühling und Sommer höher ist als im Herbst und Winter.

Die Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass beim einprozentigen Anstieg der Temperatur die Fernsehdauer um 0,1 Prozent zurückgeht. Das gilt vornehmlich für die Altersgruppe der 14- bis 49-jährigen. Offenbar bewirkt das Wetter bei dieser Gruppe die größten Veränderungen der Freizeitaktivitäten. Heute ist Sonntag der Fernsehtag, 40 v.H. mehr Sehdauer als donnerstags. Am stärksten allerdings ist der Fernsehkonsum an den Feiertagen bis auf Heiligabend, wo die Fernsehdauer erheblich sinkt. Die Spitze halten der Neujahrstag und Ostersonntag und -montag. Sportevents bringen zusätzliche Sehminuten, wobei die olympischen Winterspiele sich als attraktiver erweisen als die Tour de France, vier- bis fünfmal so stark ziehen Fußball-WM und Fußball-EM. Politische Ereignisse von weitreichender Bedeutung - wie die Bundestagswahl - garantieren eine erhebliche Erhöhung der Sehdauer. Sonderereignisse wirken sich deutlich auf die Zuschauernachfrage aus.

Abdruck und Vervielfältigung Honorarpflichtig.
Copyright by C. Koch 2013.

nach oben

Studenten der RUB zaubern festliche Menues auf Kochfreundeseite

Poster allein reicht nicht zum Sparen Programm für Universitäten

Wissenstransfer nutzt neue Medien Informationen aus dem Internet

Sechs medizinische Zentren bekämpfen die Volkskrankheiten

Millionen Euro für Panikforschung Häufigste Angsterkrankung

Ehrenamt höher wertschätzen Gutschein für Altenpflegezeit

Wissenschaftskarriere schlecht planbar Familiengründung macht Probleme

Jungen fürchten Misserfolg mehr als Mädchen

Fehlende Erholung steigert Krankheitsrisiko bei Stress

Eltern werden - eine Belastung

Schlechte Laune führt zu kritischer Informationsaufnahme

Bis zehn Stunden Fernsehen kann positiv für Kinder sein

Hartes Training nach Schlaganfall aktiviert neue Gehirnregionen

Nur jeder Hundertste: Für die Schönheit unters Messer

Andere Staaten fördern Weiterbildung finanziell

Radfahrer verkennen Verkehrsgefahr Nur die Kleinen tragen Schutzhelme

Nicht mehr Verantwortung bei Anwesenheit einer Frau

Beim Bewerbungsgespräch: keine falsche Bescheidenheit Volle Redezeit nutzen

Lebensmut hilft Querschnittgelähmten wieder "auf die Beine"

Menschen über 60 Jahre lehnen Sterbehilfe stärker ab

Entspannungsübung reduziert Angst vor dem Zahnarzt

Big Brother - Dramatisierung im Alltag Fernsehen durchs Schlüsselloch

Missverständnis zwischen Geschlechtern bringt Männer vor Gericht

Trennung von der Mutter In jedem Falle Stress

Konflikte zwischen Kunden und Personal führen zum Stress

Informationen vom Frühstück bis zum Meeting im Festival Office

Gründerfrauen übertreffen Männer In beruflichem Ehrgeiz und Motivation

Experten suchen Kommunikation Hürden auf dem Weg zum Laien

Männer vererben Frauen Löwenanteil Mütter bedenken Kinder mehr

Gewaltspiel auf dem Computer senkt Hemmfaktor für Aggression

Studienziele vererben sich Arbeiterkinder unterrepräsentiert

Jede vierte Frau mit Figur unzufrieden

Alternative Lebenskonzepte wirksam gegen Depressionen bei Kinderlosigkeit

Lob für Krankenhäuser: gute Pflege und flexible Besuchszeiten

Bei Ehekrise: Väter verlieren Interesse an den Kindern

Instrument durchleuchtet Fusionsfähigkeit Fragebogen vor der Firmenhochzeit

Eltern beeinflussen Essverhalten Süßigkeiten statt Streicheleinheiten - Problem Übergewicht

Gute Stimmung spart Energie

Milliardenschäden durch Fehlverhalten im Betrieb

Schüler fordern mehr Action und Kreativität Mädchen verantwortungsvoller in sexuellen Fragen

Geheimnis des langen Lebens: Aktiv mit Körper und Geist

Mit GO! gegen Depression und Angst bei Schülern

Fragen lösen Suchprozesse im Gedächtnis oder Speicher aus

Zentrale Betriebsstruktur verhindert Glaube an Produktionsverbesserung

Köln eine therapeutische Stadt

Religiosität ist messbar

Süchtige verbringen 34 Stunden pro Woche in der virtuellen Welt

Liebe und Zärtlichkeit wichtiger als Sex

Eigene Wohnung verlängert Studiendauer Abiturnoten, Fleiß und Leistungsmotivation entscheidend

Freunde erstreben Happyend nach Konflikt Auseinandersetzung nach bestimmtem Muster

Schmale Fahrbahnen bremsen Tempo Verkehrshindernisse wirkungsvoller als Schilder

Fingerspitze verrät Erregung Schweißdrüsen arbeiten bei spannendem Film

Mutterbindung stärkt die Motivation Im Vorschulalter mehr Leistungsbereitschaft

Organismus gewöhnt sich an Stress Aber psychische Belastung bleibt gleich

Geschiedene Frauen leiden häufiger unter Depressionen

So erwachsen, wie man sich fühlt

Negative Äußerung schadet Bewerber Jury hält eher positive Kriterien in Erinnerung

Erfolg stabilisiert Gefühlsleben

Wartezeit blockiert Ideenfluss Probleme beim Gruppenbrainstorming

Trampeln verscheucht schlechte Laune Gedankliche Vorbereitung kann bereits Stress sein

Mentales Training hält Bewegung fest Ablauf bleibt frisch in Erinnerung

Karriere-Denken erhöht Chancen Einstellung bei Berufsbeginn entscheidend

Schon die Limo wird zum Problem Zuckerkranke Jugendliche müssen Farbe bekennen

Jugendliche erleben Schule als Kontrollinstanz Mit zunehmendem Alter Ablehnung der Zensuren

Urlaubsplanung vermeidet Stress Zehn-Punkte-Liste hilft bei Entscheidung – Kinder einbeziehen

Trotz Scheidung doch Eltern bleiben Kind braucht Vater und Mutter - Dauernder Kontakt notwendig

Schule von morgen: Ballast abwerfen Neue Pädagogen beurteilen Schüler ganzheitlich

Wohnmobil: Romantik auf engstem Raum Psychische Belastung nicht zu umgehen - Auf dem Marktplatz schlafen

Nach 14 Tagen bereits 15 IQ-Punkte mehr Glowacki-Studie belegt Wirksamkeit von Gehirn-Jogging

Regelverstöße beeinträchtigen Lesetempo Verstöße gegen die Groß- und Kleinschreibung stören beim

Elternerwartung führt zu Stress und Erkrankungen Junge Menschen zweifeln am gesteckten Berufsziel

Frauen fühlen sich bei neutralem Verhalten wohler Interviewer spielen mit der Geschlechterrolle

Baby reizt zum Lächeln Vor allem junge Menschen suchen Kontakt

Erst ein eigenständiges Wesen Wenn das Ungeborene strampelt

Cortisol verwirrt die Wahrnehmung Mehr Salz bei Stress - Nebenwirkung Psychose

Schimpfen hilft bei Ärger

Sitzenbleiben - eine willkürliche Entscheidung Über 250 000 Schüler drehen Ehrenrunde

Meldung über Selbstmord reizt nicht zur Nachahmung

Anpassung im Gastland ein individueller Prozess

Babys auf Fotos für Väter kein Problem

Geographisches Gedächtnis überdauert Jahre

Fehlende Bindung macht früh selbstständig

Mütter strenger mit asthmakranken Kindern:

Sein Lernen selbst regulieren: Mehr Motivation und Erfolgsgefühl

Hyperaktive Kinder - höhere Risikobereitschaft Amerikanische Langzeituntersuchung an 367 Kids

Vor dem letzten Aufruf: einsehen und kompensieren

Optimaler Spracherwerb: Eltern sprechen wie auf der Bühne

Bei Hoch-Spannung wenig Chancen für Werbespots

Reden macht schlank EMIL zählt beim Essen jedes Gramm

Grandprix: Jurys urteilen hinter verschlossenen Türen

Eigensinnigkeit und Ungehorsam Risikofaktoren für Misshandlung

Erfolgreiche Frauen lassen sich coachen Praktische Hilfe auf dem Weg zum Ziel

Neue Medien machen Jugendliche lernaktiv

Freundliche Scheidungseltern wecken Wunsch nach Wiedervereinigung

Krankheit ein Fingerzeig zur Lebensänderung

Sportlerrinnen erleben Karriereabbruch als Versagen

Support statt brauchbarer Gebrauchsanweisung

Outfit vom Doppelten Lottchen erschwert Selbst-Erkenntnis

Über 60: Abstriche bei Nacht- und Fernfahrten

Suggestiv-Fragen verändern Gedächtnisinhalt kaum

Krise bei Ende der Berufstätigkeit

Äußere Faktoren beeinflussen Konzentration

Sachverständigenrat fordert: Bildungshunger der Fünfjahrigen nutzen

Testgerät soll Wachzustand des Fernfahrers überprüfen

Das Gros der Jugendlichen: Mit dem Auto zu Job und Uni

Patienten in Selbsthilfegruppen vitaler und selbstbewusster

Fahren mit über Fünfzig: Solange es Spass macht

Männer reagieren bei Stress im Stehen heftiger als im Sitzen

Unbekannte Wörter kosten Zeit

Geruch von Alkohol löst bei Patienten sichtbares Suchtverlangen aus

Kinder kennen Kopfschmerz bereits vor Schulbeginn

Wunsch nach Trennung führt zum Mord Gewalttat als Folge mißglückter Problemlösung

Damit der Affe sich pudelwohl fühlt Wissenschaftler untersuchen Wohlbefinden von Primaten

Flugzeugunfälle erfordern psychische Betreuung Urplötzliche Katastrophe aus (heiterem) Himmel - Seele stürzt in Traurigkeit

Übermäßige Kontrolle stört das Sprechen Problem Stottern hängt von der Umwelt ab - Geduld hilft heilen

Auch die Orientalen hassen den Lärm Japanische Höflichkeit führt zu hoher Toleranz

Walkman in der Freizeit unbedenklich Ausflippen durch laute Musik - Bis zur Schmerzgrenze

Kneipen-Atmosphäre verrät Grundtendenz Pessimismus beeinflusst Wählerverhalten und Geschichte

Kinder das Spiegelbild der Eltern

Vaterlose Jungen redegewandter

Ernährung - Ausdruck der Persönlichkeit

Glaube an die Norm erleichtert Abnehmen

Werbung auf Papier setzt mehr Gehirnströme in Tätigkeit

Geburtstagskarten für Söhne: mehr männliches Design

Weniger Leistung aber mehr Zufriedenheit

Gemeinsames Essen als Therapie

Lebensstil bestimmt Möbelauswahl

Macht die Klassen kleiner

Gewalttäter an Schulen fühlen sich unsicher

Programm gegen Vorurteile Hilfe für schizophren Erkrankte

Streben nach Selbständigkeit liebevoll unterstützen

Gesichtsmuskeln verraten Maß der inneren Erregung

Großmütter leiden unter gescheiterten Ehen ihrer Kinder

Angst vor Herzklopfen führt zum Paniksyndrom

Hoffnung für Kinder mit nervösen Sprachstörungen

Treffen auf der Parkbank auch nach 60 noch begehrt

Forscher mit Fragebuch untersuchen bayrische Dialekte

Urlauber verlangen mehr Komfort und Service Kurse für Gastfreundschaft - Sauberer Strand allein reicht nicht

Den Wunsch von den Augen ablesen Liebende Paare treffen Kaufentscheidung gemeinsam

Verkehrssituation bestimmt Reaktionszeit Länger als bisher angenommen –

Positive Gedanken schaffen Energie Badezimmer-Waage liefert Beweis - Gesundheitstraining

Schwierigkeiten nach dem Urlaub Sieben-Punkte-Programm hilft beim Start

Linkshänder - Probleme bei Schulbeginn Schon in der Steinzeit nur Werkzeuge für Rechtshänder

TV verhindert Aktivitäten

Aggression beeinträchtigt Gedächtnis

Karatetraining macht friedfertig

Temperatur und Tageslicht beeinflussen Fernsehdauer mehr als das TV-Programm